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Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort 2
2. Die Geschichte der Bindungstheorie - Der frühe Werdegang von John Bowlby 3
2.1 Bowlbys Zeit in der Child Guidance Clinic und erste Ansätze
der Bindungstheorie 3
2.2 Bowlbys erste empirische Studie über Bindungsbeziehungen 4
2.3 Bowlbys Zeit in der Tavistock Clinic 4
3. Die erste offizielle Darstellung der Bindungstheorie 5
3.1 Die Bindungstheorie 5
4. Geschlechtsbezogene Aspekte der Bindungsentwicklung - Einstellung der
Eltern gegenüber den Kindern 6
4.1 Bindung des Sohnes 6
4.2 Bindung der Mutter 7
4.2.1 Der Vergleich vo n Mutter-Sohn und Mutter-Tochter-Paaren 7
4.2.2 Einschätzung mütterlicher Feinfühligkeit in Beobachtungssituationen
durch eine Neun-Punkte-Ratingskala 8
4.2.3 Makroanalytischen Erhebungsmethoden um Verhaltensmuster zu erfassen 8
4.2.4 Geschlechtsunterschiede im emotionalen Ausdrucksverhalten 9
4.2.5 Herausbildung der Geschlechtsunterschiede 9
4.3 Auswirkung von Bindungserfahrung bei Jungen und Mädchen 10
4.3.1 Konfliktbewältigungsmuster bei Jungen und Mädchen 10
5. Ausblick und Perspektiven 11
6. Literaturverzeichnis 12
-2- 1.Vorwort
In folgender Arbeit soll auf die Geschlechtsunterschiede in der Bindungsentwicklung eingegangen werden. Nach einer Einleitung über die Bindungstheorie im Allgemeinen und einer Biographie über ihren Begründer John Bowlby , soll über die Bindung der beiden Elternteile und deren Einstellung und Umgang mit den unterschiedlichen Geschlechtern, über Vergleiche von Mutter- Tochter - und Mutter- Sohn- Paaren und auch über die unterschiedlichen Bindungserfahrungen von Jungen und Mädchen gesprochen werden. Außerdem wird die Feinfühligkeit von Müttern durch eine Neun - Punkte - Ratingskala eingeschätzt und es werden in diesem Referat auch makroanalytische Erhebungsmethoden vorgestellt, mit denen Verhaltensmuster erfasst werden können. Weiterhin soll beschrieben werden wie und wann sich die Geschlechtsunterschiede bei den Kindern herausbilden und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Bindungserfahrung von Jungen und Mädchen aufgezeigt werden. Schließlich wird noch über die unterschiedlichen Konfliktbewältigungsmuster bei den Kindern gesprochen und es wird ein Ausblick und einige Perspektiven gegeben.
Die Wahl fiel auf das Thema der Geschlechtsunterschiede, da ich annahm, eine Menge Literatur und Informationen zu finden. Bei der Suche im Internet bestätigte sich diese Annahme nicht.
In nur drei Büchern konnte ich mich letztendlich über mein Thema informieren. Das ist auch der Grund, warum sich die Quellenangaben ausschließlich auf diese Bücher beziehen.
Leider ist das Thema der Geschlechtsunterschiede in der Bindungsentwicklung bisher viel zu wenig betrachtet wurden und die meisten Studien werden als unzureichend eingestuft oder ergaben nichts genaueres.
Trotz alle dem habe ich während meiner Recherchen schließlich einige interessante Ergebnisse erhalten.
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2.Die Geschichte der Bindungstheorie - Der frühe Werdegang von John Bowlby Der 1907 geborene John Bowlby beschäftigte sich 1927, im dritten Jahr seines naturwissenschaftlichen Studiums an der Universität Cambridge, erstmals mit entwicklungspsychologischen Themen. Daraufhin entschied er sich eine ehrenamtliche Tätigkeit in zwei psychoanalytischen orientierten Kinderheimen für schwererziehbare Kinder und Jugendliche aufzunehmen.
Die Erfahrungen, die er dort mit einem extrem distanzierten und einem extrem anhänglichen Kind machte, hatten einen nachhaltigen Eindruck auf ihn, denn er sah in dem Verhalten der Kinder Auswirkungen früher Trennungen von den Eltern. Aufgrund dieser Einsichten entschloss er sich ein Jahr später, das Medizinstudium in London aufzunehmen, aber nun mit dem Ziel, Kinderpsychiater und Psychoanalytiker zu werden.
2.1 Bowlbys Zeit in der Child Guidance Clinic und erste Ansätze der Bindungstheorie 1933, nach dem Abschluss seines Psychiatriestudiums, bekam Bowlby eine Stellung bei der Londoner Child Guidance Clinic. Dort wurde sein Denken stark von der Zusammenarbeit mit zwei psychoanalytisch ausgebildeten Sozialarbeiterinnen beeinflusst, die seine Ansichten über die Bedeutung früher Familienerfahrungen teilten. „Er habe, so sagte er später, von ihnen viel mehr gelernt als von den Analytikern und Psychiatern, die ihn ausgebildet hatten.“ 1 Im Laufe seiner Arbeit an der Child Guidance Clinic wurde es Bowlby immer deutlicher, dass sich die Psychoanalyse viel zu sehr mit dem kindlichen Phantasieleben beschäftigte, ohne die Wirkung von tatsächlichen Familienereignissen zu berücksichtigen.
Diese Sichtweise brachte er in einem interessanten Artikel zum Ausdruck, der bereits einige zentrale Ideen der Bindungstheorie vorweg nimmt (Bowlby,1940). Darin unterstrich Bowlby die nachhaltigen Auswirkungen fr üher Eltern-Kind-Trennungen und empfahl beispielsweise, dass man es Müttern erlauben solle, kleine Kinder im Krankenhaus zu besuchen. Für Mütter, die mit Erziehungsproblemen Schwierigkeiten hatten, schlug er vor: „Eine wöchentliche Besprechung, in der ihre Probleme analytisch angegangen und zu ihrer eigenen Kindheit zurückverfolgt werden. Wenn man einer Mutter helfen kann, Zugang zu den Gefühlen zu bekommen, die sie als Kind hatte, um sie nun wieder zu erleben, und wenn sie dann entdeckt,
1 Spangler / Zimmermann (Hrsg.) (1995) Die Bindungstheorie. Die Geschichte der Bindungstheorie. Stuttgart: Klett-Cotta-Verlag, S. 28
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Arbeit zitieren:
Nicole Reise, 2003, Geschlechtsunterschiede in der Bindungsentwicklung, München, GRIN Verlag GmbH
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