- I -
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis. I
Abk ürzungsverzeichnis. II
1. EINLEITUNG. 1
2. BEISPIELE ZUR ENTWICKLUNG VON VERMÖGE NSPREISEN. 2
3. DIE AUSWIRKUNGEN VON VERMÖGENSPREISÄNDERUNGEN 3
3.1 Preisstabilität 3
3.2 Auswirkungen der Vermögenspreise auf den Konsum 4
3.3 Einfluss der Vermögenspreise auf Investitionen. 6
3.4 Der Einfluss der Vermögenspreise auf die Stabilität des Finanzsystems 7
4. DIE AUSWIRKUNGEN DER GELDPOLITIK AUF DIE VERMÖGENSPREISE
(TRANSMISSIONSMECHANISMEN) 8
4.1 Die Auswirkungen der Geldpolitik auf die Aktienkursentwicklung 8
4.2 Die Auswirkungen der Geldpolitik auf die Immobilienpreise. 9
5. SOLLTE DIE GELDPOLITIK AUF VERÄNDERUNGEN DER
VERMÖGENSPREISE REAGIEREN? 10
5.1 Vorbemerkungen 10
5.2 Die Entstehung von „Blasen“ an den Aktien- und Immobilienmärkten. 11
5.3 Wie sollte die Geldpolitik auf Veränderungen der Vermögenspreise
reagieren ? 12
6. ZUSAMMENFASSUNG UND FAZIT. 14
Anhang. 16
Literaturverzeichnis III
Abb. Abbildung BIZ Bank für internationalen Zahlungsausgleich EG Europäische Gemeinschaft EU Europäische Union EZB Europäische Zentralbank f folgende FED Federal Reserve ff fortfolgende hrsg. v. herausgegeben von HTTP Hypertext Transfer Protocol HVPI Harmonisierter Verbraucherpreisindex i.d.R. in der Regel MEW Mortgage Equity Withdrawals Mrd. Milliarden Nr. Nummer S&P Standard & Poor´s URL Unique Resource Locator USA United States of America vgl. vergleiche WWW World Wide Web
- 1 - 1.Einleitung
In den letzten zwei Jahrzehnten gingen die Inflationsraten weltweit tendenziell zurück, was sich unabhängige Zentralbanken, die stabile Preise anstreben, als Erfolg anrechnen können. Gleichzeitig rückte die Sorge um stabile Finanzmärkte stärker in den Vordergrund, da in verschiedenen Weltregionen wiederholt Finanzmarktturbulenzen mit großen Schwankungen der Vermögenspreise auftraten. 1 Ein günstiges Güterpreisumfeld geht offensichtlich nicht automatisch mit stabilen Vermögenspreisen einher. Spannungen zwischen Vermögenspreisen und Geldpolitik sind kein neues Phänomen, denn Vermögenspreisänderungen können sich auf die Güterpreise auswirken. 2
Das Vermögen teilt sich in Sachvermögen und Geldvermögen auf. Wichtigster Bestandteil des Sachvermögens sind Immobilien. Dem Geldvermögen zugeordnet werden z.B. Aktien, Investmentzertifikate, festverzinsliche Wertpapiere sowie Versicherungsprodukte. 3 Unter den Vermögenspreisen kommt den Immobilienpreisen und Aktienkursen eine besondere Bedeutung zu: Preisveränderungen auf diesen Märkten beeinflussen die Konsumausgaben der Haushalte, die Investitionen der Unternehmen sowie die Bilanzen und Erträge der Banken. Volatile Vermögenspreise wirken in der Folge auf die Realwirtschaft und die Güterpreise. Im Falle von stark steigenden Vermögenspreisen, die durch einen Nachfrageschub ausgelöst werden, können Notenbanken prinzipiell die Zinsen erhöhen und dadurch einer konjunkturellen Überhitzung mit steigenden Preisen entgegenwirken. Umgekehrt können rechtzeitige Zinssenkungen Nachfrageeinbrüche abfedern, die durch stark sinkende Vermögenspreise ve rursacht werden. Die Geldpolitik kann dadurch gegebenenfalls eine "weiche Landung" der Wirt-
1 Vgl.z.B. Asienkrise 1997, Russlandkrise 1998 oder auch der Zusammenbruch Argentiniens 2001.
2 Vgl. Welteke, E. (2003), S. 3
3 Vgl. Gespräch mit Herrn Weth, Deutsche Bundesbank vom 21.04.2004.
- 2 - schaftherbeiführen, und unerwünschte Rückwirkungen auf das Preisniveau vermeiden. 4
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema Geldpolitik und Vermögenspreise (Aktien und Immobilien). Hierbei wird zunächst untersucht, wie sich geldpolitische Maßnahmen auf Vermögenspreise auswirken und anschließend analysiert, wie und ob die Geldpolitik auf (stark) veränderte Vermögenspreise reagieren sollte.
2. Beispiele zur Entwicklung von Vermögenspreisen
Ausgeprägte Spekulationsblasen sind in der Wirtschaftsgeschichte nichts Ne ues. Eine berühmte Blase ist die holländische „Tulpenzwiebel-Hausse“ im 17. Jahrhundert. Heerscharen von privaten Investoren aus dem In- und Ausland trieben ab 1634 die Preise für Tulpenzwiebeln in die Höhe bis sie drei Jahre später um rund 90% fielen. Das Platzen dieser Spekulationsblase traf die holländische Wirtschaft stark. Das 20. Jahrhundert erlebte mehrere Blasen, die zum Platzen prädestiniert waren. 5 Als Beispiel seien hier die Jahre von 1929 bis 1932 angeführt, als es weltweit zu massiven Kurseinbrüchen an den Aktienmärkten kam, die zur sogenannten „Großen Depression“ führten. Zwei Kennza hlen sollen das Ausmaß verdeutlichen: So ist in diesem Zeitraum „das Niveau der Industrieaktien [...] um ungefähr 77 %“ 6 gefallen, die Beschäftigung im verarbeitenden Gewerbe reduzierte sich um „nahezu 36 Prozent unter den Höchst-stand von 1929“ 7 . Auch das Jahr 1987 war erneut durch einen starken Kursverfall in den USA geprägt, „als der Dow Jones innerhalb eines Tages um 508 Punkte (22,61 %) fiel.“ 8 Als weiteres Beispiel sei die Krise in Japan seit Anfang
4 Vgl. Welteke, E. (2003), S. 3
5 Vgl. Roth, J.-P. (2002), S. 1
6 Vgl. Fisher I. (1933), S. 91
7 Vgl. Fisher I. (1933), S. 207
8 Vgl. Beck H./ Prinz A. (2000), S. 29
- 3 - der90er Jahre genannt, die ebenfalls zu starken und bis heute anhaltenden Problemen in der Volkswirtschaft führte. 9
Der Zeitraum von März 2000 bis März 2003 dürfte ebenfalls in die Geschichte eingehen, da in diesen 3 Jahren weltweit rund 13 Billionen Dollar a n Marktkapitalisierung vernichtet wurden. In diesen 3 Jahren verlor z.B. der S&P-500-Index 45 % an Wert 10 , das Vermögen der Aktionäre die in den USA i nvestierten, schrumpfte um einen Betrag, der rund der Hälfte des Bruttosozialprodukts der USA im Jahr 2000 entsprach. 11
Bereits dieser kurze Rückblick lässt erkennen, welche Auswirkungen starke Änderungen der Vermögenspreise auch auf die reale Wirtschaft haben können. Daher wurde schon häufig die Frage gestellt, ob die Stabilisierung von Vermögenspreisen auch Ziel der Geldpolitik sein sollte.
3. Die Auswirkungen von Vermögenspreisänderungen
3.1 Preisstabilität
Vorrangiges Ziel der EZB ist die Gewährleistung von Preisstabilität (Art. 105 EG-Vertrag). Diese wurde vom EZB -Rat definiert als jährlicher Anstieg des Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) für das Euro-Währungsgebiet von unter 2 %. 12 Damit ist die Stabilität des Güterpreisniveaus gemeint. 13
Danach sind also für die Bekämpfung der Inflation lediglich die Veränderungen der Preise für Waren und Dienstleistungen relevant, Vermögenspreise werden nicht explizit berücksichtigt. Vor dem Hintergrund der in Kapitel 2 dargestellten Beispiele stellt sich dabei die Frage, ob z.B. durch die starken Kurssteigerungen
9 Genauere Betrachtungen finden sich z.B. in Yamagutchi Y. (1999) oder Suzuki Y. (1997).
10 Vgl. Anhang S. 16, Abbildung 1
11 Vgl. BIZ (2003), S. 114
12 Vgl. EZB (2002), S. 55
13 Vgl. Welteke, E. (2003), S. 3
Arbeit zitieren:
Timo Keppler, 2004, Geldpolitik und Vermögenspreise, München, GRIN Verlag GmbH
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