Inhaltsverzeichnis:
0. Begründung für die Wahl des Themas S 2
1. Wann ist ein Kind übergewichtig S 3
2. Mögliche Ursachen des kindlichen Übergewichts S 5
2.1. Genetische Ursachen S 6
2.2. Falsche Erziehungsmaßnahmen S 6
2.3. Beeinflussung durch Werbung S 7
2.4. Veränderte Lebensbedingungen S 7
3. Mögliche Folgen des Übergewichts S 8
3.1. Gesundheitliche Folgen S 8
3.2. Psychosoziale Folgen S 9
4. Gegenmaßnahmen bei kindlichem Übergewicht S 10
4.1. Bilanzausgleich S 10
4.2. Ernährungsumstellung der ganzen Familie S 11
4.3. Motivation und Lob S 12
4.4. Vermehrte Bewegung S 12
4.5. Angenehm gestaltetes Umfeld S 13
4.6. Bewusste Esssituation S 13
4.7. Einbeziehen des Kindes S 14
4.8. Süßigkeiten ersetzen S 14
4.9. Das Kind stärken S 15
4.10. Hilfen von außen S 16
4.11. Die optimierte Mischkost S 17
4.12. Spezielle Kinderlebensmittel S 19
5. Möglichkeiten der Prävention S 20
5.1. Allgemeine Möglichkeiten der Prävention S 20
5.2. Präventionsmöglichkeiten im Grundschulunterricht S 22
6. Zusammenfassung S 24
7. Anhang: Wichtige Adressen S 26
8. Literaturverzeichnis S 27
1
0. Begründung für die Wahl des Themas:
In einer Pressemitteilung der DGE zum Kongress „Kinder und Ernährung“ am 8. Juli 2003 in Berlin heißt es: „Als „besorgniserregend“ bezeichnet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Situation in Bezug auf Übergewicht bei Kindern. 18 Mio. Kinder unter 5 Jahren werden weltweit als übergewichtig eingestuft. Regionale Studien aus Brandenburg, K iel, Jena oder Leipzig bestätigen den Trend auch für Deutschland: Besonders in den letzten Jahren nahmen Übergewicht und Adipositas bei immer mehr Kindern zu. Je nach Definition und Alter sind in Deutschland zwischen 10 und
20 Prozent der Schulkinder und J ugendlichen übergewichtig.
Steigendes Risiko für ernährungsmitbedingte Krankheiten und psychosoziale Probleme sind die Folgen. Nicht nur Wissenschaftler, sondern auch Mittlerkräfte aus dem Bereich Ernährung, Vertreter von Schulen, Medien und Politik sehen dringenden Handlungsbedarf…“ 1
Dieser Handlungsbedarf ergibt sich hauptsächlich daraus, dass Übergewicht bei Kindern – wie im Zitat schon angesprochen – ein großes Problem darstellt, das keineswegs verharmlost werden sollte. Denn die Folgen können sehr weitreichend sein und u. U. erst spät auftreten: Neben den oftmals schwerwiegenden seelischen Schäden ist das Risiko groß, dass dicke Kinder auch als Erwachsene dick bleiben. Außerdem gibt es viele Krankheiten, die durch falsche Ernährung und Übergewicht (mit-)verursacht werden können, wie z.B. Bluthochdruck, Diabetes, Arteriosklerose oder Gicht. Außerdem werden Herz und Kreislauf stark beansprucht. 2
Es ist meistens so, dass auch wenn die Kinder viel essen, sie doch oft mangelernährt sind. Das bestätigt der deutsche Ernährungsbericht. Denn diese Kinder nehmen meist zu viel Fett und Zucker, die falschen Kohlenhydrate und kaum Vitamine mit der
2 vgl. BEIL (1999), S.8.
2
Nahrung auf. Übergewicht ist also nicht nur ein ästhetisches Problem, sondern in erster Linie ein gesundheitliches. 3
Angesichts dieser möglichen Folgen ist es also sehr wichtig, kindliches Übergewicht ernst zu nehmen, etwas dagegen zu tun und es bestenfalls gar nicht erst dazu kommen lassen. Es gilt, alle Möglichkeiten der Prävention zu nutzen.
In meiner Hausarbeit möchte ich mich dementsprechend damit beschäftigen, wann ein Kind überhaupt übergewichtig ist, welche Gründe hierfür häufig vorliegen, welche Folgen es haben kann und was man gegen kindliches Übergewicht tun kann. Außerdem möchte ich mögliche Maßnahmen der Prävention darstellen, wobei ich mich hauptsächlich auf die Möglichkeiten der Grundschule beziehen werde.
1. Wann ist ein Kind übergewichtig?
Bei Kindern ist es erheblich schwerer als bei Erwachsenen, ein Normalgewicht festzulegen, da die kindlichen, individuellen Wachstumsschübe das Verhältnis von Körpergröße und Körpergewicht verzerren können. Das Längen- und das Breitenwachstum erfolgen nicht unbedingt gleichzeitig und nicht für alle Kinder gleich. So kann z.B. durch eine Verzögerung des Längenwachstums ein Übergewicht vorgetäuscht werden.
Einerseits gibt es natürlich subjektive Maßstäbe, nach denen ein Kind als zu dick eingestuft werden kann: Wenn dem Kind der eigene Bauch beim Spielen im Weg ist, wenn es sofort außer Atem ist beim Rennen, Toben und Treppensteigen usw., dann ist das Kind eindeutig zu dick. 4
3
vgl. THORBRIETZ (2002), S.13.
4 vgl. BEIL (1999), S. 9.
3
Daneben gibt es jedoch auch objektive Maßstäbe zur Beurteilung des Gewichts: So haben Mediziner anhand von Erfahrungswerten und Messungen an sehr vielen Kindern Richtwerte ermittelt, die annähernd Auskunft über das richtige Körpergewicht geben. Ergänzend dazu helfen regelmäßige Messungen und Betrachtungen beim Kinderarzt festzustellen, ob eine mögliche Abweichung von der Norm nur vorübergehend ist, oder ob eine langfristige Neigung zur Überernährung beste ht. 5 Es gibt also Tabellen und Diagramme, in denen man die Mittelwerte bzw. zu tolerierende Gewichtsbereiche ablesen kann, wie z.B. folgende:
Die Tabelle gibt den Toleranzbereich an, in dem das Körpergewicht von Kindern als normal gilt. 6 Diese Grafiken können aufgrund der sehr individuellen Ent- wicklungen nur Anhaltspunkte liefern. Liegt ein Kind aber sehr
5 vgl. SCHRÖDER (1999), S.28 f.
6 vgl. LANDESVEREINIGUNG DER BAYERISCHEN MILCHWIRTSCHAFT E. V. (2002), S.7.
4
deutlich über dem zu tolerierenden Bereich und sind andere Ursachen hierfür ausgeschlossen, dann kann man tatsächlich von einer Überernährung ausgehen und sollte geeignete M aßnahmen einleiten, um das Gewicht wieder zu normalisieren.
Eine sehr gebräuchliche Methode zur Bestimmung des Normalgewichts von Erwachsenen ist der sog. Body-Mass-Index (BMI). Hier wird das Körpergewicht in Kilogramm durch das Quadrat der Körpergröße in Metern geteilt:
BMI = Körpergewicht (in kg) : Körpergröße² (in m)
Der ermittelte BMI liegt in den meisten Fällen zwischen 20 und 30. Ein BMI von mehr als 30 steht für klares Übergewicht. Der BMI gilt als der aussagekräftigste unter den schnell ermittelbaren Gewichtindikatoren, da er individuelle Unterschiede einkalkuliert und den Grad von Unter- oder Übergewicht erkennbar macht. Der für Erwachsene gültige BMI eignet sich allerdings erst für Jugendliche ab ca. 16 Jahren, da bei Kindern nicht die gleichen No rmbereiche gelten.
Zur Beurteilung des Körpergewichts von Kindern sollte man also die bereits erwähnten Referenz- und Erfahrungswerte zur Hilfe nehmen. Am besten kann hier der Kinderarzt bei der Beurteilung helfen, der über verschiedene Spezialmethoden zur Gewichtsbeurteilung verfügt und er zudem Blutdruck und Cholesterinspiegel messen kann. Beides sind nämlich wichtige Gesundheitsparameter, die bei krankhaftem Übergewicht leicht aus dem Gleichgewicht geraten können. 7
2. Mögliche Ursachen des kindlichen Übergewichts:
Die Ursachen von Übergewicht sind sehr vielschichtig und verschieden. Im Kindesalter wird Übergewicht jedoch nur in den seltensten Fällen durch Krankheiten verursacht. Meistens ist das Übergewicht eine Folge falschen Essverhaltens und mangelnder
7 vgl. SAGER-KRAUSS, THIELKE (1998), S.23f.
5
Bewegung, also einem bilanziellem Ungleichgewicht zwischen Energiezufuhr und Energieverbrauch. Die überschüssige
Nahrungsenergie wird in Unterhautfettgewebe deponiert. Diese positive Energiebilanz reicht jedoch als alleinige Erklärung nicht aus. Nach heutigen Erkenntnissen wird Übergewicht durch das Zusammenwirken verschiedener Faktoren verursacht:
8
2.1. Genetische Ursachen:
Es lässt sich beobachten, dass Übergewicht meist familiär gehäuft auftritt. Durch Studien mit Zwillingen, die gemeinsam oder getrennt aufwuchsen und mit Adoptivkindern konnte belegt werden, dass die genetische Veranlagung bei Übergewicht tatsächlich eine Rolle spielt. Dieser genetische Einfluss wird allerdings mit nur 30 Prozent angegeben. Die restlichen 70 Prozent sind größtenteils umwelt- und erziehungsbedingte Einflüsse. 9
2.2. Falsche Erziehungsmaßnahmen:
Oft wird falsches Essverhalten bereits im Säuglingsalter „programmiert“, indem das Kind bei jedem Schreien sofort das Fläschchen bekommt, obwohl es vielleicht gar keinen Hunger hat. Dadurch wird das Kind meistens ruhig und schläft ein. Auch ältere Kinder werden oft mit Süßigkeiten vertröstet, wenn die Eltern keine Zeit oder Lust haben, sich mit dem Kind zu beschäftigen. Die Süßigkeiten stellen so schnell eine Art „Ersatzbefriedigung“ für entgangene Zuwendung dar. Die Kinder lernen dann, Frust, Ängste und Probleme durch das Essen scheinbar zu mildern und handeln zukünftig entsprechend.
Ein weiterer Faktor, der schnell zu falschem Essverhalten führen kann, sind überholte Erziehungsmethoden, wie z.B. „Was auf dem Teller ist, wird gegessen“, „Ein Löffelchen für Papa,…“ usw. Das Kind
8
vgl. ELMADFA, LEITZMANN (1998), S.488.
9 vgl. ELMADFA, LEITZMANN (1998), S.488 f.
6
Quote paper:
Stefanie Schräder, 2003, Ernährung des übergewichtigen Kindes, Munich, GRIN Publishing GmbH
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