Inhalt
1 Einleitung 2
2 Allgemeines und Definitorisches 2
3 Theoretische Grundlagen der Klientenzentrierten Beratung 3
3.1 Das Theoriensystem der Gesprächspsychotherapie nach Carl R Rogers 3
3.2 Rogers´ Persönlichkeitstheorie 4
3.2.1 Kritik an Rogers´ Persönlichkeitstheorie 6
4 Merkmale der Klientenzentrierten Beratung 7
4.1 Verhaltensmerkmale des klientenzentrierten Beraters 7
4.1.1 Einfühlendes Verstehen 7
4.1.2 Echtheit Selbstkongruenz 8
4.1.3 Emotionale Wärme und Wertschätzung 10
4.2 Verhaltensmerkmal des Klienten 11
4.2.1 Selbstexploration 11
4.3 Äußere Voraussetzungen der Klientenzentrierten Beratung 13
4.4 Die Relevanz des personenorientierten Konzeptes in der praktischen
Sozialpädagogik 15
5 Reflexion Fazit 16
Abbildungsverzeichnis 17
Literaturverzeichnis 18
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1 Einleitung
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich den theoretischen Grundlagen und Merkmalen der Klientenzentrierten Beratung. Sie hat nicht den Anspruch, die gesamte Thematik darzustellen, sie soll einen Überblick zum Thema liefern. Die Gesprächspsychotherapie (Klientenzentrierte Psychotherapie) und die Klientenzentrierte Gesprächsführung (Beratung) wurden ab 1942 von dem amerikanischen Psychologen Carl R. Rogers (19021987) entwickelt. Die Gesprächspsychotherapie wurde ab 1956 durch den Hamburger Psychologen Reinhard Tausch in der Bundesrepublik Deutschland eingeführt. Die Gesprächspsychotherapie bzw. Klientenzentrierte Psychotherapie gehört mittlerweile zu den verbreitetsten psychologischen Therapiemethoden. Zunächst werden die beiden Begriffe Beratung und Psychotherapie bestimmt. Im dritten Kapitel werden die theoretischen Grundlagen der Klientenzentrierten Beratung skizziert. Zuerst wird das Theoriensystem d er Gesprächspsychotherapie nach Carl R. Rogers kurz vorgestellt. Anschließend richtet sich der Blick auf Rogers´ Persönlichkeitstheorie und abschließend auf die geübte Kritik daran. Das vierte Kapitel handelt von den Merkmalen der Klientenzentrierten Beratung. Zunächst werden „Einfühlendes Verstehen“, „Echtheit/ Selbstkongruenz“ sowie „Emotionale Wärme und Wertschätzung“ als Verhaltensmerkmale des klientenzentrierten Beraters und ferner die „Selbstexploration“ als Verhaltensmerkmal des Klienten näher erläutert. Abschließend des letzten Kapitels werden die äußeren Voraussetzungen der Klientenzentrierten Beratung und die Relevanz des personenorientierten Konzeptes in der praktischen Sozialpädagogik beschrieben. Hauptsächlich stützt sich diese Arbeit auf die beiden Werke zur Klientenzentrierten Beratung bzw. Gesprächsführung von Gernot Alterhoff (1994) und Sabine Weinberger (1994). Nicht im Rahmen dieser Arbeit soll der klientenzentrierte Ansatz in der Sozialen Einzelhilfe thematisiert werden.
2 Allgemeines und Definitorisches
„Beratung wird verstanden als Informationsvermittlung bzw. Raterteilen (Beratung im engeren Sinne) und als Ausdruck für einen kontinuierlichen Hilfeprozeß, bei dem der Schwerpunkt in der gemeinsamen Erarbeitung von Problemlösungen durch B erater und
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Klient liegt (Beratung im weiteren Sinne). Dieses letztere Verständnis zeigt große Nähe zu psychologischen Hilfeprozessen, die mit dem Begriff ´Psychotherapie´ bezeichnet werden. Psychotherapie wird definiert als Behandlung des menschlichen Erlebens und Verhaltens mit dem Ziel einer Veränderung, die vom Klienten oder von Dritten als Verbesserung erlebt bzw. eingeschätzt wird. Die psychologischen Psychotherapieeinrichtungen verwenden dazu verschiedene Formen der sozialen Interaktion und Kommunikation. Das Gespräch spielt dabei eine wichtige Rolle.“ (Alterhoff 1994, S. 35).
„Rogers unterscheidet nicht zwischen ´Beratung´ (klientenzentrierte Gesprächsführung) und ´Therapie´ (Gesprächspsychotherapie), weil für eine erfolgreiche Durchführung in beiden Formen die drei grundlegenden Haltungen (Variablen): Wertschätzung/warme Anteilnahme, Verbalisierung emotionaler Erlebnisinhalte, Echtheit/Selbstkongruenz realisiert sein müssen.“ (Köllner 1996, S. 30).
„In allen Ausführungen von Rogers und seiner Interpreten ... wird zwischen ´Therapeut´, ´Berater´, ´Helfer´ bzw. ´Patient´, ´Klient´, ´Hilfe-/Ratsuchender´ nicht unterschieden.“ (Brem- Gräser 1993, S. 127).
Die theoretischen Grundlagen der Klientenzentrierten Beratung sind Inhalt des nächsten Kapitels. Besonders fokussiert werden soll Rogers´ Persönlichkeitstheorie.
3 Theoretische Grundlagen der Klientenzentrierten Beratung
3.1 Das Theoriensystem der Gesprächspsychotherapie nach Carl R. Rogers
Rogers hat 1959 in einem Handbuchartikel versucht, seine verschiedenen Theorien in einem System zusammenzufassen und aufeinander zu beziehen. Er stellt die „Theorie der Therapie“ in den Mittelpunkt, wie die Abb. 1 zeigt:
Abb. 1: Veranschaulichung des Theoriensystems (s. Rogers 1959, S. 193; übers. von G.A.)
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Auf die Therapietheorie sind alle anderen theoretischen Ansätze bezogen. Es geht Rogers darum, das Geschehen innerhalb eines oder einer Reihe von klientenzentrierten Gesprächen erklärbar und voraussagbar zu machen. Dass alles therapeutische Geschehen in einem gesellschaftspolitischen Zusammenhang steht, ist in diesem Theoriensystem noch nicht berücksichtigt. Dies wird von Rogers in den letzten Jahren immer deutlicher gesehen und angesprochen (vgl. Alterhoff 1994, S. 40/ s. Rogers 1975; 1978; 1987; 1990a). Rogers´ Persönlichkeitstheorie ist „... von besonderer Bedeutung, weil sie das Menschenbild zum Ausdruck bringt, das dem kl.z. Vorgehen zugrunde liegt.“ (Alterhoff 1994, S. 40). Deshalb soll sie Inhalt der nachfolgenden Ausführungen sein. Diese Arbeit hat nicht den Anspruch, die „Theorie der fully functioning person“, die „Theorie der Anwendung“ und die „Theorie der interpersonellen Beziehungen“ vorzustellen.
3.2 Rogers´ Persönlichkeitstheorie
Rogers´ Persönlichkeitstheorie ist ein Versuch, die in der Therapie gemachten Erfahrungen theoretisch einzuordnen. Sie stellt weniger eine Theorie der Persönlichkeit dar, sondern vielmehr eine Theorie der Therapie (vgl. Weinberger 1994, S. 97/ nach Rogers 1977, S. 34). Rogers will nicht so sehr erklären, warum es bei einem bestimmten Therapeutenverhalten zu einer Änderung des Klienten kommt, er versucht eher diesen therapeutischen Vorgang zu beschreiben bzw. zu erfassen, wie es zu dieser Veränderung kommt (vgl. Weinberger 1994, S. 97/ nach Rogers 1977, S. 119). Er will sein theoretisches Konzept als ein sich weiterentwickelndes, modifizierbares Persönlichkeitsmodell verstanden wissen. „Bei Rogers ist der Mensch von Natur aus gut, ausgestattet mit einer angeborenen ... Aktualisierungstendenz-, sich konstruktiv in Richtung auf Selbstverwirklichung und Unabhängigkeit hin zu entwickeln.“ (Weinberger 1994, S. 97). Ein Kleinkind bewertet alle Erfahrungen danach, ob sie positiv oder negativ auf diese Aktualisierungstendenz wirken, die Werte anderer (der Eltern, der Umwelt) hingegen werden später introjiziert, was zu einem Konflikt zwischen diesen gelernten Wertvorstellungen und dem angeborenen organismischen Wertsystem, welches sich an der Aktualisierungstendenz orientiert, führt. Das Bedürfnis nach positiver Wertschätzung, das jeder Mensch hat, ermöglicht diesen Konflikt erst, denn es lässt ein Selbstkonzept entstehen, das sich nicht am organismischen Wertsystem orientiert, sondern an den Werten
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anderer. Das „... Selbstkonzept ist das Bild, das eine Person von sich hat; es umfaßt alle Erfahrungen, die ein Mensch bisher mit sich, d.h. mit seinen Wahrnehmungen, Gefühlen und Fähigkeiten gemacht hat ...“ (ebd., S. 97-98).
Solange das Selbstkonzept und die organismischen Erfahrungen oder das organismische Selbst in Einklang sind, solange ist der Mensch kongruent. Er wird inkongruent, wenn eine Diskrepanz zwischen dem rigiden Selbstkonzept, das sich aus den Werten anderer entwickelte und der Aktualisierungstendenz, also dem organismischen Selbst besteht (vgl. ebd., S. 98).
Nach Rogers gibt es keine objektive Realität, sondern eine subjektive Wirklichkeit, die durch das Selbstkonzept einer Person strukturiert wird. Angst und Spannung entstehen dann, wenn Erfahrungen, welche nicht in das individuelle Selbstkonzept passen, ins Bewusstsein zu treten drohen, wenn sozusagen die Gefahr besteht, dass die Diskrepanz zwischen Selbstkonzept und organismischer Erfahrung bewusst wird. In dieser Situation wehrt sich das Individuum dagegen, indem es die Erfahrung leugnet oder diese Erfahrung falsch bzw. verzerrt aufnimmt. Sie ist dann mit dem Selbstkonzept in Einklang zu bringen (vgl. ebd., S. 99).
Um erzeugte Ängste, Spannungen und Verteidigungshaltungen ändern zu können, muss wieder eine Übereinstimmung zwischen dem Selbstkonzept und den organismischen Erfahrungen hergestellt werden. Voraussetzung dafür ist, dass das Selbstkonzept flexibler wird, so dass das Individuum viel mehr Erfahrungen in das Selbstkonzept einbauen und für sich akzeptieren kann. Notwendig ist es, dass das Individuum eine Beziehung findet, in der es akzeptiert wird, so dass es keine Angst- und Verteidigungshaltungen aufbauen muss. Eine Beziehung, in der es sich entdecken kann, so wie es ist; in der die rigiden Strukturen aufgelockert werden und auch negative Gefühle, die zuvor mit dem Selbstkonzept nicht vereinbar waren, zugelassen werden können. So können die Grenzen des Selbstkonzeptes nach und nach erweitert werden, bis das Selbstkonzept so flexibel ist, dass es alle auftretenden Erfahrungen einbauen kann (vgl. ebd., S. 99-100).
„Kennzeichnend für ein neurotisches rigides Selbstbild ist, daß eine deutliche Diskrepanz zwischen dem besteht, wie der Klient sich selbst sieht (reales Selbstkonzept) und dem, wie er gerne sein möchte (ideales Selbstkonzept). Bei einem flexiblen Selbstkonzept sind das reale und ideale Selbstkonzept dagegen aneinander angenähert: Das Individuum kann sich weitgehend so akzeptieren, wie es ist.“ (ebd., S. 100).
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Quote paper:
Melanie Winzer, 2003, Theoretische Grundlagen und Merkmale der Klientenzentrierten Beratung, Munich, GRIN Publishing GmbH
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Kommentar zur Arbeit.
Alles in allem ist es eine recht ordentliche Arbeit. Sie verschafft entsprechend der Zielsetzung einen groben Überblick über das gewählte Thema.
Was mir allerdings gefehlt hat, waren ausreichende Literaturnachweise im Text. Teilweise wurden Passagen aus Büchern übernommen, ohne diese kenntlich zu machen. Das hat mich etwas enttäuscht.
on Wednesday, April 12, 2006-