Inhaltsverzeichnis
Einleitung Seite 3
Unterschiede zwischen Frau und Mann Seite 3
Sexismus in der Sprache Seite 4
Die Wirkung von Büchern Seite 5
Eingrenzung und Auswahl der Kinderliteratur Seite 5
Janosch : Oh, wie schön ist Panama Seite 5
Uderzo : Asterix und Maestria Seite 8
Lindgren : Pippi in der Villa Kunterbunt Seite 11
Vergleichende Analyse Seite 13
Literaturverzeichnis / Quellenangaben Seite 16
Anhang (Abbildungen) Seite 17
Erkl ärung Seite 20
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Einleitung
Das Thema „ Geschlechtsstereotype in Kinderliteratur“ ist in der vorliegenden Form sehr weit gefasst, da weder eine zeitliche noch eine räumliche (z. B. deutschsprachig) Eingrenzung vorgenommen wurde. Vom Ansatz her ist das Thema daher eher für eine Doktorarbeit als für eine in ihrem Umfang sehr begrenzte Facharbeit geeignet. Um da-her eine sinnvolle Analyse des Erarbeiteten vornehmen zu können, sei es erlaubt ohne besonderen Nachweis auf Aus-sagen zurückzugreifen, die dem in diesem Bereich Interessierten ohnehin bekannt sein dürften. Dazu ist erst einmal eine Definition des in der Themenstellung enthaltenen Begriffes Stereotyp erforderlich: „Stereotype sind einfache, ungenügend begründete, mindestens teilweise unzutreffende, und von vielen Leuten mit großer Überzeugung geteilte Vorstellungen, Annahmen und Erwartungen.“ 1 2 Wie die Stereotype, die das Geschlech-terverhältnis prägen, von den Autoren der im Verlauf der Arbeit besprochenen Bücher teilweise bewusst, den kindlichen Lesern jedoch immer unbewusst, vermittelt werden, soll die vorliegende Facharbeit untersuchen. Dazu bedarf es zunächst der Erläuterung einiger Voraussetzungen.
Unterschiede zwischen Mann und Frau
Trifft man eine Person, z. B. auf der Straße, kann man, obwohl man sie zum ersten Mal sieht, innerhalb von Sekundenbruchteilen einschätzen, ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelt. Eine Einordnung einer Person hin-sichtlich ihres Geschlechts ist in unserer Gesellschaft zwingend vorgeschrieben. Die Geschlechtszugehörigkeit wird aus Indizien konstruiert. Die Indentifizierung einer Person als Mann oder Frau ist schon klar, bevor ihre Geschlechts-merkmale überhaupt erkennbar sind. Es stehen praktisch alle Eigenschaften, habituelle und optische, für eine Geschlechtsattribution zu Verfügung wie z. B. Blicke, Gesten, Tätigkeiten, Frisuren, Kleidung, etc.. . Diese enthalten aber gleichzeitig eine Reihe von kulturellen Bedeutungen und Bewertungen. Um dies näher zu erläutern, sollten ein paar Fachbegriffe geklärt werden: Will man zwischen Mann und Frau unterscheiden, sollte man die Bedeutung des Wortes „Geschlecht“ in zwei Aspekte unterteilen: in das „natürliche“, biologische Geschlecht, die sichtbaren anatomischen Besonderheiten der Körper, vor allem die Genitalien, aber auch die sekundären und tertiären Geschlechtsmerkmale, was als sex (a. d. Englischen) bezeichnet wird. Diese Tatsachen bedeuten in unserer Gesellschaft, ein Mann oder eine Frau zu sein. Für die sozialen Folgen, die sich daraus entwickel-ten, ist jedoch diese
1 [10] S.83-84 nach Harding u.a. 1969 S.4
2 Die Nummern der Zitate / Anmerkungen in [ ] verweisen auf die entsprechende Veröffentlichung im Anhang.
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körperliche Differenz nicht ausschlaggebend. Denn geschlechtsspezifische
Rollenerwartungen, und Verhaltensweisen unterliegen der Beeinflussung durch kulturelle und soziale Faktoren. Dieses kulturell variable, soziale Geschlecht bezeichnet man als gender (a. d. Englischen).
Das sogenannte sex ist heute, der Möglichkeit einer operativen Geschlechtsumwandlung wegen, keine zwingende Komponente mehr für die Entwicklung geschlechtsspezifischen Verhaltens, jedoch lassen sich einige davon abhängige Fakten nicht leugnen. Abgesehen von Gegebenheiten wie Gebärfähigkeit o. Ä. wird z. B. von Simon LeVay [12] vermutet, dass Frauen den Männern meist in verbalen Fähigkeiten überlegen sind, da sie wahrscheinlich bezüg-lich ihres Sprachvermögens nicht nur auf die linke Hirn-Hemisphäre angewiesen sind. Außerdem sind sie den Männern gegenüber im Vorteil in Bezug auf Wahrnehmungsgeschwindigkeit, Rechenaufgaben und generell feinmotorische Fähig-keiten. Männer dagegen sollen eine stärkere Begabung in der Strukturierung motorischer Abläufe, der Ausprägung des räumlichen
Vorstellungsvermögens, dem Analysieren und Ordnen komplexer Zusammenhänge und mathematisch-logischen Schlussfolgerungen haben.
Hat geschlechtsspezifisches Verhalten also biologische Ursachen? Dies ist zwar nach dem heutigen Stand der Wissenschaft nicht genau abzugrenzen, doch wirkt sich die geschlechtsspezifische Aktivität der Geschlechtsdrüsen beispielsweise unterschiedlich auf den Hormonhaushalt aus. Wie sich dieser Hormonhaushalt im Einzeln jedoch auf das Verhalten auswirkt, kann beim Menschen bisher nur vermutet werden. So kommt es beim Mann z. B. zu einem höhe-ren Aggressionspotential, bei der Frau zum Mutterinstinkt. Biologische Unterschiede allein bieten allerdings keine hin-reichende Erklärung für geschlechtsspezifisches Verhalten. Faktoren wie Nachahmung und Aufgabenteilung prägen das Verhalten ebenso. Diese Prägung wird als „gender“ bezeichnet. Dass das „doing gender“, also das Bilden einer Art Geschlechtsvorstellung, wandelbar ist, sieht man u.a. an Transsexuellen. Sie trainieren sich für das andere Geschlecht „typische“ Verhaltensweisen an, bisweilen kommt es sogar zu einer Überzeichnung dieser Eigenschaften.
Im Laufe eines Lebens übernimmt man je nach Alter, Geschlecht usw. bestimmte Rollen, deren Ausfüllung eng mit Belohnung und Strafe verknüpft sind. Diese „typischen“ Rollenerwartungen werden einem Menschen innerhalb sei-ner Sozialisationsphase von seinen Sozialisanden, also von Eltern, Lehrerinnen und Lehrern etc. und der Gesellschaft allgemein vermittelt. Wie dieses genau geschieht, was es noch gibt zwischen angeborenem und Nachahmungsverhal-ten, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Mit der
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Zeit hat sich jedoch in unserer Gesellschaft ein Geschlechtsrollenleit-bild herauskristallisiert: Männer sind zuständig für die Produktion, Frauen für die Reproduktion. An diese Einteilungen sind wieder weitere Erwartungen geknüpft wie z.B. „Männer sind hart und weinen nicht“ o. Ä. Solche Stereotype werden in den letzten Jahrzehnten zunehmend hinterfragt. Die Überprüfung der pädagogischen Ansätze der Kinder und Jugendbücher ist erst seit ca. 1970 Gegenstand interdisziplinärer Forschung 3 . Dies ist jedoch keineswegs gleichbe-deutend mit dem Ansatz zur Erforschung der Darstellung des Mannes / der Frau in dieser Gattung, die eher eine Folge der allgemeinen Emanzipationsbewegung ist.
Sexismus in der Sprache
Nicht nur der Inhalt klassifiziert einen Text, sondern auch das Mittel, die Sprache. Auch das deutsche Sprach-system bietet für Männer mehr Möglichkeiten zur Identifikation durch ein potenzielles „Gemeint-sein“. So werden ex-emplarische
Personenbezeichnungen meist in der maskulinen Form gebraucht (Beispiel: Feuerwehrmann), zum Teil gibt es gar keine weiblichen Entsprechungen (Beispiel: man, Gast). Diese wenigen Aspekte lassen bereits erkennen, welche Auswirkungen die Geschlechtsspezifizierung auf ein so wichtiges Medium wie die Sprache hat.
Die Wirkung von Büchern
Hier möchte ich nun klären, wie Bücher wirken, bzw. warum bestimmte Strukturen von Geschichten sowohl von Leser als auch Autor präferiert werden. Stützen möchte ich mich hierbei auf die Erkenntnisse des Kommunikati-onswissenschaftlers Michael Sahr (1981), der die These aufstellte, dass die meisten Leser Personen oder Sachver-halte bevorzugen, die mit ihrer eigenen Einstellung und der ihres Umfeldes übereinstimmen. Die Inhalte, die diesen gerecht werden, werden sie sich tiefer einprägen, als solche, die ihnen widersprechen. Letztere werden teilweise sogar „übersehen“ oder uminterpretiert. Ganz besonders stark gilt dies für Kinder, da vor allem im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren die Identifikation mit den in Büchern behandelten Strukturen sehr ausgeprägt ist.
Eingrenzung und Auswahl der Kinderliteratur
Um die Geschlechtsstereotypen in Kinderliteratur in einer Arbeit derart begrenzten Umfanges untersuchen zu können, muss man den Begriff Kinderliteratur zunächst eingrenzen. Zunächst ist zu klären, in welchem Zeitraum (Lebensalter) man „Kind“ ist. Als obere Grenze setzt der Staat ein Alter von 14 Jahren (Strafrecht). Nach dieser Definition
3 [11] S. 241-242 und [1]
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Arbeit zitieren:
Anne Pytlik, 2001, Geschlechtsstereotype in Kinderliteratur, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
Das Pressesystem in Frankreich im Vergleich zu Deutschland
Medien / Kommunikation - Massenmedien allgemein
Seminararbeit, 14 Seiten
Synagoge – Kirche – Moschee - ein Vergleich der Gotteshäuser
Hausarbeit, 25 Seiten
Fortschreibung und Wandel des Mädchen- und Frauenbildes in der Mädchen...
Examensarbeit, 145 Seiten
Anne Pytlik hat den Text Geschlechtsstereotype in Kinderliteratur veröffentlicht
Anne Pytlik hat einen neuen Text hochgeladen
Theorien und Modelle zur Kinde...
Karin Richter, Bettina Hurrelmann
Kinderliteratur im Literaturunterricht der Grundschule
Befunde - Konzepte - Modelle
Karin Richter, Günther Lange, Werner Ziesenis, Roberto Innocenti
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