und einer weißen Kordel bestand, und darauf folgend den weiteren Verlauf der
Verfassungsentwicklung, von der mündlichen Bestätigung der Gemeinschaft durch Papst Innozenz III., die Entwicklung der jährlichen Kapitel, auf denen Fragen des Zusammenlebens in der Gemeinschaft geklärt wurden, bis hin zur Einführung der Ämterverfassung auf Empfehlung der Kurie, der damit verbundenen Einführung des Probejahres und schließlich die Ernennung zweier Vikare durch Franziskus selbst die für ihn die Funktion der Aufnahme neuer Brüder und die Aufgabe der Visitationen übernahmen.
Weiterhin geht der Autor auf die in „Regula bullata“ und der „Regula non bullata“ bis 1223 entwickelten Ordensvorschriften ein, wobei er immer wieder auf die Einstellung des Franziskus, gegenüber den Regeln und seiner Stellung in der Bruderschaft eingeht. Selge stellt dabei dessen Position immer wieder stark heraus, der sich seiner Rolle als Vorgesetzter durchaus bewusst war, jedoch diese immer als Funktion und nicht als ihm gehöriges Amt angesehen hätte.
Diese Einstellung hätte er auch von den „ministri“ und anderen Amtsträgern des Ordens verlangt. Die E inführung der Ämterverfassung hätte im besonderen Interesse der Kurie gelegen die dadurch und durch die Einführung des Probejahres, die Möglichkeit der Disziplinarbestrafung der Brüder erreichte und somit das austreten aus der Gemeinschaft unmöglich machte. Im dritten Teil werden die „Idee und die Ziele der Gemeinschaft“ betrachtet. Die Lebensweise der „Vita evangelii“ wären für Franz und seine Brüder verbindlich gewesen. Sie verbot jedem einzelnen Privilegien der Kurie zu erwirken, zum Beispiel für den Gottesdienst oder das Predigeramt. Das „Evangelium Jesu Christi befolgen“ ist der Anfangs- und Schlusssatz der „Regula bullata“. Franz und seine Brüder predigten hätten aber nach Ansicht Franziskus´ nicht das Recht darauf besessen. Nach Franziskus sei die „Buße“ der Brüder, Selbstverleugnung und geringer werden als jeder andere. Der „frater minor“ hätte nichts eigenes als seinen Sünden und Laster, alles was da ist gehöre Gott und er soll ihm dafür danken. Das Kennzeichen der „Franziskanischen Idee“ läge also i n der Selbstverleugnung, Franz hätte sich darauf beschränkt sich, den Brüdern im eigenen Leben das Beispiel des wahren Gehorsams zu geben, also vorzuleben.
Im letzten Teil geht Selge auf das Verhältnis des Franziskus zur Kirche ein. Katholizität und Kirchentreue seien unaufgebbarer Bestandteil der franziskanischen Lebensweise. Kuriale Privilegien lehnte er ab und ermahnt bis zu seinem Tode zur Katholizität. Noch in seinem Testament gab er eine Disziplinarvorschrift gegen Brüder die das Stundengebet nicht einhielten, somit ihre Katholizität in Frage stellten, heraus. Für Franziskus hätten die Regeln des Ordens und die Treue zur Kirche nie im Widerspruch gestanden, die Antwort an tatsächlich tadelnswerte Priester, hätte nur im Beispiel der gelebten „Minorität“ bestehen
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Arbeit zitieren:
Christian Heinze, 2003, Zu: Kurt-Viktor Selge, Rechtsgestalt und Idee der frühen Gemeinschaft des Franz von Assisi, München, GRIN Verlag GmbH
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