Inhaltsverzeichnis
1.) Vorwort 3
1.1) Einleitung 4
1.2) Begriffsdefinition und Fragestellung 5
2.) Weiterbildungssituation in Deutschland 6
2.1) Teilnehmer an Weiterbildung 8
3.) Zusammenhang zwischen Gesellschaft und 9
Erwachsenen (weiter)bildung
3.1) Soziales Milieu-Modell nach Sinus 10
3.2) Milieuanalyse 11
4.) Ablehnung von Weiterbildung, Kritische Betrachtung zur 14
Weiterbildung
5.) Resümee, Zukunftsbetrachtung und Fazit der Weiterbildungsschere 15
6.) Literaturverzeichnis 16
7.) Anhang 19
2
1.) Vorwort
In dieser Vorbemerkung möchte ich dem Leser einen ersten Überblick über die Struktur meiner Arbeit geben und somit den in der Arbeit verfolgten Analyse-/ Gedankengang verdeutlichen. Die vorliegende Arbeit ist in fünf Kapitel gegliedert:
Kapitel 1 dient als Einführung in die Thematik und behandelt eingehender die Fragestellung bzw. den Begriff „Wissensklassengesellschaft“.
Kapitel 2 betrachtet anhand von empirischen Untersuchungen die Weiterbildungssituation in Deutschland. Dieses Kapitel soll als Basis für das folgende Kapitel dienen und einen ersten Überblick verschaffen, wie die Teilnehmerstruktur in der Weiterbildung aufgebaut ist (Microperspektive).
Kapitel 3 analysiert mittels einer Milieumodellbetrachtung den Zusammenhang von Gesellschaft und Erwachsenen(weiter)bildung (Macroperspektive).
Kapitel 4 beleuchtet die in Kapitel 3 gesammelten Erkenntnisse in einem kritischen Bezug.
Kapitel 5 fasst die Ergebnisse zusammen und gibt Denkanstöße bzw. Zukunftsbetrachtungen für die Weiterbildungsschere.
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1.1) Einleitung
Betrachtet man die Entwicklung unserer Gesellschaft, so stellt man unweigerlich fest, dass Bildung ein immer wichtigerer Bestandteil unserer Kultur geworden ist.
Wissen ist Macht
Am Anfang der Bildungsentwicklung stand Bildung nur einer kleinen Elite 1 zur Verfügung, während der größte Teil der Gesellschaft nicht an Bildung partizipieren konnte. Potentia per Scientia 2 .
Bildung ist Erfolg
Im Lauf der Geschichte 3 entwickelte sich die Gesellschaft weiter. Bildung stand immer mehr Menschen zur Verfügung und öffnete Tore in bisher verschlossene Positionen der Gesellschaft. Bildung wurde immer wichtiger, sowohl für das Individuum als auch für die Gesellschaft. Durch eine hohe Grund(aus)bildung konnte man sich in der Arbeitswelt behaupten und somit auch in der sozialen Umwelt aufsteigen.
Weiterbildung ist Erfolg
Diese Basis wurde im Laufe des letzten Jahrhunderts immer mehr aufgebrochen. Unsere Gesellschaft entwickelt sich in einem rasanten Tempo in allen Bereichen weiter und speziell die Arbeitswelt ist von den immer schneller entstehenden Innovationen betroffen. Die ursprünglich ausreichende Primärbildung genügt heute nicht mehr, um die immer schneller werdenden technischen Revolutionen zu kompensieren, so dass der Mensch „gezwungen“ ist sich immer wieder neues Wissen anzueignen, um nicht in ein berufliches Abseits zu geraten und um seinen sozialen Status zu erhalten. Daher werden immer neue Kompetenzen und Fähigkeiten benötigt, um sich mit der fortschreitenden Geschichte zu entwickeln.
1 Adel und Klerus als Bildungselite des europäischen Mittelalters im 8.-15. Jahrhundert.
2 Latein: Macht durch Wissen.
3 Zeitalter der Aufklärung 18. Jahrhundert, Gedanke einer umfassenden Volksbildung entwickelt sich.
4 das Trimmen: beim Segeln die optimale Stellung und Spannung der Segel einzustellen.
4
1.2) Begriffsdefinition und Fragestellung
In der vorliegenden Hausarbeit muss zu Beginn der Begriff „Wissensklassengesellschaft“ im Verständnis des Autors rekapituliert und definiert werden. Ich möchte zuerst die jeweiligen Einzelbegriffe Wissensgesellschaft und Klasse kurz behandeln und sie hiernach zu der neuen „Wissensklassengesellschaft“ verbinden. Über diese Definition werde ich weiterhin die Fragestellung dieser Arbeit verdeutlichen.
Der Begriff Wissensgesellschaft:
„Mit fortschreitender Technisierung und Globalisierung der
Produktion nimmt der Anteil der ausführenden und Routinetätigkeiten in den entwickelteren Ländern ab; immer wichtiger wird die Fähigkeit, die jeweils angemessenen Situationsdefinitionen und Strategien auszuhandeln und eigenverantwortlich zu entscheiden. Damit geraten bisher selbstverständliche Wissensbestände (Erfahrungswissen, berufsfachlich tradierte Kompetenzen) auf den Prüfstand. Immer wichtiger wird die Fähigkeit und Bereitschaft, die eigenen Erfahrungen und Kompetenzen in einem Netzwerk von inner-, zwischen- und überbetrieblichen Beziehungen zu aktualisieren“ 5 .
Wissensgesellschaft ist ein viel diskutierter Begriff, der von den Sozialwissenschaften in Bezug auf die Informationsgesellschaft 6 geprägt wurde. Hierbei wurde Wissen als grundlegendes Kapital der postindustriellen Gesellschaft hervorgehoben. In dieser Bedeutung wurde die Wissensgesellschaft in den Zusammenhang künftiger gesellschaftlicher Entwicklungsprozesse gestellt und für die Gesellschaft besonders die Aufgabe formuliert, Voraussetzungen zu schaffen (vorrangig im Bildungsbereich), die es (idealtypisch) allen Gesellschaftsmitgliedern ermöglichen sollen, sich kritisch und selbstbewusst mit der Fülle der dargebotenen Informationsangebote auseinander zu setzen und diese zu nutzen. Die Kernelemente der Wissensgesellschaft sind daher Wissen, Bildung und weiterhin auch Weiterbildung.
Der Begriff Klasse
Klasse 7 ist eine sozialwissenschaftliche Kategorie, mit der Individuen sozialen Gruppierungen in der Gesellschaft zugeordnet werden. Die Zurechnung des Einzelnen/ des Individuums zu
5 Heidenreich, Martin: Die Debatte um die Wissensgesellschaft. [online] Hrsg. Universität Bamberg. [Stand
2003-07-02]. Verfügbar im Internet: http://www.uni-bamberg.de/sowi/europastudien/erlangen.htm#Debatte.
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Informationsgesellschaft, Bezeichnung für eine postindustrielle Wirtschafts- und Gesellschaftsform, in der die Gewinnung, Speicherung, Verarbeitung, Vermittlung, Verbreitung und Nutzung von Information und Wissen zentrale Bedeutung erlangt haben, wirtschaftlich einen wesentlichen und stetig wachsenden Anteil am Sozialprodukt bilden und in ihren soziokulturellen Auswirkungen die Arbeits- und Lebensbedingungen nachhaltig verändern. Von den Sozialwissenschaften wird ihre Entwicklung hin zu einer Wissensgesellschaft gesehen. Quelle Suchmaschine: Stichwort, Informationsgesellschaft [Online] Der Brockhaus in einem Band. 9. Vollständige überarbeitete und aktualisierte Auflage. Mannheim: Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus 2002. Verfügbar im Internet:
7 Der Klassenbegriff ist wesentliches Kernstück der marxistischen Theorie. Nach K. Marx resultiert die Klassenzugehörigkeit allein aus der Stellung der Menschen im Produktionsprozess.
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einer bestimmten Klasse richtet sich häufig nach mehr oder weniger objektiven Merkmalen, von denen die Erwerbs- bzw. Berufsstellung zumeist als eine der wichtigsten Kriterien gilt. Für die Betrachtung der „Wissensklassengesellschaft“ als Begriff wird ein vereinfachter
Blickwinkel gewählt. Dieser leitet sich aus einer „Zwei-Klassentheorie“ ab, d.h. einer Klasse, die an Weiterbildung teilhat und einer zweiten Klasse, welche diese nicht nutzt bzw. ablehnt.
Die Fragestellung: Die Weiterbildungschere: Entwickelt sich die deutsche Gesellschaft zu einer zwei „Wissensklassengesellschaft“ ?
Ausgehend von den Kernelementen der Wissensgesellschaft merke ich an, dass in unserer Gesellschaft sich nicht jeder Mensch kritisch und selbstbewusst mit der Fülle der ihm/ihr dargebotenen Informationsangebote auseinandersetzt bzw. diese nutzt. Wie schon im Begriff Klasse verdeutlicht, entwickle ich eine „Zwei-Klassentheorie“ über die Partizipation an Weiterbildung 8 , welche ich mit dem Begriff Wissensgesellschaft verknüpfe. Somit komme ich zu folgender Begriffsdefinition für die „Wissensklassengesellschaft“:
Die „Wissensklassengesellschaft“ ist eine negative „Nebenlinienentwicklung“ der Wissensgesellschaft. Diese neue Verbindung der Wissensgesellschaft mit der Verknüpfung der „Zwei-Klassentheorie“ wird als soziale Entwicklungs-theorie gesehen und soll anhand der Fragestellung in dieser Arbeit verdeutlicht werden.
2.) Weiterbildungssituation in Deutschland
Um die Theorie der zwei „Wissensklassengesellschaft“ zu analysieren, muß zuerst dieWeiterbildungssituation und deren Entwicklung in Deutschland betrachtet werden.
„Die Teilnahme an formalisierter Weiterbildung insgesamt, also an Lehrgängen, Kursen oder Seminaren, die in Deutschland von 1985 - 1997 kontinuierlich angestiegen war, ist im Jahr 2000 erstmals wieder zurückgegangen (vgl. Abbildung [1]). Im Jahr 2000 haben 43% der 19-64-Jährigen Angebote zur Weiterbildung genutzt. Im Vergleich zu 1997 ist die Gesamtteilnahmequote an Weiterbildung damit um fünf Prozentpunkte gesunken. Hochgerechnet entspricht dies bundesweit rd. 21,4 Mio. Weiterbildungsteilnehmern im Jahre 2000. Verglichen mit 1997 ist damit ein Rückgang um rd. 2,7 Mio. Teilnehmern zu verzeichnen. In der längerfristigen Betrachtung ist Weiterbildung dennoch ein stark wachsender Bereich. Während 1979 die Teilnahmequote an Weiterbildung 23% betragen hatte, liegt sie im Jahr 2000 fast doppelt so hoch. In den Jahren 1988, 1991 und 1994 war, gemessen an den Teilnahmefällen, die allgemeine Weiterbildung der größte Weiterbildungsbereich. 1997 entfielen erstmals jeweils 50% aller Teilnahmefälle im Bundesgebiet auf die allgemeine und die berufliche Weiterbildung. Im Jahr 2000 ist die berufliche Weiterbildung mit einem Anteil von 54% gemessen an den bundesweiten Teilnahmefällen erstmals der größte Weiterbildungsbereich.“ 9
8 Um den Arbeitsschwerpunkt zu präzisieren und auf die Thematik Weiterbildung zu legen, wurde der Begriff Weiterbildungschere in der Fragestellung gewählt.
9 Kuwan, Helmut und Thebis, Frauke und Gnahs, Dieter und Sandau, Elke und Seidel, Sabine: Berichtssystem Weiterbildung VIII. Integrierter Gesamtbericht zur Weiterbildungssituation in Deutschland. Hrsg. Bundesministerium für Bildung und Forschung. Bonn: Referat Öffentlichkeitsarbeit 2003 S. 17 ff.
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Arbeit zitieren:
Diplom-Pädagoge Marco Ackermann, 2003, Die Weiterbildungsschere: Entwickelt sich die deutsche Gesellschaft zu einer zwei Wissensklassengesellschaft?, München, GRIN Verlag GmbH
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