MIA Entwicklungszusammenarbeit - Humanitäre Hilfe HIV/AIDS
Hofmann Rico, Kothmiller Stefanie-Josefa, Thomann Matthias-Lorenz, Schuler Sara-Christina
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung in die Thematik und Problemlage 4
1.1. Ausmasse der Pandemie 4
1.2. Teufelskreis: AIDS führt zu Armut führt zu AIDS führt zu 6
1.3. AIDS als Gender-Problem 7
1.4. AIDS als Entwicklungsproblem 8
1.5. Der Kampf gegen AIDS: Mögliche Ansatzpunkte 10
1.5.1. Prävention 10
1.5.2. Massnahmen im Gesundheitssystem 10
1.5.3. Massnahmen zur Linderung der Folgen 10
2. Massnahmen, Programme und Strategien gegen AIDS 11
2.1. Multilaterales Engagement 13
2.1.1. WHO 13
2.1.2. UNAIDS 14
2.1.3. GFATM 15
2.1.4. Kleinere, spezielle Organisationen 15
2.1.5. Grosse, allgemeine Organisationen 16
2.2. Partnerschaftliche Strategien und Konzepte 16
2.2.1. Medicus Mundi 16
2.2.2. Ärzte ohne Grenzen 17
2.2.3. Weitere Strategien 18
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2.3. AIDS-Politik der DEZA: Multisektorieller und systematischer Ansatz 19
2.3.1. Präventionsstrategien 19
2.3.2. Massnahmen im Gesundheitsbereich 20
2.3.3. Massnahmen zur Linderung der Folgen 20
2.3.4. Koordination, Austausch, Diskussion 21
2.3.5. Beachtung des lokalen Kontexts, Förderung von regionalen
Initiativen 21
3. Diskussion mit Hansjürg Ambühl - Head Africa Division 22
3.1. Das Engagement der Schweiz 22
3.2. Fokus der Schweiz 23
3.3. Ausblick 24
4. Quellen 26
4.1. Bücher und Zeitschriften 26
4.2. HIV im Internet 27
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Hofmann Rico, Kothmiller Stefanie-Josefa, Thomann Matthias-Lorenz, Schuler Sara-Christina
1. Einführung in die Thematik und Problemlage
„Zwei Jahrzehnte, nachdem sich Aids als eine der grossen Bedrohungen für das menschliche Leben erwiesen hat, ist die Krankheit in Afrika zu einer der häufigsten Todesursachen geworden. Die verheerende Epidemie fordert ebenso viele Todesopfer wie die Kriege, Hungersnöte und Naturkatastrophen, die den Kontinent heimsuchen. Die Beseitigung der Armut gilt als entscheidende Voraussetzung für die erfolgreiche Bekämpfung von HIV und Aids.“ 1
In unserer Arbeit wollen wir besonders auf die spezielle Problematik Afrikas bei der HIV Dis-kussion eingehen und in einem ersten Kapitel die Situation, d.h. die Ausbreitung der Pande-
mie und ihre Ausprägungen näher beschreiben.
1.1. Ausmasse der Pandemie
Wie man in Abb.1 sehen kann, ist die Zahl der HIV Infizierten in der Region Subsahara-
Afrika verglichen mit den anderen Regionen extrem hoch. Im Jahre 2002 waren weltweit 42
Millionen Menschen infiziert, 29,4 Millionen (70%) davon leben in Afrika. Von den 1,3 Milli-
onen AIDS-kranken Kindern lebt eine Million allein in Afrika. Ausserdem leben 95% der 13
Millionen AIDS Waisen in Afrika. 2
1 Atlas der Weltglobalisierung, S. 184.
2 Vgl.: Atlas der Weltglobalisierung, S. 184.
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Besonders erschreckend ist die Lage in einzelnen Ländern: 3
- In Botswana sind 35% der Bevölkerung HIV infiziert.
- In Abidjan ist AIDS bei Erwachsenen die häufigste Todesursache.
- Südafrika ist das Land mit der weltweit höchsten Zahl an HIV-Infizierten (5 Millionen).
- Die Lebenserwartung in Botswana, Swasiland oder Simbabwe wird 2005 um 24 bis 33 Jahre niedriger liegen als dies der Fall wäre, wenn es HIV nicht gäbe.
„Mindestens 95 Prozent aller AIDS Waisen sind Afrikaner, obwohl nur 10% der Weltbevölkerung in Afrika südlich der Sahara wohnen. 1998 war AIDS verantwortlich für 2 Millionen tote Afrikaner - 5500 Begräbnisse am Tag. […] Die AIDS Opfer in 2001 betrugen 3 Millionen auf der ganzen Welt; 2.2 Millionen davon alleine in Subsahara-Afrika.“ 4
3 Vgl.: Atlas der Weltglobalisierung, S. 184.
4 Qamar, 2003, S.3.
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1.2. Teufelskreis: AIDS führt zu Armut führt zu AIDS führt zu…
„Die Krankheit drückt Afrika immer tiefer in eine beispielslose Entwicklungskrise, wobei die Armut, die mit der Unterentwicklung einhergeht, wiederum die weitere Ausbreitung von Aids begünstigt.“ 5
Abb.3: Prozent der Bevölkerung unter der Armutsgrenze
“AIDS verstärkt die Ausgrenzung von oft ohnehin schon an den Rand gedrängten Bevölkerungsgruppen. AIDS ist gleichzeitig Ursache und Folge von Armut.“ 6
Armut als solche kann nicht als Ursache von Aids identifiziert werden, doch sind die Zusammenhänge sehr eindeutig und statistisch auf jeden Fall relevant. Sie lassen sich auch durch empirische Beobachtungen bestätigen: 7
- Die Kosten für die Medikamente sind zwar gesunken, aber jeder zweite Afrikaner muss mit weniger als einem Dollar auskommen, was nicht einmal zu einem „normalen Leben“, geschweige denn für Medikamente, reicht.
- Die Ausbreitung von HIV erfolgt desto schneller, je ärmer die Länder sind.
- Frauen sind besonders hoch betroffen, weil insbesondere mittellose Frauen durch die Not in die Prostitution getrieben werden.
Das Problem, das dabei auftritt, ist dass sich Armut und AIDS gegenseitig verstärken und dieser Zusammenhang in den ärmsten Ländern der Welt zu einem schier unaufhaltsamen
5 Atlas der Weltglobalisierung, S. 185.
6 AIDS-Politik der DEZA, S. 4.
7 Vgl.: Atlas der Weltglobalisierung, S. 185.
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Teufelskreis führt, der die Entwicklung der letzten Jahrzehnte und somit auch der Entwicklungszusammenarbeit komplett auszulöschen droht. Die Epidemie raubt diesen Ländern nicht nur die Arbeitskräfte im produktivsten Alter, sonder auch den Kindern ihre Eltern. Damit können diese nicht für deren Bildung und Erziehung aufkommen, was wiederum zu einer Verwahrlosung und Unterentwicklung der Kinder führt. Die Wirtschaft leidet, weil ausgebildete Arbeiter und Konsumenten wegsterben; die staatlichen Ressourcen können nicht mehr für Entwicklungsprogramme ausgegeben werden, sondern sind schon mit der Finanzierung von Medikamenten und Beerdigungen vollkommen überfordert. 8
1.3. AIDS als Gender-Problem
„In Mozambique the overall rate of HIV infection among girls and
young women, 15 percent, is twice that of boys their age, not because the girls are promiscuous, but because nearly three out of five are married by age 18, 40 percent of them to much older, sexually experienced men who may expose their wives to HIV and sexually transmitted diseases.“ 9
Die Infektionsrate von HIV bei Frauen ist am höchsten im Alter zwischen 15 und 25, bei Männern liegt sie ganze 10 Jahre später. Der dominante Risikofaktor ist ganz eindeutig Geschlechtsverkehr unter Heterosexuellen, das Problem betrifft schon lange nicht mehr nur Randgruppen wie Homosexuelle oder Drogensüchtige. Vor allem junge Frauen sind durch häufige Vergewaltigungen und untreue Ehemänner sehr gefährdet, doch die Gefährdung trifft zunehmend auch ältere Frauen auf Grund des sich verändernden Sexualverhaltens der Männer, aber auch wegen physischen Veränderungen in der Menopause. Frauen in Entwicklungsländern werden oft nicht gefragt, ob sie Sex haben möchten und noch weniger haben sie die Chance, sich mit Kondomen vor Krankheiten zu schützen, weil dies von den Männern nicht geduldet wird. Setzen sie sich wirklich zur Wehr, müssen sie mit Gewalt und Vergewaltigungen rechnen. Das trifft natürlich vor allem trifft auf Prostituierte zu, oftmals aber genauso auf Strassenkinder und Ehefrauen. Nicht zuletzt tragen Frauen auch einen Grossteil der wirtschaftlichen und sozialen Konsequenzen von AIDS. 10 Will man also wirklich erfolgreich gegen AIDS kämpfen, muss man daher vor allem auch für Gleichberechtigung der Geschlechter kämpfen. 11
„Gender equality is not simply a matter of justice or fairness. Gender inequality is fatal.” 12
8 Vgl.: Atlas der Weltglobalisierung, S. 185.
9 Tallis, 2002, S. 6.
10 AIDS Politik der DEZA, S. 4.
11 Vgl.: Tallis, 2002, S. 12.
12 Tallis, 2002, S. 6.
Arbeit zitieren:
Hofmann/ Kothmiller/ Schuler/ Thomann, 2004, Humanitäre Hilfe und HIV/AIDS, München, GRIN Verlag GmbH
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