Inhaltsverzeichnis
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1. Einleitung 2
2.Von der Ausländerpädagogik zur Interkulturellen Erziehung 3
3. Empfehlungen der Kultusministerkonferenz 4
3.1 KMK- Empfehlung „Interkulturelle Bildung und Erziehung“ 5
3.1.1 Ziele. 5
3.1.2 Inhaltliche Schwerpunkte des Unterrichts. 6
3.2 Umsetzung in den Bundesländern. 7
4. Interkulturelle Schulprojekte 9
4.1 Das sind Wir- Projekt 10
4.2 Willkommen- kulturelle und soziale Orientierung für Seiteneinsteiger 12
5. Schluss. 15
6. Literaturverzeichnis. 16
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Interkulturelle Erziehung in der Schule
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1. Einleitung
Mitte der 50er Jahre begann die Zuwanderung durch Gastarbeiterfamilien in Deutschland. Seitdem sind Jahr für Jahr mehr Migranten unterschiedlicher Herkunft zugezogen; mit der Entscheidung auf Dauer zu bleiben. Doch das stellte sich als eine nicht ganz einfach zu meisternde Aufgabe dar. Die unterschiedliche Sprache, Herkunft und Weltanschauung lösten Verunsicherung aus, weil viele Bereiche der Gesellschaft auf den großen Zuzug von Menschen nicht vorbereitet war. Damit das Zusammenleben aller möglichst konfliktfrei gewährleistet werden kann, bedarf es politischer, soziologischer und pädagogischer Bemühungen. Der Schule, als Erziehungs- und Sozialisationsinstanz, kommt in diesem Zusammenhang eine besondere Bedeutung zu, da sie in den letzten Jahrzehnten ein Ort geworden ist an dem sich die Pluralität der E inwanderungsgesellschaft in besonderer Form widerspiegelt. Die meisten deutschen Schulen werden von Kindern und Jugendlichen unterschiedlicher ethnischer Herkunft besucht. Dadurch sind die SchülerInnen täglich mit der „Problematik“ der Interkulturalität konfrontiert und oft auch überfordert. Die Aufgabe der Interkulturellen Erziehung ist es demnach, Kinder und Jugendliche auf ein Leben in einer multikulturellen Gesellschaft vorzubereiten und Fremdenfeindlichkeiten bzw. Vorurteile abzubauen, die sie meistens von Erwachsenen übernommen haben.
Der umfassende Begriff dafür heißt „interkulturelle Kompetenz“ erlernen, d.h. die Fähigkeit zur Kommunikation, Empathie und einer offenen Haltung gegenüber „fremden“ Menschen und deren Kultur.
Zu Beginn dieser Arbeit soll zuerst ein Überblick der Entwicklung von der Ausländerpädagogik zur Interkulturellen Erziehung gegeben werden. Im Folgenden wird im Rahmen der Empfehlungen der Kultusministerkonferenz (KMK) dargestellt welche Entscheidungen getroffen wurden, um das interkulturelle Zusammenleben der Schüler zu fördern. Des weiteren möchte ich auf die Umsetzung in den einzelnen Bundesländern eingehen, wobei positive wie negative Veränderungen hervorgehoben werden. Im Anschluss daran erfolgt eine Veranschaulichung möglicher Umsetzung anhand bereits durchgeführter interkultureller Projekte. Letztendlich soll noch mal eine Kurzzusammenfassung der wichtigen Inhalte gegeben werden.
2.Von der Ausländerpädagogik zur Interkulturellen Erziehung
Im Laufe der Geschichte kam es zu verschiedenen Phasen und Herausforderungen der Migration. Mit welchen Konzepten die Pädagogik daraufhin reagierte soll nun schrittweise erläutert werden.
Ende der 50er Jahre begann die erste große Zuwanderungswelle. Die Bundesrepublik brauchte viele Gastarbeiter und begrüßte somit die zahlreiche Einreise. Zu der Zeit waren die meisten Arbeitsmigranten jung und ledig und sahen deshalb, ebenso wie das Aufnahmeland, ihren Aufenthalt als begrenzt an. Die Politik, die Gesellschaft und die Institutionen waren bis dahin noch nicht veranlasst besondere Maßnahmen zu ergreifen. Erst ab 1970 kam es zur ersten reflektorischen Auseinandersetzung mit der Thematik. Von diesem Zeitpunkt an kann man einen Wandel in der pädagogischen Sichtweise verzeichnen, der von Nieke in Phasen unterteilt wurde. Die erste Phase (Anfang der 70er Jahre) war vom Verständnis der Ausländerpädagogik geprägt. Assimilation, d.h. die einseitige Anpassung der Minderheit an die Mehrheit, stand dabei im Mittelpunkt. Man versuchte einerseits die durch den „Auslandsaufenthalt“ entstandenen Defizite auszugleichen, um die ausländischen Mitbürger zu unterstützen. Andererseits legte man aber großen Wert darauf, dass ihnen die kulturelle Identität erhalten blieb, da man weiterhin mit der Rückkehr der Familien rechnete.
In der zweiten Phase (ungefähr 1980) kam man zu der wichtigen Erkenntnis, dass die Bundesrepublik zum Einwanderungsland geworden ist. Denn man spricht nun nicht mehr von der Gastarbeiterbeschäftigung, sondern direkt von Einwanderung. Eine Auseinandersetzung mit der Migrationsproblematik, vor allem bezüglich der Kinder und Jugendlichen, war somit unumgänglich, woraufhin eine Diskussion um die Interkulturelle Erziehung entstand.
Daraus entwickelte sich schließlich die dritte Phase, in der unterschiedliche Konzepte nach dem gemeinsamen Motto „Interkulturelle Erziehung für eine multikulturelle Gesellschaft“ erarbeitet wurden. Pädagogen sahen die Hauptaufgabe in der Interkulturellen Erziehung, die letztendlich auch zum Abbau von Diskriminierungen führen soll. Die Wissenschaftler dagegen thematisierten die Begrenztheit pädagogischer Interventionen, da ihrer Meinung nach zuerst die Angleichung der Sozialchancen wichtig wäre. Weitere Konzepte bestätigen in diesem Sinne, dass es nicht die Interkulturelle Erziehung gibt. Trotzdem ist ihnen allen der pädagogische Perspektivwechsel gemeinsam. Das bedeutet man ist zu der Einsicht gelangen, dass
nichtdeutsche Kinder enorme Kompetenzen haben und als Bereicherung für die Klasse anzusehen ist.
Auernheimer spricht speziell noch eine vierte Phase (Anfang der 90er Jahre) an, in der man sich mit dem jugendlichen Rechtsextremismus auseinandersetzt. Das Konzept der Interkulturellen Erziehung wurde also in dem Sinne erweitert, dass Kinder gezielt zum Antirassismus erzogen werden sollen. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Ausländerpädagogik hinsichtlich ihres Ziels „Anpassung an die deutsche Kultur“ kritisiert wurde, während die Interkulturelle Erziehung dagegen die Integration in die Gesellschaft beabsichtigt.
3. Empfehlungen der Kultusministerkonferenz
Die Entwicklung von der Ausländerpädagogik zur Interkulturellen Erziehung hat sich auch in der Veränderung der schulischen Konzepte gezeigt. Entscheidende schulische Veränderungen liegen im Zuständigkeitsbereich der Kultusministerien der einzelnen Bundesländer. Bei länderübergreifenden Problemen wird allerdings versucht im Rahmen einer Konferenz gemeinsam eine Lösung zu finden. Stets wurde eine Fülle von Anregungen und Programmen entwickelt, wie auf die größer gewordene kulturelle Vielfalt reagiert werden soll. Einige Entscheidungen möchte ich daher auch nennen.
1964 erfolgte ein Beschluss zum „Unterricht für Kinder von Ausländern“, der auf die Einwanderung der Gastarbeiterfamilien reagierte. Man wollte nicht nur auf d ie Schulpflichtregelung aufmerksam machen, sondern auch die Förderung der deutschen Sprache anregen.
Weiterhin hat man 1971 Maßnahmen empfohlen, um die Möglichkeiten für ausländische Kinder zu erweitern. Neben des Erlernens der deutschen Sprache sollten sie einerseits die Kenntnisse ihrer Muttersprache beibehalten und andererseits auch die Möglichkeit haben die hiesigen Schulabschlüsse erreichen zu können. Im Jahre 1992 kam es zu besonders vielen gewalttätigen Ausschreitungen gegen Ausländer woraufhin eine „Erklärung zu Toleranz und Solidarität“ abgegeben wurde. Durch diese wollte man deutlich machen, dass die gegenseitige Achtung für ein gemeinsames Zusammenleben unabkömmlich sei.
Arbeit zitieren:
Daniela Klepke, 2004, Interkulturelle Erziehung in der Schule, München, GRIN Verlag GmbH
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