Inhaltsverzeichnis
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1. Einleitung 2
2. Biographische Bemerkungen zu Erikson 3
3. Das Stufenmodell 4
3.1 Urvertrauen vs. Urmisstrauen (1. Stufe) 4
3.2 Autonomie vs. Scham und Verzweiflung (2. Stufe) 5
3.3 Inititative vs. Schuldgefühle (3. Stufe) 6
3.4 Leistungssinn vs. Minderwertigkeitsgefühl (4. Stufe) 7
3.5 Identität vs. Identitätsdiffusion (5. Stufe) 8
3.6 Intimität und Solidarität vs. Isolierung (6. Stufe) 10
3.7 Generativität vs. Selbstabsorbtion (7. Stufe) 11
3.8 Integrität vs. Verzweiflung (8. Stufe) 11
4. Fazit 12
Literaturverzeichnis 15
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1. Einleitung
Der Mensch durchläuft eine ständige Entwicklung. Dabei besteht die Entwicklungsarbeit meist aus der Lösung konkreter Probleme oder Enwicklungsaufgaben. Es liegt nahe, die Entwicklung des Menschen in Phasen oder Stufen einzuteilen.
Ein solches Entwicklungsmodell stellte Erik Homburger Erikson, wahrscheinlich motiviert durch das biographische Eintauchen in andere Kulturen, auf. Dieses Modell lehnte er eng an die fünf Phasen der psychosexuellen Entwicklung von Freud an. Diese beschreiben die Entwicklung des Menschen von der Geburt bis zur Pubertät. Die erste Phase wurde von Freud als Orale Phase bezeichnet. Während dieser Zeit erlebt das Kind Lustbefriedigung durch alles, was mit dem Mund zusammenhängt. Das wichtigste Beispiel hierfür ist die Nahrungsgabe durch die Mutter beim Saugen an der Brust. Anschließend folgt die Anale Phase, in dieser verschiebt sich der Aufmerksamkeitsfokus auf die Ausscheidungsprodukte, wobei das Kind durch das Ausscheiden oder Zurückhalten der Exkremente erste Kontrollmechanismen innehat . In der Phallischen Phase übernimmt das Kind Moralbegriffe, beispielsweise von den Eltern, und entwickelt so auch sein Über-Ich. Des weiteren ist diese Phase durch das erste Entdecken der eigenen und fremden Sexualität gekennzeichnet. Außerdem kommt es zu einer verstärkten Hinwendung zum gegengeschlechtlichen Elternteil ja sogar zur Rivalität mit dem gleichgeschlechtlichen, so dass auch um die Liebe des gleichgeschlechtlichen Elternteils gefürchtet wird. In der folgenden Latenzphase werden die sozialen und seelischen Antriebe ausgebildet. Die genitale Phase bildet den Abschluss der Sexualentwicklung und konzentriert die Wahrnehmung erneut auf die eigene und fremde Sexualität. Diese Phase ist besonders konfliktgeladen (Stangl, 2004).
Tabelle 1: Die psychosexuellen Entwicklungsphasen nach Freud (Quelle: Oerter & Montada, 2002)
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Erikson erweiterte Freuds Modell zu acht Stufen, welche die gesamte Lebensdauer umfassen und ergänzte es um die psychosoziale Dimension. Das Modell Eriksons beruht auf der Annahme, dass nicht die intrinsisch gesteuerte Selbstentfaltung den Menschen vorantreibt sondern die Bewältigung altersphasenspezifischer Krisen. Erikson definiert jede seiner Stufen über solch eine Krise. Jedoch ist die Krise bei Erikson kein negativ geprägter Begriff, sondern ein Zustand der konstruktiv gelöst zu einer Weiterentwicklung führt. Der Mensch kann immer in die nächste Stufe übergehen, gelingt der Übergang jedoch nicht ohne Probleme, drohen Beeinträchtigungen des gesamten weiteren Lebensweges. Somit enthält jede Stufe Chancen und Gefahren sowie die Möglichkeit, Verletzungen vorheriger Stufen zu heilen (Flammer, 2003).
Im folgenden möchten wir zunächst auf die Biographie Eriksons eingehen, um auch seine persönliche Verbundenheit zu dem Thema aufzuzeigen. Danach werden die acht Stufen des Modells vorgestellt und anschließend kritisch reflektiert.
2. Biographische Bemerkungen zu Erikson
Erik Homburger Erikson wurde im Jahr 1902 in der Nähe von Frankfurt geboren. Da seine dänischen Eltern sich schon vor seiner Geburt getrennt hatten, wuchs er bei seiner Mutter und deren neuem Partner, dem Kinderarzt Doktor Homburger, auf. Erikson besuchte ein Gymnasium in Karlsruhe, welches er jedoch ohne Abschluss verlassen hat.
Wegen seines großen Interesses an Kunst wanderte er durch ganz Europa. Während eines Aufenthalts in Wien, wo er zusammen mit einem Freund die Kinder wohlhabender Eltern unterrichtete, lernte er Anna Freud, die Tochter von Sigmund Freud, kennen.
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Zu dieser Zeit entdeckte er sein Interesse an der Psychoanalyse und begann auch eine Therapie bei Anna Freud. Im Jahre 1929 heiratet er Joan Serson, eine Amerikanerin, mit der er 1933 über Dänemark in ihr Heimatland floh.
In Boston angekommen, eröffnete Erikson eine Praxis für Kinderanalyse. 1936 nahm er eine Stelle an der Yale University an, lebte danach einige Jahre zusammen mit Sioux- Indianern in South Dakota und studierte das Leben eines indianischen Fischerstamms in Yurok an der kalifornischen Nordküste. Während dieser Zeit sammelte er sehr viele Erfahrung über die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen fremder Kulturen.
Da er sich 1949 als Angestellter der University of California in Berkeley dem zur McCarthy-Zeit üblichen Treueeid widersetzte, musste er aus beruflichen Gründen an die Ostküste umziehen, wo er 1960 Professor an der Harvard University wurde.
Geprägt durch das Studium fremder Kulturen und ständige Umwälzungen des eigenen Lebens wurde Erikson immer wieder mit der Problematik der eigenen Identitätsfindung konfrontiert und war so motiviert, sich näher und intensiver mit diesem Thema zu befassen. Erikson verstarb 1994 im Alter von 92 Jahren (Flammer, 2003).
3. Das Stufenmodell
3.1 Urvertrauen vs. Urmisstrauen (1. Stufe)
1. Lebensjahr
Der Zustand des Kindes ist laut Erikson (1981) charakterisiert durch das Trauma der Geburt. Das Kind wurde schockartig aus seiner gewohnten Umgebung gerissen, und die Bindung zur Mutter wird umgestaltet. Das Kind lernt in dieser Lebenssituation das Urvertrauen zu sich selbst und anderen, durch die Erkenntnis, dass die persönlichen Bedürfnisse erfüllt werden. Der Zeitraum bis zur Erfüllung kann langsam immer länger werden, so dass das Kind Gewissheit bekommt, dass die Erfüllung folgen wird. Das Kind weiß, dass es nicht allein ist, auch wenn es kurzfristig niemanden sehen oder wahrnehmen kann. Dies bedingt die Vertrauensfassung des Kindes zu sich selbst und den eigenen Fähigkeiten. Durch Selbstkontrolle und eigenständiges Bewältigen von Situation entsteht Selbstvertrauen (nach Erikson: persönliche Kontrolle). Dieses Urvertrauen zu sich und anderen bildet die Basis für jegliche spätere Entwicklung, d.h.
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Arbeit zitieren:
Cornelia Witt, Natalie Hambitzer, 2003, Eriksons Stufenmodell, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
Das Stufenmodell von Erik H. Erikson
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