Einleitendes. 3
Biographisches. 4
Inhalt 4
Rezension. 7
Quellenverzeichnis 12
Einleitendes
Der vorliegende Essay beschäftigt sich mit Ricarda Huchs Erzählung „Der arme Heinrich“
aus dem Jahre 1898, und zwar unter besonderer Berücksichtigung der Figurenkonstellation.
Der ursprünglich von Hartmann von Aue stammende Stoff wurde von ihr teils variiert
respektive neu interpretiert mit völlig anderer Kennzeichnung der Personen.
Zun ächst folgt ein kurzer biographischer Abriss über Huchs Leben sowie eine
ausf ührliche Inhaltsangabe ihrer Version, an der die Unterschiede zu Hartmanns Werk
deutlich werden. Daran schließt an eine Rezension dieser berühmten Novelle in Form eines
Essays. „Der arme Heinrich“ gehört noch heute (allerdings als Version von Hartmann von
Aue) zum klassischen Kanon der Schul- bzw. Universitätslektüre.
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Biographisches
Für Thomas Mann war sie die „erste Frau Deutschlands“, für Alfred Döblin eine „herrliche Frau“. Ricarda Huch, geboren am 18.07.1864 in Braunschweig, wurde nicht nur wegen ihres enormen literarischen Könnens berühmt, sondern vor allem, weil sie sich konsequent den Nationalsozialisten widersetzte und damit erhebliche persönliche Nachteile in Kauf nahm. 1933 trat sie sogar aus der Preußischen Akademie der Künste aus, in die sie 1930 als erste Frau berufen worden war.
Ricarda Huch begann ihre Karriere mit sehr lebendigen und leidenschaftlichen Texten wie z. B. dem Roman „Erinnerungen von Ludolf Ursleu dem Jüngeren“ (1893). Später schrieb sie u. a. Bücher über Martin Luther und Wallenstein sowie ü ber den russischen Anarchisten Bakunin.
Huch wählte als Gattungen überwiegend den historischen Roman und den philosophischen und literaturgeschichtlichen Essay. Auf Frauenliteratur wollte sie sich Zeit ihres Lebens nie festlegen lassen. Die Schriftstellerin starb am 17.11.1947 in Schönberg/Taunus.
Zu Ricarda Huchs unbekannteren Werken zählt ihre Bearbeitung des Hartmann- von-Aue-Stoffes „Der arme Heinrich“, die sie 1898 erstmals im 95. Band der „Deutschen Rundschau“ veröffentlichte.
Dass ihre Erzählung sich in einigen Punkten signifikant von Hartmanns Version unterscheidet, soll die folgende Inhaltsangabe verdeutlichen: Inhalt
Im nicht genau bestimmten Mittelalter will der schwäbische Ritter Heinrich, ein Mann, der eine durch und durch unbekümmerte Gemütsverfassung besitzt und zudem vor Schönheit und Gesundheit strotzt, seine Braut Irminreich heiraten. Irminreich, die narzisstisch und egozentrisch ist und ihrem Zukünftigen in Sachen Oberflächlichkeit in nichts nachsteht, hat ihren Bräutigam nur gewählt, weil er vermögend ist und es schätzt, ihr Äußeres durch prachtvolle Kleider und Schmuck noch hervorzuheben. In einer Waldschlucht in einer kleinen Klosterkapelle findet die Hochzeit statt, und auf dem Weg dorthin hockt am Eingang der Kapelle ein Aussätziger. Den Ritter, entsetzt vom Anblick des Infizierten, befällt während der Zeremonie ein Krampf, so sehr fürchtet er sich vor einer Ansteckung. Es kommt, wie es
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kommen musste: Noch in derselben Nacht entdeckt Heinrich an seinem Arm die ersten Zeichen der Pest. Er schleicht sich davon, voller Abscheu sich selbst gegenüber, und lebt fortan, am Aussatz erkrankt, in einer Höhle, verborgen vor den Menschen. An einem Abend im Herbst lernt er das Liebheidli kennen, die Tochter eines leibeigenen Bauern. Von nun an lebt der Ritter in einer Kammer bei den Eltern des Mädchens, die darauf hinweisen, dass das Liebheidli ein Segen Gottes für die Menschen ist, da sie so viel Liebe und Mitgefühl besitzt. Die Wochen vergehen, und eines Tages erzählt dem Ritter ein anderer Aussätziger, dass es ein Mittel gegen die Krankheit geben würde. Eine Jungfrau müsse aus Liebe und freiwillig sterben und der Elende sich mit deren Blut einreiben. Dies habe ihm ein Arzt aus Salerno verraten. Konfrontiert mit dieser Lösung, ist das Liebheidli überglücklich, Heinrich auf diese Weise zu helfen. Zunächst noch zögernd und zaudernd, lässt er sich darauf ein, mit dem Mädchen nach Salerno zu reisen, um den Weisen aufzusuchen. Zur Tarnung leiht er sich von dem Mönch Baldrian eine Kutte. Baldrian, Mitglied des Ordens von Sankt Sebastian, ist ein philosophischer Glaubensbruder, der schon Erfahrung mit Aussätzigen besitzt. Er ist der Meinung, der vermeintliche Sünder käme genauso wieder zurück, wie er losgefahren sei. Als der Ritter in einer mondlosen Nacht das Liebheidli auf provokante Weise fragt, ob es ihn denn auf den Mund küssen würde, wird ihr klar, dass Heinrich sie nicht wirklich liebt, und sie beginnt, sich erst recht nach dem Tod zu sehnen. Andererseits wächst in ihr aber auch der Wunsch, ein Leben gemeinsam mit dem Ritter zu führen.
In Salerno angekommen, spürt Heinrich den als Nekromanten verschrieenen Arzt Almainete auf und überzeugt ihn, an Liebheidli das Experiment durchzuführen. Liebheidli, bis zum Schluss hoffend, dass der Ritter, den sie so verehrt, von seinem Wunsch ablässt und mit ihr zusammenlebt, stirbt durch die Hand des Arabers. Heinrich fühlt sich zunächst elend und schlecht, verfällt dann jedoch in einen tiefen Schlaf.
Viele Wochen später beginnt der Genesungsprozess tatsächlich. Auch Almainete sieht den Fortschritt und konstatiert, dass das Jungfrauenblut in der Tat geholfen habe. Heinrich kehrt gesund nach Hause zurück. Er teilt zunächst den Eltern Liebheidlis den Tod ihres einzigen Kindes mit und lebt dann wieder glücklich mit seiner Gemahlin Irminreich zusammen. Bruder Baldrian, der seit dem Fortgang Liebheidlis täglich deren Eltern besucht hat, erkennt eines Tages den Ritter auf seinem Pferde und ist fassungslos über die Genesung. Der Mönch will wissen, wo das engelsgleiche Mädchen geblieben ist, und Heinrich belügt ihn und macht ihm weiß, sie sei an einer Fieberinfektion gestorben. Doch Baldrian erfährt die
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Arbeit zitieren:
Alexander Linden, 2004, Zu: Ricarda Huch "Der arme Heinrich", München, GRIN Verlag GmbH
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