Abkürzungsverzeichnis
AO Abgabenordnung Abs. Absatz BB Betriebs-Berater (Zeitschrift) BBK Buchführung Bilanz Kostenrechnung (Loseblattsammlung) ber. berichtigt BFH Bundesfinanzhof BGBl. Bundesgesetzblatt bzw. beziehungsweise DB Der Betrieb (Zeitschrift) DStR Deutsches Steuerrecht (Zeitschrift) EStDV Einkommensteuer-Durchführungsverordnung EStG Einkommensteuergesetz f., ff. folgende, fortfolgende FGO Finanzgerichtsordnung FR Finanzrundschau (Zeitschrift) GmbH Gesellschaft mit beschränkter Haftung HFA Hauptfachausschuss HGB Handelsgesetzbuch IAS International Accounting Standards IdW Institut der Wirtschaftsprüfer i. S. im Sinne KG Kommanditgesellschaft lt. laut m. E. meines Erachtens
II
Nr. Nummer PublG Publizitätsgesetz RGBl. Reichsgesetzblatt S. Seite sog. sogenannt u. a. unter anderem vgl. vergleiche WPg Die Wirtschafsprüfung (Zeitschrift) z. B. zum Beispiel
III
1. Einleitung
Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich, in Anlehnung an den gleichnamigen Aufsatz von MARCO DIETEL veröffentlicht in der Zeitschrift DStR 49/2002, mit der Thematik der Bilanzierung von Anteilen an Personengesellschaften in Handels- und Steuerbilanz. Ziel dieser Arbeit ist es, einen Überblick über diese komplexe und schwierige bilanzrechtliche Materie zu geben, welcher in der Praxis m. E. eine erhebliche Bedeutung zukommt, da gesellschaftsrechtliche Gebilde wie z. B. die GmbH & Co. KG weit verbreitet sind. Ansatz- und Bewertungsfragen im Hinblick auf die Beteiligung an einer Personengesellschaft betreffen somit, wie man vielleicht schnell denken könnte, nicht nur Großunternehmen, sondern stellen sich auch vielen kleineren und mittelgroßen Unternehmen.
Im ersten Teil der Hausarbeit werde ich die bilanzielle Behandlung der Anteile im Handelsrecht näher betrachten. Nach einem kurzen Abriss darüber, aufgrund welcher Vorschriften der Bilanzansatz dem Grunde nach zu erfolgen hat, nehme ich eine Abgrenzung der Begriffe „Anteile an verbundenen Unternehmen“ und „Beteiligung“ vor, die das Handelsgesetzbuch im § 266 Abs. 2 in dem Punkt Finanzanlagen vorgibt. Nun folgt einer der vorläufig wichtigsten Punkte in meiner Arbeit, in dem ich mich den Fragen der Bewertung zuwende. Ich werde dabei die m. E. recht knapp gehaltenen Ausführungen DIETELs zur Bewertung nach dem sog. Anschaffungskostenprinzip in den Punkten Erwerb, Gewinn- und Verlustanteile vertiefen und mich daran anschließend den kritischen Stimmen im Schrifttum widmen, welche die sog. Spiegelbildmethode der Bewertung nach dem Anschaffungskostenprinzip entgegensetzen.
Der zweite Teil dieser Arbeit beschäftigt sich mit der Bilanzierung der Anteile in der Steuerbilanz. Der Ansatz und die Bewertung der Anteile sind aufgrund diverser BFH-Urteile sehr umstritten. Es haben sich daraufhin im wesentlichen vier verschiedene Meinungen bzw. Auslegungen der BFH-Rechtssprechung herausgebildet, die ich in den Punkten 2.2.1 ff. näher erläutern werde. Im Fokus meiner Betrachtungen liegen dabei die Argumente der Meinungsbildner für die Anwendung der von ihnen als richtig angesehenen Methoden und die bilanztechnischen Umsetzung derer.
1
2. Bilanzielle Abbildung von Anteilen an Personengesellschaften in der Handelsbilanz
2.1 Bilanzierungsfähigkeit
Der Vollständigkeitsgrundsatz des § 246 Abs. 1 HGB fordert, dass in den Jahresabschluss sämtliche Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten, Aufwendungen und Erträge aufzunehmen sind. 1
Es stellt sich hierbei die Frage, ob Anteile an Personengesellschaften überhaupt einen Vermögensgegenstand i. S. des § 246 Abs. 1 HGB darstellen. Notwendige Voraussetzung ist dafür die Erfüllung der Kriterien der „selbständigen Verkehrsfähigkeit“ und der „selbständigen Bewertbarkeit“. 2 Diese Voraussetzungen werden in der Literatur einheitlich als gegeben angesehen. 3 Als Konsequenz daraus ergibt sich, dass Anteile an Personengesellschaften auf Gesellschafterebene aktivierungspflichtig sind. 4
2.2 Anteile an verbundenen Unternehmen versus Beteiligungen
Nach Klärung der Bilanzierungsfähigkeit ist nunmehr zu klären, wie Anteile an Personengesellschaften im handelsrechtlichen Jahresabschluss des Gesellschafters auszuweisen sind.
Sofern die Anteile dauernd dem Geschäftsbetrieb dienen, sind sie nach § 247 Abs. 2 HGB dem Anlagevermögen zuzuordnen. 5
Das HGB unterscheidet in den Gliederungsvorschriften für die Bilanz (vgl. § 266 Abs. 2 HGB) im Punkt Finanzanlagen des Anlagevermögens zwischen Anteilen an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen. Diese detaillierte Gliederung der Bilanz ist lediglich für große und mittelgroße Kapitalgesellschaften (vgl. § 266 Abs. 1 HGB), für Einzelkaufleute,
1 OLFERT/DITGES/LANGENBECK 2000, S. 80.
2 COENENBERG 1994, S. 54 f.
3 U. a. WINNEFELD 2000, S. 1924 f; SOMMER 1996, S. 116 ff.
4 WINNEFELD, 2000, S. 1925.
5 ZIMMERMANN/HOTTMANN/HÜBNER 2000, S. 345.
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Arbeit zitieren:
Lars Rolfes, 2003, Bilanzierung von Anteilen an Personengesellschaften in Handels- und Steuerbilanz, München, GRIN Verlag GmbH
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