II
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis II II
Abkürzungsverzeichnis III
Executive Summary IV
1. Methodik 1
2. Einleitung 1
3. Der Begriff Due Diligence 2
4. Gründe, Ziele und Funktionen der Due Diligence 2
5. Arten der Due Diligence 3
5.1. Financial Due Diligence 4
5.2. Tax Due Diligence 5
5.3. Legal Due Diligence 5
5.4. Weitere Arten der Due Diligence 6
6. Inhaltliche Abgrenzung und Einordnung in den Akquisitionsprozess 8
6.1. Die Due Diligence vom Käufer veranlasst 8
6.2. Die Vendor Due Diligence 8
7. Dokumentation und Berichterstattung 9
8. Erfolgsfaktor Due Diligence 10
Anhang V
Literaturverzeichnis XVI
III
Abkürzungsverzeichnis
AktG Aktiengesetz AO Abgabenordnung bspw. beispielsweise bzgl. bezüglich bzw. beziehungsweise DD Due Diligence d.h. das heißt DStR Deutsches Steuerrecht etc. et cetera F&E Forschung und Entwicklung Fn. Fußnote ggf. gegebenenfalls i. d. R. in der Regel i. e. S. im engeren Sinne IPO Initial Public Offering (Börseneinführung) i. w. S. im weiteren Sinne M&A Mergers & Acquisitions S. Seite usw. und so weiter u. a. unter anderem u. U. unter Umständen z.B. zum Beispiel
IV
Executive Summary
Die Due Diligence ist eine Sonderprüfung von Unternehmen bei vielfältigen Anlässen. Am häufigsten findet sie Anwendung bei allen Arten von M&A-Deals, insbesondere Unternehmenskäufen und -verkäufen.
Bei einem Unternehmenskauf/ -verkauf dient die Due Diligence dem Käufer dazu, zusätzliche Informationen über das Zielunternehmen zu erhalten, die sonst nur der Verkäufer hat, um mögliche Transaktionsrisiken zu identifizieren und akquisitionsbedingte Synergiepotentiale zu quantifizieren. Dem Verkäufer bietet die Due Diligence die Gelegenheit, seine Güte zu signalisieren und spätere Gewährleistungsansprüche des Käufers auszuschließen. Für beide Transaktionspartner ist die Due Diligence Basis für die anschließende Kaufpreisbestimmung und die Vertragsverhandlungen.
Aufgrund ihrer Komplexität wird die Due Diligence zur besseren Systematisierung und Strukturierung in verschiedene Teilbereiche gegliedert. Die wichtigsten sind dabei die Financial Due Diligence, die Tax Due Diligence sowie die Legal Due Diligence.
Bei der Einordnung der Due Diligence in den typischen Ablauf einer Unternehmenstransaktion ist grundsätzlich zu unterscheiden zwischen dem Regelfall, dass die Due Diligence vom Käufer veranlasst wird und dem Sonderfall, dass der Verkäufer die Prüfung veranlasst. Beim ersteren wird der Verkäufer der Due Diligence meist erst nach Austausch einer Vertraulichkeitserklärung und Erhalt eines Kaufangebots zustimmen, während im zweiten Fall die Prüfung bereits im Vorfeld einer Kontaktaufnahme zu potentiellen Kaufinteressenten durchgeführt wird und als „Trockenübung“ für den Verkäufer dient.
Die Berichterstattung über (Zwischen-)Ergebnisse der Due Diligence findet bereits während der laufenden Prüfung statt, da somit Abweichungen vom Zeitplan sowie mögliche Transaktionsrisiken erkannt und bereits frühzeitig auf diese reagiert werden kann. Eine hohe Bedeutung besitzt die Dokumentation auch daher, weil Schwachstellen Ausgangspunkte für vertragliche Regelungen bzgl. Garantien und Kaufpreis sind und bei späteren Rechtsstreitigkeiten nachvollzogen werden kann, ob der Käufer über bestimmte Mängel bei Vertragsschluss aufgeklärt war. Die zusammenfassende Darstellung aller Ergebnisse der Due Diligence ist das Due Diligence Memorandum.
1
1. Methodik
In der folgenden Arbeit wird die Due Diligence (DD) exemplarisch als wesentlicher Bestandteil zur erfolgreichen Durchführung eines Unternehmenskaufs bzw. -verkaufs, bei welchem sie die häufigste Anwendung findet, gewürdigt. An den individuellen Prüfungszweck angepasst, lassen sich generell die dargelegten Schwerpunkte auf alle Anlässe einer DD übertragen. 1
Nach einer kurzen Einleitung folgt die Definition der DD, gefolgt von ihren Zielen und Arten sowie der Einordnung in den Akquisitionsablauf, wobei die DD sowohl vom Käufer 2 als auch vom Verkäufer (Vendor DD) veranlasst werden kann. Es werden der Bereich der Dokumentation und Berichterstattung und abschließend die DD als Erfolgsfak-tor dargestellt.
2. Einleitung
Untersuchungen zufolge liegt die Erfolgsquote von Unternehmenszusammenschlüssen bei unter 40%. 3 Dieses Ergebnis ist u. a. auf eine „nicht oder nicht adäquat durchgeführte Due Diligence“ 4 zurückzuführen. Die DD hilft M&A-Deals 5 erfolgreich vorzubereiten und durchzuführen, da bereits im Vorfeld Akquisitionsrisiken erkannt werden können, welche u. U. zum frühzeitigen Abbruch der Akquisition führen. 6 Auch künftig wird das Thema Unternehmenskauf/ -verkauf in Deutschland, auf-grund von Deregulierungsmaßnahmen, der fortschreitenden internationalen Vernetzung von Märkten und Unternehmen, der Vollendung des Europäischen Binnenmarktes, der Euro-Einführung sowie der Globalisierung der Weltwirtschaft eine wichtige Rolle spielen. 7 Die DD wird ebenso im Mittelstand zunehmend präsent. Das Institut der deutschen Wirtschaft schätzt die Zahl der in den nächsten 10 Jahren zur Übertragung oder Vererbung anstehenden kleinen und mittelgroßen Unternehmen auf etwa 700.000. Jährlich beschäftigen sich bis zu 100.000 mittelständische Unternehmen mit der Erbfolge-Thematik. Doch bei vielen Familienunternehmen scheitert diese Möglichkeit der Unternehmens- 1 Zuden wesentlichen Anlässen einer DD siehe Anhang 1.
2 Zum Zeitpunkt der Due Diligence kann eigentlich noch nicht von einem Käufer, sondern vielmehr nur von einem Kaufinteressenten gesprochen werden. Der Einfachheit halber werden im Folgenden trotzdem die Termini Käufer, Erwerber bzw. Aquisiteur verwendet.
3 Vgl. Picot (Mergers), S. K 3.
4 Berens/ Brauner/ Strauch (Diligence), S. V.
5 Der Bereich M&A umfasst Unternehmenskauf/ -verkauf/ -fusionen, IPO, Management Buy-Out und Buy-In, Joint Ventures, Kooperationen, Umstrukturierungen, Unternehmenssicherungen sowie -nachfolgen. Vgl. Vogt (Diligence), S. 2032.
6 Vgl. Rockholtz (Akquisitionsmanagement), S. 2.
7 Vgl. Angersbach (Diligence), S. 20.
2
übergabe am fehlenden Nachfolger oder dessen Interessen. So bleibt oft nur der Weg der Veräußerung. 8
3. Der Begriff Due Diligence
„Die Due Diligence ist die umfassende, auf ein einzelnes, potentielles Akquisitionsobjekt bezogene Unternehmensanalyse, zur Ermittlung aller, für die Akquisition entscheidungsrelevanten Informationen.“ 9 Wörtlich kann man den Begriff „Due Diligence“ am besten mit „erforderliche Sorgfalt“ übersetzen. Bei einem Unternehmenskauf erfolgt die DD üblicherweise im Auftrag des Käufers und soll die wesentlichen Entscheidungsfaktoren für die beabsichtigte Transaktion aufzeigen sowie die Fragen, ob und zu welchen Bedingungen die Transaktion durchgeführt werden soll, beantworten. 10 Die Vendor DD 11 ist eher ein Sonderfall, erfreut sich jedoch seit Mitte der 90-er Jahre zunehmender Beliebtheit, um mit dieser pro-aktiven Vorgehensweise, gerade in schwierigen M&A-Zeiten, den Verkaufsprozess zu optimieren. 12
4. Gründe, Ziele und Funktionen der Due Diligence
Die DD beim Unternehmenskauf dient dazu, die asymmetrische Informationsverteilung zwischen dem, mit dem Zielunternehmen (target) weniger vertrauten, Käufer und dem besser informierten Verkäufer zu reduzieren bzw. zu beseitigen. Ziel des Käufers ist eine fundierte Verhandlungsgrundlage für die juristische Ausarbeitung des Vertragswerkes sowie die betriebswirtschaftliche Beurteilung der Transaktion im Rahmen der Kaufpreisfindung. 13 Zwei Aufgabenbereiche der Informationsermittlung sind zu unterscheiden: Die Beurteilung und Identifikation von grundsätzlichen Akquisitionsrisiken (deal breaker) sowie die Analyse der „Chancen und Risiken zur Erzielung einer akquisitionsbedingten Marktwertsteigerung“ 14 nach dem Erwerb. 15 Die DD ist also sowohl vergan-genheitsorientiert, als auch auf zukünftige Entwicklungen ausgerichtet. 16 Der Veräußerer muss bei vollständiger Aufdeckung aller für den Käufer entscheidungsrelevanten Informationen befürchten, dass vertrauliche Informationen in den Besitz des Kaufinteressenten gelangen 17 und dieser danach nicht mehr am Erwerb interessiert ist. Brisant ist besonders, dass ein Käufer häufig zum Kreis der direkten Wettbewerber des
8 Vgl. Jungblut (Diligence), S. 5.
9 Rockholtz (Akquisitionsmanagement), S. 70.
10 Vgl. Ganzert/ Kramer (Diligence), S. 577.
11 Auch als verkäuferseitige DD, Vendorside DD, Vendor initiated DD oder als Sellside DD bezeichnet. Vgl. Weiser (Vendor), S. 593.
12 Vgl. ebenda.
13 Vgl. Berens/ Schmitting/ Strauch (Funktionen), S. 79.
14 Rockholtz (Akquisitionsmanagement), S. 72.
15 Vgl. ebenda.
16 Vgl. Spill (Diligence), S. 1787.
17 Zur Offenlegung von Unterlagen während einer DD siehe Anhang 2.
3
target gehört oder im Verlaufe der DD Schwächen des target offen gelegt werden, die in einem geringeren Kaufpreis Ausdruck finden. Trotzdem sollte der Verkäufer einen Anreiz zur Offenlegung von Informationen darin sehen, dass der Käufer bei ungenügender In-formation nicht nur einen Abschlag vom Kaufpreis verlangen wird sondern vielleicht sogar ganz von seinen Kaufabsichten Abstand nimmt. Die DD ist daher für den Verkäufer eine Möglichkeit, seine Güte zu signalisieren und Qualitätsinformationen auf den Käufer zu übertragen. 18
Eine weitere wichtige Bedeutung kommt der DD im Zusammenhang mit den gesetzlichen Vorschriften zu Kauf und Gewährleistung zu. Der Verkäufer kommt mit seiner Unterstützung der DD seinen Aufklärungspflichten gegenüber dem Käufer nach, während der Käufer das Risiko eingeht, seine Gewährleistungsrechte zu verlieren, wenn er das target nicht prüft. Die DD wird mittlerweile als Verkehrssitte angesehen und der Käufer handelt grob fahrlässig, wenn er sie unterlässt. 19
5. Arten der Due Diligence 20
Im Rahmen der DD werden verschiedene inhaltliche Bereiche (Audits, Reviews) unterschieden, um die Arbeit organisatorisch und fachlich einzugrenzen. Die wichtigsten Prüfbereiche sind die rechtliche (Legal DD), die finanzielle (Financial DD) und die steuerliche (Tax DD) Situation. Daneben existieren noch weitere Untersuchungen, deren Bedeutung je nach Unternehmenstyp schwankt, daher sind die hier vorgestellten Teilreviews nicht als abschließend zu betrachten. Die individuelle Ausgestaltung und Schwerpunktsetzung innerhalb einer DD sowie die Abgrenzung der Audits wird teilweise sehr unterschiedlich vorgenommen und ist abhängig von der Zusammensetzung des Due Diligence-Teams, den individuellen Gegebenheiten beim Akquisitionsobjekt sowie den Zielen des Käufers. So ist bspw. bei einer Übernahme aus Internationalisierungsgründen die Stellung des Zielunternehmens in seinem Markt von Interesse, während bei einer nationalen horizontalen Akquisition verstärkt Augenmaß auf die Quantifizierung von economies of scale gelegt wird. Oftmals ergeben sich Schnittstellen zwischen den Bereichen (bspw. sind die Financial oder die Environmental DD in Teilbereichen nur schwer von der Legal DD zu trennen). 21
Die eigentliche Durchführung der DD übernehmen auf die verschiedenen Teilbereiche spezialisierte Experten, wie Rechtsanwälte, Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer. Le-
18 Vgl.Berens/ Schmitting/ Strauch (Funktionen), S. 79 f.
19 Vgl. Vogt (Diligence), S. 2027 ff.
20 Zu Arten, zu prüfenden Inhalten und Ablauf der Audits siehe Anhänge 3 - 5.
21 Vgl. Rockholtz (Akquisitionsmanagement) S. 93 f. sowie Berens/ Mertes/ Strauch (Unternehmensakqui- sitionen), S. 42 ff.
Arbeit zitieren:
Hendrik Franz, 2003, Due Diligence, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Seminararbeit, 21 Seiten
Charakterisieren und Beurteile...
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Hausarbeit, 19 Seiten
Electronic Commerce - Einsatzmöglichkeiten, Nutzen und Trends
Hausarbeit, 40 Seiten
Das Problem der optimalen Lieferantenanzahl
BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik
Seminararbeit, 26 Seiten
Strategische Grundlagen des Beschaffungsmanagements
BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik
Hausarbeit, 16 Seiten
Chancen und Risiken des Global Sourcing
Ingenieurwissenschaften - Wirtschaftsingenieurwesen
Hausarbeit, 26 Seiten
Die Vergütung von Vorständen mit Aktienoptionen
BWL - Personal und Organisation
Studienarbeit, 30 Seiten
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Seminararbeit, 27 Seiten
Empirische Überprüfung des Leverage-Effekt anhand des DAX
BWL - Bank, Börse, Versicherung
Seminararbeit, 17 Seiten
Weisen die Konjunkturpakete I ...
Hausarbeit, 15 Seiten
Markenaufbau - Grundlagen, Ansätze, aktuelle Entwicklungen
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Studienarbeit, 18 Seiten
Mitarbeiterbeteiligungen, insbesondere Aktienoptionen, als Anreizinstr...
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Hausarbeit, 30 Seiten
Global Sourcing - Grenzen der Anwendbarkeit
Hauptseminararbeit, 22 Seiten
Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing
Wissenschaftlicher Aufsatz, 12 Seiten
Hendrik Franz's Text Due Diligence ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Hendrik Franz hat den Text Due Diligence veröffentlicht
Hendrik Franz hat einen neuen Text hochgeladen
Due Diligence - Die Unternehmensprüfung vor der Unternehmensakquisitio...
Veranschaulicht anhand einer L...
Vicky Kapoor
Due Diligence bei Unternehmensakquisitionen
Wolfgang Berens, Hans U. Brauner, Joachim Strauch
Prüfung und Unternehmensbewert...
Bernd Högemann, Wilfried von Eiff, Wolfgang Berens
0 Kommentare