VORWORT
Fast jeder von uns wird sich im Rückblick auf seine Schullaufbahn an Schulsportstunden erinnern können, in welchen als Einlaufen einfach ein paar Runden gedreht wurden. In anderen Fällen wurde der Körper vielleicht gar nicht aufgewärmt. Uns ist diese Tatsache aus eigener Erfahrung bekannt. Auch heute wird das Einlaufen vielerorts noch als lästiges Muss gesehen. Wir stellten uns daher die Frage:
Wie kann eine Lektionseinleitung motivierend gestaltet werden?
Mit dieser zentralen Frage haben wir uns in der vorliegenden Arbeit intensiv beschäftigt. Wir sind fest überzeugt, dass ein gut vorbereitetes Einlaufen bei den Schülern viel bewirken kann. Zum einen können sich kleine Spiele oder andere Formen motivierend auf die Schüler auswirken, zum anderen erkennen sie Schüler dank klaren Erklärungen eher den Sinn vom Einlaufen.
Das Aufwärmen hat einen grossen Einfluss auf den folgenden Hauptteil der Sportlektion. Wenn das Einlaufen schon demotivierend ist, werden Schüler Mühe haben, auch dem Rest der Lektion etwas Gutes abzugewinnen. Vielmehr kann ein guter Start motivieren und mitreissen. Aufgestellte und motivierte Schülerinnen und Schüler zu unterrichten ist auch für die Lehrperson viel angenehmer, als sich mit lahmen Störenfrieden auseinandersetzen zu müssen.
Marco Käppeli
Lukas Traber
St. Gallen, 20. Dezember 2002
2
INHALTSVERZEICHNIS
Vorwort 2
Inhaltsverzeichnis 3
Einleitung 5
Theoretischer Teil 6
1. Grundsätze des Aufwärmens 6
1.1 Sinnvoller Aufbau 6
1.2 Einstimmen. 7
1.2.1 Ganzheitliche Einleitung 7
1.2.2 Bezug zum Hauptteil 7
1.2.3 Gute Atmosphäre schaffen 7
1.2.4 Schüler abholen 7
1.2.5 Übungsauswahl 8
1.3 Didaktische Merkpunkte zum Aufwärmen 8
1.3.1 Erklären 8
1.3.2 Disziplin 8
1.3.3 Korrigieren 9
1.3.4 Sozialformen 9
1.3.5 Intensität. 9
1.4 Bedeutung des Aufwärmens. 10
1.4.1 Begriffsdefinition. 10
1.4.2 Sinn des Aufwärmens 10
1.5 Muskelaufbau des menschlichen Körpers. 10
2. Kreislauf anregen 12
2.1 Wirkungen auf den Kreislauf. 12
2.1.1 Muskulatur. 12
2.1.2 Herz-Kreislauf. 12
2.1.3 Reizleitung/Nerven 12
2.1.4 Kapsel-Band-Sehnen-Knorpel-System. 12
3. Dehnen 13
3.1 Vordehnen 13
3.2 Passiv-dynamisches Dehnen 14
3.3 Aktiv-dynamisches Dehnen 14
4. Kräftigen 15
4.1 Effekte der Kräftigungsübungen: 15
4.2 Merkpunkte zum Kräftigen 15
5. Verletzungsprävention. 16
5.1 Gefahren. 16
3
5.1.1 Die Gefahr beim Kaltstart 16
5.1.2 Die Gefahr von herumliegenden Bällen 16
5.1.3 Die Gefahr bei unkontrolliertem Kampfverhalten 16
5.2 Wichtige Grundregeln 16
5.2.1 Kräftige Gelenke sind der beste Schutz 16
5.2.2 Die richtige Instruktion 16
5.2.3 Aufwärmen, dehnen, auslaufen. 17
5.2.4 Die richtige Selbsteinschätzung. 17
5.3 Sofortmassnahmen bei einer Verletzung 17
5.3.1 Die PECH-Formel 17
6. Motivation im Schulsport. 18
6.1 Begriffsdefinition. 18
6.2 Motivation im Schulsport. 18
Praktischer Teil 20
7. Bewegen, Darstellen, Tanzen 21
8. Balancieren, Klettern, Drehen 24
9. Laufen, Springen, Werfen 29
10. Spielen 34
Schlusswort 42
Literaturverzeichnis 43
4
EINLEITUNG
Die Arbeit beginnt mit einem theoretischen Teil, in welchem wir auf die einzelnen Phasen des Aufwärmens eingehen. Es sind dies: Kreislauf anregen, Dehnen und Kräftigen sowie eine sinnvolle Überleitung in den Hauptteil. Zudem befassen wir uns mit dem Zielpublikum, den Sekundarschülern. Wie sehen sie den Sportunterricht, was sind ihre Motive und welche Stimmungslagen sind typisch für die Jugendlichen in der Pubertät. Im zweiten praktischen Teil haben wir eine umfassende Sammlung an verschiedenen Aufwärmformen zusammengestellt. Diese sind nach Lernbereichen geordnet. Im allgemeinen sieht der Ablauf unserer Formulare wie folgt aus:
- Spielform als Einstieg
- Dehnen
- Kräftigen
- Spiel- oder Übungsform als Überleitung zum Hauptteil
In vielen Formularen führen wir neben den bestehenden Übungen noch verschiedene Varianten auf, die je nach Bedarf eingesetzt werden können.
Alle Personenbezeichnungen umfassen soweit sinnvoll weibliche und männliche Personen (siehe Weisung des Erziehungsrates zur sprachlichen Gleichberechtigung von Mann und Frau).
5
Kreislauf anregen: Massnahmen, die darauf abzielen, den gesamten Körper zu aktivieren. Zweckgymnastik:
- Dehnen, spezifisches Stretchen: Dehnen von einzelnen Muskelgruppen (siehe Kap. 3)
- Kräftigen von Muskeln (v.a. Bauch, Rücken, ganzer Rumpf) (siehe Kap. 4) Überleitung zum Hauptteil: Sportartspezifische Bewegungsabläufe, die einzelnen Übungen sind gezielt auf die Anforderungen der Sportart abgestimmt
1.2 Einstimmen
1.2.1 GANZHEITLICHE EINLEITUNG
Eine ganzheitliche Einleitung beinhaltet immer die beiden Aspekte physisches Aufwärmen und psychisch-soziales Einstimmen 2 . Das heisst, dass nicht nur der Körper, sondern auch der Geist für den folgenden Hauptteil vorbereitet wird.
1.2.2 BEZUG ZUM HAUPTTEIL
Das Aufwärmen ist ein Teil der Lektion und darf nicht isoliert betrachtet werden. Es bezieht sich auf den folgenden Hauptteil. Folglich muss ein roter Faden zwischen Aufwärmen und Hauptteil sichtbar werden 3 .
1.2.3 GUTE ATMOSPHÄRE SCHAFFEN
Durch eine stufengemässe Übungswahl, vor allem zu Beginn des Aufwärmens, soll eine gute Unterrichtsatmosphäre geschaffen werden. Die ersten Worte, die ersten Spielformen, die Art und Weise des Auftretens, der Blick, der Ton, die Sprache, die eigenen Ausstrahlung usw., alle diese Aspekte können häufig über das gute Gelingen einer Sportlektion entscheiden. Es lohnt sich immer wieder, an diese Punkte zu denken und sich als Lehrer diesbezüglich zu bemühen 4 .
1.2.4 SCHÜLER ABHOLEN
Eine sehr wichtige Funktion der Lektionseinleitung ist das Abholen der Schüler. Alle Teilnehmer einer Turnlektion haben unmittelbar davor die verschiedensten Erlebnissepositive und negative - gehabt. Nun gilt es, möglichst alle in kurzer Zeit umzustimmen auf den bestehenden Sportunterricht. Sie sollen sich von vorausgegangenen Beschäftigungen lösen können und den Alltag vergessen. Dies erfordert oft viel Geschick und Gespür. Das
2 EGGER, 2000
3 BUCHER, 1989, S. 9
4 BUCHER, 2000, S. 8
Theoretischer Teil 7
Engagement als Lehrer, das Auftreten und die Kunst des Animierens sind in dieser Phase entscheidend 5 . Als Lehrer sollte man vor der Stunde die Augen und Ohren offen halten und sich Fragen stellen, wie z.B. Was fällt auf? Wie kommt die Klasse in die Sportstunde? Was geschah vorher? 6
1.2.5 ÜBUNGSAUSWAHL
Oft kann die Auswahl der Übungen entscheidenden Einfluss haben. Schon einfache Übungen machen Spass. Es kommt aber darauf an, wie sie angeboten und durchgeführt werden. Zu stark lustbetonte Formen verfehlen oft den Zweck. Zu komplizierte Übungen hingegen brauchen lange Erklärungen. Einfache Übungen vergessen die Schüler weniger 7 . Was Lust und Spass macht, wird von Schülern lieber gemacht. Es sollte immer wieder versucht werden, aus einer Übung oder einer Laufform eine spielerische, lustbetonte Form zu machen. Dabei soll jedoch die Zielsetzung nicht verändert werden 8 .
1.3 Didaktische Merkpunkte zum Aufwärmen
1.3.1 ERKLÄREN
Oftmals ist Vormachen-Nachmachen während des Aufwärmens am einfachsten. Falls dies nicht möglich ist, so müssen die Informationen kurz und klar sein 9 . Die Vorbildfunktion der Lehrkraft darf nicht unterschätzt werden. Saubere Demonstrationen motivieren mehr als theoretische Erläuterungen.
1.3.2 DISZIPLIN
Ein angemessenes Mass an Disziplin ist unabdingbar. Je nach Auswahl der Übungen kann sich der Lehrer die Arbeit leichter oder schwerer machen. Es empfiehlt sich, bei Klassen, die man noch nicht gut kennt, mit einfachen Formen zu beginnen und diese mit der Zeit zu steigern. Zu stark lustbetonte Übungen zu Beginn einer Sportlektion können auch zum Verhängnis werden. Es ist zum Beispiel nicht ratsam, bei einer disziplinarisch schwierigen Klasse gleich mit Partnerübungen zu beginnen. Das notwendige Mass der disziplinarischen Massnahmen kann nicht generell definiert werden sondern richtet sich immer nach der
5 BUCHER, 2000, S. 12
6 BUCHER, 1989, S. 24
7 BUCHER, 1989, S. 12
8 BUCHER, 1989, S. 17
9 BUCHER, 1989, S. 15
Theoretischer Teil 8
entsprechenden Klasse, nach dem Motto: Hinhören - beobachten - entsprechende (disziplinarische) Konsequenzen ziehen 10 .
1.3.3 KORRIGIEREN
Auch beim Aufwärmen soll die Qualität der Bewegungen im Zentrum stehen, zum Beispiel Laufschulung, korrekt ausgeführte Dehn- und Kräftigungsübungen verlangen 11 .
1.3.4 SOZIALFORMEN
Sport ist ein Handlungsfeld, das häufig von Situationen des Mit-, Gegen-, Für- und Nebeneinander geprägt ist. Deshalb kann er als ein Feld sozialen Handelns verstanden werden. Viele Formen des Sporttreibens sind auf soziale Handlungen angewiesen. Sport wird auch aus sozialen Motiven betrieben. Viele Menschen sehen in den Formen der Geselligkeit, der Kommunikation und dem Miteinander einen Sinn ihres Sporttreibens 12 .
In einer Gruppe macht eine Übung oft mehr Spass. Daher soll im Aufwärmen auch oft in Gruppen gearbeitet werden. Die Art der Gruppenbildung soll jedoch häufig geändert werden. Dazu gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, z.B. nach Alter, Geschlecht, Grösse, Interesse, Neigung, Können, Nummerieren, durch Zufall, Haarfarbe, Kleiderfarbe, usw. Ein häufiger Wechsel der Gruppen verursacht einen zusätzlichen Organisationsaufwand, der zu Unruhe führen kann 13 .
Partnerübungen eignen sich gut für das Aufwärmen. In gewissen Klassen und Übungsformen sind sie aber nicht unproblematisch. Es empfiehlt sich, die Zweiergruppen häufig zu wechseln 14 . Organisatorisch ist die Partnerarbeit eine einfache Form.
1.3.5 INTENSITÄT
Qualität und Intensität des Aufwärmens hängen weitgehend von einer guten Organisation ab. So erfüllt eine Fangisspielform mit nur einem Fänger die Forderungen einer guten Einstimmung in den Sportunterricht ebenso wenig, wie ein Spiel mit nur einem Ball bei einer grossen Klasse.
10 BUCHER, 1989, S. 11
11 BUCHER, 1989, S. 17
12 ERNST u. BUCHER, 2000, Bro. 1, S. 22
13 ERNST u. BUCHER, 2000, Bro. 1, S. 70
14 BUCHER, 1989, S. 20
Theoretischer Teil 9
Arbeit zitieren:
Marco Käppeli, Lukas Traber, 2002, Einlaufen macht Spass - Motivierendes Einlaufen mit Oberstufenschülern, München, GRIN Verlag GmbH
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