Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Problemstellung 2
3. Begriffsklärung 3
3.1 Sozialisation und Identität 3
3.2 Massenmedien 5
4. Beeinflussung der Medien innerhalb der Sozialisation 6
4.1 Bildrezeption und Konstruktion von Wirklichkeit 7
4.2 Identitätsentwicklung innerhalb der multimedialen Gesellschaft 8
5. Perspektive: Medienkompetenz als Schlüsselqualifikation 11
6. Schlussbetrachtung und Ausblick 12
Literaturverzeichnis 14
1. Einleitung
Einhergehend mit dem Wandel von der Industriegesellschaft zur Informations- und Kommunikationsgesellschaft im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts, begann der Siegeszug solcher Medien, wie Fernsehen, Internet, die die breite Masse der Gesellschaft mit audiovis uellen Informationen versorgen. Heute sind diese Medien, die im allgemeinen wissenschaftlichen Kontext als Massenmedien bezeichnet werden, in der Öffentlichkeit allgegenwärtig. Damit verbunden ist eine Ausweitung des Einsatzes der Massenmedien in allen L ebensbereichen, ob nun innerhalb der Familie, den unterschiedlichen Bildungsinstitutionen -Schulen, Hochschulen etc. oder am Arbeitsplatz. Der Konsum resp. die Anwendung dieser Massenmedien bestimmt längst in hohem Maße unsere Freizeitgestaltung und zugleich unser Handeln und Denken, ohne dass es uns häufig bewusst ist. Buschmeyer und Kocot (1999) verweisen darauf, dass sowohl die über die Medien vermittelten Bilder als auch die Bilder der eigenen Biographie die Entwicklung der Identität maßgeblich mitpräge n. Vor allem die Individualisierungsprozesse in unserer Gesellschaft haben zu einer „Entstandardisierung der Lebensläufe“ (Kammerl 2003, S. 3) geführt, d.h. dass der Lebenslauf nicht mehr durch die soziale Schicht, den Bildungsabschluss, den Beruf des Vaters bestimmt wird. Bisherige lebensweltliche Bindungen -Schicht, Herkunft, Tradition- werden durch neue erfahrbare Kommunikationsbeziehungen ersetzt, wodurch vor allem moderne Massenmedien zunehmend an Einfluss gewinnen (Baacke et al. 1990a), da sie die durch den Verlust traditionaler biographischer Lebensläufe entstandenen Leerräume ausfüllen (Krotz 2003). Es erscheint daher notwendig, die Einflussnahme medialer Identitätsangebote auf den eigenen Identitätsentwurf aufzuzeigen und die Fähigkeit zur Selektion der den Angeboten zugrunde liegenden Absichten und Konsequenzen für das individuelle und gesellschaftliche Leben zu schulen.
In der vorliegenden Arbeit wird unter Abschnitt drei zunächst sowohl das Konstrukt der Sozialisation, als auch das der Identität aus sozialisationstheoretischer Perspektive eingehender beleuchtet. Hiernach wird dem Leser das breite und umfangreiche Feld der Massenmedien vorgestellt und die für diese Arbeit notwendige Eingrenzung vorgenommen und verdeutlicht. Im Anschluss daran wird in Abschnitt vier der Überlegung nachgegangen, welche Rolle Massenmedien insbesondere innerhalb des
Sozialisationsprozesses von Kindern und Jugendlichen spielen und wie sie auf das
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Individuum einwirken. Hierbei soll auf der einen Seite die Rolle des Rezipienten und dessen Konstruktion von Wirklichkeit und auf der anderen Seite der Einfluss der Medien auf die Identitätsentwicklung erörtert werden. Zum Abschluss wird in Abschnitt fünf die Frage aufgeworfen, ob Medienkompetenz als Schlüsselqualifikation im Umgang mit Massenmedien gesehen werden kann.
2. Problemstellung
Versteht man Sozialisation als die Vergesellschaftung des Individuums, d.h. als den „Prozess der Entstehung und Entwicklung der Persönlichkeit in wechselseitiger Abhängigkeit von der gesellschaftlich vermittelten sozialen und materiellen Umwelt“ (Geulen & Hurrelmann 1980, S.51), so kann den Medien im Sozialisationsprozess eine besondere Bedeutung zugemessen werden. Dies gilt um so mehr, als sich die Identität u.a. durch die Interaktion m it der sozialen Umwelt entwickelt und aus Sicht Hurrelmanns (2002, S. 39) „Dreh- und Angelpunkt einer gesunden Persönlichkeitsentwicklung“ ist. Nach Buschmeyer und Kocot (1999) prägen die Bilder in den Medien und die Bilder in der eigenen Biographie die Entwicklung der Identität maßgeblich mit. Vor diesem Hintergrund erscheint es um so wichtiger, dass der Einzelne nicht bloß unreflektierter Konsument der medial vermittelten Inhalte ist, sondern in einen Prozess des Verstehens eintritt, um zum einen eine kritische und hinterfragende Haltung den Medieninhalten gegenüber einzune hmen und zum anderen aktiv an der Medienentwicklung teilzuhaben (Baacke 1996), d.h. Medienkompetenz zu erwerben. Dem Einzelnen genau diese Kompetenz zu vermitteln, ist heute bereits sowo hl im schulischen Bereich, wie auch im Bereich der Erwachsenenbildung, Aufgabe der Medienpädagogik.
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3. Begriffsklärung
Der Begriff der Sozialisation stellt für sich gesehen zunächst ein wissenschaftliches Konstrukt dar, dass die Persönlichkeitsentwicklung des Individuums in einer fortwährenden Interaktion mit seiner Umwelt beschreibt. Hurrelmann (2002) zur Folge ist die Persönlichkeitsentwicklung als ein dynamischer, real existierender aber zugleich nicht wirklich greifbarer, dinghafter Prozess zu verstehen, weshalb übergeordnete theoretische Frage- bzw. Modellvorstellungen erforderlich sind, um den Sozialisationsbegriff darstellen zu können.
3.1 Sozialisation und Identität
Der ursprünglich von dem französischen Soziologen Emile Durkheim geprägte Begriff der Soziologie beschreibt die Vergesellschaftung des Menschen, wobei Durkheim eine recht eindimensionale Auffassung vertrat, wonach sich das Subjekt (Mensch) seiner Umwelt resp. der Gesellschaft anpassen würde. In Abgrenzung zum Begriff der Erzie hung wurde von Geulen und Hurrelmann (1980, S. 51) Sozialisation definiert „als der Prozess der Entstehung und Entwicklung der Persönlichkeit in wechselseitiger Abhängigkeit von der gesellschaftlich vermittelten sozialen und materiellen Umwelt. Vorrangig thematisch ist dabei, wie sich der Mensch zu einem gesellschaftlich handlungsfähigen Subjekt bildet.“ Hierbei gilt es zum weiteren Verständnis zwischen den körperlichen und psychischen Grundmerkmalen des Individuums -z.B. genetische Veranlagung, körperliche Konstitution etc-, welche die „innere“ Realität darstellen und der sozialen und materiellen Umwelt -z.B. Familie, Bildungseinrichtungen, Massenmedien etc- als der „äußeren“ Realität zu unterscheiden (Hurrelmann 2002). Entsprechend der Perspektive des „produktiv realitätsverarbeitenden Subjekts“ (Hurrelmann & Ulich 1991, S. 8) findet die Persönlichkeitsentwicklung im Schnittpunkt zwischen innerer und äußerer Realität statt, wobei das eigene Handeln entsprechend der subjektiven Einschätzung der inneren und äußeren Realität stetig angepasst wird. Hurrelmann (2002) konstatiert weiterhin, dass die Verarbeitung innerer und äußerer Realität ein über die ganze Lebensspanne anhaltender dynamischer und aktiver Informationsverarbeitungsprozess ist, der nicht immer bewusst abläuft. Hiermit wird der Sozialisationsbegriff klar vom Erziehungsbegriff abgegrenzt, der
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Arbeit zitieren:
Roman Klein, 2004, Der sozialisierende Einfluss der Massenmedien auf die Identitätsentwicklung, München, GRIN Verlag GmbH
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