Inhaltsverzeichnis
I Einleitung 3
II Bildung des Gerundiums 4
III Gebrauch und Formen des Gerundiums 5
temporale Beziehung 6
instrumentale bzw. modale Beziehung 6
konsekutive Beziehung 6
kausale Beziehung 7
konditionale Beziehung 7
adversative Beziehung 7
weitere Differenzierungen des Gerundiums 8
IV Gerundium Präsens und Perfekt (il gerundio presente und passato) 11
V Periphrastische Konstruktionen mit Gerundium 12
stare Gerundium 12
andare Gerundium 13
venire Gerundium 13
VI Ersetzbarkeit des Gerundiums durch andere Konstruktionen 13
VII Übersetzung der Beispielsätze 14
VIII Zusammenfassung 18
IX Literaturhinweise 19
2
I Einleitung
Unter dem Begriff Gerundium wird „die adverbiale Form des Verbs verstanden, die mit dem Verb die Valenzverhältnisse gemeinsam hat und mit dem Adverb die Tatsache, dass es indeklinabel ist und dass die Gerundialkonstruktionen im Satz in gleicher Weise Adjunkt sein können wie Adverbiale und Präpositionalphrasen und auch mit ihnen koordiniert werden können“. 1 Schwarze 2 gibt weiter an, dass sich das Gerundium semantisch auf einen Zustand bzw. Vorgang bezieht und bezeichnet ihn als mit einem anderen Sachverhalt eng verbunden. Bei Seranni wurde das Gerundium definiert als „un modo verbale di funzioni larghissime e non sempre definibili con precisione” 3 (eine verbale Form mit umfangreichen Funktionen, die sich nicht immer präzis definieren lassen). 4
Bei Krenn 5 wird das Gerundium neben dem Infinitiv und dem Partizip als der dritte modo infinito im Italienischen definiert. Darunter wird eine unveränderliche Form auf -ndo verstanden, die inhaltlich in der Regel im Bezug auf das Subjekt des übergeordneten Satzes verständlich ist und kann sich auf alle Personen des Verbs beziehen. Erst durch das Verb des Hauptsatzes kann präzisiert werden, „auf welche Person bzw. Zahl und auf welche Tempus die Gerundiumform bezogen ist“ 6 . Nur beim absoluten Gerundium, das ein eigenes Subjekt hat, muss nicht zu seinem Verständnis auf den Hauptsatz zurückgegriffen werden. Nach Regula/ Jernej 7 wird durch das Gerundium die Ergänzung der Art und Weise, des Stils, der Gleichzeitigkeit und eine sekundäre Handlung, welche die Haupthandlung begleitet, ausgedrückt.
Das Gerundium, aus der Perspektive der deutschen Grammatik betrachtet, stellt ein interessantes Phänomen dar. Es existiert nicht als Kategorie in der deutschen Sprache sondern wird mit Hilfe anderer grammatischer Mittel umgeschrieben.
1 Schwarze (1988), S.:189
2 Vgl., ebenda, S.: 190
3 Seranni (1991), S.: 484
4 eigene Übersetzung
5 Krenn (1996), S.: 564
6 Vgl. ebenda.
7 Vgl. Regula/ Jernej (1975), S.:234
3
Aus diesem Grund können auf dieser Ebene bei einer Übersetzung aus dem Italienischen ins Deutsche und aus dem Deutschen ins Italienische gewisse Probleme auftreten. In der vorliegenden Auseinandersetzung wird auf die Bildung des Gerundiums, verschiedene Gerundiumstypen, Gerundiumsbeziehungen und die Wendungen mit dem Gerundium eingegangen.
Die meisten hier angegebenen Beispiele stammen aus den folgenden Grammatiken: Ch. Schwarze, „ Grammatik der italienischen Sprache“, W. Reumuth, O. Winkelmann, „Praktische Grammatik der italienischen Sprache“ und Luca Seranni „ Grammatica italiana“.
II Bildung des Gerundiums
Die Bildung des Gerundiums wird nur bei Reumuth/ Winkelmann 8 dargestellt. In den anderen von mir zum Zwecke der vorliegenden Arbeit in Betracht gezogenen Grammatiken wurde dieses Phänomen nicht erwähnt.
Das Gerundium wird vom Stamm des Verbs gebildet, zu dem folgende Endungen angeschlossen werden:
1. „Die Verben auf -are bilden das Gerundium auf -ando, diejenigen auf -ere/-ire bilden es auf -endo. Das Gerundium ist unveränderlich.“ 9
Verben auf - are Verben auf - ere/ -ire
andare- andando accendere- accendendo lavorare- lavorando cadere- cadendo invitare- invitando leggere- leggendo dare- dando venire- venendo stare- stando scoprire- scoprendo
(Wörterbuch Deutsch- Italienisch, Italienisch- Deutsch, Langenscheidt, Berlin& München 2000, S.: 618- 624)
8 Vgl. Reumuth/ Winkelmann (1993), S.: 174
9 Ebenda
4
2. Bei einigen Verben wird das Gerundium von ihrem ursprünglichen Stamm abgeleitet:
bere- bevendo
condurre- conducendo dire- dicendo fare- facendo porre- ponendo
(Reumuth/ Winkelmann (1993), S.:174)
Auch die Komposita dieser Verben bilden auf diese Weise das Gerundium.
3. „Eine kleine Unregelmäßigkeit bei der Bildung des einfachen Gerundiums weisen Verben auf, die im Infinitiv Präsens den Diphthong -uo haben. In der Gerundiumform wird der Diphthong zu -o vereinfacht“ 10 :
cuocere- cocendo
muovere- movendo nuocere- nocendo scuotere- scotendo
(Reumuth/ Winkelmann (1993), S.:174)
III Gebrauch und Formen des Gerundiums
Was den Gebrauch des Gerundiums anbelangt, sind sich alle Grammatiken einig. Das Gerundium wird (Trifone/ Palermo) 11 in den untergeordneten Sätzen benutzt um sein enges Verhältnis zum Hauptverb zu bestimmen.
10 Krenn (1996), S.:566
11 Vgl. Trifone/ Palermo (2000), S.:140
5
Avendo fatto tardi, si fermò a dormire da noi. (Da es spät war, hatte er sich für Übernachtung bei uns aufgehalten.) (Trifone/ Palermo (2000), S.: 140)
Nach Reumuth/ Winkelmann 12 dient das Gerundium zur Verkürzung temporaler, instrumentaler, modaler, konsekutiver, kausaler, konditionaler und adversativer Nebensätze. 13 Die durch das Gerundium eingeleitete Handlung verläuft gleichzeitig zu der des Hauptsatzes. Das Subjekt des Hauptsatzes und das Subjekt des Gerundiums stimmen in der Regel überein. 14
Man differenziert folgende für das Gerundium typische Beziehungen:
- temporale Beziehung
Die Gerundialkonstruktion beschreibt einen Sachverhalt, der gleichzeitig zu dem Bezugsachverhalt verläuft. Beispiel:
Camminando pensavo a tutte le cose che avevo da fare. (Beim Gehen dachte ich an all die Dinge, die ich zu erledigen hatte.)
- instrumentale bzw. modale Beziehung
„Die Gerundialkonstrunktion gibt eine Art und Weise an , d.h. eine instrumental oder modal untergeordnete Handlung“ 15 . Beispiel:
Versare la farina lasciandola cadere a pioggia. (Mehl langsam einstreuen, indem man es tropfenweise fallen lässt.) Nuotando si irrobustisce il corpo. (Durch Schwimmen kräftigt man den Körper.)
12 Reumuth/ Winkelmann (1993), S.: 174
13 Vgl. auch Schwarze (1988), S.: 189-192
14 Reumuth/ Winkelmann (1993), S.: 174
15 Schwarze (1988), S.: 190
6
Quote paper:
Pawel Broda, 2003, Das Gerundium und seine Umsetzung ins Deutsche, Munich, GRIN Publishing GmbH
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