INHALTSVERZEICHNIS
1. Einleitung 3
2. Ursachen von Gewalt 4 7
2.1 Ausschlaggebende Faktoren: Familie und Psyche des Kindes 4
2.2 Ausschlaggebende Faktoren: Schule / Umwelt 6
2.2.1 Gewalt der Schule gegenüber Schülern 6
2.2.2 Gewalt des Lehrers gegenüber Schülern 6
3. Auswirkungen von Gewalt 8 10
3.1 Gewaltäußerungen der Schüler gegenüber Schule und 8
Mitschülern
3.2 Gewaltäußerungen der Schüler gegenüber Lehrern 8
3.3 Profil des Gewalttäters 9
3.4 Begleiterscheinungen einer Bedrohung anhand eines Opfers 9
4. Lösungsvorschläge für Gewalt 11 14
4.1 Schulebene 11
4.2 Klassenebene 12
4.3 Schülerebene 13
4.4 Lehrerebene 13
5. Medien 15
5.1 Emotionalisierte Berichterstattung -Sensationshascherei 15
Irreführende Verallgemeinerungen
6. Schluss 16
Literaturverzeichnis 17
Anhang 18 20
Diese Hausarbeit soll einen Einblick in das Thema Gewalt an Schulen geben.
Wie aus dem vorangehendem Inhaltsverzeichnis hervorgeht, beschäftigt sich die Hausarbeit zunächst mit den Ursachen der Gewalt an Schulen. Auf die Ursachen folgen die Auswirkungen, die Gewalt haben kann. Als Abrundung war mir wichtig, Lösungsmöglichkeiten darzustellen. Um auch die Aktualität dieses Themas zu durchleuchten, schließe ich meine Hausarbeit mit dem Thema Medien.
Bei der Suche nach Literatur ist mir bewusst geworden, dass das Thema Gewalt an Schulen so umfangreich ist, dass ich zwecks Übersichtlichkeit eine Auswahl treffen musste. Daher habe ich mich größtenteils auf das Buch von Peter Struck: Erziehung gegen Gewalt: Ein Buch gegen die Spirale von Aggression und Hass bezogen, da dieses Buch einen komprimierten Überblick gibt. Die Hausarbeit vermittelt somit nur eine begrenzte Einsicht in das Thema.
Mein Interesse an diesem Gegenstand wurde angeregt durch das Buch von Heinrich Dauber: Grundlagen Humanistischer Pädagogik, Kapitel 1.2 Bildung und Zukunft; durch Medien und durch die Tatsache, dass ich es wichtig finde, als angehende Lehrerin über dieses Thema informiert zu sein und dementsprechend auch auf Gewalt reagieren zu können.
3
2. Ursachen von Gewalt
Zu diesem brisanten Thema kommen immer wieder Fragen auf, wie: Woher kommt die Gewaltbereitschaft? Ist sie Resultat gewalttätiger Eltern? Haben die Medien Schuld? Wird Gewalt über negative Einflüsse der Gleichaltrigen gelernt? Gibt es eine genetisch bedingte Neigung zur Gewalt? 1
Die Ursachen für den Gewaltgebrauch sind so mannigfaltig, wie die Erscheinungsformen der Gewalt selbst. 2
Vorweg muss gesagt werden, dass das Thema Gewalt gesamtgesellschaftlich relevant ist und keine schulspezifische Problematik darstellt. Eher beeinflussen gesellschaftliche Ursachen die Schule, die als Teil der Gesellschaft definiert wird. 3 Entscheidend ist, dass Gewalt ein Hilferuf nach Aufmerksamkeit, Zuwendung und Anerkennung ist. 4
2.1 Ausschlaggebende Faktoren: Familie und Psyche des Kindes
Die Erklärung für Gewaltbereitschaft ist vor allem der Familienzerfall, die Vaterlosigkeit vieler Kinder, Morde auf dem Bildschirm, gewaltreiche politische Auseinandersetzungen, aber auch ein Mangel an historischer und politischer Bildung sowie die schulische Systemgewalt, die mit verschiedenen Selektionsmechanismen, so angelegt ist, dass sie Gewinner und Verlierer hervorbringt, 5 was sich dann auch wieder im Umgang miteinander in der Gesellschaft widerspiegelt.
Viele Kinder wachsen mit gewaltreichen Männlichkeitsidealen in einer verkommenen Umwelt auf, das gilt insbesondere für Jungen, die 90 % der Täter, aber auch 70 % der Opfer ausmachen. Auch die Gewalt in der Familie, in der Sprache, im Straßenverkehr und unter Erwachsenen nimmt zu, sie gewinnt aber auch bei Menschen, die sich als Verlierer fühlen, eine immer größere Akzeptanz. 6
1 vgl. Struck, Peter: Erziehung gegen Gewalt, S. 4.
2 vgl. Weis, Michael: Der Schuß in den Rücken und seine Folgen, S. 132.
3 vgl. Weis, Michael: Der Schuß in den Rücken und seine Folgen, S. 127.
4 vgl. Struck, Peter: Erziehung gegen Gewalt, S. 37.
5 vgl. Struck, Peter: Erziehung gegen Gewalt, S. 39
6 vgl. Struck, Peter: Erziehung gegen Gewalt, S. 4.
4
„Das moderne Kind ist einsam, seine Gewaltbereitschaft gegen Sachen, gegen Menschen oder gegen sich selbst [...] ist eine Antwort auf Bindungsdefizite, Langeweile, Vernachlässigung, fehlende Anerkennung, mangelnde Sinnerfüllung und Perspektivarmut.“ 7 , Wut, Stress, Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung, unbewältigte Trauer, Rache, Angst, Liebeskummer, Spaß an Zerstörung, Einflüsse von Freunden, Verwahrlosung, Ausbeutung durch Eltern, sexueller Missbrauch, körperliche oder psychische Misshandlung, persönliche Status- und Imageprobleme, die Last der Ausgrenzung durch ein ungewöhnliches Aussehen, Trennung und Scheidung der Eltern, Suchtabhängigkeit etc. 8
„Einsame Kinder wachsen mit einem Mangel an verbindlichen Werten, mit fehlenden Grenzerfahrungen und ohne eine Spur religiöser Bindungen auf.“ 9 Das Kind „kompensiert seine Auf-sich-allein-Geworfenheit mit psychosomatischen Störungen und kanalisiert seine unerfüllten Zuwendungs-, Geborgenheits- und Beschäftigungsbedürfnisse in soziale Nischen hinein, in denen Gewalt ein anerkanntes rangordnungsbildendes Mittel ist [...].“ 10
Gerade bei Gruppen der Jugendszene ist Gewalt ein beliebtes Ausdrucksmittel, weil es eine große Anerkennung untereinander bringt. Das Gefährlichste, was dann passieren kann, ist, dass Erfolg und Aggression miteinander verbunden werden und dabei Normen und Werte immer mehr eine untergeordnete Rolle spielen. 11
„Kinder gewöhnen sich schneller als Erwachsene an Gewalt. Fehlendes Unrechtsbewußtsein, die Unfähigkeit zu Schuldgefühlen und stetig niedriger werdende Hemmschwellen für Aggressionen sind die Folge.“ 12
Durch ihre Eltern erfahren Kinder immer häufiger, dass Gewalt ein oft angewandtes Kommunikationsmittel darstellt, was sie mehr belastet als Erwachsene. 13
7 Struck, Peter: Erziehung gegen Gewalt, S. 40.
8 vgl. Spiegel, Egon: Gewaltverhältnisse und Gewaltverhalten in der Schule, S. 291.
9 Struck, Peter: Erziehung gegen Gewalt, S. 3.
10 Struck, Peter: Erziehung gegen Gewalt, S. 40.
11 vgl. Struck, Peter: Erziehung gegen Gewalt, S. 12.
12 Struck, Peter: Erziehung gegen Gewalt, S. 4.
13 vgl. Struck, Peter: Erziehung gegen Gewalt, S. 9.
5
2.2 Ausschlaggebender Faktor: Schule / Umwelt
Auch die Schule als Institution und die Haltung der Lehrer sind oft gewaltreicher gegenüber Schülern als man vermutet, da sie sich nicht auf eine veränderte Schülerschaft umstellt, weil sie immer noch dem unzeitgemäßen Fachlehrer und Kurssystem nachhängen, wobei die Klassenlehrerpädagogik und der Erziehungsauftrag vernachlässigt wird. Statt dessen sind Lehrer Stundengeber in übergroßen Systemen ohne Sozialpädagogik und ohne Rücksicht auf Familien- und Gesellschaftsstrukturen. 14
Gewaltverhalten in der Schule wird ausgelöst durch: die Klassen- und Schulgröße, eine unübersichtliche Schulorganisation, mangelhafte Einrichtungen und dürftige Ausstattungen mit gutem Lehr- / Lernmaterial, Fehlen fester Klassenräume, schlechte personelle Ausstattung, veraltete Curricula, lebensferner Unterrichtsstoff, der Lebenssituation der SchülerInnen nicht gerechtwerdende Lehrplan, schulferne Schulbehörden, rigide Stundeneinteilung, häufiger Lehrerwechsel, ständiger Stundenausfall, Diskriminierung nach Rasse, Geschlecht, Nation und Religion etc. 15
2.2.2 Gewalt des Lehrers gegenüber Schülern
Die Ursachen liegen auch beim Lehrer und seinem Beruf, genau dann, wenn er eine untaugliche Person ist, die die Schüler demotiviert, die sich nicht individuell auf den einzelnen Schüler und seine Probleme einstellt, die Lieblinge haben und andere untervorteilt, die sich nicht außerhalb der Schule für ihre Schüler engagieren und interessieren, langweilig sind und permanent überfordern, ungerecht benoten, mit Schlüsselbund werfen usw. 16 „Jede Schule hat nur etwa 10 bis 20% wirklich gute Lehrer, so daß manch ein Schüler trotz seiner Lehrer zum Abitur kommt, manch einer aber auch wegen seiner Lehrer erfolgreich ist oder gar scheitert.“ 17 Somit ist auch die Lehrerpersönlichkeit ausschlaggebend: Überziehen der
14 vgl. Struck, Peter: Erziehung gegen Gewalt, S. 43/44.
15 vgl. Spiegel, Egon: Gewaltverhältnisse und Gewaltverhalten in der Schule, S. 293.
16 vgl. Struck, Peter: Erziehung gegen Gewalt, S. 45.
17 Struck, Peter: Erziehung gegen Gewalt, S. 45.
6
Arbeit zitieren:
Daniela Hoßfeld, 2000, Gewalt an Schulen, München, GRIN Verlag GmbH
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