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Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort
2. Die Commedia dell arte
2.1. Die Entstehung der Commedia dell arte
2.1.1. Die Commedia erudita
2.2. Schwerpunkte der Commedia dell arte
2.2.1. Die Figuren
2.2.2. Die Technik
2.3. Entstehung, Blütezeit und Dekadenz
3. Gozzi Goldoni
5. Verzeichnis der verwendeten Literatur
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1. Vorwort
Der Grund unserer Themenwahl war ein großes Interesse der „Commedia dell`arte“ vor allem was die Entstehungsgeschichte und ihre Weiterentwicklung betrifft.Verfolgt man daher die Entwicklungsgeschichte der italienischen Steifkomödie, so stößt man unausweichlich auf zwei bedeutende Repräsentanten der „Commedia dell`arte“. Die Rede ist von Carlo Gozzi und Carlo Goldoni. Im ersten Teil unserer Arbeit
versuchen wir, die „Commedia dell` arte zu charakterisieren. Im Anschluß daran, stellen wir die wichtigsten Typen und Masken der Streifkomödie vor, um ihre Charakteristika in der „Analyse“ von Gozzi und Goldoni wiederzugeben. Im Rahmen dieser „Analyse erwähnen wir Gozzi
als teuren Anhänger der „Commedia dell`arte“ und stellen ihm Goldoni gegenüber, dessen Reform sowohl in der gesungenen Komödie Italiens einen Wendepunkt bezeichnete, gegeben. Das Hauptmerkmal unserer Arbeit gilt jedoch, nach
einer kurzen Beschreibung der Entstehungsgeschichte, der Blütezeit der „Commedia dell`arte. 2. Die Commedia dell`arte
2.1. Die Entstehung der Komödie
Das 16. Jahrhundert ist in Italien die Epoche des Theaters. In allen Gesellschaftsschichten, vom Papst über Fürsten und Bürger bis zum einfachen Volk, werden festliche Anlässe immer mit Theaterrepräsentationen verbunden. Vor allem die Komödie gelangt zu einer Hochblüte. Die Tragödie bleibt in der italienischen Dramatik mehr eine literarische als eine lebendige und bühnenwirksame Erscheinung; ihren Platz füllt die Oper aus. Die ureigenste dramatische Gattung der rezitativen Theaterkunst ist in Italien die Komödie. 1
1 Vgl. Wolfram Krömer: Die italienische Commedia dell` arte. Darmstadt: Wissenschaftliche
Buchgesellschaft 1976. S.56 - 57.
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Zwei Ausformungen unterscheiden sich:
a) Die textlich fixierte, literarische, gelehrte Komödie, die meist von Laienschauspielern an den Höfen der Fürsten und in den Häusern der Patrizier aufgeführt wurde- Commediaerudita. 2
b) Die improvisierte Komödie, die von umherziehenden Berufsschauspielergruppen anfänglich auf Marktplätzen dargeboten wird, später aber auch Einzug in höhere Gesellschaftsschichten findet - Commedia dell`arte. 3
2.1.1. Die Commedia erudita
Am Anfang des 16. Jahrhunderts spricht man von der Geburt der literarischen Komödie mit volkstümlichem Charakter. Das sogenannte gelehrte Theater wurde von dilettanti oder virtuosi gespielt. 4 Die Handlung läßt sich auf ein Konfliktschema reduzieren „Schwierigkeiten zweier Liebender“, die viele Hindernisse zu überwinden haben und am Ende doch zusammen finden; es geht dabei aber nicht um Eheschließung, sondern um Ehebruch; man versuchte damit die ererbten Schablonen der lateinischen Antike zu verdrängen. 5 Der Handlungsablauf war jedoch sehr kompliziert. Das Stück war in fünf Akte eingeteilt, eine Haupthandlung aber viele Nebenhandlungen, die sehr kompliziert ineinander verflochten waren. Die Sprache war sehr steif und künstlich, es kamen Monologe vor und sehr viele Dialoge; in den Szenen war die Zahl der Personen beschränkt. 6
2 Vgl. ebd. S. 22-23.
3 Vgl. Wolfram Krömer: Was ist " Commedia dell` arte" ? - In: Fasnachtspiel Commedia dell` arte.
Innsbruck: Wagner 1992. S.121.
4 Vgl. S.121.
5 Vgl. ebd. S. 121.
6 Vgl. Krömer (Anmerkung 1) S.21 - 22.
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Vorkommende Hauptdarsteller waren vor allem Diener, Kammerzofen und Bauern. Später, vor allem durch Ariost, findet man bereits junge Liebhaber, treue Diener, einen guten Vater, Schlaue und Dummköpfe. 7 2.2. Schwerpunkte der Commedia dell` arte
Mit der Entstehung des Berufsschauspielerstandes entwickelte sich die Commedia dell`arte, die neue Anstriche dem etwas langweilig und kraftlos gewordenen italienischen Theater gibt. 8 Commedia bedeutet schlechthin Theater. Arte
wurde mit Zunft, Beruf von artigiano (Handwerker) übersetzt. Die
Commedia dell`arte meint also das Theater des Berufsschauspielers. 9 Benedetto Croce meint dazu:
Der Terminus Commedia dell`arte kommt erst relativ spät auf. 11 Vorher
stößt man auf die Bezeichnung: Commedia all` improvviso, Commedia a soggetto und Commedia popolare. 12 All
7 Vgl. ebd. S. 23.
8 Vgl. Krömer (Anmerkung 3) S. 121.
9 Vgl. ebd.
10 Zitiert nach: B. Croce: Intorno alla Commedia dell`arte. In: Poesia popolare e poesia d`arte. Bari 1957. S.
507
11 Vgl. David Esrig (Hrsg.): Commedia dell` arte: Nördlingen: Greno 1985. S. 19
12 Vgl.ebd. S.19
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`improvviso aus dem Stegreif. Die Improvisation ist ein wesentliches Element dieser Theatergattung. Text und Dichter treten in den Hintergrund, der Schauspieler wird zum großen Teil Erfinder und Träger des theatralischen Ereignisses. Die Intrige wird ebenso wie die künstlerische Aufgabe- daher auch „a soggetto“-, in großen Zügen festgelegt. 13 Popolare - Volkskomödie. Diese Bezeichnung
unterstreicht wiederum den Gegensatz zu der gelehrten Humanistenkomödie. War diese den Gebildeten vorbehalten, so entsteht die Commedia dell` arte auf dem Jahrmarkt. Später wird sie hoffähig. In
Italien entsteht die Commedia dell` arte doch bald erobert sie ganz Europa und findet vor allem in Frankreich viele Imitatoren. 14
Die Erfindung der Commedia dell` arte sind die Masken. Die beiden Diener -Zanniaber auch die beiden Alten -Vecchi- treten immer mit einer Ledermaske vor dem Gesicht auf. 15 In
den einzelnen italienischen Regionen wurden den Typen und Personen eigene Namen gegeben, der Grundbestand blieb jedoch immer gleich. 16 2.2.1. Wichtigste Figuren der Commedia dell` arte
Die wichtigsten Figuren der Commedia dell` Arte sind "gli innamorati". Auf Grund des Hauptthemas, die Liebesbeziehungen, entstehen die verschiedenartigsten Möglichkeiten und Kombinationen, Mißverständnisse und Intrigen. Die beiden Liebhaber verkörpern unterschiedliche Typen des Mannes. Der eine - den Typus des schwachen, lyrischen Mannes, der andere - den Typus des lauten, draufgängerischen und manchmal sogar brutalen Mannes. 17
13 Vgl.ebd. S.20
14 Vgl. Krömer (Anmerkung 1). Auf den Seiten 66 - 99 ist die Entwicklung der Commedia dell` arte
ausführlich dargestellt. Vgl. dazu auch Krömer (Anmerkung 3). S.68.
15 Vgl. Krömer (Anmerkung 1). S. 30.
16 Vgl. B.- J.Duchartre: La Commedia dell` arte et ses enfants. Paris Ed. d` art et industrie 1955. S.22
17 Vgl. Krömer (Anmerkung 1). S. 33 - 34. Vgl. dazu Krömer (Anmerkung 3). S. 121.
Arbeit zitieren:
Verena Huber, Raphael Fuchs, Marialuisa Schmid, 1995, Der Stellenwert der Commedia dell` arte - Gozzi und Goldoni, München, GRIN Verlag GmbH
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