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Inhaltsverzeichnis
1.1 Einleitung. 2
1.2 Die Germanienfeldzüge in der Forschung 3
2.1 Die schriftlichen Quellen. 5
2.1.1 Vorbemerkungen. 5
2.1.2 Überlieferung 6
3.1 Analyse der Aktionen von 12 bis 9 v. Chr. 9
3.1.1 Marschroute und Organisation. 9
3.1.1 Taktik. 10
3.1.2 Ergebnis. 11
3.2 Analyse: Germanienpolitik von 8 v. bis 6 n. Chr. 11
3.2.1 Marschroute und Organisation. 11
3.2.2 Taktik. 11
3.2.3 Ergebnis. 13
4. Fazit. 13
Literaturauswahl 15
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1.1 Einleitung
Die Germanienpolitik ist ein äußerst umstrittenes Gebiet innerhalb der Geschichte der Außenpolitik unter dem Prinzipat des Augustus, der in seiner über vierzigjährigen Amtszeit die bis dahin größte Expansion des Römischen Reiches erwirkt hatte. Nach zahlreichen Eroberungen rund um das italische Kerngebiet herum markieren die militärischen Aktionen in Germanien einen äußerst bedeutsamen Punkt innerhalb dieser Expansionsgeschichte, nicht zuletzt weil dort zeitweise die Hälfte der gesamten römischen Armee stationiert war. Bis zur Varusschlacht sind dort nahezu alle Stämme bis zur Elbe unterworfen worden und es stellt sich die Frage, ob Augustus vorhatte, dort eine Provinz einzurichten, nachdem dort fast dreißig Jahre lang gekämpft wurde und ob er einen lange vorgefassten Plan hatte, wie dieses Gebiet zu befrieden sei.
In der nun folgenden Analyse versucht der Verfasser die wesentlichen Punkte, die zur Beweisführung eines solchen Plans auf die dafür oder dagegen sprechenden Gesichtspunkte zu untersuchen. Dazu wurde hauptsächlich folgende Literatur herangezogen: die M onographien zur Biographie des Augustus von Jochen Bleicken 1 , Dietmar Kienast 2 und Werner Eck 3 , ebenso die Arbeiten von Reinhard Wolters 4 zur Geschichte Germaniens in der Römerzeit. Des weiteren wurden Publikationen zu diesem Thema von Jürgen Deininger 5 u nd Peter Kehne 6 verwendet .
Im folgenden wird zunächst eine Übersicht über den Stand der Diskussion innerhalb der Forschung zu den Fragen der Germanienpolitik hinsichtlich der Militäraktionen gegeben, dem eine Übersicht über die Quellenlage und den sich
1 J. Bleicken, Augustus. Eine Biographie, Berlin 1998.; im folgenden abgekürzt: Bleicken.
2 D. Kienast, Augustus: Prinzeps und Monarch, 3 Darmstadt 1999; im folgenden abgekürzt: Kienast.
3 W. Eck, Augustus und seine Zeit, 3 München 2003.; im folgendenabgekürzt: Eck.
4 .R. Wolters, Römische Eroberung und Herrschaftsorganisation in Gallien und Germanien. Zur
Entstehung und Bedeutung der sogenannten Klientel-Randstaaten, Bochum 1990.; im folgenden abgekürzt: Wolters Eroberung; ders., Die Römer in Germanien, 3 München
2002.; im folgenden abgekürzt: Wolters Römer
5 J. Deininger, Germaniam pacare. Zur neueren Diskussion über die Strategie des Augustus gegenüber Germanien, Chiron 30, 2000, 749-773.; im folgenden abgekürzt: Deininger.
6 P. Kehne, Limitierte Offensiven: Drusus, Tiberius und die Germanienpolitik im Dienste des augusteischen Prinzipats, in: Jörg Spielvogel (Hrsg.), Res publica reperta. Zur Verfassung und Gesellschaft der römischen Republik und des frühen Prinzipats. Festschrift für Jochen Bleicken zum 75. Geburtstag, Stuttgart 2002, 297-321.; im folgenden abgekürzt: Kehne.
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daraus ergebenden Problemen folgt. Eine Analyse der Feldzüge auf ihre wesentlichen Charakteristika schließt in einer chronologischen Unterteilung an.
1.2 Die Germanienfeldzüge in der Forschung
Die Frage nach der Zielsetzung der augusteischen Germanienpolitik wird, wie bereits gesagt, in der Forschung kontrovers diskutiert, was vor allem daraus resultiert, dass die antiken Quellenautoren hierzu nahezu aussagefrei sind 7 . Es stellt sich die Frage, inwieweit die Feldzüge der Jahre 12 v. Chr. bis zum Markomanne nfeldzug des Tiberius einem gewissen offensivem Plan zur Eroberung ganz Germaniens dienten, oder ob eher eine defensive Abwehrpolitik zum Schutze Galliens betrieben wurde. Dabei haben sich unter den Althistorikern gänzlich gegensätzliche Positionen herauskristallisiert 8 . Dietmar Kienast und Werner Eck sehen in der Germanienpolitik, nach einer auf Theodor Mommsen zurückgehenden These, einen weitreichenden Okkupations-und Eroberungsplan bis zur Elbe, der spätestens seit der clades lolliana 16 v. Chr. stringent und konsequent bis zur Varusniederlage betrieben worden sei 9 , so im wesentlichen auch Jürgen Deininger 10 . Noch offensiver klingt eine u. a. von Colin Michael Wells vetretene Meinung, nach der Augustus eine viel weitreichendere Eroberungspolitik nach ale xandrinischem Vorbild betrieben habe, wonach die augusteische Außenpolitik die Unterwerfung des Raumes vom Rhein bis zum Kaspischen Meer im Auge hatte 11. Andere, darunter Karl-Wilhelm Welwei sehen eine defensive Intention in den Germanienfeldzügen; diese gä lten einzig dem Schutz Galliens, eine Eroberung oder gar Provinzialisierung sei nie beabsichtigt worden 12 .
Ein Verfechter einer auf dieser These aufbauenden Variante ist Jochen Bleicken. Danach wird postuliert, dass sich eine defensive Vorwärtsverteidigung in sukzessiver Weise in eine Eroberungspolitik bis zur Varusniederlage entwickelt
7 Deininger 757f.; Kehne 297ff.
8 Deininger 761ff.
9 Kienast 36ff.
10 Deininger 768ff. 11 Kehne 299.
12 vgl. Kehne 298.
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habe 13 . Peter Kehne vertritt eine modifizierte Variante dieser letztgenannten These. Nach ihm spielten innenpolitische Aspekte eine Rolle. Augustus habe ein Betätigungsfeld für seine Legionen gesucht und in Germanien gefunden. Es sei dem princeps um eine Absicherung seiner Herrschaft nach innen gegangen, wobei er seine eigenen, nicht senatorischen Provinzen, namentlich v. a. Gallien, in ständiger Bedrohungslage lassen wollte, um sie nicht an den Senat abtreten zu müssen 14 .
Wenn ein grundlegender Plan zur Eroberung Germaniens bis zur Elbe bestanden hat, muss man sämtliche römischen Aktionen von Drusus bis Tiberius Germanien betreffend als zusammenhängende, zielgerichtete und offensive Einheit begreifen. Gerade diese auf ein Fernziel ausgerichtete Kohärenz der Feldzüge wird von den Skeptikern der genannten Eroberungsplanthese angezweifelt. Die Vorstöße ins Germanenland seien zumindest, wie bereits gesagt, zuerst reine Defensivmaßnahmen zur Verteidigung der gallischen Provinzen gewesen. Die Befürworter der Eroberungsplanthese argumentieren damit, dass vor Beginn der Offensiven umfangreiche Vorbereitungen für die Feldzüge getroffen worden seien. Dazu zähle die Eroberung des Alpenraumes, ebenso die Vorverlegung der Legionen von Gallien an den Rhein 15 . Die Bezweifler dieser These sehen die Eroberung des Alpenraumes 16 nicht als mit den Germanienunternehmungen in Zusammenhang stehend, da für die Alpeneroberung als Konsequenz aus der Lo llius-Niederlage schon frühere Pläne bestanden haben müssten 17 und dass deren geographisch- militärische Ausrichtung nicht mit den Aktionen im Nordwesten in Einklang zu bringen sei 18 . Vielmehr sei die Truppenverlegung an den Rhein allein zur Verteidigung Galliens geschehen, ausgelöst durch die Erfahrung der Lollius-Niederlage.
Auch muss man fragen, ob die Römer zur Zeit des Augustus schon die notwendigen geographischen Kenntnisse hatten; ob sie eine Vorstellung von dem zu erobernden Raum gehabt hatten und wie ein zu eroberndes Germanien zu begrenzen gewesen wäre 19 . Hierunter fällt auch die Frage, ob die Elbe, die
13 Bleicken 613f.
14 Kehne 319ff.
15 Kienast 362f.
16 Eck 94.
17 Wolters Römer 29.
18 ebenda
19 Bleicken 568.
Arbeit zitieren:
Jörg-Ludwig Erdtmann, 2004, Die Feldzüge des Drusus und des Tiberius, München, GRIN Verlag GmbH
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