Resilienzforschung und ihre Bedeutung
für pädagogische Fragestellungen
von: Frank Fraundorf
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung 1
2. Definitionen 2
3. Differenzierung von Risikofaktoren in der kindlichen Entwicklung 3
4. Schutzfaktoren der kindlichen Entwicklung 4
4.1. Zwei Arten protektiver Einflüsse 5
4.1.1. Temperamentsmerkmale 5
4.1.2. Kognitive Kompetenzen 6
4.1.3. Selbstbezogene Kognitionen 6
4.1.4. Emotionale sichere Bindung an eine Bezugsperson 6
4.1.5. Merkmale des Erziehungsklimas 6
4.1.6. Soziale Unterstützung in und außerhalb der Familie 7
4.1.7 Erleben von Sinn und Struktur im Leben 7
5. ,,Entwicklung" des Konzepts der protektiven Faktoren 7
6. Voraussetzung einer sinnvollen Verwendung des Schutzkonzepts 9
6.1. Abgrenzung gegenüber Risikofaktoren 9
6.2. Nachweis eines Puffereffekts 9
6.3. Abgrenzung gegenüber Kompetenzen des Kindes 9
6.4. Nachweis einer zeitlichen Priorität 10
7. Protektive und negative Einflüsse im Umfeld „Schule“ 10
7.1 Organisation von Klassenräumen 11
7.2 Unterrichtsmethoden 11
7.3 Klassenklima 12
8. Schlussbemerkung 13
9. Literatur
1. Einleitung
Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der Frage, warum manche Menschen, obwohl sie hoher psychischer und oftmals auch physischer Belastung im Kindesalter ausgesetzt sind, sich zu "gesunden" Erwachsenen entwickeln. Daraus ergibt sich auch die Frage, warum andere Kinder mit ähnlicher Problematik Entwicklungsstörungen aufweisen, die im späteren Leben dauerhafte Schäden verursachen. Ich habe mich hauptsächlich auf die Arbeiten von Michaela Ulich „Risiko und Schutzfaktoren in der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen“, Manfred Laucht, Günter Esser und Martin H. Schmidt „Wovor schützen Schutzfaktoren? Anmerkungen zu einem populären Konzept der Gesundheitsforschung“, welche in der Zeitschrift für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie erschienen sind, bezogen. Desweiteren habe ich einen Kongressbericht der Deutschen Gesellschaft für Psychologie von Friedrich Lösel und Doris Bender „Risiko und Schutzfaktoren in der Entwicklungspsychopathologie: Zur Kontroverse um patho- versus salutogenetische Modelle“ benutzt, welchen ich im Internet fand. Einen guten Gesamtüberblick über die Entwicklung und den derzeitigen Stand der Resilienzforschung habe ich in dem Buch „ Was Kinder stärkt – Erziehung zwischen Risiko und Resilienz“ von Günther Opp, Michael Fingerle und Andreas Freytag gefunden.
Die Erforschung der psychischen Entwicklung des Menschen war in der Vergangenheit darauf konzentriert, die Ursachen von Fehlentwicklungen und Inkompetenz zu ergründen. Es wurde fachlicherseits erkannt, dass defizitorientierte Modelle, die auf Interventionen und Instruktionen hinauslaufen, letztendlich Abhängigkeiten, Unselbstständigkeit und Hilflosigkeit fördern.1 Sie können daher nicht zur (Wieder-)Gewinnung von Lebenskräften, psychischer Stabilität, Lebenskontrolle und -autonomie herangezogen werden. Heute ist das Individuum mit seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten der Lebensbewältigung in den Vordergrund gerückt. In der Entwicklungspsychopathologie hat man in der letzten Zeit einen deutlichen Akzent auf protektive Faktoren und Prozesse gesetzt, insbesondere unter dem Stichwort der Resilienz. Die ältere Bezeichnung war hierfür Unverletzlichkeit, man ist jedoch von diesem Begriff abgekommen da er eine absolute Immunität gegenüber negativen Lebensereignissen und physischen Beeinträchtigungen impliziert.2 Gefragt wird, warum manche Menschen trotz vielfältiger Belastungen und Risiken gesund bleiben oder sich relativ leicht von Störungen erholen, während andere unter vergleichbaren Bedingungen besonders anfällig sind. Grundsätzlich geht es bei dem Begriff der Resilienz um eine relative Widerstandskraft gegenüber pathogenen Umständen und Ereignissen. Sie kann über die Zeit und Umstände variieren.
[...]
1 Theunissen, G., S.278
2 Fingerle, M., Freytag, A., Julius, H., S.303
Arbeit zitieren:
Frank Fraundorf, 2001, Resilienzforschung und ihre Bedeutung für pädagogische Fragestellungen, München, GRIN Verlag GmbH
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