Universität Hamburg
Institut für Ethnologie
Seminar: Interethnische Geschlechterbeziehungen
Gliederung:
1. Einleitung S 3
1.1 Definition des weiblichen Sextourismus S 3
1.1.2. Der Unterschied zu Reiseromanzen S 4
2. Urlaubsländer S 5
3. Männer S 5
3.1. Stereotype Männerbilder aus Sicht der reisenden Frauen S 6
3.2. Selbstbild der einheimischen Männer S 6
4. Frauen S 8
4.1. Stereotype von Touristinnen S 8
4.2. Selbstbild der Touristinnen S 9
4.3. Probleme der eigenen Geschlechtlichkeit S 10
5. Das Machtverhältnis zwischen den Partnern S 10
6. Gründe des weiblichen Sextourismus S 12
7. Mögliche Folgen des weiblichen Sextourismus für das Urlaubsland S 13
8. Geschlechterrollen in der bereisten Gesellschaft S 14
9. Schlussbemerkung S 15
2
1.Einleitung
„Interethnische Geschlechterbeziehungen“ finden auf sehr unterschiedlichen Ebenen statt. Diese Ebenen kann man in unterschiedliche Kategorien einteilen: z.B. in die beiden Bereiche Arbeitsbeziehungen, worunter auch Sextourismus und Arbeitsmigration fällt, und Liebesbeziehungen, wie interethnische Ehen. 1
Ich werde im Folgenden das Fallbeispiel weiblicher Sextourismus als Form der „Interethnischen Geschlechterbeziehungen“ vorstellen.
Zunächst werde ich auf die Definition des weiblichen Sextourismus eingehen und den Unterschied zu Reiseromanzen diskutieren. Danach werde ich Stereotypen der einheimischen Männer und der Touristinnen darstellen, und jeweils auch auf deren Selbstbild eingehen.
Ich stelle die Probleme der eigenen Geschlechtlichkeit bei den reisenden Frauen und das situationsbedingte Machtverhältnis der Partner vor. Zum Schluss suche ich nach Gründen für den weiblichen Sextourismus, was er im Urlaubsland auslösen kann und werde versuchen, auf das Problem der Genderkonstrukte einzugehen. Mit dieser Ausarbeitung möchte ich verschiedene Aspekte des weiblichen Sextourismus vorstellen und diskutieren. In den einzelnen Kapiteln versuche ich einige Parallelen und Unterschiede zum männlichen Sextourismus zu finden.
1.1. Definition des weiblichen Sextourismus
Der weibliche Sextourismus zeichnet sich dadurch aus, dass die ohne Partner reisende Frau eine oder mehrere sexuelle Beziehungen mit einheimischen Männern eingeht und sie dafür materiell entlohnt.
Bezahlt werden die Männer meistens nicht mit Geld, sondern mit Geschenken wie Parfüm, Rasierwasser, Kleidung, Einladungen zu Veranstaltungen und in Restaurants oder manchmal auch mit Flugtickets und Visa in das Heimatland der Touristinnen.
1 Nach diesen beiden Kategorien wurde das Blockseminar am 29. und 30.06.02 aufgeteilt
3
Eine weitere gute Einnahmequelle für die einheimischen Männer ist die Kommission, die sie für Ausgaben ihrer Partnerinnen von Ladenbesitzern und lokalen Reiseunternehmern bekommen. 2
1.1.2. Der Unterschied zu Reiseromanzen
Beim weiblichen Sextourismus geht es oft um schnellen Sex ohne jegliche Verpflichtungen, landläufig auch als one-night-stand bezeichnet, als sexuelle Beziehung zwischen zwei Partnern, die sich auf eine Nacht oder eine Aktion beschränkt. Einige Sexualbeziehungen überdauern jedoch die gesamte Zeitspanne des Aufenthalts der Touristinnen und bewegen sich in einer Grauzone zwischen Sextourismus und Reiseromanze. Der große Unterschied zu Reiseromanzen ist jedoch die Bezahlung oder Entlohnung für den sexuellen Dienst, was unterschiedliche Abhängigkeitsverhältnisse schafft.
Es fehlt dem weiblichen Sextourismus, nach Edith Kresta, die „organisierte Eindeutigkeit und Eindimensionalität männlicher Sexausflüge“. 3
Im weiblichen Sextourismus existiert keine organisierte Prostitutionsindustrie und auch keine massenmediale Vermarktung. 4 Ganz vereinzelt werden zum Beispiel in Kenia 5 eindeutige Angebote in Hotels offeriert, die jedoch kaum genutzt werden. Dies liegt zum Teil daran, dass sich die Sextouristinnen, (wie männliche Sextouristen zum Teil auch), nicht als solche sehen und sich auch gegen diese Bezeichnung wehren. 6 Die Touristinnen sehen sich eher als reisende Frauen, die ihre emotionalen und sexuellen Bedürfnisse im Urlaub befriedigen, jedoch keinesfalls in der Rolle eines weiblichen Freiers. In der Regel werden diese sexuellen Beziehungen auch sehr romantisiert dargestellt, worauf ich unter dem Kapitel „4.2 Selbstbild der Frauen“ näher eingehen werde. Tatsächlich ist es durch die fehlende Organisation im weiblichen Sextourismus schwer, ihn von Beziehungen wie Reiseromanzen zu unterscheiden; 7 denn es gibt auch die s.g.
2 Kresta 2001
3 Kresta 2001
4 Schlehe 2000 : 125
5 Kresta 2001
6 geführtes Interview mit einer mir bekannten Sextouristin, S.Martin, am 08.06.2002 per Telefon
7 Schlehe 2000 : 125
4
Quote paper:
Friederike Haumann, 2002, Weiblicher Sextourismus, Munich, GRIN Publishing GmbH
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