Inhalt
1. Einleitung 2
2. Schreibkonferenz - Begriffsklärung, Ablauf und Organisation. 3
2.1 Schreibkonferenz - Was ist das? 3
2.2 Wichtige Regeln für den Ablauf von Schreibkonferenzen 3
2.3 Ablaufdiagramm für Schreibkonferenzen 6
2.4 Organisation von Schreibkonferenzen und ihre Einbettung in den
Unterricht 6
2.7 Wann und wie führe ich in das Arbeiten mit Schreibkonferenzen ein? 7
3. Welche Vorteile bieten Schreibkonferenzen? 9
3.1 Schreibkonferenzen statt Aufsatzschreiben 9
3.2 „Writing is rewriting“ 9
3.3 Warum freies Schreiben 11
4. Schwierigkeiten auch mit Schreibkonferenzen 14
5. Schlusswort 18
6. Quellenverzeichnis 20
1
1. Einleitung
Im Rahmen des Seminars „Prozessorientierter Schreibunterricht“ interessierte mich besonders das Thema „Schreibkonferenzen.“ Schon der Begriff macht neugierig, wenn man bedenkt, dass sich diese Form von Aufsatzunterricht vor allem in der Grundschule etabliert hat. Sich acht- bis zehnjährige Kinder als Mitarbeiter einer Konferenz vorzustellen ist in der Tat zunächst etwas befremdlich. Manch einer mag vielleicht auch behaupten, dass „Schreibkonferenz“ zwar ein imposanter Begriff ist, letztendlich jedoch nicht viel dahinter steckt. Schließlich geht es im Deutschunterricht der Grundschule doch nur darum, ein bisschen lesen und schreiben zu lernen. Oder etwa nicht?
In dieser Arbeit möchte ich zunächst klären, was man unter dem Begriff „Schreibkonferenz“ überhaupt versteht. Des Weiteren werde ich Möglichkeiten aufzeigen, die dieser Aufsatzunterricht Grundschulkindern bietet, aber auch seine Schwachstellen darlegen.
Hauptsächlich beziehe ich mich in meinen Ausführungen auf Gudrun Spitta. Gemeinsam mit anderen Lehrer/innen arbeitete sie mit zahlreichen Berliner Grundschulklassen der Jahrgangsstufen drei und vier und hielt ihre Beobachtungen in dem wohl bisher umfassendsten Aufsatz in deutscher Sprache über Schreibkonferenzen „Schreibkonferenzen in Klasse 3 und 4“ fest.
Da mein zukünftiger Tätigkeitsbereich die Primarstufe sein wird, werde ich mich in dieser Hausarbeit auf Schreibkonferenzen in der Grundschule konzentrieren. Vieles ist jedoch (gegebenenfalls in abgewandelter Form) auf die Sekundarstufe zu übertragen.
2
2. Schreibkonferenz - Begriffsklärung, Ablauf und Organisation
2.1 Schreibkonferenz - Was ist das?
Sonja (3. Schuljahr) beschreibt für einen Elternabend, was man unter einer Schreibkonferenz versteht: „[...] Dann machst du eine Schreibkonferenz mit ein bis zwei Kindern, manchmal sogar noch mit der Lehrerin. Aber nun will ich erst mal richtig erklären, was eine Schreibkonferenz ist. Man setzt sich mit zwei Kindern in eine ruhige Ecke. Derjenige, dem der Entwurf gehört, liest seinen Entwurf vor, und die anderen Mitarbeiter sagen eben, was derjenige vielleicht besser schreiben könnte. Zum Beispiel auf den Punkt am Satzende achten, auf Satzanfänge, auf wörtliche Rede usw. [...] 1 “
Der Begriff Schreibkonferenz (auch Schreibwerkstatt oder Schreibgespräch) bezeichnet demnach ein Verfahren, einen selbstverfassten Text einer kleinen kritischen Öffentlichkeit zu präsentieren, welche dem Verfasser daraufhin Rückmeldung über sein Werk gibt. Aus den Reaktionen der Konferenzteilnehmer erhält der Autor Hinweise für eine eventuelle Überarbeitung des Textes.
Bei professionellen Schreibern sind solche Schreibkonferenzen üblich, um die Qualität ihrer Texte zu überprüfen und gegebenenfalls Veränderungen vorzunehmen. In der Grundschuldidaktik taucht der Begriff erstmals Anfang der achtziger Jahre in England bei Donald H. Graves auf. Im deutschsprachigen Raum wurde das Konzept zur Arbeit mit Schreibkonferenzen insbesondere von Gudrun Spitta aufgenommen und weiterentwickelt.
2.2 Wichtige Regeln für den Ablauf von Schreibkonferenzen 2
In den meisten Klassen entwickeln sich die Regeln (besser: der Ablaufplan) für Schreibkonferenzen mit der Zeit ganz von selbst. Zur Gedächtnisstütze und besseren Orientierung ist es jedoch ratsam, diese auf einem Plakat festzuhalten und im Klassenraum aufzuhängen.
1 Sonja; zit. n. Gudrun Spitta (1992)
2 vgl. Elisabeth Simon (1997), Gudrun Spitta (1992), Inge Sukopp (1996)
3
1. Vorlesen und spontane Reaktionen
Der erste Schritt einer Schreibkonferenz ist gewöhnlich, dass das Autorenkind seinen Mitarbeitern den Entwurf vorliest. Darauf folgen meist unaufgefordert spontane, anteilnehmende Reaktionen der Zuhörer. Diese sind für das Autorenkind als emotionale Bestätigung wichtig. Zudem erfährt es so, wie die Geschichte ankommt und ob sie verstanden wird.
Anschließend werden meist vertiefende Fragen zum Verständnis des Textes gestellt. Oft folgte in den Versuchsklassen von Gudrun Spitta auf die entsprechenden Erklärungen des Schreibers der Hinweis: „Dann schreib es doch so auf, wie du es mir jetzt erklärt hast. Jetzt habe ich es nämlich kapiert“. 3
In diesem ersten Schritt geht es also darum, den Text inhaltlich zu überarbeiten. Die Kinder lernen hier mehr oder weniger beiläufig die Technik, sich durch Sternchen oder Zahlen im Text die Stellen zu markieren, die im Anschluss noch ergänzt oder verändert werden sollen.
2. Satzweises Durchgehen des Textes
Bei dieser zweiten Überarbeitungsstufe geht es vor allem um sprachliche Aspekte. Satz für Satz wird die Geschichte noch einmal gelesen mit der Intension, Textstellen zu finden und zu markieren, die „nicht gut klingen“. Häufig auftretende Probleme, die an dieser Stelle besprochen werden sind die Gliederung des Textes in Sätze, die Satzanfänge selbst bzw. die Satzschlüsse. Ebenso sind Wortwiederholungen und das Finden besonders treffender Ausdrücke oft Thema der Diskussion in dieser zweiten Phase der Schreibkonferenz. Das Überprüfen der Tempora gehört ebenfalls an diese Stelle, wird von den Kindern aus jedoch meist erst im vierten Schuljahr thematisiert.
Die aus den Schreibkonferenzen gewonnenen Erkenntnisse sollten grundsätzlich allen Schülern als Schreibtipps zugänglich gemacht werden, indem sie auf ein Plakat geschrieben und aufgehängt oder in einer Kartei gesammelt werden.
3. Satzweise Rechtschreibkontrolle
In einem dritten Durchgang werden nun die Rechtschreibprobleme angegangen. Hierbei kann man es den Kindern selbst überlassen, ob sie dies alleine oder in ihrer Konferenzgruppe tun. Das Nachschlagen im Wörterbuch bereitet vielen Kindern in
3 Grundschulkind; zit. n. Gudrun Spitta
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Quote paper:
Katharina Best, 2003, Schreibkonferenzen in der Grundschule, Munich, GRIN Publishing GmbH
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