Hauptseminar :
Titel : Waldflächenentwicklung in Deutschland
Von Sandra Kaske
Inhaltsverzeichnis
1. Waldflächenentwicklung in Deutschland 1
2. Eigentumsformen 5
3. Wirtschaftliche Bedeutung der Forstwirtschaft in Deutschland 9
4. Nachwachsende Holzmenge im Vergleich zum Einschlag 10
5. Holzverbrauch und -produktion 12
6. Einkommenssituation der Forstbetriebe 14
7. Fazit 18
8. Literatur 19
Waldflächenentwicklung in Deutschland Seite 1
1. Waldflächenentwicklung in Deutschland
Gesamtbetrachtung
Für das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland läßt sich seit 1834 ein Anstieg der Waldfläche um rd. 1,75 Mio. Hektar auf 10.384.700Hektar feststellen. Daraus folgt auf die Ausgangsfläche im Jahr 1834 mit 8.631.381 Hektar bezogen, daß ein Waldflächenanstieg um über 20% vorliegt. Besonders in ländlichen Gebieten sind die stärksten Zugewinne zu verzeichnen, dagegen in Industrie- und Ballungsgebieten ein Verlust. Der Bewaldungsprozent stieg von 24,2% auf 29,1%.
Dies ist als sehr positiv zu bewerten, da seit dem 19.Jahrhundert einerseits die Industrialisierung einsetzte und andererseits es zu einem starken Bevölkerungsanstieg kam. Jene einschneidenen Ereignisse waren mit einem hohen Flächenanspruch für Industrie, Siedlung und Verkehr verbunden. Wesentlichen Beitrag zum Flächenanstieg leisteten die Aufforstungen sowohl landwirtschaftlicher Grenzertragsböden, z.B. agro-forstlich genutzter Flächen im
1. Waldflächenentwicklung in Deutschland Seite 2
deutschen Mittelgebirgslagen, als auch von Ödländereien (z.B. Moor- und Heideflächen).
Den größten durchschnittlichen Waldflächenzuwachs je Jahr läßt sich für den Zeitraum von 1950 - 1960 ermitteln. Dagegen lassen sich Waldflächenrückgänge nur zwischen den Jahren 1913 und 1935 herausfinden. Allgemein zeigt sich ein abnehmender Verlauf in den Flächenzugewinnen von 1834 - 1913 festzustellen, doch nach den Waldverlusten (1913 - 1935) zunächst leicht anstieg, zwischen den Jahren 1950 und 1960 kulminiert und seit 1981 eine abnehmende Tendenz aufweist.
Schaut man sich die Waldflächenentwicklung der einzelnen Länder an, so stellt man regionale Unterschiede fest.
• Baden-Württemberg zählt zu den Gebieten mit kontinuierlichem Flächenzuwachs, dagegen sind in Nordrhein-Westfalen und Sachsen deutliche Waldflächenrückgänge zu registrieren. Mit mehr oder weniger alternierenden Waldflächenentwicklungen sind in Bayern, Rheinland, Pfalz, Hessen, Saarland und in einigen ostdeutschen Ländern zu finden.
Gründe für diese Waldflächenentwicklungen
Der für das Jahr 1834 relativ geringe Waldflächenanteil von 24,2% (8.630.000 ha) läßt sich auf die forstpolitischen Folgen des 1811 erlassenen Landkulturedikts durch des Staatskanzler Graf Hardenberg zurückführen. Es beinhaltete eine Freigabe der Privatwaldgesellschaft in den preußischen Provinzen Preußen, Posen, Pommern, Brandenburg, Schlesien, Sachsen, Westfalen und in einigen rechtsrheinischen Gebieten, Hessen (1811) und Bayern (1821/1831) traten ebenfalls bei. Die in Deutschland einsetzenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten hatten dann erhebliche Einschläge in den Privatwäldern zur Folge.
Die ersten Erfolge einiger Landesforstverwaltungen zeigten sich in den gesetzlichen Bestimmungen entgegen der liberalen Idee 1852 in einem
1. Waldflächenentwicklung in Deutschland Seite 3
umfassenden Forstgesetz für das gesamte rechtsrheinische Bayern. Es verbot die Waldverwüstung, und enthielt die Wiederaufforstungspflicht und machte die Waldrodung genehmigungspflichtig.
Ebenso kam es 1854 zur badischen Forstgesetznovelle, die das Waldverwüstungsverbot, das Wiederaufforstungsgebot und die Genehmigungspflicht für Waldrodung und Kahlhieb beinhaltete.
Nach dem Ersten Weltkrieg und den damit verbundenen politischen und wirtschaftlichen Zusammenbruch des deutschen Kaiserreiches wurden wegen des Ausbleibens der dringend benötigten Holzeinfuhren hohe Anforderungen an die damalige Forstwirtschaft gestellt. Gebietsweise ist ein starker Aufforstungsan-stieg vor dem 1.Weltkrieg und ein anschließender Rückgang der Aufforstung bis 1927 zu finden.
Gründe für das Anwachsen der forstwirtschaftlichen Flächen in der Nachkriegszeit sind in erster Linie auf die im Dritten Reich ausgeübte Aufforstungspolitik zurückzuführen, dazu kommt die Erlassung der allgemeinen Grundsteuerpflicht für aufgeforstete Flächen nach 1933 bis zu 20 Jahren. Diese Befreiung wurde erst 1951 aufgehoben (ÆGrundsteueränderungsgesetz). Die Flächenzunahme bis 1960 (um 1%) erfolgte vor allem in bereits bewaldeten Gebieten. Demgegenüber nahm die Waldfläche nach dem 2.Weltkrieg in den Ballungszentren ab.
Verstärkt trat die Aufforstung landwirtschaftlicher Grundstücke ein. Die Gründe dafür lagen bei den bäuerlichen Vollerwerbsbetrieben, die unter dem Mangel an landwirtschaftlichen Arbeitskräften zu leiden hatten. Dies wiederum führte zur notwendigen Mechanisierung und Rationalisierung und dies war Anlaß zur Aufforstung bisher landwirtschaftlich genutzter Flächen. Dazu erhielten die Staatsforstbetriebe der ehemaligen SBZ ab 1958 die Aufgabe aktiv darauf einzuwirken, alle produktionslosen Flächen und Ödländereien aufzuforsten (ÆGesetz über die Vervollkommnung und Vereinfachung der Arbeit des Staatsapparates in der DDR). Ein Anreiz zur Aufforstung in den Jahren 1820 - 1957 lag in der alten BRD besonders stark in der Preissteigerungsrate, z.B. bei Fichten- Kiefern-Stammholz verbuchte ein Preisanstieg auf das Zehnfache.
1. Waldflächenentwicklung in Deutschland Seite 4
Ab 1957 bis 1964 fiel aber der durchschnittliche Reinertrag in der Forstwirtschaft von +43 DM/ha auf 1 DM/ha. Als Folge daraus verflog der Anreiz zur Aufforstung. 8 Jahre später setzte aber eine positive Waldflächenentwicklung durch die Änderung der Förderungsrichtlinien des Bundes ein (1965). Gelder flossen zur Rekultivierung stark verbuschter, waldähnlicher früherer Weideflächen.
Zur positiven Waldflächenentwicklung (1970-1981) führten gesetzliche Grundlagen zur Erhaltung des Waldes und zur Förderung der Forstwirtschaft im Bundeswaldgesetz (1975), wenn noch nicht vorhanden traten daraufhin in allen alten Bundesländern Landwald- bzw. - Landesforstgesetze in Kraft. Die für 1981 - 1989 festgestellte Verlangsamung der Waldflächenvermehrung und die nachlassende Aufforstungsbereitschaft, wird mit der zu erwartenden unbefriedigenden Ertragslage der Forstbetriebe begründet.
( Vgl. Schmidt, U.E.: Die Waldflächenentwicklung in Deutschland seit Ende des 18.Jahrhunderts.
In: Forst und Holz 49 (1994), Nr. 10, S. 265-269).
Arbeit zitieren:
Sandra Kaske, 1999, Waldflächenentwicklung in Deutschland, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Sandra Kaske's Text Waldflächenentwicklung in Deutschland ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Sandra Kaske hat den Text Waldflächenentwicklung in Deutschland veröffentlicht
Sandra Kaske hat einen neuen Text hochgeladen
Deutschland Supertouring 1 : 400 000. Autoatlas
Touristische Informationen. Ci...
Deutschland Supertouring 1
Religion and Politics in the United States and Germany / Religion und ...
Old Divisions and New Frontier...
Dagmar Pruin, Rolf Schieder, Johannes Zachhuber
Deutschland im Farbbild. Germany. L'Allemagne
Peter von Zahn, Markus Schnurpfeil, Horst Ziethen, Gwendolen Webster, France Varry
0 Kommentare