Gliederung Seite
1. Einleitung 2
2. Semantik 2
2.1. Wortsemantik vs. Satzsemantik 3
2.2. Semantische Relationen 4
3. Merkmalsemantik 5
3.1 . montre - horloge pendule 7
3.2 . aide - secours 8
3.3. Ambiguität - Vagheit 9
4. Prototypensemantik 11
5. Semantik und ihre Bedeutung für die Übersetzung 12
6. Zusammenfassung 15
7. Literaturverzeichnis 16
1
1. Einleitung
Wie oft haben wir schon Sätze gehört wie „ Du erinnerst mich an irgend jemanden, ihr habt die gleichen Augen, die gleiche Nase und den gleichen Mund, ihr seid euch sehr ähnlich!“. Dieser Satz, heraus gegriffen aus dem täglichen Leben, weist bereits Elemente auf, mit denen sich auch die in dieser Arbeit vorgestellte Theorie der Semantik beschäftigt - Merkmale sowie das Prinzip der Ähnlichkeit. Die vorliegende Hausarbeit zu dem Thema „Merkmalanalyse als Beschreibungsmittel“ hat zum Ziel die Theorie der Merkmalsemantik näher zu erläutern, sowie ihre Notwendigkeit zur Erklärung semantischer Relationen als auch ihren Einfluss auf andere Teilgebiete wie zum Beispiel der Übersetzungswissenschaft aufzuzeigen. Den Darstellungen zu den verschiedenen semantischen Relationen und der Merkmalanalyse, folgt ein kurzer Abriss einer weiteren Theorie, die der Prototypensemantik, welche jedoch nicht als konkurrierendes Prinzip gesehen wird, sondern lediglich als eine sinnvolle Ergänzung, eine Erweiterung der Merkmalsemantik verstanden wird.
2. Semantik
Dieser Begriff leitet sich aus dem griechischen Wort semantikos ab, was bedeutet zum Zeichen gehörend, bezeichnend, weshalb man unter Semantik auch allgemein die Lehre von der Bedeutung sprachlicher Zeichen versteht. Untersuchungsgegenstand dieser Teildisziplin der Linguistik, sind sprachliche Ausdrücke wie Wörter, Wortgruppen und Sätze. Im Mittelpunkt des Interesses stehen die Bedeutungen einzelner sprachlicher Ausdrücke, die Relationen zwischen einzelnen Ausdrücken, die Bedeutung ganzer Sätze sowie die Relation zwischen sprachlichen Ausdrücken und der außersprachlichen Wirklichkeit. Der philosophische Ansatz der Semantik beschäftigt sich mit dem Verhalten, welches mit dem Prozess ‚etwas meinen‘ verbunden ist, wohingegen der linguistische Ansatz die semantischen Komponenten bzw. Merkmale sowie ihre Beziehung zueinander als Elemente des sprachlichen Systems untersucht.
2
Die Semantik widmet sich demzufolge zwei Aufgaben, zum Einen der Beschreibung von Bedeutungen, der Frage welches ‚signifié’ einem bestimmten ‚signifiant’ zukommt; zum Anderen der Beschreibung von Bedeutungsbeziehungen, wo unter anderem verschiedenartige Beziehungen zwischen den Bedeutungen sprachlicher Ausdrücke heraus gearbeitet werden. Das bedeutet, es wird sowohl die signifié - signifiant - Realation analysiert, als auch der ‚signifié‘ unter dem besonderen Aspekt der paradigmatischen signifié - signifié -Relation.
Bedeutung als zentraler Terminus der Semantik wird jedoch sehr verschieden definiert, zum Beispiel als eine mentale Wissenseinheit, die an sprachliche Ausdrücke geknüpft ist und konzeptuelle Informationen repräsentiert (Schwarz/Chur, 1993). Weiterhin wird der Begriff der Bedeutung in lexikalische und aktuelle Bedeutung differenziert. Lexikalische oder auch ‚wörtliche‘ Bedeutungen sind die im mentalen Lexikon 1 permanent gespeicherten Bedeutungen, sie sind Bestandteil unserer semantischen Kompetenz, wohingegen sich aktuelle Bedeutungen erst aus einem bestimmten Kontext ergeben. „Die lexikalische Bedeutung von Ausdrücken ist im Lexikon gespeichert, die pragmatische ergibt sich aus der Situation.“ (Schwarz/Chur, 1993; S.31)
2.1. Wortsemantik vs. Satzsemantik
Komplexe Wörter, Phrasen, Sätze und Texte sind zusammengesetzte Ausdrücke, aufgrund unserer Fähigkeit immer wieder solcher Ausdrücke zu bilden, können wir auch die Bedeutungen dieser komplexe n Ausdrücke konstruieren. Die Semantik muss demnach Regeln benennen, wonach sich die Bedeutung eines solchen Komplexes aufbaut, man nennt dies auch das Kompositionalitätsprinzip, welches besagt, dass Bedeutungen eines Komplexes sich aus der Bedeutung seine r Teile zusammensetzt. Diese ‚Grundbausteine‘ wiederum fordern eine Semantik der definitorischen Zuordnung, Saussure spricht hier von einer Semantik der Arbitrarität. Die Bedeutungen dieser ‚Grundbausteine‘ lässt sich im Gegensatz zu denen komplexer Ausdrücke jedoch nicht hervorsagen oder herleiten, weshalb sie
3
in Wörterbüchern definitorisch festgelegt werden. Die Semantik teilt sich demzufolge in eine Semantik der Kompositionalität sowie in eine Semantik der Arbitrarität. Die ältere sprachwissenschaftliche Semantik beschäftigte sich hauptsächlich ausdrücklich mit der zweitgenannten, sie entwickelte vorwiegend Konzepte zur Beschreibung der Bedeutung einzelner Wörter, deshalb wird sie auch Wortsemantik oder lexikalische Semantik genannt. Neuere Ansätze der Linguistik hingegen, beschäftigen sich mit dem regulären Aufbau von Bedeutungen komplexer Ausdrücke zum Beispiel von Sätzen, weshalb man auch von der Satzsemantik spricht.
2.2. Semantische Relationen
Wie bereits erwähnt, beschäftigt sich die Semantik auch mit Beziehungen zwischen Bedeutungen von sprachlichen Ausdrücken innerhalb des sprachlichen Systems. Ein Wort wird auch als Lexem bezeichnet und ist nach Ferdinand de Saussure eine zusammengesetzte Einheit aus materialen Formen und den ihnen zugeordneten Bedeutungen. Die Natürlichkeit von Sprache wird aus der Differenzierbarkeit von Worten deutlich. Aus struktureller Sicht ergibt sich die Wortbedeutung aus den syntagmatischen und paradigmatischen Beziehungen zu anderen Wörtern, wobei man unter der syntagmatischen Beziehung, die Kombinierbarkeit von Einzelzeichen zu einer komplizierteren Einheit versteht und als paradigmatische Relation eine Beziehung zwischen Elementen bezeichnet, die an gleicher Stelle füreinander einsetzbar sind. Aus diesen Definitione n lassen sich Bedeutungseigenschaften für einzelne Wörter im Vergleich zu anderen ableiten. Um partielle Gleichheiten bzw. partielle Verschiedenheit herauszufinden, bedient man sich einer Methode, die man als Komponentialanalyse bezeichnet.
4
Quote paper:
Martina Wenzel, 2003, Merkmalsemantik, Munich, GRIN Publishing GmbH
This text can be quoted and accessed from this url:
Embed
DOI
Die Erziehung in der Römischen Republik
History - World History - Early and Ancient History
Termpaper, 19 Pages
Das XI. Buch der "Confessiones" von Aurelius Augustinus von ...
Eine Darstellung
Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)
Termpaper, 32 Pages
Konversationsmaximen nach Grice und das Prinzip der Höflichkeit
German Studies - Semiotics, Pragmatics, Semantics
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 13 Pages
Erklärungsansätze und Konseque...
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 19 Pages
Las ideas lingüísticas de José Bernardo de Aldrete
Romance Languages - Spanish Studies
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 25 Pages
History Europe - Other Countries - Middle Ages, Early Modern Age
Examination Thesis, 79 Pages
Die Ära Malraux - Kulturpolitik im Frankreich der sechziger Jahre
Romance Languages - French Studies - Culture
Scholary Paper (Seminar), 25 Pages
Psychische Belastung im Lehrerberuf und Burnout
Pedagogy - The Teacher, Educational Leadership
Termpaper, 18 Pages
Konfliktfeld Schule - Mobbing in der Schule
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 47 Pages
Das Placito von Capua (März 960)
Romance Languages - Italian and Sardinian Studies
Scholary Paper (Seminar), 29 Pages
Das Bundesverfassungsgericht im Gefüge der Europäischen Union - Verlie...
Politics - Political Systems - Germany
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 21 Pages
Kreativer Umgang mit literarischen Texten im Spanischunterricht
Romance Languages - Spanish Didactics
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 27 Pages
Früher Fremdsprachenunterricht in der Grundschule
English - Pedagogy, Didactics, Literature Studies
Examination Thesis, 158 Pages
Reformation und Kirchengeschichte der Neuzeit
History Europe - Other Countries - Middle Ages, Early Modern Age
Scholary Paper (Seminar), 23 Pages
A Contrastive Analysis of Politeness
Requests and Refusals in Germa...
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 26 Pages
M. Wenzel has published the text Merkmalsemantik
M. Wenzel has uploaded a new text
Proseminar II. Neues Testament - Kirchengeschichte
Martin Meiser, Uwe Kühneweg, Rudolf Leeb, Petra von Gemünden, Thomas Schmeller
Siegfried Kreuzer, Dieter Vieweger, Friedhelm Hartenstein, Jutta Hausmann, Wilhelm Pratscher
Selected Papers / Ausgewählte Schriften
K. Goldstein, R. W. Haudek, E. M. Goldstein-Haudek, Aron Gurwitsch
Lexikalische Probleme in der lernersprachlichen Produktion
Communication Strategies Revis...
Astrid Reich
0 comments