I
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Aufbau und inhaltliche Struktur der Arbeit 2
2 MIPS-KONZEPT 3
2.1 Was ist MIPS? 3
2.2 Die MIPS-Bausteine 3
2.2.1 Der Materialinput (MI) 4
2.2.2 Die Serviceeinheit (S) 4
2.3 Bedeutung bzw. Ziele des MIPS-Konzeptes für einen nachhaltigen
Entwicklungsprozess 6
2.4 Schwachstellen des MIPS-Konzeptes 8
2.5 Betrachtung des ökologischen bzw. ökonomischen Aspektes des
MIPS - Konzeptes 8
2.5.1 Materialintensität (MI) als Träger des ökologischen Teils 9
2.5.2 Serviceeinheit (S) als Träger des ökonomischen Teils 10
3 PRODUKTLINIENANALYSE 11
3.1 Darstellung der Produktlinienanalyse 11
3.2 Merkmale und Aufbau der Produktlinienanalyse 11
3.3 Ziele der Produktlinienanalyse 13
3.4 Beurteilung der Produktlinienanalyse 13
4 EINSATZMÖGLICHKEITEN DES MIPS-KONZEPTES UND DER
PRODUKTLINIENANALYSE 15
4.1 Einsatzgebiete des MIPS-Konzeptes 15
4.1.1 Versorgung des Stoffstrommanagement mit prozesstechnischen
Grunddaten 15
4.1.2 Produktmanagement und die ressourcenextensive Nutzung des
Produktes 16
4.1.3 Ökologisches Produktdesign als dritte Komponente des
Ressourcenmanagement 16
4.2 Einsatzmöglichkeiten der Produktlinienanalyse 16
4.2.1 Instrument zur Förderung des Bewusstseins 17
4.2.2 Hilfsmittel in der Produktpolitik 18
4.2.3 Bestandteil im Berichtswesen 19
II
5 PERSPEKTIVEN BEI GEMEINSAMER BETRACHTUNG 21
5.1 Schnittpunkte von MIPS und der Produktlinienanalyse 21
5.2 Zusammenführung und Synergieeffekte von MIPS und Produktlinienanalyse 23
5.2.1 Ergänzung der Produktlinienanalyse durch quantitative Daten des
MIPS -Konzeptes 23
5.2.2 Ergänzung des MIPS-Konzeptes durch qualitative Aussagen der
Produktlinienanalyse 24
5.3 Kombinierte Einsatzmöglichkeiten beider Konzepte 25
5.3.1 Hilfsmittel der Produktpolitik bzw. Produktgestaltung 26
5.3.2 Bestandteil in der Unternehmenskommunikation, insbesondere im
Umweltberichtswesen 28
5.4 Mögliche zukünftige Anwendungsmöglichkeiten 29
6 ZUSAMMENFASSUNG 30
7 LITERATURVERZEICHNIS 31
Thema 9: MIPS-Konzept und Produktlinienanalyse 1
1 Einleitung
Aufgrund des zunehmenden Umweltbewusstseins der Verbraucher sowie der sich stetig verschärfenden Umweltgesetzgebung gewinnt die Entwicklung umweltgerechter Produkte zunehmend an Bedeutung. So wird die präventive Berücksichtigung umweltrelevanter Aspekte bei der Produktentwicklung zunehmend als ein Wettbewerbsfaktor angesehen, mit der ein Beitrag zur langfristigen Sicherung von Marktanteilen geleistet werden kann. 1
Durch die Einführung von effizienteren Produktionsprozessen, vorbeugenden Strategien, modernen Produktionstechnologien und -verfahren, die zur Minimierung der Abfallerzeugung oder Abfallvermeidung führen, können Ressourcen und Energien eingespart und somit unter Umständen das Wertschöpfungspotential eines Unternehmens gesteigert werden. In diesem Zusammenhang haben umweltrelevante Bewertungsverfahren, die Informationen über Material-Energie-, Schadstoff- und Produktströme liefern, sowie eine Auswertemöglichkeit und Bewertung erlauben, eine zunehmende Beachtung gefunden. Dies gilt umso mehr, als viele augenfällige ökologische Missstände inzwischen beseitigt wurden und zahlreiche weitere Schwachstellen sich nur mehr nach intensiver Analyse identifizieren lassen. 2
1.1 Problemstellung
In Zeiten des Wertewandels, hinzu ökologieorientierten Produkten, werden die Unternehmen in Zukunft vor neue Herausforderungen gestellt. Die Herausforderung besteht darin, dass die Unternehmen ihre Ökologieorientierung finden, ihre Stärken und Schwächen auf diesem Gebiet analysieren müssen, und dadurch Erkenntnisse für ihre nachhaltige Produktpolitik gewinnen zu können. Außerdem muss diese Orientierung dem Kunden, und allen in der Wertschöpfungskette agierenden Unternehmen transparent gemacht werden.
1 Vgl. Zahn [Zusammenspiel 1996], S 65.
2 Vgl. Haase [Umweltrelevante Schwachstellen 2001]
Thema 9: MIPS-Konzept und Produktlinienanalyse 2
Darauf aufbauend, sollen zwei bereits vorhanden Methoden, das MIPS-Konzept und die Produktlinienanalyse, auf ihre Einsatzmöglichkeiten zur ökologischen und ökonomischen Beurteilung von Produkten untersucht werden.
1.2 Aufbau und inhaltliche Struktur der Arbeit
Vom strukturellen Aufbau her gesehen ist die vorliegende Arbeit in vier Haupteile gegliedert. Im ersten Teil wird das MIPS-Konzept beschrieben, aus welchen Bausteinen dieses besteht, welche Bedeutungen für ein nachhaltiges Wirtschaften vorliegen, und wo die Schwachstellen dieses Konzeptes zu finden sind. Der zweite Teil der Arbeit beschäftigt sich mit der Methode der Produktlinienanalyse. Die Produktlinienanalyse soll bezüglich ihrer Merkmale und Ziele beschrieben werden, danach erfolgt eine Beurteilung ihrer Anwendbarkeit.
Nach der theoretischen Beschreibung beider Konzepte erfolgt eine Untersuchung im Bezug auf ihre Einsatzmöglichkeiten. Im vierten und letzten Teil dieser Arbeit wird Bezug auf die Verbindungen beider Konzepte genommen. Nach der Identifizierung der Schnittpunkte, sollen mögliche Synergieeffekte beider Konzepte aufeinander herausgefiltert werden. Im nächsten Schritt werden auf Grundlagen der Gemeinsamkeiten, sich ergebende kombinierte Einsatzmöglichkeiten beider Konzepte betrachtet werden. Im letzten Punkt der Arbeit sollen zukünftige, neue Anwendungsgebiete aufgedeckt werden.
Thema 9: MIPS-Konzept und Produktlinienanalyse 3
2 MIPS-Konzept
Das MIPS-Konzept wurde von Schmiedt-Bleek 1992 am Wuppertaler Institut für Klima, Umwelt und Energie vorgestellt.
Nach Schmiedt-Bleek können Umweltbelastungspotentiale näherungsweise durch ihren systemweiten Ressourcenverbrauch („von der Wiege bis zur Bahre“) abgeschätzt werden. Je höher der Ressourcenverbrauch, desto größer fällt in der Regel der Eingriff in die Natur aus. Umgekehrt bedeuten wesentlich verringerte Stoffströme oft auch eine drastische Verminderung von Emission. 3
2.1 Was ist MIPS?
Der Begriff MIPS ist eine Abkürzung und steht für „Materialinput pro Serviceeinheit“. Der MIPS-Faktor soll ein Maß dafür sein, welchen ökologischen Rucksack 4 ein Produkt mit sich führt, oder - einfachen Worten ausgedrückt - „wie viel mengenmäßige Natur“ ein einzelnes Produkt verbraucht (bezogen auf den Nutzen den ein Anwender dadurch erfährt). Betrachtet wird hierbei der gesamte Produktlebenszyklus von der Wiege bis zur Wiege. Das Konzept stellt daher eine Konkretisierung des Gedankens der Ökoeffizienz dar, der eine Optimierung des Verhältnisses zwischen jeglicher ökonomischen Aktivität und der damit einhergehenden Umweltbelastung postuliert. 5
Man kann sagen: „Je großer der MIPS-Faktor, desto höher ist der ökologische Preis pro Einheit Service.“
2.2 Die MIPS Bausteine
MIPS besteht aus zwei Komponenten, dem Materialinput (MI) und der Serviceeinheit (S). Das Inverse von MIPS (Serviceeinheiten pro Materialinput) ist die
3 Vgl. Schmidt-Bleek [Das Wuppertal Haus 1999], S 27.
4 Unter ökologischen Rucksack versteht man die gesamte Menge an Natur, die zur Herstellung eines Produktes insgesamt beansprucht wurde, aber nicht im Produkt selbst steckt. Die Idee der ökologischen Rucksäcke beruht auf der Überlegung, wie man rechnerisch am besten vorgehen könne, um die Menge an Natur zu verdeutlichen, die in jedem Sachgut steckt. Der ökologische Rucksack eines Produktes ist definiert als sein MI abzüglich seines Eigengewichtes. vgl. hierzu: Manstein [Dematerialisierung 2001], S. 5f.
5 Vgl. Schmidt-Bleek [MIPS-Konzept 1998], S. 164 ff.
Thema 9: MIPS-Konzept und Produktlinienanalyse 4
Ressourcenproduktivität. Generell gilt: Eine Verringerung an Input (Effizienstrategien) oder die Erhöhung der Anzahl an Serviceeinheiten (Suffizienzstrategien) ziehen eine erhöhte Ressourcenproduktivität nach sich. Der Naturverbrauch pro Service- oder Dienstleistungseinheit wird in beiden Fällen reduziert. 6
2.2.1 Der Materialinput (MI)
Der Materialinput umfasst alle der Natur primär entnommenen bzw. in ihr bewegten Materialien, die systemweit d.h. zur Produktion, zum Gebrauch, zum Rezyklieren und zur Entsorgung erforderlich sind. Die ermittelten Materialinputs werden in fünf Input-Kategorien kategorisiert, die nicht miteinander verrechenbar sind: • Abiotische (nicht-erneuerbare) Rohmaterialien, • Biotische (erneuerbare) Rohmaterialien, • Bodenbewegungen aus Land- und Forstwirtschaft, • Wasser und • Luft.
Die Maßeinheit ist die Masse in kg oder t. 7
2.2.2 Die Serviceeinheit (S)
Im Gegensatz zum Dienstleistungsbegriff im traditionellen Sinne bezeichnet Service im MIPS-Konzept die Nutzung, die man von den jeweiligen Produkten (und Infrastrukturen) "abrufen" kann, um menschliche Bedürfnisse zu befriedigen.
6 Vgl. Wuppertaler Institute [MIPS-Online 1998].
7 Vgl. Wuppertaler Institute [MIPS-Online 1998].
Arbeit zitieren:
Dieter Kraushofer, Michael Semmler, 2003, Einsatzmöglichkeiten des MIPS-Konzeptes und der Produktlinienanalyse zur ökonomischen und ökologischen Bewertung von Produkten, München, GRIN Verlag GmbH
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