Universität Leipzig
Erziehungswissenschaftliche Fakultät
Prävention und Intervention in der sozialen Arbeit
Proseminar im Sommersemester 2004
Anti-Aggressivitäts-Training
von: Nicole Reise
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort 2
2. Was ist Anti - Aggressivitäts- Training? 2
3. Die Geschichte des Anti - Aggressivitäts- Training 3
4. Wo findet es Anwendung? 4
5. Teilnehmerzahlen 4
6. Klientenvorstellung 4
6.1 Rückmeldung der Klienten 5
6.2 Rückmeldung der Trainer 5
7. Ablaufschema eines Anti - Aggressivitäts- Training 6
8. Schlussbemerkung 7
9. Literaturverzeichnis 8
1. Vorwort
In folgender Arbeit soll auf das Anti - Aggressivitäts - Training eingegangen werden. Nach einer Einleitung über das AAT im Allgemeinen und der Geschichte des Trainings, soll darüber gesprochen werden, wo das Training, neben dem justizillen Bereich, Anwendung findet. Im Anschluss wird in den Punkten 5. bis 6.2 über die Klienten gesprochen. Es wird auf die Teilnehmerzahlen eingegangen, um danach über die Vorstellung der Gewalttäter vom Training zu sprechen. Desweiteren wird die Rückmeldung der Klienten als auch der Trainer geschildert. Den Abschluss dieser Ausarbeitung bildet ein Ablaufschema des Anti - Aggressivitäts - Training. Das Training gliedert sich in vier Phasen: 1. Biographische Analyse (Chinesische Wandzeitung), 2. Konfrontationsphase (Heißer Stuhl), 3. Attraktivitäts-Training (Kompetenzerweiterung) und 4. Realisationsphase (Erprobung in der Gesellschaft). Diese Arbeit ist eine Ausarbeitung zu einem Referat, welches am 23.06.2004 im Seminar „Prävention und Intervention in der sozialen Arbeit“ bei Prof. Dr. Christian v. Wolffersdorff, zusammen mit Tobias Jahn, gehalten wurde. Ich habe mich in dieser Arbeit nur mit dem reinen Training an beschäftigt und nicht, wie beim Referat, mit Anwendungsbeispielen. Mir war es wichtiger das AAT detailliert zu schildern und einige Informationen mehr hinzuzufügen.
2. Was ist Anti - Aggressivitäts- Training?
Bei dem Anti - Aggressivitäts- Training (AAT) handelt es sich um das bekannteste Anti- Gewalt – Training in Deutschland. Die ursprüngliche Bezeichnung als „Antagonistentraining“ geht auf die folgende Grundidee zurück: In Konfrontation mit Menschen aus der Gemeinde, die Gewalt ablehnend gegenüber stehen (Antagonisten), müssen gewaltbereite Jugendliche einen Veränderungsprozess durchlaufen, wobei sie mit ihren Taten auf dem „Heißen Stuhl“ konfrontiert werden. Das Trainerteam besteht aus professionellen Therapeuten, ehrenamtlichen Mitarbeitern und aus „Spezialisten“ sowie aus Gästen, wobei das Trainerteam grundsätzlich die tatsächlich-physiologische und mentale Mehrheit darstellen sollte. (Heilemann, 1984, S. 331-336) Die Einbeziehung von Tutoren ermöglicht dem Trainerteam, die Täter „auf den Punkt zu bringen“, ohne dass sie sich herausreden können. Tutoren sind „geläuterte“ Ex-Teilnehmer, die als indirekten Wiedergutmachungsauftrag gegenüber ihren Opfern eine solche Aufgabe als „Laien-Sozialarbeiter“ übernehmen. Grundidee hierbei ist die „Selbstfestlegung“ der Ex-Täter auf eine neue Rolle: Als Multiplikatoren eines gewaltfreien Handelns sollen sie einerseits den noch gefährlichen Gewalt-Protagonisten Einhalt gebieten – auf der anderen Seite geben sie durch Vorträge und „schützende Funktion für Opfer“ der Gemeinde etwas von dem zurück, was diese in sie investiert hat. (vgl. Heilemann, 1984, S. 331-336) Das AAT ist quasi die sozialpädagogische und psychologische Antwort auf das Zerstörungspotential des Schlägers. Der Grundgedanke des Trainings ist nicht die einfühlsame Therapie, sondern Konfrontation und Provokation der aggressiven Jugendlichen. In wöchentlich zwei je vierstündigen Sitzungen wird versucht, den Tätern Betroffenheit über Gewalt zu vermitteln. Die Faszination der Gewalt zu begreifen und zu erschüttern bzw. auf diesem Hintergrund mit den eigenen Gewaltimpulsen umgehen zu lernen, ist dabei das Ziel des Trainings.
3. Die Geschichte des Anti - Aggressivitäts- Training
Begründet wurde diese „radikale Trainingsmaßnahme“ erstmals bei der Behandlung von Sexualstraftätern. Die Grundidee für das Anti - Aggressivitäts- Training ist aus diesem Konzept abgeleitet: Genauso wie Vergewaltiger durch die Interaktion mit rollenbewußten Frauen ihre Frauenfeindlichkeit und ihr eigenes männliches Rollenkonzept relativieren konnten, soll es den Schlägern erlaubt sein, zusammen mit friedfertigen Menschen aus der Gemeinde (TrainerInnen) ihre „Stärkenorm“ (Männlichkeitsklischee) zu überprüfen und so friedensfähig zu werden. Als Vorbild dabei dienten pädagogische Maßnahmen für schwarze Jugendliche aus Gangs im US-Strafvollzug.
[...]
Arbeit zitieren:
Nicole Reise, 2004, Anti-Aggressivitäts-Training, München, GRIN Verlag GmbH
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