G l i e d e r u n g
1. Einleitung 3
2. Sozialökologie 3
2.1 Begriffdefinition Sozialökologie
2.2 Entstehungsgeschichte der Sozialökologie und der Gründer 4
Robert Ezra Park
2.3 Wichtige Begriffe der Sozialökologie 6
3. Die klassischen Modelle der Chicagoer Schule 7
3.1 Das Ringmodell von E.W. Burgess (1925)
3.2 Das Sektorenmodell von H. Hoyt (1939) 10
3.3 Das Mehrkerne -Modell von D. Harris und E.L. Ullmann (1945) 12
4. Kritik an den Modellen der Chicagoer Schule 13
5. Gültigkeit der Stadtstrukturmodelle 14
6. Zusammenfassung 14
Literaturverzeichnis 15
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1. Einleitung
Das 19. und 20. Jahrhundert ist das Industrie- und Wissenschaftszeitalter schlechthin – es spielen zunehmend die Natur- und angewandten Wissenschaften eine Rolle und haben enormen Einfluss auf die Gesellschaft. Es werden eine Vielzahl von neuen Theorien aufgestellt und grundlegende Erkenntnisse gewonnen. Die Wissenschaftszweige differenzierten sich und es entstehen auch neue Disziplinen, in Verbindung mit neuen Lehrstühlen an Universitäten.
In diesen Zeitraum kann man auch die Entstehung der Sozialökologie eingliedern, die in dieser Hausarbeit näher erläutert werden soll. Die Gesellschaft beschäftigt sich zunehmend auch mit sozialen Fragen. Die Sozialökologen verknüpfen diese Fragen mit der Stadtstruktur sowie mit einer anderen Wissenschaft – der Biologie. Die revolutionären Erkenntnisse der Evolution von Charles Darwin (1809-1882), die bereits im 19. Jahrhundert entstanden sind, sind eine Grundlage für die sozialökologische Denkweise. Aus dieser Denkweise heraus entstanden verschiedene Forschungen und letztendlich auch Erkenntnisse, die in unterschiedlichen Modellen wiedergegeben wurden. Diese Modelle, die sich mit der Struktur der Stadt auseinandersetzten, spielen in dieser Niederschrift eine grundlegende Rolle. Die Entwicklung und die Grundvorstellung der Modelle werden in dieser Arbeit näher betrachtet werden. We iterhin wird dargestellt, warum gerade die Stadt Chicago der Geburtsort dieser Theorien wurde und welche Faktoren Einfluss auf die Entwicklung nahmen. Zum Abschluss wird noch die Gültigkeit der Modelle diskutiert und Kritik geübt.
2. Sozialökologie
2.1 Begriffsdefinition Sozialökologie
Der Begriff der Sozialökologie, welcher stark mit dem Begriff der Humanökologie zusammenhängt, wurde 1920 von Park und Burgess in die amerikanische Soziologie eingeführt. Die Sozialökologie ist ein interdisziplinärer Fachbereich, in dem Sozial-, Wirtschafts- sowie Geo- und Biowissenschaften zusammenwirken. Man könne die sozialökologische Sichtweise nicht anderen Disziplinen unterordnen. Man untersuchte die komplexen Wechselwirkungen zwischen dem Menschen bzw. zwischen sozialen Gruppen und der natürlichen sowie technischen Umwelt, welche die städtischen Siedlungsstrukturen darstellen. Der Umgang des Menschen mit seiner Umwelt ist gesellschaftlich bestimmt, in Form von ökonomischen, technischen oder auch kulturellen Prozessen. Die Chicagoer Schule gilt als eine der herausragenden Erscheinungen der Sozialökologie, sie umfasst drei Stadtstrukturmodelle bzw. theoretische Ansätze, welche auf
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empirischen Studien basieren. Es waren frühe soziologische Versuche, das Stadtwachstum und die Stadtstruktur theoretisch zu durchleuchten und kennzeichnende Merkmale sowie Wechselwirkungen zu analysieren.
2.2 Entstehungsgeschichte der Sozialökologie und der Gründer Robert Ezra Park
Die Gründung der „University of Chicago“ am 1. Oktober 1892 war ein entscheidender Wendepunkt in den Gesellschaftswissenschaften, da hier die erste amerikanische Fakultät für Anthropologie und Soziologie gegründet wurde. In dieser Zeit etablierte sich die „Chicago School of Sociology“.
Die Leitfiguren dieses Wissenschaftszweiges waren der Gründer Robert Ezra Park sowie William Isaac Thomas, aber auch Ernest Burgess und Roderick D. McKenzie sind bekannte Vertreter.
Robert Ezra Park (1864-1944) (Abb.1) war der erste amerikanischer Soziologieprofessor an der „University of Chicago“, er ist durch seine reiche journalistische Arbeit als Redakteur aber auch durch seine wegweisende soziologische Arbeit an der Universität von Chicago und seine damit in Zusammenhang stehenden Werken wie zum Beispiel „The
Park sah die Stadt als soziologisches Analyseobjekt, er war fasziniert von der Komplexität und den Vorgängen in einer Stadt, was er auch seinen Studenten näher bringen wollte, und sie deswegen aufforderte in die Stadt zu gehen, zu kartieren und sich ein eigenes Bild zu verschaffen.
Die vier entscheidenden Gründe für die Entstehung dieser Forschungsrichtung in Chicago: (1) In Chicago gab es den ersten amerikanischen soziologischen Lehrstuhl an der Universität Chicago, wie bereits beschrieben.
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(2) Es bestand eine starke Beeinflussung durch die biologische Ökologie, die sowohl die Tier- als auch die Pflanzenökologie umfasst. Vor allem durch die Forschungen und den daraus resultierenden Theorien von Charles Darwin zu dem Konkurrenzverhalten der Individuen in einer bestimmten Umwelt gab es erhebliche Reaktionen. Charles Darwins „ Kampf ums Dasein“ wurde mit „dem Kampf der menschlichen Individuen um soziale Positionen“ in Relation gesetzt.
(3) Chicago hatte in der Entwicklungszeit der sozialökologischen Theorien ein sehr hohes Bevölkerungswachstum (Abb.2), welches vor allem durch Zu- und Einwanderungen entstanden ist. Die Bevölkerungszahl verdoppelte sich zwischen 1900 und 1930 auf über drei Millionen Einwohner. Die Expansion der Stadt erfolgt aber nicht nur über die Stadtgrenzen hinaus, sonder einige Stadtteile expandierten auch schneller als andere. Durch diesen enormen Anstieg der Einwohnerzahlen wurden die Städte überfordert und es entstanden viele soziale Brennpunkte mit Armut, Gewalt und auch Kriminalität. Es gab in Chicago dadurch auch einen hohen Anteil ethnischer Gruppen mit einem erheblichen sozialen und ökonomischen Konfliktpotential.
(4) In Chicago existierten außerdem seit 1920 Volkszählungen für 70 Teilgebiete bzw. seit 1930 sogar Volkszählungen für 75 Teilgebiete, wodurch man Veränderungen eines jeden Teilgebietes sofort erkennen und analysieren konnte.
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Mandy Gäpel, 2004, Stadtentwicklung als sozialökologischer Prozess: Die Chicagoer Schule, Munich, GRIN Publishing GmbH
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