Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 4
2. Forschungsgeschichte 4
3. Topographie 5
4. Stratigraphie Chronologie 5
4.1. Seal Impression Strata (SIS) 5
4.1.1. Die Schichtenabfolge der SIS mit Belegen 6
4.2. Gemdet Nasr-Friedhof 6
4.3. Privatgräber 7
4.4. Königsgräber 8
4.5. Zusammenfassung 8
5. Grabaufbau und ausgewählte Funde 9
5.1. Gemdet Nasr-Friedhof 9
5.2. Militärfriedhof 9
5.3. Privatgräber 10
5.3.1. PG 755 Das sogenannte Grab des Meskalamdug 10
6. Architektur und Grabaufbau der Königsgräber 11
6.2. Verknüpfung von Grab 789 und Grab 800 15
7. Grabkult 16
7.2. Literarische Quellen 17
Tod des Gilgameš 17
Tod des Ur-Nammu 18
9. Schlußbemerkung 18
10. Abkürzungsverzeichnis 19
11. Literaturverzeichnis 19
12. Abbildungsverzeichnis 22
3 NA
1. Einleitung Der Königsfriedhof von Ur gehört zu den bedeutsamsten Fundorten in Mesopotamien. Obwohl die Ausgrabungen Mitte der 1920er bis in die frühen 1930er Jahre unternommen wurden, ist die Dokumentation außergewöhnlich gut. Seitdem die Funde bekannt wurden, waren der Königsfr iedhof von Ur und seine Funde und Befunde Gegenstand vieler Untersuchungen. Gegenstand dieser Arbeit ist es, den gegenwärtigen Forschungsstand zu Fragen der Chronologie und zur Interpretation von Bestattungssitten zu umreißen und die Gräber in ihrem Aufbau und der Architektur zu beschreiben.
2. Forschungsgeschichte
1919 hatte eine Expedition unter der Leitung von H.R. Hall einen kleinen Teil einer von Nebukadnezar erbauten Umfassungsmauer des Heiligen Bezirks von Ur freigelegt. 1922 wurden von Charles Leonard Woolley weitere Suchschnitte angelegt, um den Verlauf der Mauer zu erfassen. Im Bereich der Südostmauer wurden Gräber gefunden, die reich an goldenen Beigaben waren, so daß der Suchschnitt als „gold trench“ bezeichnet wurde. Die Ausgrabung wurde aufgrund mangelnder Erfahrung der Arbeiter und Archäologen eingestellt. 1926/27 wurde mit erfahreneren Arbeitern und neueren Erkenntnissen über die sumerische Geschichte die Ausgrabungen am Friedhof durch Woolley wieder aufgenommen. Neben einem Friedhof aus akkadischer und jüngerer Zeit fand sich eine Nekropole aus frühdynastischer Zeit mit den sogenannten Königsgräbern. 1 Jährlich wurden weitere Ausgrabungen am Friedhof unternommen.
1929/30 fand die letzte große Kampagne statt, in den Folgejahren 1931/32 und 1933/34 fanden Nachgrabungen statt, die weitere Gräber zutage brachten 2 , darunter auch den sogenannten Gemdet Nasr-Friedhof (Abb. 3).
1934 erschien die Monographie Ur Excavations Vol. II. The Royal Cemetery. Rund 30 Jahre später bearbeitete Hans Jörg Nissen die Frage der Datierung des Königsfriedhofes neu, seine Monographie Zur Datierung des Königsfriedhofs von Ur erschien im Jahre 1966. Zahlreiche weitere Veröffentlichungen beschäftigten sich bis heute mit Fragen zu den Themen Datierung, Bestattungssitte, Kunst und Ritual. Darunter wichtige Publikationen wie die Dissertation von Susan Pollock aus dem Jahre 1983.
1
Woolley, Ur of the Chaldees 51-52.
2 Nissen, Datierung 8.
4
Die Fundstücke der Ausgrabungen befinden sich in den Museen in Baghdad, London und in Philadelphia.
3. Topographie
Ur (Tell el-Muqejjir) liegt im südlichen Irak, rund 15 Kilometer vom Euphrat entfernt und 20 Kilometer südwestlich von Nasirije gelegen (Abb.1).
Der Königsfriedhof (Abb.2) liegt am südöstlichen Rand des Tempelgebiets aus der Ur III- Zeit, inmitten eines 9 bis 10 m mächtigen Schuttpakets. Die Bauschutthalde wurde auch zur Zeit der Belegung des Friedhofes weiterhin genutzt. An zwei Seiten wird der Friedhof von Steilhängen begrenzt. 3 Die sogenannten Königsgräber formen den Kern der Nekropole, die einfachen Gräber wurden südlich angrenzend angelegt, und ebenso wie die Königsgräber an den Kardinalpunkten orientiert 4 .
4. Stratigraphie / Chronologie
Es herrscht große Einigkeit darüber, daß der Königsfriedhof von Ur (die Privat- und Königsgräber) über einen Zeitraum von der ED IIIa-Zeit bis zumindest zum Beginn der Ur III-Zeit belegt wurde 5 . Probleme indes bereitet nach wie vor die innere Chronologie der Anlage, ebenso wie die Frage, wie der sogenannte Gemdet Nasr-Friedhof datiert.
4.1. Seal Impression Strata (SIS)
Woolley nannte den Verfüllschutt im Gebiet des Friedhofs „Seal Impression Strata“ und differenzierte die Schichten I-VIII. Die genaue Datierung der einzelnen Straten bereitet nach wie vor Schwierigkeiten. Es läßt sich jedoch die sichere Aussage machen, daß die Königsgräber jünger als Schicht IV (SIS) und mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht jünger als König (lugal) Mesanepada und seine Frau Ninbanda sind, deren Siegelabrollungen bzw. Siegel in Schicht II-I (SIS) gefunden wurden.
4 Woolley, UE II 141.
5 Pollock, Chronology 129.
5
4.1.1. Die Schichtenabfolge der SIS mit Belegen SIS I-II – Siegel/-abrollungen von König Mesanepada und seiner Frau Ninbanda – immer
noch Privatgräber (Datierungsvorschlag: ED IIIb- ?) SIS III (oberer Bereich) – Eanatum von Lagaš erobert Ur und setzt der „Meskalamdug“-
Dynastie von Ur ein Ende (Datierungsvorschlag: Übergang ED IIIa zu ED IIIb ?) SIS III (mittlerer Bereich) – Zeit der Königsgräber (relative Zeitnähe aller Gräber)
SIS III (unterer Bereich) – die frühsten Privatgräber, nicht näher datierbar
(Datierungsvorschlag: Beginn ED IIIa – Zeit der Fara-Texte / Anzu-
d
Sùd Stufe der Rollsiegel ?) SIS IV – unter den frühesten Gräbern (Tontafeln datieren diese Schicht zwischen die Gemdet
Nasr- und die Fara-Zeit = ED II).
SIS V-VIII – die Datierung dieser Straten ist problematis ch, vor allem da der sogenannte
Gemdet Nasr-Friedhof, der unter diesen Schichten liegen soll, bis in die ED II-Zeit datiert (s.u.) und damit bis in die SIS IV reichen sollte.
4.2. Gemdet Nasr-Friedhof
Für die Datierung der Gräber benutzte Woolley polychrom bemalte Gefäße als Leittyp für die Gemdet Nasr-Zeit. Er teilte die Gräber aus der Gemdet Nasr-Zeit in die drei Phasen A, B und C. Die Analyse der Gräber ergab, daß die Gefäße nur in den ältesten und den jüngsten Gräbern enthalten waren. Aus diesem offens ichtlichen Widerspruch folgerte Woolley jedoch eine Gemdet Nasr-Datierung für sämtliche Gräber. 6 Noch vor Veröffentlichung von UE IV weist Delougaz 7 darauf hin, daß einige der Gräber in ED I Zusammenhang gesehen werden müssen, da sie für diese Zeitstufe typische Keramik enthalten. Auch Nagel 8 und Adams 9 bezweifeln Woolleys pauschale Datierung aller Gräber in die Gemdet Nasr- Zeit und schlagen zumindest für einige Gräber eine Datierung in die ED I- Zeit vor.
Korbel und Youzan führten eine Keramikanalyse der Schächte W und X durch und kamen zu dem Ergebnis, daß es eine jüngere und eine ältere Keramikgruppe gäbe und zahlreiche durchlaufende Typen, die jeweils mit der jüngeren und der älteren Gruppe zusammen
7 Delougaz, Diyala 138.
8 Nagel, Buntkeramiker 18, Taf. 37.7.
9 Adams, Evolution 96.
6
angetroffen werden können. 10 Insgesamt bestätigen sie Woolleys Dreiteilung des Materials und die Datierung der Gräber in die Gemdet Nasr-Zeit.
Susanne Kolbus kam bei ihrer Bearbeitung des Material zu einem anderen Ergebnis. Sie schlägt vor, daß der Unterschied im Material beider Schächte W und X sozio-ökonomischer Natur ist. 11 Sie kritisiert Korbels Vorgehen und weist gezielt auf Fehler in seinen Analysen hin 12 . Aufgrund von Vergleichsstücken in der Keramik, von Steingefäßen, der Abfolge der Schichten (in Schicht E läßt sich Keramik mit denen aus den Gruben X und W vergleichen und in der unmittelbar darüber liegenden Schicht D – ohne, daß ein Hiatus erkennbar wäre – befindet sich bereits Keramik, die in Zusammenhang mit dem Königsfriedhof zu datieren ist) und einem Vergleich mit dem Diyala-Gebiet, in dem in der ED-II-Zeit verstärkt Steingefäße genutzt worden sind, datiert sie die Gräber in einen Zeitraum von der Gemdet Nasr- bis zur ED II-Zeit 13 .
Gockel wiederum plädiert dafür, daß das Material aus Schacht W jünger ist, als das aus Schacht X. 14 Eickhoff 15 datiert Pit X von der Spätstufe der frühsumerischen Zeit bis zum Beginn der Frühdynastischen Zeit und Pit W von der ED I- bis in die ED II-Zeit und zitiert Forest 16 , der die Gräber aufgrund von Keramikvergleichen in die Gemdet Nasr- bis ED II- Zeit datiert (Pit X: GN bis Anfang ED II; Pit W: ED I bis ED II).
4.3. Privatgräber
Susan Pollock konnte anhand einer Keramikseriation, die sie mit stratigraphischen Befunden Keramikfunden aus der Diyala-Region, Abu Salabikh, Kiš und Fara, und Rollsiegeln verglich, 6 signifikante Phasen unterscheiden. Phasen I-II datieren nach ED IIIa, Phase III nach ED IIIb
und Phasen IV-VI datieren in die Akkadzeit 17 .
241 Gräber wurden anhand der Seriation datiert, weitere Gräber wurden anhand von anderen Datierungsmethoden (vergleichende Stratigraphie, Keramik- und Metallgefäße, Rollsiegel) 18 . Damit steht für die Belegung der Privatgräber eine Zeitraum von der ED IIIa- bis zur Akkadzeit fest.
10
Korbel, Keramikanalyse 16; Ders., EDV-gestützter Gliederungsvorschlag 81.
11
Ebd. 36. 55.
12 Kolbus, EDV-gestützer Gliederungsvorschlag 135-139.
13 Kolbus, Gemdet Nasr-Friedhof 6-7; Vértesalij/Kolbus, Protodynastic Development 88-89. 14 Korbel, EDV-gestützter Gliederungsvorschlag 55; Gockel, Ur und Al-‚Ubaid 35. 15 Eickhoff, Grab und Beigabe 156, Anm. 202.
16 Forest pratiques funéraires 119.
17 Pollock, Chronology 135-140.
18 Ebd. 141-143.
7
4.4. Königsgräber Ein Lapislazuli-Rollsiegel der Ninbanda, Frau des Mesanepada und Siegelabrollungen, die Mesanepada König von Kiš und Königin Ninbanda nennen, fand man in den Schichten der SIS I-II. Aufgrund der Stratigraphischen Beobachtungen läßt sich feststellen, daß die Mehrzahl der Königsgräber der Aufschüttung dieser Straten vorraus ging, der Rest ist unsicher, aber ein stilistischer Vergleich zwischen den Rollsiegeln aus den Königsgräbern und denen aus der Zeit des Mesanepada zeigen, daß die Siegel aus den Königsgräbern älter sind. 19 Damit ist für die Zeit der Königsgräber ein Datum ante quem gegeben. Die Inschrift einer Lapislazuli-Perle aus Mari besagt, daß Mesanepada (nach der sumerischen Königsliste der 1. König der 1. Dynastie von Ur) der Sohn des Meskalamdug Königs von Kiš ist 20 . Die Meskamalug- Dynastie ging damit der des Mesanepada voraus, und liegt damit im Bereich der Belegung der Königsgräber.
Nissen versucht anhand der Siegelinschriften und Vergleiche der Stilistik dieser Siegel eine relative Abfolge der Gräber zu erzielen. Gesichert ist, nach Nissen, die relative Abfolge der Herrscher Aanzu (PG 1236) vor Grab 779 vor Meskalamdug (PG 1054) direkt gefolgt von Akalamdug (PG 1050) 21 . Alle anderen Gräber können auf diese Weise nicht sicher datiert werden und besonders Gräber PG 789 und PG 800, die etwas außerhalb errichtet sind, erschweren eine Datierung zusätzlich, doch vielleicht ist ihre Randlage ein Indiz für eine spätere Bestattung der beiden Toten aus PG 789 und PG 800. Aufgrund der Beigaben datieren sie aber noch um die Regierungszeit Urnanšes. 22 Pollock versucht anhand der Keramikseriation, stratigraphischen Befunden und anderen Informationen eine relative Abfolge für die Königsgräber aufzustellen. Die Gräber 777, 779 und 1236 setzt sie dabei früh, die Gräber 1054 und 337 im Mittelfeld und die Gräber 789, 800 und 1237 spät an 23 .
4.5. Zusammenfassung
Eine genaue Chronologie der Grabanlagen Gemdet Nasr-Friedhof, Privatgräber und Königsfriedhof zu erstellen ist nach wie vor schwierig.
19
Zettler, Royal Cemetery 21; Nissen, Datierung 115; Pollock, Chronology 140.
20
Boese, Mesanepada 20.
21 Nissen, Datierung 143.
22 Ebd.
23 Pollock, Chronology 143-146.
8
Pollock datiert die Laufzeit der Privatgräber von der ED IIIa- bis in die Akkadzeit (Phasen I- VI). Die Königsgräber wurden dabei nur in der ED IIIa-Zeit (Phasen I und II) belegt. Der sogenannte Gemdet Nasr-Friedhof datiert von der Gemdet Nasr-Zeit bis in die ED II- Zeit. Damit läßt sich für die gesamte Frühdynastische Zeit eine Friedhofsnutzung belegen.
5. Grabaufbau und ausgewählte Funde
5.1. Gemdet Nasr-Friedhof
Unter den Schichten der Seal-Impression-Strata wurde der sogenannte Gemdet Nasr-Friedhof in zwei größeren (Pit W, Pit X) und zwei kleineren Schnitten (Pit Y, Pit Z) freigelegt (Abb.4). Insgesamt 370 Gräber wurden ergraben. Die Mehrzahl der Toten lag in einfachen Erdgräbern (269), ein kleinerer Teil war außerdem in Matten gewickelt (101) 24 einer von ihnen lag in einem rechteckigen Sarg aus Flechtwerk. Die Toten waren, grob bemessen, NNO-SSW oder umgekehrt orientiert, lagen in extremer Hockerlage (Embryonalhaltung) und hielten meist ein Gefäß in ihren Händen. 25 Die häufigste Beigabe waren Tongefäße, daneben fanden sich Gefäße aus Stein, Kupfer oder Blei und Perlen. 26
5.2. Militärfriedhof
Im Bereich der Grube X kamen Gräber mit einer außergewöhnlich hohen Zahl an Waffenbeigabe zum vorschein. Außerdem fanden sich in diesem Bereich vermehrt Rollsiegel aus Muschelmaterial, hauptsächlich hatten sie Tierkampfszenen 27 zum Thema. Auch die einzige humanoide Statue aus dem ge samten Friedhof stammt aus diesem Bereich (Grab PJ/B36) – eine Beterstatuette (Abb.5), die eine Frau darstellt (U. 19037), lag in Höhe der Schulter des Toten neben einer Axt 28 . Eine weitere Besonderheit sind drei Bronzenadeln, wie sie auf dem „A“ Cemetery in Kiš häufig anzutreffen sind (Abb.6). Nur eine einzelne Nadel der gleichen Art wurde im restlichen Friedhof gefunden, so daß anzunehmen ist, daß es sich entweder um mitlaufende Objekte handelt, oder, da der „A“ Cemetery in Kiš älter ist als der Friedhof in Ur, daß es sich bei diesen Gräbern um einen älteren Abschnitt handeln kann. 29
25 Woolley, Ur of the Chaldees 39-40; Woolley, UE IV 33.
26 Korbel, Keramikanalyse 10.
27 Woolley vermutet, das diese Art der Rollsiegel Amtszeichen sind, da sie nur in Königsgräbern, Gräbern von Beamten oder Soldatengräbern vorkommen. Woolley, UE IV 39.
28 Ebd.
29 Ebd. 39-40.
9
Indes eignen sich die Nadeln nicht sehr gut für eine Feinchronologie, da sie von der Übergangszeit von ED II nach ED III bis in die Akkadzeit belegt sind 30 .
5.3. Privatgräber
Be i den einfachen Gräbern (Abb.7), von denen auf einer Fläche von etwa 70 x 55 m rund 1850 ausgegraben worden sind, von denen 660 in die Frühdynastische Zeit datieren 31 , handelt es sich um rechteckige (etwa 1,50 x 0,70 m) Vertiefungen im Boden von 4 bis 12 Fuß Tiefe (ca. 1,20 m – 3,60 m). Die Toten lagen entweder in eine Matte gewickelt oder in einem Sarg aus Korbgeflecht, Holz oder Lehm. Die Toten wurden bevorzugt mit dem Kopf nach Nordwesten oder Südwesten bestattet 32 , und lagen stets in Hockerstellung auf einer Körperseite, die Hände vor dem Körper. Die Hockerstellung war allerdings nicht so stark ausgeprägt wie bei den Bestattungen aus dem Gemdet Nasr-Friedhof. 33 Direkt bei den Toten lagen Gegenstände vermutlich aus dem persönlichen Besitz (Ohrringe, Perlen, Messer, Rollsiegel, Nadeln,...). Außerhalb der Totenmatte oder des Sargs lagen Beigaben, wie Nahrung in Ton-, Kupfer- oder Steingefäßen, Waffen und Werkzeuge, Toilettbesteck usw. Meist war der Boden der Grube mit Matten ausgelegt und Matten waren auch über die Beigaben gelegt 34 , um sie vor dem Erdreich zu schützen, daß darübergeschüttet wurde, um die Grabgrube wieder aufzufüllen. 35 Nach Woolleys Aussage waren etwa 2/3 der Gräber geplündert oder zerstört. Einige ältere Gräber wurden von jüngeren gestört, so daß vermutlich keine Oberflächenkennung vorhanden war, bzw. die Markierung nicht mehr beachtet wurde oder unkenntlich war. 36
5.3.1. PG 755 – Das sogenannte Grab des Meskalamdug
Das reichste Grab unter diesen Bestattungen ist das Grab PG 755 (Abb.8), das soge nannte Grab des Meskalamdug 37 . 1927-28 wurde es ausgegraben und war in einen Schacht eines der größten Königsgräber eingetieft und etwa doppelt so groß (2,50 m x 1,50 m) wie die
31 Woolley, UE II 32.
32 Ebd. 135; Nissen, Datierung 90 33 Woolley, Ur of the Chaldees 54-55. Die Uniformität der Hockerbestattung kann auf eine besondere Vorstellung im Totenritus hindeuten.
34 Wolley, UE II 47.
35 Woolley, Ur of the Chaldees 55.
36 Ebd. 56.
37 Zwei goldene Schalen und eine Lampe (?) trugen die Namensinschrift “Meskalamdug” – dabei ist zu beachten, daß auch im Königinnengrab der Name Meskalamdug auf einem Zylindersiegel erscheint, hier jedoch in Zusammenhang mit dem Titel „lugal“, so daß es sich um zwei verschiedene Personen handelt (Woolley, Ur of the Chaldees 59-6 ). Eine weitere Inschrift auf einer Schale nennt den Namen Ninbanda, die Königin.
10
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Magister Artium Daniel Hockmann, 2001, Der Königsfriedhof von Ur und der so genannte Gemdet Nasr-Friedhof, Munich, GRIN Publishing GmbH
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