Ökologische Beziehungen zwischen ethnischen Gruppen in Swat-State, Nord-Pakistan
von Christiane Bethke
Inhalt:
1. Inhalt S. 2
2. Einführung S. 3
3. Region und Klima S. 4
4. Ethnische Gruppen S. 5
4.1 Pukhtun S. 6
4.2 Kohistani S. 9
4.3 Symbiotische Beziehungen: Pukhtun/ Kohistani S. 10
4.4 Gujar S. 12
4.5 Symbiotische Beziehungen: Gujar/ Pukhtun/ (Kohistani) S. 13
5. Schlussfolgerung F. Barth S. 15
6. Endbetrachtung S. 15
7. Literatur S. 17
Einführung
Die vorliegende Arbeit stellt die ökologischen Beziehungen der ethnischen Gruppen in Swat-State, Nord-Pakistan dar. Basierend auf den Arbeiten von Frederik Barth, der die Region zwischen 1956 und 1970 ethnographisch erschlossen hat, versucht diese Arbeit den Aspekt herauszustellen, der, gegenläufig zum Konzept des Kulturareals (Kroeber 1939) beweist, daß ethnische Gruppen niemals nur durch Umweltbedingungen reglementiert werden, sondern, daß in einer Region, in der mehrere ethnische Gruppen miteinander oder nebeneinander leben, vielfältige ökologische Beziehungen zwischen den Gruppierungen und ihrer natürlichen Umwelt bestehen. Da die Region relativ karg, verschiedenartig und schwer zu bewirtschaften ist, stellt sie ein optimales Forschungsgebiet dar, um, ausgehend von der Definition der ökologischen Nische (Darwin), ebensolche ökologischen Beziehungen zwischen den ethnischen Gruppen in Swat und ihrer Umwelt herauszuarbeiten. Neben den wirtschaftlichen Aspekten wird auch die politische Organisation des zentralisierten Staats einbezogen, da diese das Ökosystem merklich beeinflusst.
Die Arbeit gründet hauptsächlich auf die im Literaturverzeichnis angegebenen Werke von Barth.
Region und Klima
Die Region besteht aus den beiden großen Tälern des Indus und des Swat. Im Norden grenzt sie an die Hochgebirge Pamir und Karakorum, die bis 5000m hoch sind. Die Gegend ist von steilen, engen Schluchten geprägt. Erst ab 1600m Höhe werden die Täler breiter und der Fluss beginnt in Mäandern zu fließen. Im Osten begrenzt der Indus durch eine 3000m tiefe Schlucht den SwatState.
Die fruchtbarste Zone dieser Region, die im NO liegt, wird auch als das Fünfstromland bezeichnet, da sich dort der Indus in fünf Seitenarme aufteilt. Die Talböden liegen ab 100m über NN.
Nach Süden hin fällt das Gebirge stark ab, es schließt sich Wüste und Geröllwüste an. Wegen der großen Höhenunterschiede ist Swat durch große klimatische Variation gekennzeichnet. Im Norden befindet sich die Indusschlucht als eine Wüste zwischen Eisbergen. Das Gebirge ist teilweise von permanentem Schnee und Eis bedeckt. Nur in tiefer gelegenen Regionen ab 1600m Höhe findet sich ausgedehntere Vegetation in Form von Nadel- und Pinienwäldern. Der wüstenhafte Süden dagegen wird aufgrund seiner langen, heißen Sommer und der geringen Niederschlagsmenge durch Steppenvegetation geprägt.
Insgesamt beträgt der Jahresniederschlag für Swat 17 Kubikzentimeter (30 inches), was man als wenig bis kaum Niederschlag bezeichnen kann. Die Niederschlagsmenge ist also extrem gering und kommt zudem hauptsächlich durch im Winter fallenden Schnee zustande. Die abfließenden Gebirgsbäche müssen, um der landwirtschaftlichen Nutzung dienen zu können, durch künstliche Bewässerungssysteme umgeleitet werden.
Die gesamte nördliche Region bezieht ihr benötigtes Wasser hauptsächlich in Form von aus dem Gebirge abfließenden Schmelzbächen.
Ethnische Gruppen
Das Indus-Gebiet und Swat-Kohistan werden von verschiedenen ethnischen Gruppen bevölkert. In Indus-Kohistan leben überwiegend die Kohistani, was übersetzt soviel wie Bergbewohner bedeutet, die in zwei Dialektgruppen unterteilt sind, welche jedoch jegliche Verwandtschaftsbeziehungen untereinander abstreiten. Sowohl die Gawri im Norden als auch die Torwali im Süden von Swat-Kohistan gehören der Dardischen Sprachfamilie an ( Linguistic Survey of India).
Im Süden finden sich neben den Pashtosprechenden Pukhtun die Gujar, Halbnomaden, die entweder Pashto oder Gujri sprechen.
Während die Pukhtun mit einer Bevölkerungsmenge von 450.000 Menschen den Hauptteil der Bevölkerung stellen, sind die Kohistani (auch Kohistei) nur mit ca. 30.000 vertreten. Die Bevölkerungszahlen der Gujar sind nicht bekannt, da sie als Pastoralnomaden schwerer lokalisierbar sind.
[...]
Arbeit zitieren:
Christiane Bethke, 2000, Ökologische Beziehungen zwischen ethnischen Gruppen - in Swat-State, Nord-Pakistan, München, GRIN Verlag GmbH
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