Vorwort III
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Vorwort
Vielleicht tragen auch Sie lieber Leser 1 , ein Stück dazu bei, durch Ihren Einsatz, das Leben in unserer Gesellschaft freundlicher, gemeinschaftlicher und ein Stück lebenswerter zu gestalten. Rund 22 Millionen Bürger der Bundesrepublik Deutschland tun dies, und setzen sich ehrenamtlich für andere ein. 2
Das Ehrenamt als kostbare gesellschaftliche und ökonomische Ressource ist in der Politik und Öffentlichkeit ins Rampenlicht gerückt. Bürgerschaftliches Engagement wurde als Hoffnungsträger einer allumfassenden Modernisierung von Staat und Gesellschaft wiederentdeckt und nimmt seitdem einen prominenten Stellenwert ein. 3
Unter dem Titel „Kostenlos - aber nicht umsonst“, stellt der Autor in der nachfolgenden Ausarbeitung das stark in Mode geratene Ehrenamt genauer dar. Was bewegt Menschen, sich für ein „Vergelt´s Gott“ zu engagieren? Welche Möglichkeiten gibt es, auf freiwilliger Basis aktiv zu werden? Warum ist das Ehrenamt heute wichtiger denn je und wie wird sich die Zukunft des Ehrenamtes gestalten?
Der Autor ist seit zehn Jahren in verschiedenen leitenden Positionen für Caritas tätig und setzt seinen Schwerpunkt vor allem auf das ehrenamtliche Engagement in der freien Wohlfahrtspflege und hier insbesondere in der Altenhilfe. Gerade dieser Sektor unterliegt aufgrund der demographischen Entwicklung und dem steigenden Betreuungsbedarf der pflegebedürftigen und dementen alten Menschen, den stagnierenden Pflegesätzen auf der Einnahmenseite und den steigenden Personalkosten, besonders großen Herausforderungen. Das Ehrenamt soll hierbei Hilfe und Unterstützung bieten.
1 Im Folgenden werden Personen in der männlichen Sprachform angesprochen, es sind aber jeweils sowohl männliche als auch weibliche Personen gemeint
2 Rahn, E., Freiwilligenagenturen - Ein wichtiger Baustein zur Förderung des Bürgerengagements, in: Korch, R. (Hrsg.), Die Zukunft der Bürgergesellschaft, München, 2002, S. 71.
3 Stecker, C., Vergütete Solidarität und solidarische Vergütung, in: Zimmer, A. (Hrsg.), Bürgerschaftli- ches Engagement und Nonprofit-Sektor, Opladen, 2002, S. 10.
Inhaltsverzeichnis IV
Inhaltsverzeichnis
1 Aktualität des Themas 1
1.1 Enquete-Kommission 1
1.2 Freiwilligensurvey 1
2 Ehrenamt - Tradition und Gegenwart. 4
2.1 Bürgerschaftliches Engagement 4
2.2 Ehrenamt im Wandel der Zeit. 5
2.3 Engagement fördern - aber wie? 6
3 Ehrenamtliches Engagement - konkret. 8
3.1 Einsatz und Stellenwert. 8
3.2 Ehrenamt bei Caritas 9
3.3 Betreuung und Gewinnung Ehrenamtlicher. 10
3.4 Koordination und Zusammenarbeit 11
3.5 Fazit 11
4 Erkenntnisse und Ausblick 13
4.1 Ein Zugewinn 13
4.2 Die Zukunft des Ehrenamtes. 14
Literaturverzeichnis 15
Anhang 17
1 Aktualität des Themas 1
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1 Aktualität des Themas
1.1 Enquete-Kommission
Zieht man den Bericht der Enquete-Kommission „Zukunft des Bürgerschaftlichen Engagements“ 4 heran, so kommt diese vom Bundestag einberufene Fachgruppe in ihrem nach über zwei Jahren Forschungsarbeit vorgelegten Bericht zu dem Fazit, dass bürgerschaftliches Engagement Vielfalt bedeutet. In diesem weiten Verständnis, das all die vielfältigen Tätigkeiten des freiwilligen Engagements einbezieht, erschließt sich die Dimension dieser Aktivitäten und ihre Bedeutung für unser Gemeinwesen. Die Bürger erneuern mit ihrem freiwilligen Einsatz in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens Tag für Tag die Bindekräfte unserer Gesellschaft. 5 Sie schaffen eine Atmosphäre der Solidarität, der Zugehörigkeit und des gegenseitigen Vertrauens. Sie erhalten und mehren somit, was wir heute „soziales Kapital“ nennen: die Verbundenheit und das Verhältnis zwischen den Mitgliedern einer Gesellschaft, die Verlässlichkeit gemeinsam geteilter Regeln, Normen und Werte und nicht zuletzt das Vertrauen in die Institution des Staates.
1.2 Freiwilligensurvey
Um einen Gesamtüberblick über das Feld ehrenamtlicher Aktivitäten in Deutschland zu erhalten, hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend eine breit angelegte repräsentative Befragung in Auftrag gegeben. Erstmals liegen mit dieser Erhebung 6 zu Ehrenamt, Freiwilligenarbeit und bürgerschaftlichem Engagement, der so genannten „Freiwilligensurvey“ 7 , nun wissenschaftlich gesicherte Zahlen über die Bereitschaft zum freiwilligen Engagement in Deutschland vor.
Die Studie eruiert, dass jeder dritte Bundesbürger sich in seiner Freizeit ehrenamtlich engagiert. Das sind rund 22 Millionen Bürger bzw. 34 Prozent aller in Deutschland Lebenden im Alter über 14 Jahre, die in ihrer Freizeit ehrenamtlich in Verbänden, Initiativen oder Projekten aktiv sind. 8 Dieses Engagement ist in den verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen unterschiedlich verteilt. Sport und Bewegung, Engagement in
4 Deutscher Bundestag, Bericht der Enquete-Kommission „Zukunft des Bürgerschaftlichen Engagements. Bürgerschaftliches Engagement auf dem Weg in eine zukunftsfähige Bürgergesellschaft, Drucksache 14/8900, 2002.
5 Bürgerschaftliches Engagement kann in diesem Sinne als die „lebendige Seite des Sozialstaates“ ver-standen werden.
6 Rosenbladt, B. v. (Hrsg.), Freiwilliges Engagement in Deutschland, Ergebnisse der Repräsentativerhebung 1999 zu Ehrenamt, Freiwilligenarbeit und bürgerschaftlichen Engagement (Band 1), Berlin, 2000. Im Rahmen dieser Repräsentativerhebung wurden knapp 15.000 Bürger in Deutschland zu ihrem freiwilligen Engagement befragt. Die Erhebung wurde auch unter dem Begriff „Freiwilligensurvey 1999“ bekannt.
7 Survey - Erhebung, Ermittlung, Befragung. PC-Bibliothek 3.0, Duden, Bibliographisches Institut, 2001.
8 Rosenbladt, B. v. (Hrsg.), a.a.O., S. 17.
1 Aktualität des Themas 2
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Schule, Kindergarten und Kirche sind die attraktivsten Betätigungsfelder, während das soziale und politische Ehrenamt weit weniger gefragt ist. Aber gerade im sozialen Bereich braucht unsere Gesellschaft freiwilliges Engagement. 9
Der Anteil der Frauen, die ehrenamtlich aktiv sind, beträgt 30 % gegenüber 38 % bei den Männern. Frauen und Männer sind in den verschiedenen Bereichen der Freiwilligenarbeit unterschiedlich präsent. In den Tätigkeitsfeldern Schule, Kindergarten, sozialer und kirchlicher Bereich sowie im Gesundheitsbereich dominieren Frauen mit einem Anteil von fast zwei Drittel. Männer dagegen bevorzugen Bereiche mit einer stärkeren Berufsrelevanz und einem höheren Prestige. Sie sind vor allem in den Feldern der politischen und beruflichen Interessenvertretung und dem Sektor des Unfall- und Ret-
9 Rosenbladt,B. v. (Hrsg.), a.a.O., S. 21 f., Tätigkeitsfelder: (1) Sport 22 %, (2) Schule/Kindergarten 11 %, (3) kirchlicher/religiöser Bereich 11 %, (4) Freizeit und Geselligkeit 11 %, (5) Kultur und Musik 10 %, (6) sozialer Bereich 8 %, (7) Gesundheitsbereich 2 %, (8) Unfall- und Rettungsdienst/freiwillige Feuerwehr 5 %, (9) außerschulische Jugendarbeit/Bildungsarbeit für Erwachsene 3 %, (10) Umwelt-, Natur-und Tierschutz 3 %, (11) Politische Interessenvertretung 5 %, (12) berufliche Interessenvertretung außer- halb des Betriebs 4 %, (13) Justiz 1 %, (14) Aktivität am Wohnort 2 %, (15) Sonstiges 2 %.
1 Aktualität des Themas 3
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tungswesens anzutreffen. Weitere Tätigkeitsgebiete liegen im sportlichen und geselligen Engagement. 10
Jugendliche im Alter von 14-24 Jahren sind eine besonders aktive Altersgruppe in der Gesellschaft, die sich mit 37 % sehr stark an freiwilligen Aktivitäten beteiligt. Die Schwerpunkte des jugendlichen ehrenamtlichen Engagements liegen in den Bereichen Sport und Bewegung, Freizeit und Geselligkeit, im schulischen, kulturellen und kirchlichen Spektrum sowie im Bereich der Rettungsdienste und der freiwilligen Feuerwehr.
Senioren in der Altersgruppe der 60- bis 69-jährigen sind mit 31 % nicht ganz so stark ehrenamtlich engagiert wie Vergleichsgruppen anderer Altersstufen. Viele der Senioren befinden sich in diesem Alter in der nachberuflichen und der nachfamiliären Phase ihres Lebens. Gerade in dieser Situation könnten Abwechslung und Sinn gebende Tätigkeiten im Rahmen von Ehrenamtlichkeit besonders wichtig sein.
Mit den Ergebnissen der Freiwilligensurvey steht eine Fülle repräsentativer Daten zum freiwilligen Engagement in Deutschland zur Verfügung. Die Frage, ob sich bürgerschaftliche Aktivität im Laufe der Zeit verändert, und wenn ja, in welchem Umfang, wird bisher noch nicht beantwortet. So ist nicht geklärt, inwiefern längerfristige, verbindliche Ehrenämter durch informellere, projektorientierte Tätigkeiten abgelöst werden. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat im Juni 2003 mit der Vorbereitung der zweiten Welle der Freiwilligensurvey begonnen. Die Befragung soll im Frühjahr 2004 stattfinden, die Ergebnisse werden voraussichtlich bis Mitte 2005 vorliegen. 11
10 Rosenbladt, B. v. (Hrsg.), a.a.O., S. 28 f.
11 Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Freiwilligensurvey, zweite Welle, Online in Internet: URL://http://www.bmfsfj.de/bmfsfj/generator/RedaktionBMFSFJ/Arbeitsgruppen/Mel- dungen/92377-Freiwilligensurvey--zweite-Wel,did=6304.html [23.11.2003].
Arbeit zitieren:
MBA Marco Bambach, 2004, Kostenlos aber nicht umsonst! Ehrenamtliches Engagement in Deutschland, München, GRIN Verlag GmbH
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