Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 2
2 Begriffserklärung 2
2.1 Was ist eine Hexe? 2
2.2 Inquisition 2
3 Anfänge des Hexenwahns 3
3.1 Die ersten Prozesse 3
3.2 Ursachen des Hexenwahns 3
3.3 Der Einfluß der Kirche auf den Ausbruch des Hexenwahns 4
3.4 Die Opfer 6
4 Die Hexenverfolgung 6
4.1 Der Hexenhammer 6
4.2 Widerstand gegen die Hexenverfolgung 8
5 Hexenproben und Foltermethoden 10
5.1 Hexenproben 10
5.1.1 Wasserprobe (Das Hexenbad) 10
5.1.2 Wägeprobe 10
5.1.3 Feuerprobe 11
5.1.4 Nadelprobe 11
5.1.5 Tränenprobe 11
5.2 Folter 11
6 Ende des Hexenwahns 12
7 Literaturverzeichnis 14
8 Anhang 15
Hexenverfolgung 1
Die am weitesten verbreitete Herleitung des Wortes Hexe stützt sich auf das althochdeutsche Wort hagazussa = Zaunreiterin. Demnach ist eine Hexe ein (dämonisches) Wesen, welches auf Hecken oder Zäunen haust. Eine andere Übersetzung oder Deutung zerlegt das Wort in hag = Rodung, Feld + Flur und in zussa = die Schädigende. Die Hexe ist also "die den Hag Schädigende". Andere verwandte Bezeichnungen finden wir bereits in antiken Darstellungen. Im Lateinischen gibt es z.B. das Wort strix, was auch Eule bedeutet. Die Bibel spricht von bacularia (Besenreiterin), lamia (Nachtungeheuer), venefica (Gift-mischerin) und ähnlichem. 2
2.2 Inquisition
Die Inquisition 3 war eine Kirchenbehörde, die in den Jahren 1231/32 von Papst Gregor IX. begründet wurde. Ihre Aufgabe bestand darin, so genannte Ketzer zu verfolgen, vor Gericht zu stellen und zu verurteilen. Anfangs war die Strafe für Ketzerei in der Regel die Exkommunikation. Seitdem das Christentum zur Staatsreligion gemacht worden war, wurden Ketzer auch als Staatsfeinde angesehen. Deshalb wurde die Inquisition seit dem Mittelalter mit staatlicher Hilfe betrieben.
1 vgl. Schilling 1988, Seite 388
2 vgl. Geschichte der Hexenprozesse; S. 25-26
3 lat. Inquisitio: gezielte, gerichtliche Untersuchung)
Hexenverfolgung 2
Die ersten Prozesse fanden vereinzelt schon um 1000 statt. So ist z.B. ein Fall aus Freisingen bekannt, wo 1090 drei Frauen als Wettermacherinnen verurteilt und am Isarstand verbrannt wurden. 4 Damals übrigens noch gegen den Willen der Kirche. Die richtige Hexenjagd begann aber nicht schon, wie viele annehmen im Mittelalter, sondern erst danach, zur Zeit der Reform, auch Gegenreform genannt. 5 Aber die Phase der Wissenschaftsrevolution kam zu spät, sie konnte den Hexenwahn nicht mehr aufhalten. Die ersten kirchlich genehmigten Hinrichtungen fanden in Frankreich statt, wie z.B. der Fall Jeanne d′Arc, die 1431 als Ketzerin verbrannt wurde. Hinrichtungen fanden vor allem in katholischen und protestantischen Gebieten statt. 6 Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts starben durch den Hexenwahn in Europa nach vorsichtigen Schätzungen zwischen 40 000 und 100 000 Menschen, überwiegend Frauen 7 , nach anderen Schätzungen etwa eine Million. Die Hälfte der Opfer, darunter auch Kinder, starb auf dem Boden des heutigen Deutschland. Auch hier verfolgten beide Konfessionen gleichermaßen die angeblichen Hexen, für die es nach »peinlicher Befragung« unter schrecklichen Folterqualen kein Entrinnen gab. Erst die Aufklärung machte den Verbrechen ein Ende.
3.2 Ursachen des Hexenwahns
Ein Grund für die Entstehung des Hexenwahns war die schlechte Volksbildung. Der Großteil der Menschen war sehr arm, sie waren ständig mit dem Überleben beschäftigt und hatten daher keine Zeit für Schule. Bildung war etwas für die Reichen und nichts für das einfache Volk. Außerdem war das Volk sehr abergläubisch, da viele noch an die heidnischen Götter- und Dämonenvorstellungen glaubten. Für schlechtes Wetter, Mißernten, Fehlgeburten, Pest u.s.w. wurden der Teufel oder Hexen verantwortlich gemacht. Vor allem zur Zeit von Mißernten und der Pest
4 vgl. http://www.hexenwahn.ch/
5 vgl. Der Krieg gegen die Hexen; S. 24-25
6 vgl. http://www.hexenwahn.ch/
7 vgl. Main-Echo, 12.3.99
Hexenverfolgung 3
wurden die Menschen immer offener für die Suche nach einem Sündenbock. Zudem gab es tatsächlich vereinzelte und verborgene Wahrsager, Volksmagier und auchmeist sehr kleine - Gruppen, welche den christlichen Glauben verhöhnten - teilweise aus reiner Prahlerei, teilweise auch als Satanskulte, welche mit umgekehrten Kreuz ihre Schwarzen Messen zelebrierten. 8
Auch war der Übergang von Wissenschaft zur Magie nur sehr klein. Glaube und Aberglaube gingen ineinander über. So waren z.B. Astronomen gleich Astrologen, und auch Ärzte hatten oft astrologische Kenntnisse. Wenn eine Krankheit unbekannt oder unheilbar war, war der Teufel oder andere Dämonen dafür verantwortlich. Ein weiterer bedeutender Fakt für die Verbreitung des Hexenwahns, war die Erfindung des Buchdrucks im Jahr 1456. 9 So konnten Schriften gegen Ketzer und Hexen weit über das ganze Land verbreitet werden.
Den größten Anteil an der Entstehung der Hexenwahns hatte allerdings die Kirche. Denn erst durch sie entstand die Hexenlehre.
3.3 Der Einfluß der Kirche auf den Ausbruch des Hexenwahns
Die Kirche stand nicht von Anfang an für die Verfolgung und Vernichtung von Hexen. Im Gegenteil: sie war gegen die Hinrichtungen. So wandte sie sich z.B. gegen die Verbrennung der o.g. Freisinger Wetterhexen. 10 Bis Anfang des 14.Jh war es sogar strafbar eine Hexe zu verbrennen. Der Schuldige wurde meist selbst mit dem Tod bestraft.
Zauberei war in den Augen der Kirche zwar Sünde, da man es aber nicht beweisen konnte, konnte man die Täter auch nicht bestrafen. Oft mußten sie nur Geldbußen bezahlen und wurden dann wieder freigelassen. Die Bibel besagte, das solche Sünden erst am jüngsten Tag aufgedeckt und verurteilt werden würden. Bis zum Beginn der Renaissance glaubten sie auch, die Hexen hätten mit ,,Gottes Erlaubnis" Macht über Wetter, Tiere und Menschen. Und was Gott erlaubt, wollten sie nicht bestrafen.
Die Kirche bestritt letztendlich die Existenz von Hexen und Dämonen und schloß alle Bischöfe aus der Gemeinschaft aus, die an teuflische Magie und Hexenflug glaubten. Das änderte sich allerdings nachdem der christliche Glauben zur Staatsreligion wurde. Viele der Menschen hielten immer noch an den heidnischen Götter- und
8 vgl. http://www.hexenwahn.ch/
9 vgl. http://www.lize.sig.schule-bw.de/semikurs/katharer/katharer.htm#1
10 vgl. http://www.hexenwahn.ch/
Hexenverfolgung 4
Arbeit zitieren:
Anja Baumgärtner, 2004, Hexenverfolgung, München, GRIN Verlag GmbH
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