1. Einleitung
Jeder Mensch besitzt Denk- und Verhaltenspräferenzen, die ihn einmalig machen. Gerade in der heutigen Zeit, die durch Hektik, Anonymität und Austauschbarkeit bzw. Ersetzbarkeit eines jeden geprägt ist, ist es besonders wichtig, sich seiner Einmaligkeit bewusst zu werden. Nur dann hat man die Chance, aus der Masse herauszustechen und somit ein Stück ‚unersetzlich’ zu werden. Das Hirn-Dominanz-Modell ist ein Instrument, das einem auf der Suche nach seinen Präferenzen und seiner Einmaligkeit helfen kann. 2. Grundlegendes zum H.D.I. und zur individuellen Personalentwicklung
2.1 Definition des Herrmann-Dominanz-Instrumentes (H.D.I.)
Das H.D.I. ist ein Persönlichkeitsinstrument bzw. ein Instrument zur Denkstilanalyse, was auf der Basis einer Selbstanalyse die individuellen Denk- und Verhaltenspräferenzen in deren relativen Ausprägungen widerspiegelt.
2.2 Definition der individuellen Personalentwicklung
Um den Begriff der individuellen Personalentwicklung definieren zu können, ist es notwendig, dass erst die betriebliche Personalentwicklung erläutert wird. Unter der betrieblichen Personalentwicklung kann man laut Schmidt die personalwirtschaftliche Aufgabe verstehen, die darin liegt, den Mitarbeitern das notwendige Wissen zu vermitteln, das sie benötigen, um den gegenwärtigen und den zukünftigen Markt- bzw. Organisationsanforderungen gerecht werden zu können. Von individueller Personalentwicklung kann man erst sprechen, wenn man bedenkt, dass es nicht nur eine betriebliche Personalentwicklung gibt, sondern auch eine Persönlichkeitsentwicklung. Das Fundament dieser Persönlichkeitsentwicklung ist zum Einen die Eigeninitiative und zum Anderen die Eigenverantwortung eines jeden Mitarbeiters. 1
1 Vgl. Schmidt, W. (2002), Entwicklung zur Führungspersönlichkeit, Heidelberg, S. 5f.
2
3. Theorie und Methode des Herrmann-Dominanz-Modells
3.1 Theoretischer Ansatz
Der Amerikaner Ned Herrmann suchte in den 70er Jahren nach einem Modell, anhand dessen er die unterschiedlichen Denk- und Verhaltenspräferenzen der Menschen wertfrei sichtbar und damit vergleichbar machen konnte. 2 Als Basis für sein Modell dienten ihm die Erkenntnisse der Gehirnforscher Roger Sperry und Paul D. MacLean. Deren Forschungen bezogen sich auf die funktionalen Unterschiede der linken und rechten Gehirnhälfte sowie auf die Dreiteilung des Gehirns in das Großhirn, das Zwischenhirn und das Stammhirn. 3 Das Herrmann-Dominanz-Instrument (H.D.I.) ist die wichtigste Anwendung des Herrmann-Dominanz-Modells. Die unterschiedliche Art und Weise, wie Menschen denken, kommunizieren und Informationen aufnehmen, hat ihren Ursprung in unterschiedlichen Teilen des Gehirns.
3.1.1 Was passiert im Gehirn?
Medizinische Untersuchungen haben gezeigt, dass das Großhirn ein symmetrisch angelegtes Organ ist, dessen beide Hemisphären weitgehend unterschiedliche Funktionen ausüben. 4
Danach ist die linke Seite des Großhirns eher für logisch-analytische Vorgänge geeignet, d. h. für die Sprache, das logische Denken, den Umgang mit der Zeit und die kritische Vernunft. 5 Hier wird Schritt für Schritt analysiert, rationalisiert und nach Problemlösungen gesucht.
Dagegen ist die rechte Seite des Großhirns im wahrsten Sinn des Wortes sprachlos. Sie koordiniert Aufgaben, die mit Bildern, Mustern und nonverbalen Ideen zu tun haben. Die rechte Hemisphäre arbeitet ganzheitlich, intuitiv, visuell und sie verarbeitet Emotionen. 6 Wenige Details genügen, um eine Vorstellung vom Ge-
2 Vgl.www.hid.de/ftp/Menschenbild%20des%20H.D.I.pdf
3 Vgl. Schimmel-Schloo, M. / Seinwert, L.J. / Wagner, H. (2002), Persönlichkeitsmodelle,
Offenbach, S. 131
4 Vgl. Schanz, G. (2000), Personalwirtschaftslehre, München, S. 520
5 Vgl. Schanz, G., Das Gehirn als verhaltenssteuerndes Organ, o. O., o. J., S. 12f.
6 Vgl. ebd., S. 13
3
samtbild entstehen zu lassen. In diesem Bereich des Großhirns werden Konzepte und Visionen entwickelt.
Über die Zweiteilung des limbischen Systems, das unter den beiden Großhirnhälften (cerebraler Bereich) liegt, gibt es noch keine gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse. Es stammt aus einer früheren Entwicklungsstufe des Menschen und gilt als der Bereich, in dem Gefühle und verhaltensorientierte Denkweisen ihren Ursprung haben.
Zwei- bis dreihundert Millionen Nervenzellen verbinden über den Corpus Callosum (Balken) beide Hemisphären und sorgen somit für eine sehr schnelle Verknüpfung und Verarbeitung von Informationen. 7
3.1.2 Das H.D.I. - die vier unterschiedlichen Ichs
Das Hirn-Dominanz-Modell ist ein metaphorisches Modell, d. h. es erhebt nicht den Anspruch physiologische Gehirnstrukturen abzubilden. 8 Ned Herrmanns Modell unterteilt die Denk- und Verhaltensweisen in vier Kategorien. „Einerseits die linke und die rechte Hemisphäre, andererseits der cerebrale Bereich (oben) und der limbische Bereich (unten)“ 9 Das sind die vier unterschiedlichen Ichs.
7 Vgl. Schimmel-Schloo, M. / Seinwert, L.J. / Wagner, H. (2002), Persönlichkeitsmodelle,
Offenbach, S. 135
8 Vgl. www.hid.de/ftp/Menschenbild%20des%20H.D.I.pdf
9 Vgl. Schimmel-Schloo, M. / Seinwert, L.J. / Wagner, H. (2002), Persönlichkeitsmodelle,
Offenbach, S. 136f.
4
1. Das rationale Ich (A), welches dem oberen Bereich der linken Hemisphäre entspricht;
2. das sicherheitsbedürftige Ich (B), welches dem unteren Bereich der linken Hemisphäre entspricht;
3. das fühlende Ich (C), welches dem unteren Bereich der rechten Hemisphäre entspricht und
4. das experimentelle Ich (D), welches dem oberen Bereich der rechten Hemisphäre entspricht. 11
Jedem dieser vier Quadranten sind bestimmte Merkmale zugeordnet: Die Fähigkeiten des rationalen Ichs liegen in der Analysefähigkeit, der Fähigkeit zur Quantifizierung, dem logischen, kritischem und realistischem Denken sowie der technischen und faktischen Orientiertheit. Der Stil eines Menschen mit diesen Vorlieben ist durch Rationalität, Sorgfältigkeit, Präzision und Logik gekennzeich-
10 www.hid.de/ftp/Einzig.pdf
11 Vgl. Schimmel-Schloo, M. / Seinwert, L.J. / Wagner, H. (2002), Persönlichkeitsmodelle, Offen
bach, S. 136f.
5
Arbeit zitieren:
Simone Peinemann, 2003, Das Hirn-Dominanz-Instrument als Baustein einer individualisierten Personalentwicklung, München, GRIN Verlag GmbH
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