Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis 4
Abk ürzungsverzeichnis 4
1 Einführung 5
1.1 Hintergrund 5
1.2 Gegenstand und Ziel der Arbeit 6
1.3 Vorgehensweise 8
1.4 Definition und begriffliche Abgrenzung 9
1.4.1 Unternehmenskrise 9
1.4.2 Turnaround 9
1.4.3 Illiquidität 10
1.4.4 Insolvenz 10
2 Ausgangspunkt Unternehmenskrise 12
2.1 Arten von Krisen 12
2.2 Ursachen für Krisen 14
2.3 Krisenerkennung 16
2.4 Initiieren der Krisenbewältigung 18
3 Rechtliche Rahmenbedingungen der Insolvenz 19
3.1 Haftungsrisiken in der Unternehmenskrise 19
3.2 Der Tatbestand der Insolvenz 21
3.3 Insolvenzantragspflicht 21
4 Liquiditätsmanagement 23
4.1 Die Bedeutung des Liquiditätsmanagements 23
4.2 Die Bestandteile des Liquiditätsmanagement 24
4.3 Der Liquiditätsplan 25
4.3.1 Aufstellung des Liquiditätsplans 25
4.3.2 Liquiditätskennzahlen 26
4.4 Forderungen 27
4.4.1 Die Forderungen als Liquiditätsreserve 27
4.4.2 Effektiv Mahnen 28
4.4.3 Factoring 29
4.4.4 Forfaitierung 31
4.4.5 Asset-Backed Securities 31
4.4.6 Kennzahlen im Bereich Forderungen 31
2
4.5 Verbindlichkeiten 32
4.5.1 Moratorium oder Forderungsverzicht 32 4.5.2 Zahlungszeitpunkt 33
4.5.3 Kennzahlen im Bereich Verbindlichkeiten 34 4.6 Lagerhaltung 34
4.6.1 Kapitalbindung durch Lagerbestände 34 4.6.2 Bestandsoptimierung 34
4.6.3 Optimierung des Bestellwesens 35 4.6.4 Konsignationsläger 36
4.6.5 Kennzahlen im Bereich Lagerhaltung 36 4.7 Investitionen 37
4.7.1 Verkauf von nicht betriebsnotwendigem Anlagevermögen 37 4.7.2 Sale and lease back 37
4.7.3 Finanzierung von notwendigen Neuanschaffungen (Leasing oder Kauf) 38 4.7.4 Investitionskennzahlen 41 4.8 Zusammenfassung 41
5 Potentiale im Personalbereich 43 5.1 Einleitung 43 5.2 Kurzarbeit 43 5.3 Einkommensverzicht 44 5.4 Mitarbeiterbeteiligung 45 5.5 Personalabbau 46
6 Bankbeziehungen - Die Sicherung des Fremdkapitals 48 6.1 Grundlagen 48 6.2 Die Bedeutung der Bankbeziehungen in der Krise 49 6.3 Mögliche Unterstützung durch die Bank in der Krise 50 6.4 Krisenerkennung aus Sicht der Bank 52 6.5 Das Gespräch mit der Bank 52 6.6 Die Bildung eines Bankenpools 53 6.7 Kreditsicherheiten 54
7 Schlußbetrachtung 57
8 Literaturverzeichnis 61
Quellen im Internet 64
3
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Unternehmensinsolvenzen 2000 - 2002 5
Abbildung 2: Unternehmensinsolvenzen 2002 nach Eröffnungsgründen 7
Abbildung 3: Überblick über die verschiedenen Krisenarten 12
Abbildung 4: Einordnung des Working Capital 24
Abbildung 5: Schema eines Liquiditätsplans 26
Abbildung 6: Gegenüberstellung „Kauf oder Leasing“ 40
Abkürzungsverzeichnis
Abs. Absatz ABS Asset-Backed Securities AfA Abschreibung für Anlagen AG Aktiengesellschaft AktG Aktiengesetz bzw. beziehungsweise d.h. das heißt EStG Einkommensteuergesetz FAZ Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH Gesellschaft mit beschränkter Haftung GmbHG GmbH Gesetz HGB Handelsgesetzbuch InsO Insolvenzordnung KO Konkursordnung Mrd. Milliarden S. Seite u.a. unter anderem Verbindlichkeiten L+L Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung Vgl. Vergleiche
4
1 Einführung
1.1 Hintergrund
Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist in Deutschland in den letzten Jahren dramatisch angestiegen. Im Jahr 2002 erreichte sie 37.579 Insolvenzen 1 und lag damit etwa 15% über dem Vorjahreswert und deutlich höher als die etwa 20.000 Insolvenzen, die noch bis 1994 jährlich verzeichnet wurden. 2 Die Kosten der Insolvenzen für die deutsche Volkswirtschaft betrugen in demselben Jahr 2002 geschätzte 50 Mrd. Euro, das sind ganze 2,4% des Bruttoinlandsprodukts des Jahres. 3 Europaweit stiegen die Insolvenzen 2002 ebenfalls, und zwar um 10,7% auf über 150.000 Fälle.
Es ist jedoch nicht nur die reine Anzahl der Insolvenzen, die sich negativ entwickelt, sondern auch die Struktur der betroffenen Unternehmen: Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, mußten in den Jahren 2001 und 2002 erheblich mehr größere und ältere Unternehmen als je zuvor den Gang zum Insolvenzgericht antreten.
Abbildung 1: Unternehmensinsolvenzen 2000 - 2002 4
In den meisten Veröffentlichungen wird diese Statistik als Legitimation für eine Auseinandersetzung mit dem Thema Unternehmenskrise herangezogen. Dabei zeigen diese Zahlen lediglich die ‚Spitze des Eisberges’:
1 Statistisches Bundesamt.
2 Für das Jahr 2003 rechnet Creditreform nach einem Bericht des Spiegel vom 29.12.03, S. 68 f. mit 40.000 Insolvenzen.
3 Vgl. EOS - Präsentation zum Projektworkshop ‘Neue Finanzierungswege für den Mittelstand’ auf: http://www.wiwi.uni-duesseldorf.de/Fin/EOS.pdf (23.10.2003).
4 Statistisches Bundesamt.
5
Es werden nur diejenigen Unternehmen berücksichtigt, die tatsächlich gescheitert sind. Unternehmen in Krisensituationen, welche die Insolvenz verhindern konnten, sind nicht berücksichtigt.
Es kann also davon ausgegangen werden, dass das Thema Unternehmenskrise eine noch größere Bedeutung hatte und hat, als es die bloße Insolvenzstatistik zum Ausdruck bringt.
Die Ursachen für den Anstieg der Insolvenzen sind ohne Zweifel in der weltweit schwierigen konjunkturellen Lage zu suchen. Aber auch die geringe Eigenkapitalausstattung deutscher Unternehmen, insbesondere im Mittelstand, trägt zu der dramatischen Situation bei: „Über ein Drittel der Unternehmen verfügen über eine Eigenkapitalquote von maximal 10 Prozent, [...] n ur jedes sechste Unternehmen hat eine Eigenkapitaldecke von über 30 Prozent.“ 5 .
Deutlich ist in jedem Fall, dass das Thema Restrukturierung bzw. Turnaround -Management aufgrund der immens hohen Anzahl in Schwierigkeiten geratener Unternehmen aktueller ist denn je. Denn Unternehmensinsolvenzen können durch rechtzeitiges Eingreifen und ein geschicktes Turnaround-Management in der Krise verhindert werden.
Beobachtet man Unternehmen in der Krise genauer, so kann man erkennen, dass der häufigste Grund 6 für eine Insolvenz die Zahlungsunfähigkeit, also das Fehlen von Liquidität ist. 7 Es kommt also im Turnaround an erster Stelle auf die Sicherung dieser Liquidität an, weshalb dieser Aspekt den Schwerpunkt der voliegenden Arbeit bilden wird.
1.2 Gegenstand und Ziel der Arbeit
Gegenstand der Arbeit ist die Sicherung der Liquidität im Turnaround-Management. Turnaround-Management gilt hierbei als Reaktion der Unternehmensführung auf die Krisensituation eines Unternehmens. Die Krise ist das Ergebnis eines ungewollten Prozesses, in dessen Verlauf sich das Erfolgspotential, das Vermögen oder die
5 Bundesverband deutscher Arbeitgeberverbände, Volkswirtschaftlicher Argumentendienst Nr. 47, S.4..
6 Es gibt sicherlich viele, auch vorgelagerte ‚Gründe’, die letztlich zu einer Insolvenz führen. Gemeint ist hier und in der Folge jedoch der letztendliche Grund für die Anmeldung der Insolvenz.
7 Vgl. Ausführungen unter 1.2 Gegenstand und Ziel der Arbeit.
6
Liquidität des Unternehmens so ungünstig entwickelt haben, dass dessen wirtschaftliche Existenz in Gefahr ist.
Das Ziel der Arbeit ist es, die wesentlichen Aspekte der Liquiditätsicherung innerhalb des Turnaround-Managements darzustellen und so ein Nachschlagewerk für den Krisenfall eines Unternehmens zu erstellen. Insgesamt soll die Arbeit eine Unterstützung sein bei der Erkennung und Einordnung der vorhandenen Krise sowie bei der Findung von Ansatzpunkten und Reserven zur Sicherung der Liquidität. Natürlich muss beachtet werden, dass die aufgezeigten Maßnahmen der Liquiditätssicherung, welche zudem oft Einmaleffekte darstellen, lediglich dazu dienen, eine Insolvenz zu verhindern. Über einen gewissen Zeitraum schaffen sie somit die Basis für eine erfolgreiche Bewältigung der Krise. Gedanken über die strategische Ausrichtung und Orientierung des Unternehmens, über Marktsituation und Wettbewerb, Produktportfolio und vieles mehr erübrigen sich hiermit nicht. Ohne die Grundlage einer gesicherten Liquidität können diese jedoch nicht angegangen werden um das Unternehmen auch langfristig wieder erfolgreich aufzustellen.
Selbstverständlich sind auch diese anderen Aspekte in einer Unternehmenskrise wichtig und zu berücksichtigen. Im Fokus dieser Arbeit steht die Sicherung der Liquidität deshalb, weil ihr, insbesondere im fortgeschrittenen Stadium der Krise eine zentrale Bedeutung zukommt. Ist sie doch nach einer Untersuchung des Statistischen Bundesamtes mit weitem Abstand der Hauptgrund für eine Insolvenz:
Abbildung 2: Unternehmensinsolvenzen 2002 nach Eröffnungsgründen 8
Wie die Auflistung zeigt, sind neben den Insolvenzgründen ‚Zahlungsunfähigkeit’ und ‚Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung’ die weiteren Gründe, d rohende Zahlungsunfähigkeit’ und/oder ‚Überschuldung’ beinahe zu vernachlässigen.
8 Statistisches Bundesamt, Stand: 25.03.2003.
7
Somit beschäftigt sich die vorliegende Arbeit mit der Zahlungsunfähigkeit als Hauptgrund für Insolvenzen und zeigt auf, wie man den Weg für die weiteren Sanierungsmaßnahmen bahnt.
Viele der vorgestellten Maßnahmen gelten für Unternehmen aller Größen. Der Schwerpunkt der Betrachtung liegt jedoch im wesentlichen auf kleinen- und mittleren Unternehmen. In diesem Sinne werden speziell die Bedingungen dieser Unternehmensgrößen berücksichtigt.
1.3 Vorgehensweise
Die Arbeit beginnt in Kapitel 2 mit der Darstellung der Krise eines Unternehmens und all ihren Charakteristika. Konkret stehen dabei Arten, Ursachen und Erkennungsmerkmale von Krisen im Mittelpunkt der Betrachtung. Dies dient nicht zuletzt dazu, die weiteren Themen der Arbeit einzuordnen und den allgemeinen Rahmen zu beschreiben.
In der Folge werden in Kapitel 3 die rechtlichen Aspekte der Unternehmenskrise dargestellt. Besonders die rechtlichen Konsequenzen, die der Unternehmensleitung bei Insolvenzverschleppung drohen, lassen es als wichtig erscheinen, diesen Punkt als erstes zu behandeln, um ihn im weiteren Prozeß der Krisenbewältigung präsent zu halten.
Kapitel 4 beschäftigt sich schließlich mit dem Kernthema der Arbeit, dem Liquiditätsmanagement. Forderungen, V erbindlichkeiten, Investitionen und Lagerhaltung haben Einfluß auf das „Working Capital“ des Unternehmens oder bieten Möglichkeiten zur Freisetzung von Liquidität und stehen daher im Mittelpunkt dieser Betrachtung. Dabei geht es um das Herausarbeiten der wesentlichen Hebel und Ansatzpunkte zur Liquiditätssicherung.
Dass auch die Mitarbeiter des Unternehmens einen erheblichen Beitrag zur Rettung ihres Unternehmens leisten können, soll kurz in Kapitel 5 dargelegt werden. Nicht nur grundsätzliche Aspekte wie Motivation und Einsatzbereitschaft sind in Krisenzeiten wichtig, sondern es gibt darüber hinaus auch konkrete Möglichkeiten, die Mitarbeiter an der Sanierungsleistung zu beteiligen oder im Personalbereich Kosten einzudämmen.
Den Abschluß der Arbeit bildet ein weiterer, wichtiger Aspekt der Sicherung der Liquidität: Die Beziehung des Unternehmens zu seiner Bank. Diese sind nicht erst seit den neuen Bestimmungen von Basel II ein zentrales Thema für jedes Unternehmen auch außerhalb von Krisensituationen.
8
1.4 Definition und begriffliche Abgrenzung
1.4.1 Unternehmenskrise
Der Begriff der Krise stammt aus dem Griechischen und bedeutet Entscheidung oder Wendepunkt. In der Betriebswirtschaftslehre wird die Definition des Krisenbegriffs überwiegend auf die Existenzgefährdung eines Unternehmens angewendet.
Eine Krise stellt eine außergewöhnliche Situation dar. „Sie stellt höhere Anforderungen an Art und Ausmaß der für eine wirksame Problemlösung erforderlichen Potentiale und Aktionen. Im Gegensatz zur Katastrophensituation besteht bei der Krise noch die Möglichkeit, durch aktive Handlungen das Unternehmensgleichgewicht wieder herzustellen.“ 9
1.4.2 Turnaround
Der Ursprung des Begriffes Turnaround liegt im angelsächsischen Sprachgebrauch. „Die Bedeutung dieses Wortes wird allgemein mit dem Wechsel von einem Status quo in eine gegenteilige Situation umschrieben“ 10 . Dabei wird natürlich davon ausgegangen, dass es sich bei der neuen Situation um eine bessere handelt. Man könnte Turnaround mit ‚Herumreißen’ im Sinne von ‚das Steuer herumreißen’ übersetzen.
„Der Turnaround umfaßt eine durch den Entscheidungsträger eingeleitete, drastische Kursänderung eines Unternehmens als Reaktion auf eine konstatierte operative und strategische Unternehmenskrise.“ 11
Eine Turnaround-Situation beginnt dann, wenn der Erfolg des Unternehmens unter ein akzeptables Niveau sinkt und nicht mehr mit den Unternehmenszielen vereinbar ist.
Vielfach wird der Turnaround in der Literatur vom Begriff der Sanierung abgegrenzt. Von Sanierung wird gesprochen, wenn die bevorstehende Illiquidität und die Verschuldung bzw. Überschuldung als Krisensymptome zu verzeichnen sind. Der Turnaround dagegen setzt oft bereits in einem früheren Krisenstadium mit der strategischen bzw. operativen Krise des Unternehmens ein. Diese Abgrenzung und die Beschränkung des Begriffs Turnaround auf die frühen Krisenstadien soll in dieser Arbeit nicht vorgenommen werden. Es wird in der Folge
9 Böckenförde (1996), S. 15.
10 Böckenförde (1996), S. 7 f..
11 ebenda.
9
auch von einem Turnaround gesprochen, wenn es gilt, ein Unternehmen aus einer akuten Liquiditätskrise zu retten.
1.4.3 Illiquidität
Illiquidität ist das Fehlen von Liquidität. Liquidität bedeutet, jederzeit zahlungsfähig zu sein, also seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen zu können. Liquidität ist entsprechend eine wesentliche Grundlage jeder geschäftlichen Tätigkeit. Liquidität drückt aus, dass ein positiver Zahlungsmittelbestand vorhanden ist. Dieser sichert die Fähigkeit eines Unternehmens, alle fälligen Verbindlichkeiten fristgerecht zu erfüllen. Unter Liquidität werden gleichzeitig auch die Zahlungsmittel selbst verstanden. Sie können mehr oder weniger liquide sein, je nachdem, wie rasch man über sie verfügen kann. Die flüssigen Mittel sind Bargeld und Schecks 12 sowie Bankguthaben ohne Kündigungsfrist. Auch festverzinsliche Wertpapiere sind relativ liquide, da man sie normalerweise jederzeit verkaufen kann, 13 sie sind jedoch in einem Krisenunternehmen eher selten zu finden.
Ein Unternehmen muss einen Teil seines Vermögens als Liquidität halten, da konstant zum Beispiel Rechnungen, Personalkosten usw. beglichen werden müssen. Sollten solche Zahlungen durch eine zu niedrige Liquidität nur verspätet geleistet werden können, so wirkt dies i.d.R. äußerst negativ auf die Reputation eines Unternehmens. Dauerhaft fehlende Liquidität, also I lliquidität bedeutet Zahlungsunfähigkeit, der Hauptgrund für Insolvenzen. Eine zu hohe Liquiditätsreserve allerdings gilt als unrentabel angelegtes Vermögen.
1.4.4 Insolvenz
Unter der Insolvenz wird „das auf Mangel an Zahlungsmitteln basierende, nach außen erkennbare, voraussichtlich dauernde Unvermögen einer Firma oder Privatperson verstanden, ihre fälligen finanziellen Verpflichtungen zu erfüllen. Folge hiervon ist die Zahlungseinstellung.“ 14
Die Auslöser der Insolvenz sind drohende Zahlungsunfähigkeit, Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung ( Eine detailliertere Ausführung ist unter Punkt 3.2 ‚Der Tatbestand der Insolvenz’ zu finden).
Seit 1999 gilt in Deutschland ein neues, einheitliches Insolvenzrecht, welches die alte Konkursordnung Westdeutschlands und das Gesamtvollstreckungsverfahren
12 In der Praxis werden Schecks sofort eingelöst, so dass verbliebene Schecks wahrscheinlich aufgrund mangelnder Deckung von zweifelhaftem Wert sind.
13 Vgl. www.boersenlexikon.de, Stichwort ‘Liquidität’, ‘Liquide Mittel’ (03.11.2003).
14 Pütz (2002), S.72.
10
der neuen Bundesländer ablöst. Eine wesentliche Neuerung ist hierbei, dass das neue Insolvenzverfahren vor allem auf den Erhalt der wirtschaftlichen Existenz abzielt. Die Chance einer Sanierung des i nsolventen Unternehmen soll damit verbessert werden.
„Das Insolvenzverfahren dient dazu, die Gläubiger eines Schuldners gemeinschaftlich zu befriedigen, indem das Vermögen des Schuldners verwertet und der Erlös verteilt oder in einem Insolvenzplan eine abweichende Regelung insbesondere zum Erhalt des Unternehmens getroffen wird. Außerdem wird dem redlichen Schuldner Gelegenheit gegeben, sich von seinen restlichen Verbindlichkeiten zu befreien.“ 15
Eine rechtzeitige Eröffnung des Insolvenzverfahrens ist zum einen ratsam, da sie die Leistungsfähigkeit der gerichtlichen Insolvenzabwicklung verbessert. Zum anderen drohen dem Geschäftsführer oder Vorstand verschiedene straf- und haftungsrechtliche Konsequenzen, sollte er das Insolvenzverfahren zu spät einleiten (Siehe hierzu 3.3 ‚Insolvenzantragspflicht’).
15 Ritter von Onciul (2000), Vorwort.
11
2 Ausgangspunkt Unternehmenskrise
2.1 Arten von Krisen
Ausgangspunkt dieser Arbeit ist die Krise eines Unternehmens, die einen Turnaround und die Sicherung der Liquidität überhaupt erst notwendig macht. Das rechtzeitige Erkennen einer Krise erhöht dabei die Chance des Unternehmens, den Turnaround erfolgreich zu meistern. Um jedoch eine Unternehmenskrise rechtzeitig erkennen zu können, muss bekannt sein, welche Arten von Krisen auftreten können und wie diese im Voraus erkennbar sind.
In der Literatur werden Arten von Krisen nach den verschiedensten Kriterien und Klassifikationen angegeben. Einen Überblick über die am häufigsten vorgenommenen Unterteilungen und Darstellungen soll die folgende tabellarische Darstellung zeigen:
16 Kall (1999), S. 44.
12
Für die vorliegende Arbeit möchte ich mich auf die am häufigsten verwendete Unterteilung der Krisenarten nach den bedrohten Unternehmenszielen beschränken. Hier wird unterschieden in
In einer Strategiekrise sind zunächst die Potentiale, also die Zukunft eines Unternehmens ernsthaft gefährdet. Wichtige Voraussetzungen, um langfristig am Markt erfolgreich operieren zu können, sind nicht mehr gegeben. Die operative Krise tritt ein, wenn ein Unternehmen Verluste erwirtschaftet oder aber bereits die Rendite nicht mehr für eine mittel-/langfristige Handlungs- und Überlebensfähigkeit ausreicht.
Bei der Liquiditätskrise ist die Zahlungsfähigkeit aufgrund andauernder Verluste bedroht oder nicht mehr vorhanden. 17
Warnsignale entlang dieser Unterteilung nach bedrohten Unternehmenszielen sind in der Strategiekrise ein Verlust von Marktanteilen, während der operativen Krise Umsatzrückgang, mangelnde Kapazitätsauslastung und Ergebnisrückgang. In der Liquiditätskrise schließlich zeigen sich Liquiditätsmängel und eine drohende Überschuldung welche zum Zusammenbruch führen können. 18 Es wird i n den meisten Fällen davon ausgegangen, dass die Krisen in der genannten Reihenfolge auftreten. In einem schleichenden Prozeß führt so eine unter Umständen bereits Jahre andauernde Strategiekrise zu einer operativen Krise welche zwangsläufig bei anhaltend negativem Unternehmenserfolg in eine Liquiditätskrise mündet.
Jedoch sind auch andere Reihenfolgen und Kombinationen der verschiedenen Krisen denkbar. Zunächst einmal kann jede der Krisenarten für sich alleine oder in Kombination mit einer weiteren auftreten. Wenn schließlich alle drei Krisenarten gleichzeitig auftreten, wird von einer sogenannten kompletten Krise gesprochen. Neben der dargestellten Reihenfolge ist auch denkbar, dass eine Liquiditätskrise zuerst eintritt, möglicherweise bedingt durch ein rasantes Wachstum . Ein starkes
17 Vgl. Böckenförde (1996), S. 19, von der Horst (1999), S. 11 ff..
18 Vgl. Vortrag von Rasch, Klaus -Günther, Deutsche Bank AG anlässlich des Euroforums 2000.
13
Arbeit zitieren:
Ludger Assmann, 2004, Sicherung der Liquidität im Turnaround Management, München, GRIN Verlag GmbH
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