Hausklausur: Die Organisat ion Schule von Marc Landherr
Die heutige, moderne Gesellschaft ist eine Organisationsgesellschaft. Organisationen sind für die in ihnen lebenden Menschen allgegenwärtig. In ihnen werden die Menschen geboren, erzogen, ihre Freizeit verbringen, arbeiten und sterben. Wir verbringen also unser gesamtes Leben in Organisationen unterschiedlichster Art.
Zusammenschlüsse von Personen verstanden, die dazu dienen, die gemeinsamen Interessen ihrer Mitglieder durchzusetzen. In diesem Sinne werden vor allem Parteien, Gewerkschaften und Unternehmungen als Organisationen bezeichnet. Diese werden gegründet, wenn die Durchsetzung der Interessen durch einen einzelnen Akteur nur geringe Chancen hätte. Daher werden Organisationen auch als korporative Akteure bezeichnet.
Schulen werden aus diesen Gründen in allgemeinen Sprachgebrauch nicht als Organisationen verstanden; ihnen wird eher der Status einer Einrichtung des öffentlichen Rechts verliehen. Die Tatsache aber, dass Schulen Organisationen sind, ist in den Sozialwissenschaften unstrittig. Den Schulen kann sogar im Hinblick auf ihre Organisationsstrukturen der Status einer spezifisch bürokratischen Organisation (nach Max Weber) verliehen werden. Ziel dieser Hausklausur soll es nun sein, darzulegen, warum Schulen im sozialwissenschaftlichen Kontext als Organisationen bezeichnet werden, ja sogar als Idealtypus der Weber`schen Bürokratie.
Hausklausur: Die Organisat ion Schule von Marc Landherr
Zunächst soll daher geklärt werden, was eine Organisation ist: Eine Organisation ist ein „von bestimmten Personen gegründetes, zur Verwirklichung spezifischer Zwecke planmäßig geschaffenes, hierarchisches verfasstes, mit Ressourcen ausgestattetes, relativ dauerhaftes Aggregat (Kollektiv) arbeitsteilig interagierender Personen, das über wenigstens ein Entscheidungs- und Kontrollzentrum verfügt, welches die zur Erreichung des Organisationszweckes notwendige Koordination zwischen Akteuren steuert, und dem als Aggregat Aktivitäten oder wenigstens deren Resultate zugerechnet werden können.“ 1 Kennzeichen einer Organisation sind somit:
Gründung durch Zusammenlegung von Ressourcen zur
Verwirklichung spezifischer Zwecke;
soziales Gebilde, das dauerhaft ein Ziel verfolgt;
Vorliegen einer internen Struktur, die von einer Leitungsinstanz geführt und nach außen vertreten wird und mit deren Hilfe die Aktivitäten der Mitglieder der Organisation auf das verfolgte Ziel ausgerichtet
Vorliegen einer formalen Satzung bzw. Verfassung.
2
Anhand obiger Definition von Prof. Dr. rer. pol. Günter Büschges und Dr. rer. pol. Martin Abraham soll nun im Verlauf dieser Hausklausur geklärt werden, warum Schulen in der Sozialwissenschaft Organisationen sind.
1
G. Büschges/ M. Abraham: Einführung in die Organisationssoziologie, Stuttgart: Teubner, 1997: Seite 52
2
siehe 1, Seite 19
Quote paper:
Marc Landherr, 2000, Die Organisation Schule, Munich, GRIN Publishing GmbH
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