Universität Hamburg
Institut für Politische Wissenschaft
Seminar: „Antiamerikanismus als Störfaktor bilateraler Beziehungen“
Antiamerikanismus
Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung S 3
2. Kurzer Abriss der Geschichte Palästinas S 3
2.1. Die wichtigsten Ereignisse vor und während des Kalten Krieges S 4
2.2. Die wichtigsten Ereignisse nach dem Kalten Krieg S 6
3. Ursachen und Auslöser des Antiamerikanismus S 8
3.1. Lebensbedingungen S 9
4. Träger des Antiamerikanismus in Palästina S 10
5. Antiamerikanistische Aktionen S 12
5.1. direkte Aktionen S 12
5.2. indirekte Aktionen S 14
5.3. Gründe für indirekte Aktionen S 15
6. Schlussbemerkung S 16
7. Literaturverzeichnis S 18
Antiamerikanismus – Aufgezeigt am Fallbeispiel Palästina
1. Einleitung
Antiamerikanismus ist ein Bündel von Gefühlen, Meinungen, Ansichten und Verhaltensweisen unterschiedlicher, aber variabler Intensität und Ausprägung, die ein kritisches und/oder negatives Urteil über das politische, wirtschaftliche und/oder kulturelle Verhalten der USA als Akteur beinhalten.
Anhand dieser Arbeitsdefinition des Antiamerikanismus, die wir auch im Seminar verwendeten, stelle ich im Folgenden das Fallbeispiel Palästina vor, jedoch werde ich auf die Auslöser, Träger und Erscheinungsformen näher eingehen, so dass eine genauere Eingrenzung und Differenzierung dieses Begriffes im Fall Palästina möglich wird.
In meiner Hausarbeit möchte ich aufzeigen, dass sich der Antiamerikanismus in Palästina hauptsächlich indirekt durch anti-israelische Aktionen äußert.
Ich werde die Ursachen und Auslöser, die sich bereits in der palästinensischen Geschichte aber auch z.B. in der schlechten Lebenssituation der Flüchtlinge begründet, aufzeigen. Danach werde ich kurz auf die Träger des Antiamerikanismus eingehen und schließlich direkte, bzw. indirekte Antiamerikanistische Aktionen mit Hilfe von Fallbeispielen darstellen und sie anhand der These analysieren. Außerdem wird am Ende deutlich werden wie sich die genannte Definition von Antiamerikanismus auf Palästina anwenden lässt.
2. kurzer Abriss der Geschichte Palästinas
Die Geschichte Palästinas beginnt bereits 1300 v.Chr., als Jüdische Stämme das „Gelobte Land“ erobern, es wäre somit sehr aufwendig und zu ausführlich hier die gesamte palästinensische Geschichte mit allen Ereignissen darzustellen. In den
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folgenden zwei Punkten werde ich darum nur äußerst wichtige und prägnante Ereignisse und Geschehnisse bei denen die USA als politischer Akteur eine besondere Rolle spielt darstellen.
2.1. Die wichtigsten Ereignisse vor und während des Kalten Krieges
1516 bis 1917/18 gehörte Palästina dem Osmanischen Reich an. Groß-Britannien übernahm am 20. April 1920 die koloniale Mandatsverwaltung, nachdem im Sykes- Picot-Abkommen Frankreich und Groß-Britannien den Vorderen Orient in Machtsphären aufgeteilt hatten 1 .
Zuvor befürworteten die Briten bereits am 02.November 1917 in der Balfour- Deklaration die „Errichtung eines Nationalheimes für das jüdische Volk in Palästina“. 2 Ein weiteres sehr prägnantes Ereignis fand am 14. Mai 1948 statt, als der damalige Ministerpräsident Israels, David Ben Gurion, die Unabhängigkeitserklärung des Staates Israel in Tel Aviv verlas.
Am folgenden Tag legten die Briten ihr Mandat nieder und übergaben es der UNO. Die Ausrufung des Israelischen Staates führte zum ersten israelisch- palästinensischen Krieg, der eine Massenflucht der palästinensischen Bevölkerung durch „Räumung“ ihrer Dörfer zur Folge hatte.
Nach dem zweiten Weltkrieg wurde der Nahe Osten zu einem besonderen Interessensgebiet der USA und der Sowjetunion.
Beide Supermächte schufen ihre jeweiligen Interessensgebiete und versorgten ihre Partner mit Wirtschaftshilfe und Waffen, was zu unterschiedlichen Abhängigkeitsverhältnissen führte.
Während die USA Israel unterstützten, förderte die Sowjetunion und andere Ostblockländer die arabischen Staaten, vor allem Syrien.
Folge dieser Politik waren Spannungen, die einige Male fast zur bewaffneten Konfrontation der Großmächte führte 3 .
1 Bedritz,D., Lüders, M. „Palästina-Protokolle“, 1981, Ort n.b.
2 Bedritz,D., Lüders, M., S.4
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Während des Kalten Krieges galt der Nahe Osten als gefährlichster Brennpunkt. Die USA verfolgten ihre Strategie der Eindämmungspolitik im Sinne der Truman- Doktrin, die die Eindämmung des Kommunismus bewirken sollte.
Im März 1957 wollten die USA – nach der Eisenhower-Doktrin – jeden nahöstlichen Staat unterstützen, der sich von „kommunistischer Aggression“ bedroht fühle, und ihm militärisch beizustehen.
Die Sowjetunion erklärte dich 1957 und 1958 mehrfach bereit, mit den USA zusammen eine Strategie zur friedlichen Lösung des Nah-Ost-Konflikts zu verfolgen. Die USA lehnten jedoch ab und blieben bei ihrer Politik der militärischen Härte 4 .
Im Mai 1967 unterstützten die USA Israel gegen Ägypten im Suez-Konflikt, Russland stand auf Ägyptischer Seite.
Der Konflikt führte schließlich am 5. Juni 1967 zum 6-Tage-Krieg. Im Zuge dieses Krieges eroberte Israel die Golanhöhen von Syrien, die Westbank von Jordanien, die Altstadt von Jerusalem, die Sinai-Halbinsel und den Gaza-Streifen 5 .
1971 brach der jordanische Bürgerkrieg aus, weil sich die PLO im Land organisierte und zu einer Art Staat im Staat entwickelte. Gestärkt durch Waffenlieferungen aus den USA liquidierte König Hussein die palästinensische Widerstandsbewegung in Jordanien, bei der mehr als 20 000 Palästinenser starben 6 .
Die U.S. – Sowjetischen Verhandlungen, 1973, bezüglich des Ägyptisch- Israelischen Konflikts basierten auf Fehlinterpretationen beider Seiten. Die Kooperation der Großmächte in diesem Konflikt schlug fehl und führte beinahe zur Eskalation zwischen ihnen.
Am 6. Oktober 1973 brach schließlich der Yom-Kippur-Krieg aus, bei dem Ägypten und Syrien Israel angriffen 7 .
3 Tophoven, Rolf „Bestimmungsfaktoren israelischer Außenpolitik“ S.27-31 In: Informationen zur politischen Bildung „Israel – Geschichte, Wirtschaft, Gesellschaft“, 2.Quartal 1995, Bonn 4 Bedritz,D., Lüders, M., S.4 5 Abu Ghazi „Political Views on Palestine“, 1998, London, UK 6 Bedritz,D., Lüders, M., S.4 7 Gross Stein, Janice „Flawed Strategies and Missed Signals: Crisis Bargaining between the Superpowers, Oktober 1973” S.209-225 In: Lesch, D. “The Middle East and the United States – A Historical and Political Reassessment”, 1996, Boulder, Colorado (USA)
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Quote paper:
Friederike Haumann, 2002, Antiamerikanismus - Aufgezeigt am Fallbeispiel Palästinas, Munich, GRIN Publishing GmbH
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Probleme der Umsetzung des Konzepts der nachhaltigen Entwicklung, darg...
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