Inhaltsverzeichnis:
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1. Einleitung 3
2. Methoden und Aufgabenfelder der Heiler 3
3. Die Beziehung zwischen Heiler und Patient 5
4. Vorstellungen von Krankheiten und ihren Ursachen 6
4.1. Schlechte Winde 6
4.2. Der böse Blick 8
4.3. Heiß und kalt 9
4.4. Kex-Rituale 10
5. Empfängnis Schwangerschaft Geburt 12
6. Aktuelle Situation und Zukunft der Heiler 13
7. Gesundheitszustand der ärmeren Bevölkerung Yucatáns 14
8. Quellen 16
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1. Einleitung
Der Gebrauch von Medizinalpflanzen spielte im Leben der alten Maya eine wichtige Rolle. Bis heute hat sich vor allem in den ländlichen Gemeinschaften ein traditionelles Medizinwesen erhalten.
Traditionelle Gesellschaften, vergangene und heutige, haben ihre Methoden auf einer anderen Ebene, als die moderne westliche Medizin, in der Krankheiten lange als ein rein biologisches Problem angesehen wurden 1 . Bei traditionellen Gesellschaften hat die Medizin einen einheitlichen Charakter und unterscheidet nicht zwischen mentaler und körperlicher Krankheit. Es wird geglaubt, dass einige Krankheiten auf natürliche Ursachen zurückgehen, während andere von übernatürlichen Kräften verursacht werden. Ist die Behandlung einer Krankheit nicht wirkungsvoll, so wird die Situation von der metaphysischen Ebene betrachtet 2 . Schon die Spanier waren von der Fähigkeit der Indios zu heilen beeindruckt, da es keine Krankheit gab wofür sie nicht eine medizinische Pflanze hatten. Bereits 1508 haben die Spanier ein Extrakt einer Pflanze in die alte Welt gebracht, welches später zur Heilung von Syphilis verwendet wurde 3 . Es gab Spezialisten, die für die Heilung von Krankheiten zuständig waren und die mit Zauberern gleichgestellt wurden. Die Spanier sagten ihnen eine Verbindung mit dem Teufel nach und verfolgten sie lange Zeit, so dass viele ihre Aktivitäten geheim halten mussten. Von den Heilern wurde angenommen, dass sie Krankheiten heilen aber auch verursachen konnten und auch noch heute wird die Fähigkeit für das Gute und Böse mit ihnen verbunden 4 .
2. Methoden und Aufgabenfelder der Heiler
Heute gibt es männliche und weibliche Heiler auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán, die ihre Funktion als medizinische Spezialisten fortsetzen. Bezeichnungen für sie sind „curandero“ oder „yerbatero“ aus dem Spanischen und „h’men“ aus dem
1 Gubler, Ruth; Traditional Medicine in Yucatán. What of its Future? In: Gubler, Ruth und Ueli Hostettler
(Hrsg.), 1995: 63
2 Gubler 1995: 63
3 Gubler 1995: 64
4 Gubler 1995: 64-65
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Maya. Ihre Aufgabenfelder sind vielseitig. Sie treiben böse Winde aus, reinigen oder schützen ihre Patienten vor schlechten Einflüssen und Hexerei. Sie führen den Aderlass und Massagen durch und benutzen das Schröpfen (engl. „cupping“), in dem sie erhitzte Gläser auf die Haut setzen, was auch in Verbindung mit dem Aderlass durchgeführt werden kann 5 . Es gibt medizinische Spezialisten, wie die sogenannten Knochensetzer, die die Spezialisten für das Richten von Knochen sind 6 , sowie Hebammen, die für die Empfängnis, Schwangerschaft und Geburt zuständig sind. Es werden spezielle Zeremonien abgehalten, um Häuser, Felder und Vieh zu schützen und die landwirtschaftliche Fruchtbarkeit sicherzustellen. Diese landwirtschaftlichen Rituale werden allerdings nur von männlichen Heilern durchgeführt und Frauen dürfen auch nicht dabei anwesend sein 7 .
Die Heiler prophezeien auch, manchmal mit Hilfe des „sastun“ oder durch die Flamme einer Kerze oder im Dialog mit hilfreichen Geistern während sie in Trance sind 8 . Der „sastun“, ein murmelartiges quarzähnliches Objekt oder auch göttlicher Kristall, ist das Hauptwerkzeug eines Heilers. In anderen Quellen wird er auch als „zactun“ bezeichnet, was wörtlich übersetzt weißer Edelstein bedeutet 9 . Er wird bei einer Heilungszeremonie manchmal in Kräutern, auf den Kopf oder in die Nähe des Patienten platziert. Er zeigt dem Heiler die Stelle, an der die Krankheit beim Patienten sitzt. Der Heiler kann im Kristall erkennen, wie die Krankheit ausgeht und wenn sich der Kristall schwarz färbt, dass es sich um Hexerei handelt 10 . Es ist dem Heiler auch möglich heraus zufinden, wo sich verlorengegangene Dinge befinden, oder die Schuld oder Unschuld einer Person zu bestimmen. In der selbst hervorgerufenen Trance erhofft sich der Heiler, enthüllende Informationen über die Krankheit und ihren Ursprung sowie Methoden zur Heilung zu bekommen 11 . Behandlungen und Zeremonien werden meist an Dienstagen und Freitagen durchgeführt und auch die Zahlensymbolik hat noch heute einen großen Stellenwert.
5 Redfield, Robert und Margaret Park Redfield, Disease and Its Treatment in Dzitas, Yucatán. Carnegie Institution of Washington Publication 523. Contributions to American Anthropolgy and History, Vol. 6 (32). Washington, D.C., 1940: 71 6 Gubler 1995: 68 7 Redfield 1940: 55 8 Gubler 1995: 65 9 Rätsch, Christian (Hrsg.), Chactun. Die Götter der Maya. Quellentexte, Darstellung und Wörterbuch. München, 1986: 236 10 Redfield 1940: 72 11 Gronemeyer, Sven, Das indigene Medizinsystem. Krankheit und Heilung. Hausarbeit im Rahmen des Sprachkurses „Sprache und Kultur der yukatekischen Maya“ unter der Leitung von PD Dr. Nikolai Grube, WS 00/01, Universität Bonn, Institut für Altamerikanistik und Ethnologie, 2001
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Behandlungen sollten möglichst neunmal, oder ein Vielfaches von neunmal, wiederholt werden 12 .
Der pragmatischere Aspekt der Arbeit eines Heilers ist der Gebrauch von indigenen Pflanzen zur Heilung. Einige Heiler haben ein gewaltiges Wissen, jedoch benutzen sie im Alltag nur eine begrenzte Anzahl an Pflanzen. Es ist interessant, dass verschiedene Heiler nicht dieselben Pflanzen für eine bestimmte Erkrankung benutzen müssen 13 . Geruch und Geschmack, sowie Farbe, Form und Textur sind bedeutende Auswahlkriterien zur Unterscheidung zwischen Medizinal- und Nicht- Medizinalpflanzen. 14
3. Die Beziehung zwischen Heiler und Patient
Die Heiler scheinen eine freundschaftliche Beziehung zu ihren Patienten zu haben, vor allem weil ihr kultureller Hintergrund sie verbindet. Das heißt nicht, dass Patienten nur Heiler in ihrer Region aufsuchen. Es ist überraschend, wie oft weite Entfernungen zurückgelegt werden, wenn der gute Ruf eines Heilers zu ihnen gedrungen ist 15 .
Die Gespräche finden in der Sprache statt, die beiden am angenehmsten ist und nicht alle beherrschen das Spanische ausreichend. Gerade in anstrengenden Situationen einer Krankheit, ist es beruhigend sich in der eigenen Sprache verständigen zu können.
Die Atmosphäre ist familiär, eine einheimische strohgedeckte Hütte, in der ein Tisch steht, der als Altar dient und an dem der Heiler sitzt. Der Patient sitzt dem Heiler gegenüber und schildert seine Symptome. Es gibt keine Eile und in der Tat werden sogar vor dem eigentlichen Gespräch Neuigkeiten aus der Stadt und Klatsch und Tratsch ausgetauscht.
Danach hört der Heiler aufmerksam zu und stellt sachdienliche Fragen. Er ist nicht nur an den physischen Symptomen interessiert, sondern fragt auch nach dem
12 Gubler 1995: 68
13 Redfield 1940: 54 14 Ankli, Anita Sabine; Yucatec Mayan Medicinal Plants: Ethnobotany, Biological Evaluation and Phytochemical Study of Crossopetalum gaumeri, Diss. ETH No. 13555, Zürich 2000 15 Gubler 1995: 67
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Quote paper:
Ulrike Caspari, 2003, Krankheit und Heilung, Munich, GRIN Publishing GmbH
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