1. Überblick
Die Inneren und Äußeren Hebriden, auch Western Isles genannt, liegen im Atlantik vor der Schottischen Westküste. Die Äußeren Hebriden liegen 50-100 km vom Festland entfernt und erstrecken sich über 200 km von Nord nach Süd. Sie befinden sich in einer stark windexponierten Lage. Die größte Erhebung d er Äußeren Hebriden befindet sich auf der Insel Lewis und beträgt 799 m NN, die der Inneren Hebriden liegt mit 1009 m NN auf Skye. Von den insgesamt 500 Inseln sind nur 80 bewohnt. Die bekanntesten unter ihnen sind Skye, das durch eine Brücke mit dem Festland verbunden ist, Islay, Lewis und Harris. Die letzten beiden sind die größten Inseln der Äußeren Hebriden. Die Inseln Benbecula, South und North Uist sind durch Dämme verbunden. Auf den Inseln Harris und Lewis wird der weltbekannte Tweed hergestellt. Auf Islay befinden sich 6 Whiskybrennereien. Ca. 72% der gesamten Inselflächen gehört Großgrundbesitzern. (H.-W. Wehling, 1987; europa.eu, 2004)
2. Allgemeine Problemfelder
Im Jahr 2003 lebten auf den Hebriden 27.180 Menschen. Die größte Ortschaft ist Storno way auf Lewis mit 9.000 Einwohnern wo sich auch ein College befindet. (europa.eu, 2004)
Eines der größten Probleme der Inseln ist die Abwanderung der jungen Bevölkerung. Gründe der Abwanderung sind bessere Ausbildungsmöglichkeiten in anderen Landesteilen, bessere Berufschancen und Steigerung des Lebensstandards. Das kulturelle Leben ist sehr eingeschränkt, auf Konzertbesuche, Oper oder andere Großveranstaltungen müssen die Inselbewohner verzichten. Konsumgüter und Lebensmittel sind wegen der hohen Transportkosten teurer als auf dem Festland. Durch das Angebot von Sprachkursen versucht man die Gälische Sprache auf den Inseln zu fördern. Auch der Erhalt der gälischen Kultur soll durch eine Vielzahl von Veranstaltungen unterstützt werden (H.-W. Wehling, 1987). Die kleinen Inseln verfügen nicht über eine öffentliche Wasserversorgung, sondern nutzen lokale Quellen. Außerdem gibt es weder Polizei noch Feuerwehr. Geheizt
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wird überwiegend mit Kohle oder Gas. Das Abwasser wird ins Meer geleitet und die Abfallentsorgung stellt ein weiteres Problem dar, oft wird der Restmüll auch im Meer entsorgt. (N. Banks, 1977)
Die Highlands und Inseln Schottlands gehören zu den Ziel 1 Regionen der Europäischen Union für die Förderperiode 2000-2006, d.h. zu den besonders strukturschwachen Regionen. Sie zeichnen sich auch durch eine besonders geringe Bevölkerungsdichte aus. In dieser Förderperiode stehen dieser Region von der EU 853 Mio. Euro zur Unterstützung zu. Förderbereiche sind die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit, Anregung des regionalen Wettbewerbs, Steigerung der Human Resources, Unterstützung bei ruraler Entwicklung und technische Unterstützung. Durch die Anwendung neuer Informationstechnologien soll die Vernetzung unterstützt werden und somit neue Arbeitsplätze geschaffen werden und der Abwanderung entgegenwirken. (europa.eu, 2004).
3. Tourismus
Neben den abwechslungsreichen Landschaftsformen zählen monolithische Denkmäler, mittelalterliche Denkmäler und Castles zu den touristischen Anziehungspunkten der Hebriden. Besonders die Vogelnaturschutzparks ziehen Ökotouristen an. Die Insel Rum wurde beispielsweise von der UNESCO zu einem Biosphärenreservat deklariert.
Die Hebriden sind sehr attraktiv für Wassersport. Es gibt sehr viele Häfen und die Küsten sind abwechslungsreich. Durch den Bau eines Marinezentrums in Oban, auf dem Festland, will man die Besucherzahlen auf den Inseln steigern. Von hier aus werden die Hebriden für Segeltouristen erreichbar sein und somit neue Arbeitsplätze geschaffen. (I. Codie, D. Mac Donald, o.J.)
Das Projekt „European Wilderness Challenge“ ist Teil des Leader 2-Programms der Highlands and Islands in Schottland und umfasst die Gebiete Western Isles, Skye und Lochalsh. Dem Vorbild der USA und Australiens folgend werden hier Adventure Races veranstaltet, die viele Teilnehmer und Zuschauer anziehen. Diese Wettbewerbe bestehen aus mehreren sportlichen Disziplinen, die als Ausgangspunkt an harte Lebensbedingungen unter freiem Himmel geknüpft sein müssen. Seit 1998 wird jährlich die Western Isles Challenge auf den Western Isles, Lewis und in
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Schottland ausgetragen. Man erhofft sich durch diese Veranstaltung mehr Aufmerksamkeit auf die Region zu lenken und besonders den Outdoortourismus zu fördern. (europa.eu, 2004)
Die Insel Skye wird von Reisegruppen mit durchschnittlich 2,6 Personen besucht, mit einer Aufenthaltsdauer von 4,1 Tagen. 89% der Touristen sind hier Erwachsene ohne Kinder. 62% haben ihren Aufenthalt im Voraus gebucht. Im Gegensatz zum Rest von Schottland kommt der Großteil der Besucher aus Europa und nicht aus Schottland selbst. Die meisten Touristen auf Skye verbinden ihren Urlaub mit einer Rundreise und sind zum ersten mal in Schottland. Die überwiegende Freizeitbeschäftigung ist das Wandern, oft verbunden mit Sightseeing. (hie.co.uk, 2003)
4. Fischerei
Die Hebriden sind die Hauptfanggründe Schottlands. Hier geht der Trend weg von der Hochseefischerei hin zum Hummer-, Krabben- und Muschelfang. Der Wildlachs-und Forellenfang sind durch die EU limitiert und die dadurch eingenommenen Anglergebühren fließen den öffentlichen Stellen zu. In Fischzuchten werden unter anderem Lachs, Austern und Muscheln gezüchtet. Die Zahl der Fischfarmen nimmt stetig zu und somit werden neue Arbeitsplätze geschaffen. Für die Fischzucht muss das Wasser sehr sauber und geschützte Fjorde vorhanden sein, deshalb sind die Hebriden besonders geeignet. Durch den Einsatz von Pestiziden und Antibiotika wird die Wasserqualität jedoch zunehmend beeinträchtigt. In Schottland herrscht zwischen den einzelnen Fanggebieten große Konkurrenz. Das gilt auch für den internationalen Markt. Eingeschränkt wird der Fischfang durch die EU-Richtlinien zu Fangquoten und -arten. Durch EU-Förderung konnten die Fangflotten vergrößert werden und es ist gelungen, mehr fischverarbeitende Industrie anzusiedeln. (H.-W. Wehling,1987)
5. Landwirtschaft
Rund 2/3 der Fläche werden für extensive Landwirtschaft genutzt. Dies hängt auch damit zusammen, dass für die Tierhaltung nicht nur Weideland benötigt wird,
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Arbeit zitieren:
Katrin Englert, 2004, Hebriden - Perspektiven für Europas Außenposten, München, GRIN Verlag GmbH
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