Hochschule Mittweida (FH)
Fachbereich Soziale Arbeit
Studienbegleitender Leistungsnachweis
im Lernfeld 1
Sommersemester 2000
Thema
Betrachtungen zur Praxis im Spendenwesen bzw. Fund Raising
unter Berücksichtigung allgemeingültiger
ethischer, moralischer, sittlicher und tugendhafter Kriterien
Eingereicht von: Matthias Matzanke
Studiensemester: 1. BBS SS 2000
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begrifferläuterungen
2.1 Ethik
2.2 Moral und Sitte, Sittlichkeit
2.3 Normen
2.4. Werte
2.5. Tugenden
2.6. Philanthropie
2.7. Spendenwesen
2.8. Fund Raising
3. Zahlen zum Fundraising in Deutschland
3.1 Wie viele Spenden sammeln Organisationen in Deutschland?
3.2 Wieviel spenden die Deutschen?
3.3 Wie entwickelt sich das Spendenaufkommen?
3.4 Einstellung der Bevölkerung zum Spenden
3.5 Spendenzwecke
3.6 Spendenaufkommen je Haushalt
4. Ethische Richtlinien einiger deutscher Organisationen
4.1 Warum Ethik in der Spendenwerbung?
4.2 Kontrolle und Selbstkontrolle des Fundraising-Marktes
4.3 Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI)
4.4 Deutscher Spendenrat e.V.
5. Gründe für das Geben
1. Einleitung
Spenden erfüllen in unserer Gesellschaft wichtige gesellschaftliche und soziale Funktionen. Sie haben heute weitgehend die persönliche und direkte Hilfe in Notlagen, wie sie früher üblich war, abgelöst. Ebenso ersetzen Spenden häufig die direkte Mithilfe bei der Bewältigung von Gemeinschaftsaufgaben.
Spenden helfen, Aufgaben zu erfüllen, die mit staatlichen Maßnahmen nicht ausreichend gelöst oder vom Staat allein nicht bewältigt werden können und auch sinnvollerweise nicht erledigt werden sollten. Private Initiative ist auf vielen Gebieten unverzichtbar. Das Spendenwesen ist eine wichtige Ergänzung des staatlichen Wirkens in vielen Bereichen.
Das Spendenwesen bzw. Fund Raising in der Bundesrepublik Deutschland leistet einen wesentlichen Beitrag zum sozialen Leben und zur volkswirtschaftlichen Leistung. Bevölkerung, Unternehmen und andere Institutionen spenden nicht nur jährlich Milliarden DM in Geld, sondern auch Sachen, Arbeitszeit, Beziehungen, Motivation, Know-how und manches mehr von bisher kaum ermitteltem monetärem Wert.
Dieses philanthropische - "menschenfreundliche" - Engagement ist Ausdruck des wachsenden Bürgerwillens, das Gemeinwesen jenseits staatlicher Maßnahmen mitzugestalten und -zubestimmen. Es verdient uneingeschränkte Förderung und Respekt. Dieser Respekt gegenüber der philanthropischen Haltung der Bevölkerung fördert wiederum das Vertrauen in die gemeinnützigen Organisationen und hilft so, die Spendenfreudigkeit zu erhalten und weiter zu erhöhen.
28,3 Millionen Bundesbürger über 14 Jahre haben im September/Oktober 1999 die Frage bejaht, ob sie in den letzten zwölf Monaten mindestens einmal für eine gemeinnützige Organisation gespendet haben. Damit nahm die Zahl gegenüber dem Vorjahr um zwei Prozent zu und überschritt erstmals seit 1995 die Marke von 40 Prozent. Allerdings nahm eher die Zahl der Kleinspender zu, während das Spendenaufkommen insgesamt nicht nennenswert stieg. Die Kleinspender gaben im Durchschnitt 155 Mark, im Jahr zuvor 175. Zum Anstieg der Spendenzahl haben die Ereignisse im Kosovo und der Türkei zweifellos beigetragen. 75% der Spenden der Deutschen gehen nach einer Schätzung des Deutschen Spendeninstitutes Krefeld an Projekte im Inland. (Quelle: BSM-Newsletter 1/99, S.11)
"Die Unterstützung von Projekten der Entwicklungshilfe wie auch die schnelle Hilfe in Katastrophensituationen sind Ausdruck einer humanitären Gesinnung, für die viele Menschen auch gerne einen finanziellen Beitrag leisten."
Der vorliegende SLN beschreibt zu Beginn Definitionen und Sichtweisen und versucht im weiteren Verlauf individuelle Beweggründe und Motive für das freiwillige Geben von Geld, Zeit und anderen Ressourcen der Spendern zu betrachten und zu analysieren und sucht nach Gründen für ihr Engagement. Weiterhin gibt der SLN einen Überblick über die in Deutschland ansässigen Organisationen und Institute, die wesentlich zur Diskussion über die Ethik im Spendenwesen beitragen und durch ihre Arbeit Transparenz und Richtlinien für potentielle Spender geben.
[...]
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Matthias Matzanke, 2000, Betrachtungen zur Praxis im Spendenwesen , Munich, GRIN Publishing GmbH
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