Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung. 3
II. Tirso de Molina- Biografie 3
III. „Damit hat es noch gute Weile “- El burlador de Sevilla y convidado de piedra 4
Strukturelle Besonderheiten 5
Figurendarstellung. 7
IV. „Von fremden Kleidern hab ich nun genug.“- Don Gil de las calzas verdes 9
Strukturelle Besonderhe iten 10
Figurendarstellung 11
Literaturangaben. 13
2
I. Einleitung
In dem Dreiergespann der bekanntesten Dramatiker des spanischen ‚Siglo de Oro’ nimmt Tirso de Molina die chronologische Mittelstellung zwischen Lope de Vega und Calderón de la Barca ein. Stilistisch darf man ihn jedoch wohl weit näher an Lope de Vega einordnen, Calderón gehört schon zu einer neuen Generation von Dramatikern, die auch unter anderen Umständen, hauptsächlich eher für ein höfisches als ein volkstümliches Publikum, arbeiteten. 1 Er scheint an Popularität auch etwas hinter den beiden Polen Lope und Calderón, zwischen denen sich die Entwicklung des klassischen spanischen Theaters im wesentlichen vollzog, zu verschwinden. Nur noch zwei seiner 300- 400 geschriebenen und davon 86 erhaltenen Dramen sind heute überhaupt noch ansatzweise bekannt: Don Gil von den grünen Hosen und das Don Juan-Drama Der Verführer von Sevilla und der steinerne Gast. Beide Stücke, vor allem der Don Gil, wurden in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ab und zu auch noch gespielt, in letzter Zeit scheinen sie jedoch von den Bühnen verschwunden und somit hauptsächlich von theatergeschichtlicher Bedeutung. Seinen literarischen Bekanntheitsgrad verdankt Tirso wohl seiner dramatischen Ur-Version des Don Juan, den zahlreiche Nachahmer zur mythischen Figur gemacht haben.
Nach einer kurzen Passage über bestimmte Eckdaten in Tirsos Leben, über das man insgesamt sehr wenig weiß, werde ich anhand der Analyse der beiden oben genannten Dramen versuchen, einige dramaturgische und inhaltliche Stilprinzipien Tirso de Molinas herauszuarbeiten.
II. Tirso de Molina- Biografie
Tirso de Molina hatte den bürgerlichen Namen Fray Gabriel Téllez. Über seine Geburt weiß man kaum etwas, die Jahreszahlen weichen in verschiedenen Quellen voneinander ab: er erblickte zwischen 1580 und 1584 vermutlich in Madrid das Licht der Welt. Es gibt die Theorie, dass er ein nichtehelicher Sohn eines gewissen Herzogs von Osuna gewesen sei. Er besuchte vermutlich eine Jesuitenschule. 2 1601 tritt er, vermutlich in Salamanca, in den Orden der Mercedarier ein und studiert Theologie. 1606-1615 lebt er in Toledo, wo er auch Lope de Vega kennen lernte und 1611 auch sein erstes Theaterstück Los tres maridos burlados schreibt. Sein Orden schickt ihn für zwei Jahre 1616-1618 als Missionar nach Santo Domingo, heute
1 Vgl. Kindermann, S. 224f.
2 Vgl. Briesemeister, S. 224.
3
Haiti. Danach hält er sich in verschiedenen Klöstern in Spanien auf. 1625, als er grade in Madrid lebt, werden Sanktionen gegen ihn erhoben aufgrund von zweifelhaften moralischen Standpunkten in seinen Stücken. 3 Er muss Madrid verlassen und schreibt nun vorerst auch keine Dramen. Um 1632 beginnt er eine Geschichte seines Ordens zu verfassen. Schließlich kehrt er 1634 wieder nach Madrid zurück und stirbt als Comendador und Superior seines Ordens am 12.3.1648 in Soria.
Seine größte Schaffensphase liegt vermutlich in den Jahren 1611 bis 1625, eine Zeit, in der er nach eigenen Aussagen eben zwischen 300 und 400 Stücken geschrieben haben soll. Die 86 heute noch erhaltenen sind weitgehend nicht genau datierbar. Einige Titel seien noch genannt: Die Rivalin ihrer selbst (1627), Der Garten des Juan Fernandez (1634), Verdammt aus Kleingläubigkeit (1635). Daneben verfasste er die Ordensgeschichte und einige Novellen.
III. „Damit hat es noch gute Weile!“- ElBurlador de Sevilla y Convidado de piedra
Der Verführer von Sevilla und der steinerne Gast, der das erste Mal um 1624 aufgeführt wurde und 1630 gedruckt in einem Sammelband mit Stücken Lope de Vegas erschien, ist die erste literarische Gestaltung des Don Juan-Mythos. Tirso de Molina hat hier diesen ‚Mythos’ im Grunde genommen begründet und den Prototyp für ca. 450 Nachahmungen geschaffen, so zum Beispiel dramatische Juan-Versionen von Molière, Mozart, Ho rvath, Frisch oder Brecht. Tirso vereint hier, wie Silvia Gonzalvo ausführlich zeigt, zwei Motive bzw. Stoffe miteina nder: 4 Zwar existierte die Figur des wilden Verführers durchaus als Motiv in mündlich überlieferten Volk sgeschichten, doch basiert das Stück wohl auf einer Sage aus Sevillaner Chroniken über ein Mitglied der berühmten Familie Tenorio, das den Komtur Ulloa umgebracht haben soll. Dieser Stoff wird von Tirso mit der uralten volkstümlichen Legende von einer strafenden Statue aus Stein verbunden, die sich vor allem in mündlich überlieferten Romanzen finden lässt. Er fixiert diese beiden Motive literarisch und verknüpft sie inhaltlich, was sie zum Don Juan-Mythos werden lässt. Man kann das Stück zu Tirsos religiösen Dramen rechnen, wie sich im folgenden noch zeigen wird.
3 Vgl. Eitel, S. 83.
4 Vgl. Gonzalvo, S. 123ff.
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Arbeit zitieren:
Andreas Gründel, 2002, Tirso de Molina, "Don Juan" und "Don Gil", München, GRIN Verlag GmbH
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