II
Abkürzungsverzeichnis
Abs. Absatz
AG Aktiengesellschaft
BGBl. Bundesgesetzblatt
DB Der Betrieb (Zeitschrift)
DSWR Datenverarbeitung - Steuer - Wirtschaft - Recht (Zeitschrift)
EDV Elektronische Datenverarbeitung
f., ff. folgende, fortfolgende
FS Festschrift
ggf. gegebenenfalls
HGB Handelsgesetzbuch
h. M. herrschende Meinung
Hrsg. Herausgeber
hrsg. herausgegeben
IAS International Accounting Standards
IdW Institut der Wirtschaftsprüfer
i. S. im Sinne
KonTraG Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich
lt. laut
RGBl. Reichsgesetzblatt
S. Seite
sog. sogenannt
StB Der Steuerberater (Zeitschrift)
SteuerStud Steuer und Studium (Zeitschrift)
u. a. unter anderem
III
US-GAAP US-Generally Accepted Accounting Principles
vBP vereidigter Buchprüfer, vereidigte Buchprüfungs-vgl. vergleiche
VO Verordnung
WP Wirtschaftsprüfer, Wirtschaftsprüfungs-WPO Wirtschaftsprüferordnung
WPK Wirtschaftsprüferkammer
WPK-Mitt. Wirtschaftsprüferkammer-Mitteilungen (Zeitschrift)
z. B. zum Beispiel
z. Zt. zur Zeit
1
1. Einleitung
Wirtschaftsprüfungsgesellschaften gehen - wie auch andere wirtschaftliche Unternehmen - Risiken ein, um Gewinne zu erzielen. Jedoch ist die Erzielung von Gewinn langfristig nur dann denkbar, wenn gleichzeitig auch ein Mindestmaß an Sicherheit angestrebt wird. Ein funktionierendes Risikomanagement ist daher unerlässlich.
Neben den allgemeinen unternehmerischen Unwägbarkeiten, die vom Risikomanagementsystem zu berücksichtigen sind, steht in WP-Gesellschaften vor allem das Haftungsrisiko im Mittelpunkt der Überlegungen. Unter dem Haftungsrisiko wird die Gefahr verstanden, für Pflichtverletzungen zivilrechtlich in Regress genommen und straf- und berufsrechtlich sanktioniert zu werden. Darüber hinaus kann der eingetretene Haftungsfall im Extremfall sogar die Existenz des Unternehmens gefährden. Ist erst einmal ein Schadensfall eingetreten, sind damit zumeist auch Reputationsverluste verbunden, deren Folgekosten für die WP-Unternehmungen schwer zu quantifizieren sind, jedoch oftmals gravierender sein dürften, als die Verluste aus Haftungszahlungen. 2
Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt mit der eben beschriebenen Haftungsproblematik. Ziel ist es dabei, die wichtigsten das Haftungsrisiko beeinflussenden Faktoren ausfindig zu machen und geeignete Instrumente zu beschreiben, welche das Haftungsrisiko in vertretbaren Grenzen zu halten vermögen. Bevor ich mich diesem Themenkomplex widme, werde ich jedoch zuerst in der Grundlegung die Begriffe Risiko und Risikomanageme nt definieren und einen kurzen Überblick über die Situation der WP-Gesellschaften in der Bundesrepublik geben.
Darüber hinaus werde ich, ehe ich die Arbeit mit einer Schlussbetrachtung schließe, anhand eines Praxisbeispiels das Vorgehen des Risikomanagements in Punkto Aufnahme und Fortführung einer Kundenbeziehung skizzieren.
1 PFITZER/FÜSER/MEIREIS/WULFKÜHLER, DB 2002, S. 2005.
2 GERSDORF, WPK-Mitt. 2001, S. 183.
2
2. Grundlegung
2.1 Risiko
Umgangssprachlich meint der Begriff Risiko eine Verlust- oder Schadensgefahr, die im ungünstigen Falle sogar einen existenzgefährdenden Verlauf nehmen kann. Das positive Gegenteil wird als Chance bezeichnet. 3
Das Risiko im betriebswirtschaftlichen Sinne wird als die Abweichung vom Erwarteten verstanden. Neben dem Verlust- oder Schadensrisiko sind hierunter auch positive Entwicklungen (Chancen) inbegriffen, die sich durch unternehmerisches Handeln ergeben können. 4
2.2 Risikomanagement
Unter Risikomanagement ist das Steuern und Regeln der bereits bestehenden und in der Zukunft heranwachsenden Risiken für das Unternehmen zu verstehen. Auch das Erkennen v on Chancen ist integraler Bestandteil. 5 Risikomanagement stellt dabei jedoch nicht einen einmaligen Vorgang dar, es ist vielmehr als ein in sich wiederkehrender Prozess zu betrachten. 6
Der Risikomanagementprozess kann im groben in folgende drei Phasen unterteilt werden:
• Risikoanalyse
• Risikoplanung und -steuerung • Risikoüberwachung 7
Im Mittelpunkt der Risikoanalyse stehen die Definition von Risikofeldern und die Identifikation der Risiken. 8 Dies geschieht im Rahmen einer permanenten
3 KROMSCHRÖDER/LÜCK, DB 1998, S. 1573.
4 HORVÁTH (2002), S. 779.
5 HOPFENBECK (2000), S. 562 f.
6 PFITZER/FÜSER/MEIREIS/WULFKÜHLER, DB 2002, S. 2006.
7 HORVÁTH (2002), S. 781.
8 GLEIßNER/MEIER, DSWR 2000, S. 6.
3
Risikoinventur. Die dabei ausgemachten Risiken werden hinsichtlich ihres Verlustpotentials untersucht und ihre Eintrittswahrscheinlichkeit bestimmt. 9 Auf Basis dessen ist zu entscheiden, ob Gegensteuerungsmaßnahmen erforderlich sind. 10
Die Phase der Risikoplanung und -steuerung ist gekennzeichnet durch die Erarbeitung einer mit der Unternehmens- oder Geschäftsfeldstrategie in Einklang stehenden Risikostrategie und die aktive Beeinflussung der Risiken durch die in der Risikostrategie festgelegten Instrumente. 11
Unter dem Begriff Risikoüberwachung ist die Kontrolle der zur Risikosteuerung ergriffenen Maßnahmen zu verstehen. Hierfür ist die Einrichtung einer regelmäßigen Risikoberichterstattung zweckmäßig. Sämtliche Maßnahmen zur Erfassung und Überwachung der Risiken sind in einem Risikohandbuch zu dokumentieren, um so eine dauerhafte, personenunabhängige Funktionsfähigkeit zu gewährleisten. 12
2.3 WP-Gesellschaften
Die Zahl der in Deutschland tätigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften wird lt. Wirtschaftsprüferkammer auf derzeit 2.127 beziffert. 13 Neben den vier großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften (KPMG, PriceWaterhouseCoopers, Ernst & Young, Deloitte & Touche) stehen sich darüber hinaus auch viele mittelständische und kleine WP-Gesellschaften als Konkurrenten gegenüber. 14
Das Dienstleistungsangebot von WP-Gesellschaften umfasst neben Prüfungstätigkeiten, die Steuer- und Unternehmensberatung, die treuhänderische Verwaltung und Gutachtertätigkeiten auf allen Gebieten der wirtschaftlichen Betriebsführung (vgl. § 2 WPO). Mit zunehmender Unternehmensgröße sind darüber hinaus im Leistungskatalog u. a. auch Tätigkeiten auf den Gebieten der Rechtsberatung, des Corporate Finance sowie der zeitlich begrenzten Übernahme von Managementtätigkeiten wiederzufinden.
9 LÖHR, StB 2000, S. 313.
10 KPMG (1999), S. 21.
11 HORVÁTH (2002), S. 782.
12 LÖHR, StB 2000, S. 313 f.
13 APP, SteuerStud 2003, S. 136.
14 SWART , WPK-Mitt. 2001, S. 264.
Arbeit zitieren:
Lars Rolfes, 2003, Risikomanagement in der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, GRIN Verlag GmbH
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