GLIEDERUNG
EINLEITUNG
TEIL 1 NEUERE FORSCHUNGEN ZU PEER - GROUPS
1. ZEITANTEILE VERSCHIEDENER SPIELFORMEN IM VORSCHULALTER
2. SOZIALE BEZIEHUNGEN VON KINDERN IM GRUNDSCHULALTER
3. DER EINFLUSS VON FREUNDEN UND FREUNDSCHAFTEN BEI DER
ANPASSUNG AN DIE JUNIOR HIGHSCHOOL
4. PEER - NETZWERKE, VERHALTENSMUSTER UND DIE MITARBEIT VON
SCH ÜLERN IM UNTERRICHT
5. SELEKTION UND SOZIALISATION IN FREUNDSCHAFTEN
6. QUALITÄTEN VON BEZIEHUNGEN ZU ELTERN UND FREUNDEN IM
VERGLEICH
TEIL 2 AUSSENSEITER IN DER SCHULE - TÄTER - OPFER - DYADEN
EXKURS : MOBBING IN DER SCHULE
ZUSAMMENFASSUNG
LITERATUR
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EINLEITUNG
Das Thema meiner Arbeit lautet: „Neuere Forschungen zu Peer - Groups“. Das Ziel ist es einerseits, die Zwischenprüfung im Bereich der Erziehungswissenschaften der Universität Potsdam zu schreiben und zu bestehen, und anderseits mein Wissen über das Thema zu erweitern, weil ich als zukünftige Lehrerin später zum größten Teil mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben werde. Aus eigenen Erfahrungen und Erinnerungen heraus weiß ich, dass Peers (Gleichaltrige) einen großen Einfluss haben, aber wie sich dieser Einfluss auf Schule und Unterricht, Persönlichkeit und Entwicklung auswirkt, versuche ich in dieser Arbeit darzustellen. Im Folgenden werde ich einen Einstieg in das Thema mit der Klärung der wichtigsten Begriffe geben, danach stelle ich im ersten Teil einige interessante Studien vor. Im zweiten Teil meiner Arbeit stelle ich Studien vor, die speziell die Außenseitersituation von Schülern berücksichtigen. Beenden werde ich diesen Teil mit einem Exkurs zum Thema „Mobbing“, weil ich denke, dass diese Problematik nicht nur bei Erwachsenen, sondern auch bei Schülern aktuell ist. Abschließen möchte ich die Seminararbeit mit einer Zusammenfassung und entsprechenden Schlussfolgerungen.
Der Begriff „Peers“ wird oft mit „Gleichaltrige“ übersetzt, aber folgende Definition charakterisiert die Art der Beziehung unter Peers etwas genauer: Gleichaltrige (Peers): Peers sind Personen ungefährer Gleichheit in Alter und Entwicklungsstand, mit denen auf der Basis von Freiwilligkeit eine Beziehung eingegangen wird 1 .
Oerter gliederte Peerbeziehungen in drei Ebenen: 1. Der Peer a ls Freund: Diese Ebene ist gekennzeichnet durch eine hohe Emotionalität und enge Beziehung.
2. Peers als Gruppe: Die Mitglieder dieser Gruppe verfolgen oft die gleichen Interessen, sowie Aktivitäten und Interaktionsformen.
3. Peers als Großgruppe: Die Mitglieder der Großgruppe müssen keinen persönlichen Kontakt haben.
1 Aus: Prof.Dr.M. Hofer: Vorlesung Pädagogische Psychologie.Lehrstuhl für Erziehungswissenschaften,
Universität Mannheim, WS 2002/2003
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Bei der Betrachtung dieser drei Ebenen wird deutlich, dass es immer eine Verbindung unter Peers gibt. Es können Kinder einer Klasse, eines Sportvereins sein oder auch Kommilitonen, nicht aber Geschwister. (vgl. Asendorpf/Banse, 2000) Für Peers als konkrete Gruppe haben sich verschiedene Bezeichnungen durchgesetzt: Clique, Crowd, Bande, Bekannten- und Freundeskreis. Cliquen bestehen meist aus fünf bis zehn jüngeren Jugendlichen, die oft ähnliche Interessen und Interaktionsformen haben. Crowds sind oft größere Gruppen, deren innerer Zusammenhalt nicht so eng ist wie in einer Clique. Vom Bekannten- und Freundeskreis wird meistens bei jungen Erwachsenen gesprochen. (vgl. Hofer, 2002) Bei Erwachsenen und älteren Erwachsenen wird im Allgemeinen nicht mehr von Peerbeziehungen gesprochen, weil das Altersspektrum der Freunde und Bekannte weit größer ist, als bei den Kindern und Jugendlichen. (vgl. Asendorpf/Banse, 2000) Peerbeziehungen werden auch zahlreiche Funktionen zugeschrieben. Hofer(2002) fasst die Funktionen in drei Bereichen zusammen: Psychosoziales Wohlbefinden, Unterstützung bei der Bewältigung von Problemen und Belastungen und Entwicklungsförderung. Das psychosoziale Wohlbefinden umfasst u.a. d as Selbstwertgefühl, Lebenszufriedenheit, freundschaftliche, emotionale Geborgenheit, Anerkennung und Statusgewinn. Die Unterstützung schließt finanzielle und materielle Hilfe, aber auch das Zuhören, gemeinsame Diskussionen und Ratschläge ein. Die Entwicklungsförderung unter Peers ist als Übungsfeld zu sehen. Hier werden soziale Verhaltensweisen und Kompetenzen entwickelt, ausgebildet und erprobt. Die Wichtigkeit dieser drei Bereiche versuche ich auf den nächsten Seiten anhand einiger ausgewählter Studien darzustellen.
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TEIL 1 NEUERE FORSCHUNGEN ZU PEER - GROUPS
1. ZEITANTEILE VERSCHIEDENER SPIELFORMEN IM VORSCHULALTER
Bereits im Alter zwei Jahren lassen sich Peerbeziehungen feststellen. (vgl. Asendorpf/Banse S.99) Berk (in Tücke, 1999) führte 1997 eine Untersuchung durch, die indirekt Rückschlüsse auf Peerbeziehungen zulässt. Es wurden 3-4jährige und 5-6jährige beobachtet. Im Beobachtungszeitraum blieben ca. 25% der 3-4jährigen ohne Beschäftigung, ca. 20% beschäftigten sich allein. 30%, also die Mehrheit der Kinder, haben das kooperative Spiel vorgezogen. Bei den 5-6jährigen waren es ca. 40% der Kinder, die miteinander gespielt haben, weniger als 20% haben allein gespielt. Unbeschäftigt blieben in der Altersgruppe unter 20% der Kinder. Das zeigt, dass die jüngeren Kinder bereits Peerbeziehungen haben, wobei die Stabilität und die Qualität der Beziehungen außer Acht gelassen wurden. Das Freundschaftskonzept ist im jüngeren Alter noch nicht so weit entwickelt, Freundschaften in diesem Alter haben meistens ein gemeinsames Spielzeug zur Grundlage, oder ein Kind möchte mit dem Spielzeug eines anderen Kindes spielen. Dementsprechend instabil sind die Freundschaften, wenn man sie dann als Freundschaften bezeichnen kann, denn ein Freundschaftsbegriff und entsprechende Kriterien entwickeln sich erst in der späteren Grundschulzeit.(vgl. Asendorpf/Banse 2000, S. 100) Die Studie zeigt aber deutlich, dass der Kontakt zu anderen Kindern gesucht und gefunden wird und je älter die Kinder werden, desto mehr wird Kooperation gesucht. Allerdings sank die Zahl der Kinder, die sich allein beschäftigt haben nicht stark ab. Der Autor geht auf mögliche Gründe an dieser Stelle nicht ein. Vermutlich handelt es sich um schüchterne Kinder oder auch ausgestoßene Kinder. Auf diese Problematik gehe ich im zweiten Teil der Arbeit genauer ein.
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2. SOZIALE BEZIEHUNGEN VON KINDERN IM GRUNDSCHULALTER
Christina Berger entwickelte das sogenannte SOBEKI - Verfahren, das Soziale Beziehungsverfahren für Kinder. Dieses Verfahren kann Informationen über kindliche Sozialbeziehungen für die Diagnostik und die Einleitung therapeutischer Maßnahmen liefern. Das nötige Instrument, mit dem soziale Beziehungen von Kindern im Grundschulalter, erfasst werden können wurde von Roos, Lehmkuhl und Krahl 1989 entwickelt. Gegliedert wird das Verfahren in einen Interviewteil und einen Skulpturteil. Mit Hilfe des Interviews werden die Menschen erfasst, die in verschiedenen Funktionsbereichen des Kindes wichtig sind. Acht Funktionsbereiche werden dann mit sechs Fragen ausgewertet und nach auftretender Häufigkeit entschieden. Die Funktionsbereiche umfassen Freizeit, emotionale Zuwendung, Konflikt, Unterstützung, Hilfe bei Schwierigkeiten im zwischenmenschlichen Bereich, Ordnung und Regelmäßigkeiten im Tagesablauf.
Im Skulpturteil wird auf einem quadratischen Spielbrett, bei dem sechs konzentrische Ringe um einen Mittelpunkt markiert sind, das Kind als Figur in die Mitte des Brettes gestellt. Das Kind erhält die Aufgabe Familienmitglieder und Freunde nach Mögen und weniger Mögen auf dem Spielfeld anzuordnen. Das Kind kann jeweils die Wichtigkeit der Person herausstellen, indem es die Option hat drei Plättchen unter die Figur zu legen. Durch dieses Vorgehen ist es möglich, die Anzahl der Kontaktpersonen, die Kontakthäufigkeit, ihre Intensität sowie erlebte Nähe und Wichtigkeit für das Kind abzubilden. Darüber hinaus kann man Informationen über die funktionelle Bedeutung der Bezugspersonen und deren Einfluss erhalten. Weiterhin lassen sich Aussagen über die relative Position des Kindes in seiner Familie und seiner Peergroup treffen. In einer Studie, die mit diesem Verfahren durchgeführt wurde, wurden die sozialen Netzwerke psychiatrisch unauffälliger Kinder näher betrachtet. 87 Grundschulkinder, davon 42 (48,3%) Mädche n und 45 (51,7%) Jungen im Alter von acht bis elf Jahren nahmen an der Studie in der Zeit von März bis Mai 1993 an zwei Berliner Grundschulen teil. Das Durchschnittsalter bei den Jungen lag bei 9,5 und bei den Mädchen 9,2 Jahren.
Die Auswertung des Interviewteils ergab, dass die Mutter in allen Funktionsbereichen vertreten war und somit den wichtigsten Teil im sozialen Netzwerk des Kindes darstellte. Der Schwerpunkt der Vater - Kind - Interaktion lag bei den Regelmäßigkeiten im Tagesablauf mit 77%. In der Kind - Kind - Interaktion
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Arbeit zitieren:
Nadine Franz, 2003, Neuere Forschungen zu Peer-Groups, München, GRIN Verlag GmbH
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