3
-Fressender Tropfen: „kunstvolle Imitatoren des Lebens“: lichtbegierig, heliotropisch IV. (S. 29-41)
-Adrians Augenfarbe: das Braun der Mutter und das Blau des Vater + rostroter Ring um die Pupille
-bis zum 10. Lebensjahr ist Buchel und das Land Adrians Ursprungslandschaft
-Hofhund Suso: Kettenhund, nur bei Nacht frei auf dem Hofe (33)
-A.: verachtet die Worte „Kunst“ und „Künstler“ als „romantisches Brimborium“; bevorzug statt „Inspiration“„Einfall“
-Buchel: Kuhmulde und Klammerweiher (Pfeiffering): extrem kaltes Wasser + Anhöhe: Zionsberg und Rohmbühel (Pfeiffering bei den Schweigestills)
-Ahmt den Schauplatz der Kindheit in späteren Jahren nach (36)
-Kanongesänge mit Stallmagd Hanne z.B. „Kuckuck und der Esel“
-Imitatorische Polyphonie: A. durchschaut als 8./9.jähriger musikalische Strukturen des Kanons - „Wissen, mokante Eingeweihtheit“ (41) V. (S. 41-47)
-14. Lebensjahr A.: beginnende Pubeszenz, Heraustreten aus der kindlichen Unschuld beim Onkel in Kaisersaschern: „mit der Musik pianistisch experimentieren“ (44)
-Beginn der ererbten Migräne-Probleme
-Privatunterricht auf Buchel: „überlegene Leichtigkeit“ - Absorption des Elementarwissens
-8 Jahre alt: Lehrer Michelsen sagt über A. „ingenium“
-10 Jahre alt: A. reif für die Quinta oder Quarta: zu Ostern 1895 verlässt A. das Elternhaus, geht auf das Bonifatius-Gymnasium in Kaisersaschern (ehemals: Schule der Brüder vom gemeinen Leben), beim Onkel Nikolaus Leverkühn wohnend VI. (S. 47-52)
-Kaisersaschern: mittelalterlich; Alter = Vergangenheit als Gegenwart; in der Luft der Hauch der letzten Jahrzehnte des 15. Jh. „etwas von latenter seelischer Epidemie“; man erwartet Scheiterhaufen etc. (49)
-Originale, Sonderlinge
-Anrede „Volk“ verführt selbiges zum (Archaisch-Apprehensiven) rückständigen-bösen
-Literatur/ humanistische Wissenschaften als Gegengift zum Archaisch-Völkischen VII. (S. 52-65)
-Nikolaus Leverkühn: Geigenmacher; dreigeschossiges Bürgerhaus - Musikinstrumentenlager
-Andere Bewohner: Wirtschafterin Frau Butze + Luca Cimabue (Geschäftsgehilfe im Geigenbau aus Brescia)
-Kammermusik 14-tägig bei Onkel Leverkühn u.a mit Domorganist Wendell Kretzschmar
-A. bis dahin nie ein Symphonie-Orchester gehört
-A. Gleichgültigkeit ggü. den Instrumenten, Liebe zur Mathematik „Ordnungsbeziehungen anschauen - das Beste“ + „Römerbrief 13: was von Gott kommt, ist geordnet“ (61)
-„Beziehung ist alles. Und willst du sie näher beim Namen nennen - Zweideutigkeit“
-Musik - Zweideutigkeit als System
-2x die Woche Klavierunterricht bei Kretzschmar VIII. (S. 65-97)
-Kretzschmar * Pennsylvania, dt.-amerik. Eltern
-Untersetzt, Rundschädel, Schnurrbart, lachende braune Augen, sinnender-springender Blick, großer dringender Gedankenreichtum, aber Stottern
-Maxime: Nicht das Interesse der anderen zählt, sondern: Das Eigene
-Interesse erregen, Interesse kreieren (67)
- Harmonische Subjektivität - polyphonische Sachlichkeit (70)
4
-„ Wo Größe und Tod zusammenträten, da entstehe eine der Konvention geneigte Sachlichkeit, die an Souveränität den herrischsten Subjektivismus hinter sich lasse... wegen des Nur-Persönlichen schon Überhöhung... gewesen sei, sich selbst noch einmal überwachsen, ins Mythische, Kollektive groß und geisterhaft eintretend...“(71) Kretzschmar über Beethovens Spätwerk
-Sonate (Klingstück), Tonstück für ein oder mehrere Instrumente/ Orchester aus 3 oder 4 Sätzen bestehend 1. Allegro (lebhaft, schnell), 2. Adagio, Andante (langsam), 3. Scherzo (Menuett, heiter), 4. Rondo (Schlusssatz, in dem das Hauptthema nach mehreren in Tonart und Charakter entgegengesetzten Zwischensätzen als Refrain immer wiederkehrt)
-Fuge - nach strengen Regeln durchkomponierte Satzart - nacheinander in allen Stimmen durchgeführtem festgeprägten Thema
-Kontrapunkt (Note gegen Note, auf der Bewegung mehrerer selbständiger Stimmen beruhender Tonsatz)
-A. an Kretzschmars Unterscheidung von Kultischem und Kulturellen Epochen interessiert: „To hear with eyes belongs to love´s fine wit.“ (Shakespeare)
-4. Vortrag über das Elementare in der Musik (Primitives Uranfängliches)
-„kosmische Gleichnishaftigkeit der Musik“ (87)
-A.: „ Musik hat soviel Kuhwärme, dass sie eine gesetzliche Abkühlung brauchen kann.“ (96)
-A.: „Stärkerer Affekt als die Liebe - Interesse.“ IX. (S. 97-111)
-Bsp. Lawrence Sterne: Zuhörerin passt bei einem Zwischenkapitel nicht auf, der Autor schickt sie zurück dorthin, um ihre Wissenslücken füllen zu können, später stößt sie wieder zur “erzählerischen Gemeinde” hinzu
-Shakespeare und Beethoven: für A. ein „alles überleuchtendes Zwillingsgestirn“ X. (S. 111-118)
-letztes Schuljahr A.´s - Oberprima Beschäftigung mit dem Hebräischen (111)
-Entschluss zum Theologie-Studium (hier wird die Königin der Wissenschaften, Philosophie, zur Dienerin und Hilfswissenschaft - „eine den Sinn des Lebens erschließende Synthese“ (112)) / akademische Laufbahn
-„Natürliche Verdienste sind die Verdienste Gottes“ (116)
-Goethe: angeborene Verdienste - Paradox, dem Worte „Verdienst“ seinen moralischen Charakter nehmend vs. Das Natürlich-Angeborene - zu einem außermoralisch-aristokratischen Verdienst anhebend
-Forderung der Bescheidenheit von den Natürlich-Benachteiligten kommend; A.: Nur Lumpe sind bescheiden; A.: Neigung zum orgiastischen Lachen XI. (S. 118-126)
-HALLE: hatte den ersten lutherischen Superintendenten Justus Jonas ab 1541; Geist des Pietismus (Trennung von Frömmigkeit und Wissenschaften) weht an der theologischen Fakultät Halle bei ihrer Gründung
-Christian Wolff in Halle 1754 gestorben, Schüler Leibniz´
-Liberale Theologie verwässert das Ekstatische, das dem religiösen Genius wesentlich ist zu einer ethischen Fortschrittlichkeit (Zeitblom) (124)
-A. in die Verbindung „Winfried“ XII. (S. 126-135)
-in A.´s Zimmer: Magisches Quadrat (auch auf Dürers Melencolia zu sehen)
-Prof. Ehrenfried Kumpf: wuchtige Persönlichkeit XIII. (S. 135-151)
-PD Eberhard Schleppfuß = Teufel?, in seinen schwarzen Umhang gehüllt, am Halse mit einer Metallkette geschlossen; „später von der Bildfläche verschwunden, keiner weiß wohin.“ ; Schlapphut zückend: „Ihr ganz ergebener Diener“
- Intrigierende Zweideutigkeit, zweigeteiltes Bärtchen, spitz gedrehtes Schnurrbärtchen, splittrig-scharfe Zähne
5
-Im MA: Satanisches als Korrelat des Heiligen: „Freiheit ist die Freiheit zu sündigen, und Frömmigkeit besteht darin, von der Freiheit aus Liebe zu Gott, der sie geben musste, keinen Gebrauch zu machen.“ (138) XIV. (S. 151-171)
-Wanderungen „Winfried“: Jugend als einzig legitimes Bindeglied zw. Natürlichen und dem Bürgerlichen (156)
-Diskussionen der Verbindung um Deutschtum, Völkisches, Nationales, Ökonomisches, Soziales, Religöses
-A. als Außenseiter der Gruppe, weil er kein jugendlicher Philister ist, dessen Studentenzeit der Höhepunkt des Durchschnittes (171) XV. (S. 171-184)
-A. sieht Kretzschmar in jeden Ferien in Kaisersaschern
-A. enttäuscht von der Theologie als empiristischen Studium
-Kretzschmar nach Leipzig ans Hase´sche Privat-Konservatorium, als Lehrer
-Brief an Kretzschmar: Entschluss, die Theologie zu beenden und Musiker zu werden
-Nicht Virtuose, weil fehlendes „Zigeunerblut“; kein Dirigent, weil keine „Frack-Primadonna vor dem Orchester“; Also Komponist (Alchimie, Schwarzkünstlertum)
-A.´s Brief, der den Entschluss enthält, Komponist zu werden nach dem Vorspiel der Nürnberger Meistersinger
-Serenus Militärdienst in Naumburg
-Wintersemester 1905: A. nach Leipzig zu Kretzschmar XVI. (S. 184-194)
-Brief A. an Zeitblom
-Begegnung A. mit dem fatalen Dienstmann, mit roter Mütze, Messingschild, Umhang, teuflisch redend, gesträubter Unterkiefer, Bärtchen - Fremdenführer; zeigt A. zwei Stunden lang Leipzig, bringt A. in ein Bordell - spanische Esmeralda streichelt A. - A. geht aus Schüchternheit ans Klavier und spielt ein wenig - vgl. Deussen: Nietzsches Brief
-Vernichte diesen Brief!! XVII. (S. 194-200)
-psychologische Interpretation des Briefes durch Zeitblom: Kumpfsches Altdeutsch, religiöse Atmosphäre, Reformationsdeutsch
-„Lusthölle“ - Gebiet des Sexuellen nie ein Thema zw. A. und Zeitblom gewesen, nur durch Kunst und Literatur verschleiert
-A. wird an den Ort zurückkehren - Hetaera Esmeralda XVIII. (S. 200-204)
-Zeitblom: klassische Bildungsreise in den Jahren 1908/09
-A. nach Aufenthalt in München Zeit in Italien, Palestrina, mit R. Schildknapp, während S.Z. eine Probekandidatur am Bonifatius-Gymnasium in Kaisersaschern
-Erst ab 1913 wohnt A. in Pfeiffering; S.Z. nach Freising bis 1930 - zusammen A.´s Jahre des Schaffens verbringen (17 Jahre) XIX. (S. 204-212)
-ein Jahr nach A.´s Ankunft in Leipzig: A. sucht Esmeralda, findet sie nicht mehr (206)
-Mai 1906 Premiere der Salome in Graz - A. sagt, er führe nach Graz, fährt aber nach Preßburg, um die Esmeralda aufzusuchen, sie hatte Leipzig wegen eines Krankenhaus-Aufenthaltes verlassen müssen
-A. trifft E., sie warnt ihn vor ihrem Körper, A. verschmäht die Warnung, besteht auf ihr Fleisch (207)
-Esmeralda findet Einzug in A.´s Werk: h, e, a, es
-A. kehrt nach Leipzig zurück: lokale Erkrankung bei Dr. Erasmus behandelt, Erasmus stirbt... dann zu Dr. Zimbalist (Dermatologe), bei drittem Besuch A.´s wird dieser abgeführt
- Dann: keine Wiederaufnahme der Behandlung mehr
Arbeit zitieren:
M.A. Jens-Philipp Gründler, 2003, Thomas Manns "Doktor Faustus" - Kapitelübersicht, München, GRIN Verlag GmbH
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