Inhaltsverzeichnis
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1. „Was ist Gestalttherapie?“- Interview mit Fritz Perls. 2,3
2. Gestalttherapie. 3,4
2.1 Historische Entwicklung. 4
2.2 Wurzeln. 5,6
2.3 Erkenntnisse aus der Gestaltpsychologie. 7-9
2.3.1 Die holistische Doktrin. 7
2.3.2 Das Figur- Hintergrund- Prinzip. 7,8
2.3.3 Die Tendenz zur Bildung guter Gestalten. 8,9
2.4 Gestalt- Konzepte. 9-13
2.4.1 Awareness. 9,10
2.4.2 Hier und Jetzt. 11
2.4.3 Vermeidungsmechanismen. 12,13
3. Gestalttherapie im 21.Jahrhundert. 13,14
4. Literaturverzeichnis. 14
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„Gestalt ist keine Technik, kein therapeutisches Schnellverfahren, sondern ein ernster
1.Einleitung
Der Psychoanalytiker Fritz Perls wird neben seiner Frau Laura sowie dem Pädagogen und Sozialphilosophen Paul Goodman als Hauptbegründer der Gestalttherapie angesehen. Aber „Was ist Gestalttherapie?“.
Diese Frage richtete Adelaide Bry Ende der 60er Jahre in einem Interview an Fritz Perls. Allerdings wich er mit der Begründung aus, ihm erscheine „all das Diskutieren, Reden und Erklären ... unwirklich.“ (Gestaltkritik 1996) Daraufhin machte er ihr den Vorschlag für diesen Moment seine Klientin zu sein, die sich im Rahmen einer Sitzung mit ihm treffe. Adelaide Bry, die unter Flugangst litt, willigte sofort ein und machte (z.B. durch Rollenspiele) ihre eigene Erfahrung mit Gestalttherapie. Ob Adelaide wirklich von ihrer Flugangst geheilt war, wurde nicht erwähnt. Das war aber auch nicht das Hauptanliegen von Fitz Perls. Sinn und Zweck sollte sein, dass die Gestalttherapie jedem verständlich wird. ‚Therapie’ ist bekannt als ‚Heilung’. Doch Perls wollte zeigen, dass nicht das Verstehen (aufgrund von Erklärung) dazu beiträgt, sonders das Erlebnis. Durch die Wahrnehmung des augenblicklichen Moments, kann man sich seiner Gefühle und Gedanken bewusst werden und lernen mit ihnen umzugehen. Ein Lernprozess, der wichtig ist um Problemsituationen bewältigen zu können. So kann der Mensch daran wachsen, sich selbst verwirklichen und von der Gemeinschaft akzeptiert werden.
Im weiteren Verlauf soll die Gestalttherapie in ihrem Wesen erklärt werden. Die Frage nach Begründer, Ziele und Anwendungsbereiche der Methode wird bereits zu
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Beginn beantwortet, während die Entwicklung und Wurzeln in eigenen Abschnitten näher betrachtet werden. Des weiteren umfasst der Hauptteil die Erkenntnisse der Gestaltpsychologie, die als Grundprinzipen zählen, und die Konzepte, nach welchen die Gestalttherapie arbeitet. Die Schlussbetrachtung bezieht sich auf Staemmler’s Werk „Gestalttherapie im Umbruch“, indem er die heutige Situation dieses Verfahrens beschreibt.
2. Gestalttherapie
Die Gestalttherapie ist eine psychotherapeutische Methode, die sich der Therapie wie auch der Beratung zuordnen lässt. Sie ist ein humanistisches Verfahren, das in den 40er Jahren vorerst in den USA verbreitet war und dann Anfang der 70er Jahre durch Petzold auch Europa erreichte. Zunächst im südafrikanischen Exil, später in der amerikanischen Wahlheimat, haben die aus Deutschland geflohenen Perls nach eine r Methode gesucht, die sowohl die Bewusstheit im Hier und Jetzt, als auch Körperlichkeit, Lebensfreude und kreative Kompetenz fördert. Des weiteren sollte sie einer mehr ressourcen- und lösungsorientierten, anstelle einer krankheits- und störungsorientierten Vorgehensweise entsprechen. Als Grundlage dient der Begriff der ‚Gestalt’ und die mit ihm verbundene Ganzheitlichkeit und die Figur. Auf diese Besonderheiten soll später im Zusammenhang mit den Erkenntnissen der Gestaltpsychologie näher eingegangen werden.
Dem Menschenbild der Gestalttherapie liegt eine humanistische Auffassung zugrunde, d.h. die Einzigartigkeit des Menschen, aufgrund seiner subjektiven Handlungsweise, steht im Vordergrund. Körper und Geist werden als einheitlicher Organismus betrachtet, welcher stets um den Gleichgewichtszustand bemüht ist. Allerdings treten immer wieder körperliche Bedürfnisse und unerledigte Situationen (sogenannte ‚offene Gestalten’) auf, die ein Ungleichgewicht hervorrufen und den gewöhnlichen Austausch mit der aktuellen Umwelt behindern. Gestalttherapie sieht also unter anderem eine Aufgabe darin, diese ,offenen Gestalten' aufzudecken und aufzuarbeiten, indem man den Menschen bewusster für sich selbst macht. Er soll seine eigene Stärke erkennen, um Selbstvertrauen zu entwickeln, welches er für die Übernahme der Selbstverantwortung benötigt.
Der Anwendungsbereich dieser Therapieform ist sehr vielfältig. Sie hilft jedem, der bereit ist, ernsthaft etwas für sich zu tun. Das kann einerseits Personen mit physisch,
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psychisch oder psychosomatischen Störungen betreffen, aber auch Menschen, die ihre Resilienz optimal ausbauen möchten (z.B. im Rahmen eines Coaching).
2.1 Historische Entwicklung
Der deutsche Arzt und Psychoanalytiker Fritz Perls (1893- 1970) hält 1936 beim internationalen Kongress für Psychoanalyse einen Vortrag über „Orale Widerstände“. Nachdem er damit bei seinen Kollegen auf starke Ablehnung stößt, ist er so über deren Borniertheit verärgert, dass er sich zunehmend von diesem Therapieansatz entfernt und ein eigenes Konzept entwickelt.
1942 erscheint sein erstes Buch „Das Ich, der Hunger und die Aggression“. Der Untertitel „Eine Revision von Freuds Theorie und Methode“ wird in den späteren Auflagen durch „Die Anfänge der Gestalttherapie“ ersetzt. In diesem Buch werden Konzepte wie „die Bedeutung des gegenwärtigen Augenblicks, des Körpers (und), die Suche nach einem eher synthetischen Herangehen“ (Ginger 1994, S.53) als besonders wichtig erachtet, welche später auch zur Entstehung der Gestalttherapie beitragen. Im Jahre 1951 veröffentlicht Fritz Perls mit Paul Goodman und einem seiner Klienten, Ralph Hefferline, das Buch „Gestalt Therapy“, das zum Basiswerk der Gestalttherapie wird. Darin beschreibt er wie Neurosen entstehen und diese die weitere Entwicklung der Persönlichkeit behindern, indem der Mensch den Kontakt zu sich selbst und zu anderen verliert. Als Weg diesen Kontakt zu fördern nennt er die Gestalttherapie.
1952 gründen Fritz und Laura Perls das erste Gestaltinstitut in New York, dem 1954 das von Cleve land folgt. Daraufhin versucht Fritz Perls vielen Ländern die Gestalttherapie näher zu bringen, indem er Seminare und Workshops abhält. Doch erst 1968, mit der Revolte der Jugend, ist die Gesellschaft bereit diesen Ansatz aufzunehmen. Im selben Jahr werden in den Vereinigten Staaten 37 Ausbildungsinstitute eröffnet, die von Anfang an großen Zulauf haben. Hilarion Petzold bringt 1972 die Gestalttherapie nach Europa und gründet in der Nähe von Düsseldorf das Perls Institut. Daraufhin formieren sich bald die ersten Ausbildungsgruppen in ganz Deutschland.
1979 kommt es schließlich zur Entstehung des internationalen Instituts „Centre International de Gestalt“.
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Arbeit zitieren:
Daniela Klepke, 2003, Gestalttherapie, München, GRIN Verlag GmbH
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