Inhaltsverzeichnis III
Inhaltsverzeichnis
1 Aktualität des Themas 1
2 Freie Wohlfahrtspflege 2
3 Caritas und Kirche 3
3.1 Nächstenliebe 3
3.2 Die Arbeitgeberin Kirche 3
3.3 Zwischen Barmherzigkeit und Ökonomie 5
4 Der Deutsche Caritasverband 6
4.1 Aufbau und Struktur 6
4.2 Aufgaben 7
4.3 Finanzierung 8
4.4 Kommunikationswege 9
5 Erkenntnisse und Ausblick 11
5.1 Caritas - gestern und heute 11
5.2 Die Zukunft von Kirche und Caritas 11
Literaturverzeichnis 13
Anhang 15
1 Aktualität des Themas 1
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1 Aktualität des Themas
Die Säkularisierung der Gesellschaft in Deutschland ist in den Ergebnissen der Studie „Perspektive Deutschland" 4 ablesbar. Lediglich 11 % der Bevölkerung äußern in dieser weltweit größten gesellschaftspolitischen Online-Umfrage ein hohes Vertrauen in die katholische Kirche; 12 % beurteilen deren Aufgabenerfüllung als gut. Nur 29 % der Bevölkerung nehmen einen dringenden Verbesserungsbedarf wahr, was darauf hindeuten kann, dass die Bürger möglicherweise das Interesse an der Institution Kirche verloren haben.
Die Sozialwerke der katholischen und der evangelischen Kirche, die Caritas und die Diakonie, schneiden im Urteil der Bürger deutlich besser ab als die beiden Kirchen selbst. 25 % der Gesamtbevölkerung bescheinigen Caritas eine gute Aufgabenerfüllung. Je mehr Kontakt die Bürger mit der Institution Caritas haben, desto positiver fällt die Bewertung aus, die eine Zufriedenheitssteigerung von bis zu 60% aufweist.
Caritas ist der größte private Arbeitgeber 5 Deutschlands und Europas und dennoch kennen ihn weniger als die Hälfte der Bevölkerung. Lediglich 45 % der Bürger ist Caritas 6 bekannt.
Bekanntheit der Caritas 7
Im Vergleich dazu gaben 86 % der Bürger an, den ADAC zu kennen.
4 Perspektive-Deutschland (Hrsg.), Perspektive-Deutschland im Überblick, Online in Internet: URL: http://www.perspektive-deutschland.de [20.09.2003]. 356.000 Teilnehmer haben zwischen Oktober und Dezember 2002 über das Internet den Zustand und die Reformfähigkeit wichtiger Institutionen in Deutschland bewertet. Neben dem Schirmherr Altbundespräsident Dr. Richard von Weizsäcker und einer Reihe namhafter Professoren beteiligten sich McKinsey & Company, stern, T-Online und das ZDF als Projektpartner.
5 Hermsen, T., Wohlfahrtsverbände und Sozialmanagement, Differenzierung und Verselbstständigung in der sozialen Hilfe, Frankfurt am Main, 2000, S. 144. Drobinski, M., u.a., Aufruf zur Frechheit, in: Süddeutsche Zeitung, 16. Mai 2003.
6 Siehe Anhang A.01: Unsere „10 Gebote“. Hier stellt sich Caritas als Arbeitgeber vor und positioniert Leitsätze für die tägliche Arbeit.
7 In Prozent der Teilnehmer.
2 Freie Wohlfahrtspflege 2
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2 Freie Wohlfahrtspflege
Es gibt Menschen, die in schwierigen Lebenslagen die Hilfe anderer brauchen - und es gibt Menschen, die helfen wollen. Ein Großteil der Menschen, die helfen, arbeiten unter dem Dach der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege. Die Spitzenverbände bringen die Interessen der Benachteiligten in den gesellschaftlichen Dialog ein. Grundlage der Zusammenarbeit ist das so genannte Subsidiaritätsprinzip. Es bedeutet, dass eine größere Einheit wie Staat, Wohlfahrtsverbände erst dann zur Erfüllung einer Aufgabe herangezogen werden sollen, wenn der Einzelne, die Familie oder eine Gruppe die Aufgabe aus eigener Kraft nicht mehr bewältigen kann. 8 Mit sozialpolitischem Handeln soll der Verband dazu beitragen, dass der Sozialstaat zukunftsfähig bleibt. Zur Freien Wohlfahrtspflege werden alle sozialen Hilfen gezählt, die freigemeinnützig und organisiert geleistet werden. Dieser Wohlfahrtsbereich bildet neben dem staatlichen und dem wirtschaftlichen Sektor den so genannten „dritten" Sektor. 9
Die Wohlfahrtsverbände in Deutschland haben sich in sechs Spitzenverbänden zusammengeschlossen. Hierzu zählen: 10
• die Arbeiterwohlfahrt (AWO),
• der Deutsche Caritasverband (DCV),
• das Deutsche Rote Kreuz (DRK),
• der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband (DER PARITÄTISCHE),
• das Diakonische Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland (DW der EKD),
• die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST).
Ungeachtet unterschiedlicher Wertorientierungen vereint die Wohlfahrtsverbände das gemeinsame Grundverständnis ihres gemeinwohlorientierten Handelns. 11 Ihre soziale Arbeit ist auf Gemeinnützigkeit ausgerichtet, nicht auf individuelles Gewinnstreben. Erzielte Überschüsse werden wieder zum Wohl bedürftiger Menschen eingesetzt. Die Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege beschäftigen mehr als 1,16 Millionen hauptberufliche Mitarbeiter, verfügen über knapp 94.000 soziale Dienste und Einrichtungen und bieten 3,27 Millionen Betten oder Plätze. Sie organisieren mehr als 28.000 Selbsthilfe- und Helfergruppen und werden von schätzungsweise rund 3 Millionen Ehrenamtlichen unterstützt. 12
8 Erläuterung aus Microsoft Encarta Professionell 2003.
9 Schumacher, A., Im Anruf des Guten - Zur Wertorientierung des Menschen im kirchlichen Ehrenamt, München, 2002, S. 32.
10 Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege e.V., Die Freie Wohlfahrtspflege - von Menschen für Menschen, Berlin, 2003, S. 8 ff.
11 Steinforth, T., Selbstachtung im Wohlfahrtsstaat, München, 2001, S. 26. Wohlfahrt definiert als ein verschieden hoch angesetztes Minimalwohlergehen, welches durch die Wohlfahrtspflege gesichert und „gepflegt“ werden soll.
12 Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege e.V., a.a.O., S. 13.
3 Caritas und Kirche 3
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3 Caritas und Kirche
3.1 Nächstenliebe
Mit Caritas kann man soziales Engagement, Hilfe für Bedürftige oder freie Wohlfahrtspflege verbinden. Was aber heißt Caritas genau? Dieses (Fremd-)Wort entstammt der lateinischen Sprache und bedeutet so viel wie: Liebe, Nächstenliebe. In der kirchlichen Tradition gehören „Werke der Nächstenliebe“, also Caritas, neben der Verkündigung des Evangeliums und der Feier der Gottesdienste (Liturgie) zum Grundvollzug christlichen Lebens. Gemeinsam bilden sie die Trias, das „Gerüst“ jeder Gemeindearbeit. Am
9. November 1897 gründete Priester Lorenz Werthmann den „Caritasverband für das katholische Deutschland“. Im Jahr 1916 erhielt der Caritasverband seine offizielle Legitimation durch die Deutsche Bischofskonferenz als Wohlfahrtsverband der katholischen Kirche. 13
Es ist das Anliegen des Deutschen Caritasverbandes, den Menschen in seiner Würde und in seiner Einmaligkeit zu schützen. Er versteht sich als Anwalt und Partner Benachteiligter. Er setzt sich gegen Entwicklungen ein, die zu einer Ausgrenzung einzelner Personen oder Personengruppen führen. Mit seinen Angeboten und Initiativen möchte der Deutsche Caritasverband zu mehr Sensibilität und Aufmerksamkeit für die Situation von Benachteiligten in der Gesellschaft beitragen.
3.2 Die Arbeitgeberin Kirche
Von den rund 1,1 Millionen Beschäftigten der Verbände der Freien Wohlfahrtspflege unterliegen die knapp 825.000 kirchlichen Mitarbeiter von Caritas und Diakonie den arbeitsrechtlichen Besonderheiten, die aus der verfassungsrechtlichen Sonderstellung der Kirchen nach Artikel 140 GG folgen. Diese Besonderheiten ergeben sich 14
• auf dem Gebiet des Einzelarbeitsvertragsrechts: Besondere Loyalitätspflichten und Einschränkungen im Bereich der privaten Lebensführung.
• auf dem Gebiet des Betriebsverfassungsrechts: Keine Geltung des Betriebsverfassungsgesetzes, statt dessen eigene Mitarbeitervertretungsgesetze.
• auf dem Gebiet des kollektiven Arbeitsrechts: Mit Ausnahme einiger weniger diakonischen Einrichtungen erfolgt die Arbeitsrechtssetzung nicht über Tarifverträge, sondern über Arbeitsrechtliche Kommissionen nach dem so genannten 3. Weg der Kirchen. 15
13 Der Deutsche Caritasverband, Online in Internet: URL: http://www.caritas.de [25.09.03].
14 Busch, G., Ver.di - Fachgruppe Kirchen, in: Wörner, J., Strukturdaten: Freie Wohlfahrtspflege, gemeinnützige Verbände und Vereine in Deutschland, Berlin, 2002, S. 7.
15 Ludermann, G., u.a., Rechtsformen kirchlich-caritativer Einrichtungen, Freiburg im Breisgau, 2000, S.
88 f.
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MBA Marco Bambach, 2004, Der Deutsche Caritasverband - Ein Firmenimperium stellt sich vor, Munich, GRIN Publishing GmbH
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