I
„Die True Sale Initiative (TSI) - Pläne, Hintergründe und Perspektiven“
Gliederung
Gliederung I
Abbildungsverzeichnis II
Abkürzungsverzeichnis III
1. Einleitung 1
2. Das Verbriefungsmodell 1
2.1 Synthetische Verbriefungen 2
2.2 True Sale-Verbriefungen 2
2.3 Ausgestaltung der True Sale Initiative 3
3. Die Rolle der Kreditanstalt für Wiederaufbau 4
4. Vor- und Nachteile von True Sale Initiative und True Sales 6
4.1 Kreditportfoliomanagement der Banken 6
4.2 Neue Asset-Klasse Mittelstandskredite 7
4.3 Eigenkapitalentlastung und Liquidität 7
4.4 Günstige Refinanzierungsmöglichkeit für Banken 9
4.5 Ertragsrückgang durch True Sales 9
4.6 Höchste Kreditrisiken bleiben in der Bilanz 10
4.7 Auswirkungen auf die Transaktionskosten 10
5. Rechtliche Aspekte der True Sale Initiative 11
5.1 Gewerbesteuerbefreiung von Service Purpose Vehicles 11
5.2 Kartellrechtliche Bedenken 12
5.3 Behandlung von Hypothekenforderungen 13
6. Fazit und Ausblick 14
II
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Vereinfachte Struktur einer ABS-Transaktion
Abb. 2: Bank zwischen Primär- und Sekundärmarkt
Abb 3: Wirkung von True Sales auf eine Bankbilanz
III
Abkürzungsverzeichnis
Abb. = Abbildung
ABS = Asset Backed Securities bzw. = beziehungsweise € = Euro EDV = Elektronische Datenverarbeitung EK = Eigenkapital f. = folgende FK = Fremdkapital KfW = Kreditanstalt für Wiederaufbau MBS = Mortgage Backed Securities o.V. = ohne Verfasser S. = Seite SPV = Service Purpose Vehicle TSI = True-Sale-Initiative vgl. = vergleiche z.B. = zum Beispiel
1
1. Einleitung
Der deutsche Bankensektor stand in den vergangenen Jahren im Mittepunkt einer öffentlichen Diskussion. Themen waren hierbei vor allem die anhaltende Ertragsschwäche deutscher Banken, gescheiterte Fusionen sowie Verluste aus dem Kreditgeschäft. Dementsprechend suchen Banken nach Möglichkeiten, um insbesondere im Kreditgeschäft wieder profitabel zu arbeiten. Die Verbriefung von Krediten und Kreditrisiken spielt bei diesem Vorhaben eine zentrale Rolle. 1 Bisher haben Banken in Deutschland vorwiegend synthetische Verbriefungen durchgeführt. Deutschland liegt im europäischen Vergleich mit Blick auf den Verbriefungsmarkt weit hinter den anderen Ländern. Im Jahr 2003 wurden europaweit Verbriefungen in Höhe von 217,15 Milliarden €, in Deutschland im Volumen von 7,13 Milliarden € durchgeführt. 2 Im Rahmen der TSI sollen künftig auch vermehrt „True Sales“ durchgeführt werden, bei denen nicht nur Kreditrisiken, sondern auch die Forderungen selbst am Kapitalmarkt platziert werden. 3 Die vorliegende Arbeit wird zunächst kurz auf das Verbriefungsmodell über ABS sowie die Ausgestaltung der TSI eingehen, um ein besseres Verständnis für die darauffolgenden Punkte zu geben. Anschließend werden die Rolle der KfW sowie Vor- und Nachteile mit Blick auf die TSI genauer dargelegt. Überdies erfolgt eine Beleuchtung der rechtlichen Rahmenbedingungen. Im abschließenden Fazit wird versucht, die TSI kritisch zu würdigen und einen Ausblick auf die zukünftigen Entwicklungen zu geben.
2. Das Verbriefungsmodell
Bei einer ABS-Transaktion verkaufen Banken oder Unternehmen (Originator) einen Forderungspool an eine rechtlich selbstständige Zweckgesellschaft (SPV). Von der SPV werden die Forderungen an Investoren über den Kapitalmarkt in Form von Finanztiteln (z.B. einer Anleihe), der so genannten ABS, weiterverkauft. 4 Die Zahlungsansprüche aus dem Finanztitel werden durch „einen Bestand unverbriefter Forderungen („assets“) gedeckt („backed“)“, die auf die SPV übertragen wurden und den Investoren als Haftungsgrundlage der emittierten ABS dienen. 5 Grundsätzlich kann alles verbrieft werden, was Zahlungseingänge erwarten lässt.
1 Vgl. Steltzner (2003), S. 1.
2 Vgl. o.V. (European Securitisation 23.03.2004).
3 Vgl. Atzler (2003), S. BE4.
4 Vgl. Wulfken/Weller (1992), S. 644f.
5 Vgl. o.V (Rundschreiben deutsche Bundesbank 03.03.2004), S. 1.
2
Dementsprechend vielfältig sind auch die Varianten der ABS. So können beispielsweise Hypothekendarlehen (MBS), Bankkredite (Collateralized Loan Obligation), Leasingforderungen (Lease Backed Securities), Kredite und/oder Anleihen (Collateralized Debt Obligation) Gegenstand einer Verbriefung sein. 6
2.1 Synthetische Verbriefungen
Bei synthetischen Verbriefungen werden keine Forderungen verkauft, sondern nur das an einen Forderungspool gebundene Kreditrisiko über ein Derivat (z.B. Credit Default Swap) an die SPV übertragen. Die Forderungen selbst bleiben in der Bilanz des veräußernden Unternehmens. 7
Im Oktober 2001 fand die erste synthetische Verbriefung von Wohnbaukrediten über die KfW-Plattform „Provide“ der HVB Group statt. 8 Die erste synthetische Verbriefung von Mittelstandskrediten über die KfW-Plattform „Promise“ wurde im Mai 2001 in Zusammenarbeit mit der Dresdner Bank durchgeführt. 9 Seit dem sind die beiden KfW-Plattformen für synthetische Verbriefungen ein gängiger Begriff in der europäischen Finanzbranche. 10
2.2 True Sale-Verbriefungen
Bei einer True Sale-Verbriefung wird sowohl das Risiko wie auch die Forderung selbst auf das SPV übertragen. Der Forderungspool verschwindet somit komplett aus der Bilanz des Originators. 11 Bei einer ABS-Transaktion gibt es eine Vielzahl von Beteiligten. Abb. 1 verdeutlicht die wichtigsten Beziehungen zwischen diesen Akteuren schemenhaft. Im Zusammenhang mit der Platzierung der ABS am Kapitalmarkt wird die Bonität des Forderungspools von einer Ratingagentur bewertet um den Informationsbedürfnissen der möglichen Investoren nachzukommen. In diesem Kontext spielen auch „Garantiegeber“, welche die Ausfallwahrscheinlichkeit der Zahlungen über ein sogenanntes „Credit Enhancement“ minimieren sollen, eine bedeutsame Rolle. Sie besitzen den Charakter einer Kreditversicherung und verleihen der ABS dadurch eine bessere
6 Vgl. Bund (2000), S. 240f.
7 Vgl. Stinner/Dech (2003), S. 193.
8 Vgl. o.V. (KfW Provide 03.03.2004).
9 Vgl. o.V. (KfW Promise 03.03.2004).
10 Vgl. Drücke (Kapitalmarktaktivitäten der KfW 12.03.2004).
11 Vgl. Müller (2004), S. 158.
Arbeit zitieren:
David Wehrhahn, 2004, Die True Sale Initiative (TSI) - Pläne, Hintergründe und Perspektiven, München, GRIN Verlag GmbH
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