Frauenbildung im 18.Jh
von: Bozena Slowik
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 2
1. Moralische Wochenschriften-der Gattungsbegriff 3
2. Die Förderung der Frauenbildung in den früheren Wochenschriften 4
3. Die Gefahren des Lesens 6
4. “Die Vernünftigen Tadlerinnen”- eine erste Wochenschrift für Frauen 8
5. Schlußwort 10
6. Literaturverzeichnis 11
Einleitung
Die meisten bürgerlichen Frauen verfügten zu Beginn des 18. Jhs. nur über elementare Kenntnisse, die in den Schulen für Mädchen vermittelt waren. Nur die wenigen reichen, bürgerlichen Familien ermöglichten ihren Töchtern privaten Unterricht in Französisch, Mathematik, Geographie und im Tanzen. Das Wissen der Mädchen, die keine Möglichkeiten hatten, sich weiter zu bilden, beschränkte sich auf Bibelkenntnisse, das Lesen der Gesangbücher und der praktischen Schriften zur Haushaltsführung. Man versuchte zwar, unter dem Einfluß des französischen Bildungsideals, auch den Frauen Kenntnisse in den Wissenschaften und in der Poesie zu vermitteln.1Aber erst die Epoche der Aufklärung hat die literarische Bildung der Frau gefordert. Eine große Rolle auf diesem Gebiet haben die Moralischen Wochenschriften gespielt.
Der Schwerpunkt meiner Arbeit liegt in der Untersuchung der Stellung der Frau in den früheren und späteren Wochenschriften. Am Anfang meiner Arbeit möchte ich kurz den Gattungsbegriff der Moralischen Wochenschriften definieren. Anschließend erläutere ich die Versuche der Wochenschriften, die Frau auf ihrem Bildungsweg zu unterstützen und sie vor den Gefahren der Lesesucht zu schützen.
1.Moralische Wochenschriften - Der Gattungsbegriff
Im früheren 18. Jh. vermittelten die Moralischen Wochenschriften vor allem dem nichtgelehrten Publikum die erzieherischen Programme der Frühaufklärung. Aber die Moralischen Wochenschriften waren nicht die einzigen Zeitschriften. Am Anfang der Zeitschriftengeschichte in Deutschland stehen die gelehrten und die historisch-politischen Zeitschriften. Die ersten entstanden im letzten Drittel des 17. Jhs. Ihre Aufgabe war, die neuen Publikationen kritisch zu betrachten und den Gelehrten die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse mitzuteilen. Zu den wichtigsten gehören: “Acta Eruditorum” (1682), “Göttingischen Zeitungen von gelehrten Sachen” (1739), “Allgemeine Deutsche Bibliothek” (1765). Die historisch-politischen Zeitschriften, wie z. B. “Europäische Fama”, behandelten vorwiegend die höfischen Angelegenheiten (Feste, Hofaffären). Die ersten deutschen Wochenschriften entstanden auf der englischen Tradition. Sie hatten periodische Erscheinungsweise (regelmäßig an einem bestimmten Wochentag). Sie befaßten sich mit Fragen, die jeden Leser persönlich angehen können (z. B. Themen aus dem häuslichen Bereich). Dadurch entstand ein besonders enges Verhältnis der Moralischen Wochenschriften zu dem lesenden Publikum. Auch die Titel der Wochenschriften z. B. “Der Bürger”, “Die Matrone”, klingen sehr persönlich. Die Titel charakterisieren nicht den Inhalt der Zeitschriften, das gelehrte Vokabular ist mit Absicht vermieden worden, um ein Vertrauensverhältnis zu dem Leser aufzubauen. Der Inhalt hatte einen sittlich-lehrhaften Charakter. Die Wochenschriften versuchten den Leser moralisch zu belehren, Lebensweisheiten auszubreiten, propagierten als Aufgabe der Menschen, sich ständig zu bessern, um ein nützliches Mitglied der Gesellschaft zu sein. Sie schilderten nicht die aktuellen Ereignisse und Neuheiten, sondern betrachteten das Allgemeingültige, das was in der Vergangenheit aber auch in der Zukunft einen hohen Wert hat. Das Leitthema der Moralischen Wochenschriften war das Denken und Handeln der Menschen in der bürgerlichen Gesellschaft. Sie versuchten das Thema dem Leser mit Hilfe der verschiedenen literarischen Formen, wie z. B. Satire, Briefe, moralisches Porträt, näher zu bringen. Zu den bekanntesten deutschen Wochenschriften gehören: “Vernünftler” (1713/14), “Discoursen der Mahlern” (1721/23), “Patriot” (1724/26), “Biedermann” (1727/28).
2. Die Förderung der Frauenbildung in den früheren Wochenschriften
[...]
1 Fontenelle“Entretiens sur la pluralite. des mondes” in: Martens, Wolfgang: Die Botschaft der Tugend, Stuttgart 1968, S. 522
Quote paper:
Bozena Esskali, 2000, Frauenbildung im 18.Jh, Munich, GRIN Publishing GmbH
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