Ruetz Stefan Migration SS 2004
INHALTSVERZEICHNIS
1. Ausblick 4
2. Mögliche Definitionen von Migration. 4
2.1. Notwendige Komplexitätsreduktion 4
2.2. Begründung der uneindeutigen Definition 5
3. Ursachen von Migration 7
3.1. Das Push - Pull Modell. 7
3.2. Mögliche Faktoren und deren Verflechtung 8
4. Großbritannien - Beginn der Migrationsforschung und
Geschichte des ehemaligen Commonwealth 8
5. Die USA - ein bzw. das Einwanderungsland 10
6. Zusammenschau. 13
7. Quellenangaben 14
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Ruetz Stefan Migration SS 2004
1. Ausblick
In der vorliegenden Seminararbeit möchte ich im Wesentlichen zuerst eine Analyse der Definitionen und den Ursachen von Migration anführen und diese theoretischen Ausführungen dann als Grundlage für zwei sehr konträre praktische Beispiele nutzen: das streng reglementierte Einwanderungsland Großbritannien und die Vereinigten Staaten als das Einwanderungsland schlechthin.
2. Mögliche Definitionen von Migration
Die meisten wissenschaftlichen Abhandlungen subsumieren den Begriff Migration unter Wanderung oder Wanderungsprozess. Eine Sichtweise dabei ist, dass Wanderungsprozesse sehr komplex ablaufende Prozesse sind, die nicht nur die wandernden Individuen allein betreffen, sondern auch die Gesellschaften bzw. Regionen, zwischen denen sich die Menschen bewegen. Da diese Prozesse so komplex sind, hat sich die Wissenschaft bezüglich Migration gespalten, sodass sich zum Beispiel die Wirtschaftswissenschaften mit den ökonomischen Ursachen und Begleiterscheinungen von Wanderungen beschäftigen, die Geschichtswissenschaft eine Reihe von sozial- und wirtschaftsgeschichtlichen Studien zum Verlauf und Vergleich von Wanderungen vorlegt etc. Die unterschiedlichen Definitionen zu Migration unterscheiden sich nach der zurückgelegten Entfernung und der Dauerhaftigkeit; im Unterschied zur Bewegung (Erwachsenwerden, Heirat, Umzug), die zur menschlichen Entwicklung an sich gehört, stellt Migration eine besonders auffällige Bewegung und Veränderung dar 1 .
2.1. Notwendige Komplexitätsreduktion
Zur Komplexitätsreduktion wurden mehrere Typologien entwickelt, um den Begriff Migration ein wenig konkretisieren bzw. differenzieren zu können: Man kann unter räumlichen Aspekten die Binnenwanderung oder die interne Wanderung und die internationale oder externe Wanderung unterscheiden, wobei es bei der
1 vgl. Treibel, Migration in modernen Gesellschaften, Seite 17ff
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internationalen Wanderung die kontinentale bzw. interkontinentale Wanderung gibt. Im weiteren wird unter zeitlichen Aspekten in die begrenzte oder temporäre Wanderung (z.B. aufgrund von Saisonarbeit) und in die dauerhafte oder permanente Wanderung (Niederlassung) differenziert. Außerdem kann man bezüglich der Wanderungsentscheidung oder der Wanderungsursache in freiwillige Wanderungen (Arbeitsmigration) oder in Zwangswanderungen (Flucht, Vertreibung) einteilen. Als vierte Unterscheidung dient der Umfang der Migration, es wird unterschieden zwischen Einzel- bzw. Individualwanderung, Gruppen- oder Kollektivwanderung und Massenwanderung. Die Grenzen zwischen diesen Klassifikationen sind fließend und meist nur im konkreten Einzelfall zu unterscheiden, aber sie geben ein wenig Hilfe zur Orientierung. So lässt sich hier addieren, dass Migration meist als Wanderung oder als Wanderungsprozess definiert wird, am öftesten als Versuch einer allgemeinen Definition genannt ist ein auf Dauer angelegter bzw. dauerhaft werdender „freiwilliger“ Wechsel in eine andere Gesellschaft bzw. in eine andere Region von einzelnen oder mehreren Menschen 2 .
2.2. Begründung der uneindeutigen Definition
Warum Migration im Gegensatz zu anderen Konstrukten so uneindeutig definiert werden kann, soll hier noch einmal an Hand von einer Internetquelle der Statistik Austria verdeutlicht werden: Dort wird Migration auch als demographischer Prozess verstanden, wo die Migration bzw. die Wanderung dann als dritter wichtiger demographischer Prozess neben Fertilität und Mortalität gesehen wird, der in direkter Wechselwirkung zur demographischen Struktur einer Bevölkerung steht. Im Unterschied zu Mortalität und Fertilität mit deren biologischen Komponenten ist Migration ein von sozialen Faktoren bestimmter Vorgang. Im Gegensatz zu Geburt und Tod, die eindeutig definiert sind, unterliegt Migration einem großen definitorischen und konzeptuellen Spielraum, was anhand dieses Beispiels deutlich dargestellt werden kann. Es wird hier auch konstatiert, dass eine Definition von Migration in zweifacher Hinsicht präzisiert werden muss: Einerseits muss die Frage geklärt werden, ob der Wohnsitzwechsel als dauerhaft angesehen werden kann (muss eine bestimmte Mindestaufenthaltsdauer festgelegt werden, ab wann man als Migrant gilt?) und andererseits gilt es zu klären, welche administrativen und / oder
2 vgl. Treibel, Migration in modernen Gesellschaften, Seite 19ff
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natürlichen Grenzlinien überschritten werden müssen, dass der Migrationsvorgang als solcher gezählt wird. Wichtigkeit im Bezug auf die Statistik besitzt also die Frage, wer nun als Migrant gezählt wird und wer nicht. Die Statistik Austria berechnet dann eine Wanderungsbilanz, bei der die Differenz zwischen der Zu- und Abwanderung aus einer Raumeinheit gebildet wird (net migration). Bezogen auf 1000 Einwohner dieser Raumeinheit wird zusätzlich die Wanderungsbilanzrate (net migration rate) errechnet 3 .
Zur besseren Veranschaulichung soll hier der internationale Wanderungssaldo von Österreich von 1961-2001 dargestellt werden:
Abb.1.: Internationaler Wanderungssaldo Österreichs 1961 -2001
(http://www.univie.ac.at/bevoelkerungsgeographie/BevII/Materialien/BEVStunde08.p df, Seite 6)
3 vgl. http://www.univie.ac.at/bevoelkerungsgeographie/BevII/Materialien/BEVStunde08.pdf
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Arbeit zitieren:
MMMag. Stefan Ruetz, 2004, Definitionen, Ursachen, Geschichte, Verläufe von Migration (unter speziellem Fokus auf Großbritannien und den USA), München, GRIN Verlag GmbH
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