Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 5
2. Erhaltungsbedingungen für Holz 6
3. Waldentwicklung im Holozän 6
4. Baumbestand 6
4.1. Aktueller Ba umbestand 6
4.2. Prähistorischer Baumbestand 7
4.3. Die wichtigsten in den Texten genannten Bäume 7
4.3.1. Apfelbaum (Pyrus syriaca P malus) 7
4.3.2. Buchsbaum (Buxus sempervirens) 8
4.3.3. Dattelpalme (Phoenix dactylifera) 8
4.3.4. Eiche (Quercus infectoria Q libani Q aegilops) 8
4.3.5. Feigenbaum (Ficus spp ) 9
4.3.6. Granatapfelbaum (Punica granatum) 9
4.3.7. Kiefer Pinie Föhre (Pinus nigra P halepensis P brutia) 9
4.3.8. Pappel (Populus alba P euphratica P nigra P tremula) 9
4.3.9. Pistazie (Pistacia atlantica P khinjuk) 10
4.3.10. Rohr (Phragmites australis P communis) 10
4.3.11. Tamariske (Tamarix aphylla T pentandra T articulata) 11
4.3.12. Wacholder (Juniper oxycedrus J Polycarpos) 11
4.3.13. Weidenbaum (Salix acmophylla) 11
4.3.14. Zeder (Cedrus libani) 12
4.3.15. Zypresse (Cupressus spp ) 12
5. Kultivierung 12
5.1. Importierte Holzarten 13
6. Ernte von Hölzern 13
6.1. Transport 14
6.2. Lagerung 14
7. Verwendung von Holz 14
7.1. Feuerholz 15
7.2. Der Schreiner 15
3 NA
7.3. Bauholz 15
7.4. Möbel und Haushaltsgegenstände 15
7.5. Kultbilder 16
7.6. Aromastoffe 16
7.7. Früchte 17
8. Verwaltung 17
9. Schlußbemerkung 18
10. Abkürzungsverzeichnis 19
11. Literaturverzeichnis 20
12. Abbildungsverzeichnis 22
4 NA
1. Einleitung
„Still standen sie am Rande des Waldes,
Staunen immer wieder an die Höhe der Zedern, Staunen zugleich an den Eingang des Waldes.
Wo Chumbaba zu gehen pflegte, war eine Fußspur, Die Wege sind gerichtet, schön gemacht ist die Bahn.
Sie sehen den Zedernberg, die Wohnstatt der Götter, Irninis Weihesitz. Angesichts dieses Berges trägt die Zeder ihre Fülle, Ist ihr Schatten so wonnig, reich an Erquickung.
Ineinander verschlungen war das Dornbuschwerk, verfilzt das Gehölz. ... war die Zeder, der Styraxbaum ...
Von einem Graben, eine Meile lang, war umschlossen der Wald,“ 1
Die Zeilen aus dem Gilgameš-Epos beschreiben anschaulich das ehrfürchtige Staunen, daß der Mensch des alten Babylonien, der nur die Steppen und Wüsten kannte, einem Wald entgegenbrachte. In dem Zedernwald lauerte das Böse in Gestalt des Riesen Chumbaba, gleichzeitig war der (kultivierte) Wald aber auch segensreich für die Menschen, wie die Inschrift 2 auf den Stierkolossen bei Dur Šarrukin aus der Zeit Sargons II. zeigt:
„... Der erfahrene König, der beständig Pläne erwägt, die Gutes (bewirken), der sein Augenmerk auf die Besiedlung brachliegender Steppengebiete sowie auf die Kultivierung des Ödlandes (und) auf das Anpflanzen von Obstgärten richtete: Damals errichtete ich über der Quelle am Fuß des Berges Musri oberhalb von Ninive, eine Stadt und gab ihr den Namen Dur-Šarru-ukin. Einen Park, eine genaue Nachbildung des Amanus-Gebirges, in dem alle aromatischen Bäume des Hatti- Landes (d.h. Syriens) (und) sämtliche Obstbaumsorten des Gebirges angepflanzt sind, legte ich um sie herum an.“
Die vorliegende Arbeit stellt die wichtigsten archäologischen und philologischen Quellen zu Bäumen und Hölzern in Babylonien zwischen der Uruk- und der altbabylonischen Zeit zusammen. Dabei ist es nicht vermeidbar, teilweise auf jüngere Quellen zurückzugreifen, um ein abgerundetes Bild zu erhalten.
1
Von Soden, Gilgamesch-Epos 46 (5 I 1-11).
2
Dietrich, “Garten Eden” 13.
5
2. Erhaltungsbedingungen für Holz Gute Erhaltungsbedingungen für Holz bestehen nur unter stabilen trockenen oder feuchten Lagerzuständen, die es vor dem Zersetzten durch Bakterien schützen. In Mesopotamien sind diese Bedingungen sehr selten gegeben - gut verschlossene Gräber können diese Bedingungen erzeugen. Aufgrund der allgemein schlechten Erhaltungsbedingungen läßt sich Holz daher oft nur als Abdruck in anderen Materialien nachweisen.
Aus diesem Grund ist man überwiegend auf philologische Quellen angewiesen, um einen Eindruck davon zu bekommen, wie und welches Holz im Alten Orient Verwendung fand. Die Identifikation der Bäume und Hölzer aus den Texten erweist sich als äußerst schwierig und nur in wenigen Fällen läßt sich eine Zuweisung mit Bestimmtheit treffen 3 .
3. Waldentwicklung im Holozän
Anhand von Pollenanalysen läßt sich feststellen, daß am Ende des Pleistozäns im Vorderen Orient überwiegend Steppe vorhanden war und der Wald in kleine Rückzugsorte verdrängt wurde. Zwischen 12.000 und 8.000 B.C. förderte ein Klimaumschwung die (Wieder-) Bewaldung und der Waldgürtel dehnte sich stetig weiter aus. Das Maximum der Bewaldung ist zeitgleich mit den ersten Stadtstaaten, danach sinkt die Bewaldungsdichte kontinuierlich ab, verursacht durch klimatische oder anthropogene (Brand, Herdenhaltung und Bodenerosion) Faktoren. 4
4. Baumbestand 4.1. Aktueller Baumbestand
Wälder an den Flüssen (arab. ahrash) bedecken eine Fläche von etwa 200 km². Die schmalen Bewaldungsstreifen bestehen fast ausschließlich aus einer einzelnen Baumart. 5 Die Wälder in den Gebirgszonen bedecken eine größere Fläche als in den Flußniederungen. Die Baumgrenze liegt bei unter 2000 m N.N. 6
3
Powell, Timber Production 101.
4 Willcox,, Timber and Trees 3-4.
5 Guest, Flora of Iraq 84.
6 Ebd. 85.
6
4.2. Prähistorischer Baumbestand Wichtige direkte Belege für die prähistorische Baumbestandssituation liefern Pollenanalysen (aus Seen), alte Vegetationsbestände, Samen und Holzkohle 7 . Die Analysen für den mesopotamischen Bereich erlauben es allerdings noch nicht, ein klares Bild vom prähistorischen Baumbestand zu zeichnen – für den historischen Baumbestand kann man auf Schriftquellen zurückgreifen 8 .
In Texten aus der Ur III- Zeit werden nahe den Wasserläufen drei Baumarten erwähnt. Am häufigsten war die Euphrat-Pappel, danach Weide 9 (?) und ein nicht identifiziertes Hartholz 10 , das zur Werkzeugherstellung genutzt wurde. Nur in Texten der Ur III-Zeit lassen sich Hinweise darauf finden, daß diese ökologische Nische, an den Wasserläufen, organisiert und geplant genutzt worden ist 11 , dennoch gehörten sie - zu jeder Zeit - zum Besitz des Palastes oder Tempels 12 .
4.3. Die wichtigsten in den Texten genannten Bäume
Im folgenden sollen die wichtigsten in den Texten genannten Bäume und Hölzer dargestellt werden. Neben primären Merkmalen und einem Verbreitungsgebiet (wenn es sich auf kleinen Raum eingrenzen läßt), werden Belege in keilschriftlichen Quellen und archäologische Belege in Klein- und Großkunst sowie erhaltenen Überresten aufgeführt.
4.3.1. Apfelbaum (Pyrus syriaca; P. malus 13 )
Merkmale: Der bis zu 10 m hohe Laubbaum gehört zu den Rosengewächsen und liefert hartes
Nutzholz. Seine Früchte zählen zum Kernobst und lassen sich vielfältig verwerten (Tafel-, Dörrobst, Apfelsaft, - most und –wein).
Schriftquellen: giš khasškhur = khakhuru (P. malus 14 ) – Betten {BIN 10 53:3}, Tische und
Stühle {BIN 9 426:25} Darstellungen: Ur (ED) Puabis Kopfschmuck
15
, Königsfriedhof PG 800 (Abb. 1)
Überreste: getrocknete Apfelhälften, Königsfriedhof von Ur (ED)
16
7
Willcox, Timber and Trees 1.
8 Moorey, Materials and Industries 349.
9 Ebd.: then a wood of inferior quality mainly supplying branches and twigs, used in building or for furniture 10 Ebd.
11 Ebd. 349.
12 Potts, Material Foundations 110.
13 Angegeben werden stets die in Babylonien identifizierten Arten einer Gattung. 14 Eine genaue Identifizierung der Bäume bleibt nach wie vor schwierig. 15 Miller, Plant Forms 154.
7
4.3.2. Buchsbaum (Buxus sempervirens) Merkmale: Ein langsam wachsender immergrüner Strauch mit zähen kleinen Blättern.
Verbreitung: Ostmediterraner Raum Schriftquellen:
giš
tiškarin
=
taskarinnu
– Bettpfosten {BIN 9 499:7}, Bootsbau (?) {BIN 10
88:5} Überreste: Nuzi (Akk., mB)
17
4.3.3. Dattelpalme (Phoenix dactylifera)
Merkmale: Bis zu 30 m hohe zweihäusige Fiederpalmen. Das Holz der Dattelpalme wurde für
Stützpfosten und bei leichten Deckenkonstruktionen verwendet, obwohl das Holz sehr faserig und dadurch schwach ist
18
. Neben dem Stamm fanden auch die einzelnen Holzfasern und Blätter eine Verwendung in der Architektur. Die Frucht kann verzehrt und zu Sirup verarbeitet werden. Aus dem Sprossensaft läßt sich ein Wein herstellen. Verbreitung: südl. Irak
Schriftquellen:
giš
gišimmar
=
gišimmaru:
Türen {UET 5 112:29-30; 116:9 aus Ur; Tsifr 18:4,12; 44:7,23 aus Kutalla, UET 5 156:2; Tsifr 18:3, 44:38} und ein damit verbundenes unbekanntes Objekt {BIN 9 30:7,9}, Tische {BIN 10 78:7,9}, Bootsbau ? {UET 5 468} Darstellungen: Ur (ED) – Puabis Kopfschmuck
19
, Königsgräber PG 800 (Abb. 2)
Überreste: Uruk (aB, nB); Larsa (nB); Abu Qubur (Ach./Seleuk.); Nuzi (mB); Oueili (Obeid);
4.3.4. Eiche (Quercus infectoria; Q. libani; Q. aegilops)
Merkmale: Die Eiche gehört zu den Buchengewächsen und ist ein Laubbaum. An die 30
verschiedene Arten existieren, die in der Holzqualität sehr unterschiedlich sind. Benötigt ein Minimum an 400 mm Niederschlag im Jahr. Die Eicheln können ans Vieh verfüttert und in Maßen verzehrt werden.
Schriftquellen: giš kha-lu-úb/ub 4 = khaluppu (Q. sp. ?) – Holzmöbel, besonders Stühle {BIN 9
17 Alle Nachweise bei Moorey, Materials and Industries 360-361; Potts, Material Foundations 107. 18 Moorey, Materials and Industries 348.
19 Miller, Plant Forms 153. Miller konnte den männlichen Blütenstand und weibliche fruchttragende Zweige identifizieren.
8
Quote paper:
Magister Artium Daniel Hockmann, 2003, Bäume und Hölzer in Babylonien von der Uruk- bis zur Altbabylonischen Zeit, Munich, GRIN Publishing GmbH
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