I
Inhaltsverzeichnis
ABBILDUNGSVERZEICHNIS. III
1. EINLEITUNG 1
1.1 EINLEITENDE BETRACHTUNG. 1
1.2 PROBLEMSTELLUNG UND AUFBAU DER ARBEIT 1
2. STANDORTBESTIMMUNG DER UNTERNEHMENSKULTUR 3
2.1 DER ORGANISATIONSBEGRIFF UND SEINE ABGRENZUNG 3
2.1.1 Die Definition von Organisation 3
2.1.2 Unterscheidung von Organisationsentwicklung und Organisationsgestaltung. 3
2.2 DIE FÜHRUNG ALS INSTRUMENTARIUM FÜR DIE UNTERNEHMENSKULTUR 4
2.2.1 Die Definition von Führung. 4
2.2.2 Der kooperative Führungsstil. 5
2.3 DIE BEDEUTUNG DER FÜHRUNG UND DER ORGANISATIONSENTWICKLUNG FÜR DIE
UNTERNEHMENSKULTUR. 6
3. GRUNDLAGEN DER UNTERNEHMENSKULTUR 7
3.1 BEGRIFFSERKLÄRUNGEN. 7
3.1.1 Unternehmen 7
3.1.2 Kultur. 8
3.1.3 Unternehmenskultur 8
3.2 ELEMENTE EINER UNTERNEHMENSKULTUR 9
3.2.1 Werte. 9
3.2.2 Normen 10
3.2.3 Symbole. 10
3.3 ABGRENZUNG DER UNTERNEHMENSKULTUR ZU VERWANDTEN KONZEPTEN. 12
3.3.1 Betriebs- und Organisationsklima 12
3.3.2 Corporate Identity 13
3.3.3 Unternehmensphilosophie 13
3.4 MERKMALE DER UNTERNEHMENSKULTUR. 14
3.4.1 Die drei Ebenen der Kultur 14
3.4.1.1 Artefakte. 16
3.4.1.2 Öffentlich propagierte Werte. 16
3.4.1.3 Grundlegende unausgesprochene Annahmen 17
3.5 FUNKTIONEN DER UNTERNEHMENSKULTUR. 18
3.5.1 Koordinationsfunktion 18
3.5.2 Integrationsfunktion 19
II
3.5.3 Motivationsfunktion 20
3.6 WIRKUNGEN DER UNTERNEHMENSKULTUR 21
3.6.1 Originäre Wirkungen. 21
3.6.2 Derivative Wirkungen. 22
4. AUFBAU EINER KOOPERATIVEN UNTERNEHMENSKULTUR. 25
4.1 KULTURANALYSE. 25
4.1.1 Jedes Unternehmen hat eine Kultur. 25
4.1.2 Gründe für die Veränderung der bestehenden Kultur 26
4.1.3 Methoden zur Messung der Ist-Kultur 27
4.1.3.1 Der Fragebogen als Analyseinstrument 27
4.1.3.2 Das Team als Analyseinstrument 30
4.1.3.3 Weitere Analyseinstrumente. 33
4.2 FORMULIERUNG DER SOLL-KULTUR IN SECHS PHASEN. 34
4.2.1 Phase 1: Anwachsen der Probleme 35
4.2.2 Phase 2: Veränderungsbereitschaft. 36
4.2.3 Phase 3: Konfliktbereitschaft. 36
4.2.4 Phase 4: Wille zur Änderung des Status quo 37
4.2.5 Phase 5: Erarbeitung von Wissen. 38
4.2.6 Phase 6: Verändertes Handeln und Erfahrungsbildung. 42
4.3 MÖGLICHKEITEN ZUR UMSETZUNG DER SOLL-KULTUR. 43
4.4 ENTWICKLUNG EINES UNTERNEHMENSLEITBILDES. 47
4.5 KONTROLLE 49
4.6 LEITFRAGEN ZUR UNTERNEHMENSKULTUR 50
4.6.1 Wie entsteht eine Unternehmenskultur? 50
4.6.2 Lässt sich eine Unternehmenskultur bewahren? 51
4.7 ANWENDUNGSORIENTIERTE EMPFEHLUNGEN 53
5. KRITIK AM UNTERNEHMENSKULTURKONZEPT. 56
5.1 ALLGEMEINE PERSPEKTIVE. 56
5.2 BETRIEBSWIRTSCHAFTLICHE PERSPEKTIVE. 57
5.3 ETHISCHE PERSPEKTIVE 59
6. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK 60
QUELLENVERZEICHNIS 62
III
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Führungstypologie nach Wunderer
Abb. 2: Die Schnittstellen der Unternehmenskultur
Abb. 3: Symbole der Unternehmenskultur.
Abb. 4: Die drei Ebenen der Unternehmenskultur
Abb. 5: Wirkungen der Unternehmenskultur
Abb. 6: Kulturfragebogen.
Abb. 7: Quadranten-Modell der Werteorientierung in Organisationen
Abb. 8: Phasen zwischen einer Ist- und Soll-Kultur
Abb. 9: Offizielle und heimliche Spielregeln.
Abb. 10: Personen- und strukturorientierter Ansatz als Transformationsprozess.
Abb 11: Variablen der Unternehmenskultur
1. Einleitung
1.1 Einleitende Betrachtung
Einem Bericht der Zeitschrift Personalwirtschaft zufolge, wird die Unternehmenskultur als Erfolgsparameter und zukunftsträchtiges Führungssystem beschrieben, dessen Erkenntnisse auf einer mehrjährigen Studie eines Energieunternehmens beruhen. 1 Die Notwendigkeit der Unternehmenskultur ist auf die dynamischen Märkte zurückzuführen. Heutzutage wird es im wirtschaftlich labilen Zeitalter immer bedeutender, dass Unternehmen ihre Identität sichern. Aufgrund der zunehmenden Globalisierung und der anhaltenden Konjunkturflaute sehen immer mehr Unternehmen die Veränderung als Chance. Das in der Vergangenheit häufig als Modeerscheinung aufgefasste Phänomen „Unternehmenskultur“ tendiert zum Kult zu werden. In einem gesamtwirtschaftlichen Umfeld, das in verstärktem Ausmaß von
Unsicherheitsaspekten geprägt ist, sind Strategien notwendig, die dem rasanten Innovationsdruck und den spezifischen Kundenanforderungen genügen. Das Leistungspotenzial eines Unternehmens hängt nicht nur von ihrer technologischen Ausstattung ab, sondern vielmehr von den Menschen selbst. Anthropologisch betrachtet ist der Mensch an sich ein komplexes Phänomen, der aber durch eine richtige Führung beeinflussbar und somit für die Unternehmensziele auch motivierbar ist. Die Einführung einer neuen Kultur eröffnet Möglichkeiten zur besseren Steuerbarkeit des Unternehmensgeschehens und bietet eine Überlebenschance in wirtschaftlich schwierigen Zeiten.
1.2 Problemstellung und Aufbau der Arbeit
Es gibt unterschiedliche Strategien, wie ein Veränderungsvorhaben in die Wege geleitet werden kann. Bei kulturellen Fragen ist es daher wichtig eine auf das Unternehmen abgestimmte Strategie zu entwickeln. In dieser vorliegenden Arbeit habe ich versucht eine partnerschaftliche Veränderungsstrategie aufzubauen, welche vor allem die Wert- und Normenvorstellungen der Mitarbeiter berücksichtigt. Sie
1 Durch Unternehmenskultur zum Erfolg, in: Zeitschrift Personalwirtschaft 1/2003, S. 26ff.
kann nicht als Patentrezept dienen, jedoch bedeutende Anhaltspunkte liefern, die zum Teil auf empirische Studien beruhen.
Zu Beginn der Arbeit (siehe Kapitel 2) werden auf der theoretischen Ebene die beiden grundlegenden Begriffe Organisation und Führung erläutert, um die Unternehmenskultur disziplinmäßig einordnen zu können. Dabei bin ich jedoch nicht näher auf die Organisations- und Führungstheorie eingegangen, weil dies sonst den Umfang der Arbeit sprengen würde. Anschließend habe ich das Wesen der Unternehmenskultur untersucht, um einen tieferen Einblick in das Themengebiet zu gewähren (siehe Kapitel 3). Durch die systematische Behandlung des Themas, kann sich der Leser ein grobes Bild über die Kultur eines Unternehmens machen. Wichtige Definitionen und abgrenzende Betrachtungen erleichtern dabei das Verständnis des komplexen Phänomens „Kultur“. Im anschließenden Kapitel wird die eigentliche Problemstellung dieser Arbeit aufgegriffen (siehe Kapitel 4). Es werden zunächst unterschiedliche Möglichkeiten aufgezeigt, wie sich die Kultur eines Unternehmens erheben lässt. Durch die dargestellten Möglichkeiten können Unternehmen ihre Ist-Kultur ermitteln. Im Anschluss daran habe ich eine detaillierte Veränderungsstrategie entworfen, die ich aus Gründen der Übersichtlichkeit in sechs Phasen aufgeteilt habe. Die Veränderungsstrategie stellt die formulierte Soll-Kultur dar. Leitfragen und einige Handlungsempfehlungen runden das Kapitel ab und geben die daraus gewonnen Erkenntnisse wieder. Im vorletzten Teil der Arbeit (siehe Kapitel 5), wird das Konzept der Unternehmenskultur aus verschiedenen Perspektiven kritisch betrachtet und auf mögliche Gefahren hingewiesen. Abschließend stelle ich kurz die wichtigsten Ergebnisse der Arbeit dar und gebe einen zusammenfassenden Ausblick über das Thema (siehe Kapitel 6).
2. Standortbestimmung der Unternehmenskultur
2.1 Der Organisationsbegriff und seine Abgrenzung
2.1.1 Die Definition von Organisation
In der immer komplexer werdenden Wirtschaft müssen sich Unternehmen zunächst einmal mit den Belangen ihrer Mitarbeiter auseinander setzen. Denn jede Organisation besteht aus Menschen, die in einer Gemeinschaft leben und arbeiten. 2 Sie „teilen nicht nur eine gemeinsame Sprache, sondern auch spezifische Werte, Überzeugungen und Rituale“. 3 Eine gezielte Auseinandersetzung mit diesen Aspekten wirkt sich offensichtlich positiv auf das Klima einer Organisation aus.
Der Begriff „Organisation“ weist in der Wissenschaft und Praxis eine große Bedeutungsvielfalt auf. Eine auf das Thema Unternehmenskultur passende Definition ist die Folgende: Organisationen sind „soziale Gebilde, die dauerhaft ein Ziel verfolgen und eine formale Struktur aufweisen, mit deren Hilfe Aktivitäten der Mitglieder auf das verfolgte Ziel ausgerichtet werden sollen“. 4
2.1.2 Unterscheidung von Organisationsentwicklung und Organisationsgestaltung
Im allgemeinen Sprachgebrauch werden die Begriffe „Entwicklung“ und „Gestaltung“ zum Teil synonym verwendet. Es scheint von daher sinnvoll, das Konzept der Organisationsentwicklung dem der Organisationsgestaltung gegenüber zu stellen und kurz zu erläutern.
Im Mittelpunkt der Organisationsentwicklung stehen die Organisationsmitglieder. Bei der Organisationsentwicklung ist es das Ziel, ein positives Organisationsklima zu schaffen. Wo hingegen bei der Organisationsgestaltung die Organisationsstruktur im
2 Unternehmenskultur verstehen, in: Zeitschrift Personalwirtschaft 12/2002, S. 31
3 Unternehmenskultur verstehen, in: Zeitschrift Personalwirtschaft 12/2002, S. 31
4 Vahs, D.: Organisation, 3. Auflage, Stuttgart 2001, S. 9 zit. nach Kieser, A./Kubicek, H. 1992 S. 4
Mittelpunkt steht. Bei dem letzteren Konzept werden effiziente Strukturen und Prozesse angestrebt. 5
Die Unternehmenskultur wird demnach durch die Organisationsentwicklung beeinflusst. Eine `zielbezogene Einflussnahme` 6 auf die Organisationsmitglieder durch Führungskräfte ist also unabdingbar. Dabei richtet sich die Führungsaufgabe „in erster Linie auf die Einstellungen und Verhaltensweisen der Organisationsmitglieder und deren soziale Beziehungen.“ 7
2.2 Die Führung als Instrumentarium für die
Unternehmenskultur
2.2.1 Die Definition von Führung
Führung spielt bei jeder Unternehmung eine zentrale Rolle und ist sehr bedeutsam für die Kontrolle und Erhaltung des Unternehmensgeschehens. Die Führung leistet einen entscheidenden Beitrag zum Aufbau und zur Pflege einer Unternehmenskultur. Es gibt die unterschiedlichsten Definitionsansätze für „Führung“ in der Literatur. Eine umfassende und zweckmäßige Definition ist die Folgende:
„Führung wird verstanden als ziel- und ergebnisorientierte, wechselseitige und aktivierende, soziale Beeinflussung zur Erfüllung gemeinsamer Aufgaben in und mit einer strukturierten Arbeitssituation.“ 8
Für eine kooperative Unternehmenskultur ist es wichtig, einen geeigneten Führungsstil zu praktizieren. Denn letztendlich bestimmt der Führungsstil den wechselseitigen Umgang der Vorgesetzten mit ihren Mitarbeitern.
5 Vahs, D.: Organisation, 3. Auflage, Stuttgart 2001, S. 287
6 Rosenstiel, L. v. u. a.: Führung von Mitarbeitern, 4. Auflage, Stuttgart 1999, S. 4
7 Vahs, D.: Organisation, 3. Auflage, Stuttgart 2001, S. 298
8 Wunderer, R.: Führung und Zusammenarbeit, 4. Auflage, Neuwied 2001, S. 4
2.2.2 Der kooperative Führungsstil
Die folgende Abbildung zeigt sechs mögliche Führungsstile. Es handelt sich dabei um Idealtypen, wobei die Grenzen zwischen den einzelnen Führungsstilen fließend sind. 9 Der Fokus ist hierbei auf den kooperativen Führungsstil gerichtet.
Abb. 1: Führungstypologie nach Wunderer 10
Die Führungstypologie nach Wunderer verdeutlicht, dass die wechselseitige Kooperation bei dem kooperativen Führungsstil am stärksten ausgeprägt ist. Das heißt, die Interaktionsdichte zwischen Führer und Geführten nimmt hierbei die absolute Spitzenposition ein. Dagegen ist die Partizipation der Mitarbeiter eher gewichtet und weniger ausgeprägt als bei der delegativen und autonomen Führung. 11 Bei kulturrelevanten Veränderungsvorhaben eignet sich meiner Meinung nach ein kooperativer Führungsstil, weil die Entscheidungskompetenz nicht vollständig auf die Mitarbeiter delegiert werden sollte. Eine Veränderung ist üblicherweise mit ungewöhnlichen Aufgaben verbunden und erfordert eine partnerschaftliche Zusammenarbeit. Der Vorgesetzte gibt hierbei i.d.R. die Ziele vor und arbeitet eng mit den Mitarbeitern zusammen. Dies ist deshalb sinnvoll, weil die Belegschaft bei Veränderungsvorhaben meist eine pessimistische Einstellung zeigt. Insgesamt ist davon auszugehen, dass eine gemeinschaftlich gestaltete Unternehmenskultur zu mehr Erfolg verhilft. 12
9 Wunderer, R.: Führung und Zusammenarbeit, 4. Auflage, Neuwied 2001, S. 210
10 Wunderer, R.: Führung und Zusammenarbeit, 4. Auflage, Neuwied 2001, S. 210
11 Wunderer, R.: Führung und Zusammenarbeit, 4. Auflage, Neuwied 2001, S. 220
12 Neubauer, W.: Organisationskultur, Bonn 2003, S. 173
In Zusammenhang mit der Organisationsentwicklung lässt sich im Weiteren die Tragweite für die Unternehmenskultur aufzeigen.
2.3 Die Bedeutung der Führung und der
Organisationsentwicklung für die Unternehmenskultur
Bevor ich auf das Wesen der Unternehmenskultur in Kapitel 2 eingehe, scheint es mir sinnvoll, die Interdependenz der Führung und Organisationsentwicklung in Bezug auf die Unternehmenskultur kurz zu erläutern.
Fast alle Unternehmen sind heutzutage dem stetigen Wandel der Wirtschaft ausgesetzt. Die Anforderungen der Gesellschaft und der Wettbewerber zwingen Unternehmen zum Umdenken. Jeder Mitarbeiter eines Unternehmens hat persönliche Einstellungen und Verhaltensweisen gegenüber der Arbeit und seinen Kollegen. Jedoch haben alte Denkmuster offenbar ausgedient. Deshalb müssen unternehmerisches Denken und Handeln neu definiert und den Mitarbeitern beigebracht werden. Die Vorgesetzten müssen ihren Organisationsmitgliedern neue Visionen vorleben und in angemessener Weise auch kommunizieren. Um dies erreichen zu können ist eine Führung notwendig, die den Mitarbeitern den größtmöglichen Kooperationsraum zu ihren Vorgesetzten bietet. Mitarbeiter können nur dann kreativ und selbständig arbeiten, wenn ihnen nicht alles „diktiert“ wird.
Insofern kommt eine kooperative Führung in Frage, da sie die interpersonale Beziehungsgestaltung wie z.B. Kommunikation, Offenheit, Toleranz und solidarisches Verhalten fördert. 13
Die Abb. 2 verdeutlicht den Zusammenhang zwischen der Führung, Organisationsentwicklung und der Unternehmenskultur. Durch die Führung wird die Organisation nachhaltig „entwickelt“. Diese Organisationsentwicklung zeigt ihre Einstellungen und Verhaltensweisen in ihrer Unternehmenskultur auf. Gleichzeitig
13 Wunderer, R.: Führung und Zusammenarbeit, 4. Auflage, Neuwied 2001, S. 219
wird die Unternehmenskultur von der Führung bewahrt und sollte kontinuierlich dem Wandel angepasst werden.
Abb. 2: Die Schnittstellen der Unternehmenskultur 14
3. Grundlagen der Unternehmenskultur
3.1 Begriffserklärungen
3.1.1 Unternehmen
Der Unternehmensbegriff ist in der „Allgemeinen Betriebswirtschaftslehre“ sehr unterschiedlich definiert worden. Es hat sich aber dennoch ein weitgehend einheitliches Begriffsverständnis herausgebildet. 15 „Danach ist ein Unternehmen eine planvoll organisierte Wirtschaftseinheit, die in einem marktwirtschaftlichen System Sachgüter oder Dienstleistungen erstellt und absetzt.“ 16 Diese Wirtschaftseinheit ist als ein soziales System zu betrachten, welche systemspezifische Interaktionen der Menschen verbindet. Im engeren Sinne
14 Quelle: Eigener Entwurf
15 Jacobsen, N.: Unternehmenskultur, Frankfurt am Main 1996, S. 23
16 Jacobsen, N.: Unternehmenskultur, Frankfurt am Main 1996, S. 23, zit. nach Wöhe (1986), S. 2-4,
und Schierenbeck (1989), S. 22
beschreibt dies die Art, wie die Menschen im Unternehmen miteinander und mit Außenstehenden wie Kunden, Lieferanten und Wettbewerbern umgehen. 17 Die Art des Umgangs ist deshalb von großer Bedeutung, weil sie die Kultur eines Unternehmens prägt.
3.1.2 Kultur
Die Kultur stellt im Gegensatz zum Unternehmensbegriff ein komplexes Phänomen dar, das sich nicht so einfach definieren lässt. Von daher wird der Kulturbegriff zunächst im historischen Kontext betrachtet. Die Römer haben unter Kultur, die Pflege des Geistes in enger Verbindung mit Moral und Sitte verstanden. 18 Im Zeitalter des Humanismus und der Aufklärung ist Kultur der Gradmesser für die Bildung des Menschen gewesen. 19
Diese Auffassungen von Kultur haben sich bis heute bewahrt. Es wird von einem kultivierten Menschen gesprochen, der z.B. ein breites Allgemeinwissen hat.
Im heutigen, umfassenden Begriffsverständnis meint Kultur die Gesamtheit der eigenen Lebens- und Organisationsformen einer Kulturgemeinschaft, sowie den Inhalt und die Ausdrucksformen der vorherrschenden Wert- und Geisteshaltung. 20
3.1.3 Unternehmenskultur
Die meisten Unternehmen haben Unternehmensgrundsätze, Leitbilder oder Führungsphilosophien formuliert, deren Umsetzung oder Weiterentwicklung zu einer funktionsfähigen Unternehmenskultur eine wichtige Zukunftsaufgabe ist. 21
Mit dem Begriff der Unternehmenskultur soll zum Ausdruck gebracht werden, dass die Gesamtheit der in einem Unternehmen wandelbaren und erfahrbaren
17 Lay, R.: Über die Kultur des Unternehmens, 2. Auflage, Düsseldorf und München 1998, S. 9
18 Jacobsen, N.: Unternehmenskultur, Frankfurt am Main 1996, S. 25, zit. nach Dill (1986), S. 19
19 Jacobsen, N.: Unternehmenskultur, Frankfurt am Main, 1996, S. 25, zit. nach Niedermann (1941),
S. 214-215.
20 Microsoft Encarta Enzyklopädie Professional 2004, Suchbegriff „Kultur“
21 Heinen, E. / Fank, M.: Unternehmenskultur, 2. Auflage, München 1997, S. 2
Wertvorstellungen, Denkhaltungen und Normen das Erscheinungsbild des Unternehmens prägen. 22
Diese Normen können auch als die „ungeschriebenen Gesetze“ im Unternehmen aufgefasst werden. Denn sie bestimmen zum Einen was die Mitarbeiter dürfen, und zum Anderen, was nicht erlaubt ist. Demnach beeinflussen diese Normen die Art des Denkens, Fühlens und Handelns, die auch an Nachfolgende zur Einhaltung weitergegeben werden. 23
Im folgenden Abschnitt werden die wichtigsten Elemente dargestellt, die für die Unternehmenskultur grundlegende Funktionen haben.
3.2 Elemente einer Unternehmenskultur
3.2.1 Werte
Für die Analyse der Unternehmenskultur spielen die organisationalen Werte eine zentrale Rolle. 24 Jeder Mensch besitzt von Grund auf bestimmte Werte, die er durch seine Erziehung und Erfahrung im Laufe seines Lebens verinnerlicht hat. Diese grundsätzlichen Werte wie z.B. Sicherheit, Gesundheit und soziale Gerechtigkeit werden auch in Unternehmen gepflegt. 25 Jedoch haben Unternehmen meist spezifische Werte und Wertvorstellungen, an die sich alle Mitarbeiter anpassen müssen. Anderenfalls würden sie schnell als Außenseiter angesehen. „Die Unternehmenskultur baut auf Werten auf.“ 26
Werte stellen „allgemein anerkannte Normen über das Wünschbare“ 27 dar. Demzufolge werden Normen von Werten beeinflusst. Infolgedessen stelle ich im Folgenden das nächste Element der Unternehmenskultur dar, nämlich die Normen.
22 Wunderer, R.: Führung und Zusammenarbeit, 4. Auflage, Neuwied 2001, S. 154
23 Hellge, G.: Vortrag, Aktuelle Fragen der Wirtschaft, Erfolgsfaktor Unternehmenskultur,
Fachhochschule Esslingen, SS 2004
24 Jacobsen, N.: Unternehmenskultur, Frankfurt am Main 1996, S. 36
25 Czichos, R.: Change Management, 3. Auflage, München und Basel 1997, S. 54f.
26 Thierfelder, R. H.: Wertewandel in der Unternehmensführung, Sternenfels 2001, S. 112
27 Thierfelder, R. H.: Wertewandel in der Unternehmensführung, Sternenfels 2001, S. 113
3.2.2 Normen
Es gibt diverse Arten von Normen, die sich aufgrund der Gegebenheiten und der herrschenden Umweltbedingungen etabliert haben. Maßgebend für die Unternehmenskultur sind die kulturellen und sozialen Normen. Kulturelle Normen können als Regeln und Vorschriften für Handlungen aufgefasst werden, die Menschen einer Kulturgemeinschaft teilen. 28 Ohne Normen würden Konflikte entstehen, die sich negativ auf das Betriebsklima auswirken würden. Normen dienen also dazu, Konfliktsituationen zu vermeiden und die gegebene Atmosphäre im Unternehmen aufrecht zu erhalten. Kulturelle Normen werden zu sozialen Normen, wenn sie Sollvorschriften für das zwischenmenschliche Verhalten beinhalten. 29
Es ist aber zu beachten, dass sich die Normen im Rahmen der Werte bewegen müssen, um legitim zu sein. 30 Somit können also keine Normen kreiert werden, die sich mit den Werten nicht vereinbaren lassen. Um den Werten und Normen eines Unternehmens Ausdruck zu verleihen, sind Symbole notwendig.
3.2.3 Symbole
Symbole dienen als Charakteristika eines Unternehmens, die sich an Werte und Normen stützen. Sie werden zum Teil unbewusst wahrgenommen und gelebt. In diesem Zusammenhang ist anzumerken, dass die Elemente einer Unternehmenskultur sich gegenseitig beeinflussen und die unterschiedlichsten Dinge zum Vorschein bringen. Denn wenn Normen nicht eingehalten und symbolische Handlungen nicht praktiziert werden, ändert sich auch die Werthaltung der Mitarbeiter zum Negativen. Die Abb. 3 zeigt eine Fülle von Symbolen die in Unternehmen umgesetzt werden. Rosenstiel teilt diese Symbolvielfalt in drei Kategorien auf und klassifiziert sie anhand ihres Bedeutungsgehalts. 31
28 Jacobsen, N.: Unternehmenskultur, Frankfurt am Main 1996, S. 37
29 Jacobsen, N.: Unternehmenskultur, Frankfurt am Main 1996, S. 37
30 Czichos, R.: Change Management, 3. Auflage, München und Basel 1997, S. 54
31 Rosenstiel, L. v. u. a.: Führung von Mitarbeitern, 4. Auflage, Stuttgart 1999, S. 22
Arbeit zitieren:
Ethem Basata, 2004, Aufbau und Pflege einer kooperativen Unternehmenskultur, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Gesundheitspolitik: Ökonomische Analyse aktueller Reformansätze
Seminararbeit, 45 Seiten
Theorien zum Führungsverhalten - Klassische Ansätze aus der Führungsfo...
Psychologie - Arbeit, Betrieb, Organisation und Wirtschaft
Seminararbeit, 19 Seiten
Aspekte von Frauenerwerbstätigkeit: Krankenpflege, eine berufliche Sac...
Hausarbeit, 20 Seiten
Der Einsatz von 'Ein-Euro-Jobs' im PARITÄTISCHEN Wohlfahrtsver...
Forschungsarbeit, 58 Seiten
Pädagogische Konsequenzen aus einer Arbeitszeiterfassung der LiV am St...
Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik
Examensarbeit, 45 Seiten
Minimierung sozial erwünschter Verhaltensweisen auf Bewerberseite beim...
Psychologie - Arbeit, Betrieb, Organisation und Wirtschaft
Bachelorarbeit, 51 Seiten
Personalauswahl und Grundlagen des Human Resource Management
BWL - Personal und Organisation
Studienarbeit, 14 Seiten
Das deutsche Krankenversicherungssystem - aktuelle Ansätze und wesentl...
Hausarbeit, 23 Seiten
Arbeitsmotivation - theoretische Ansätze und Möglichkeiten der Steiger...
BWL - Personal und Organisation
Hausarbeit, 24 Seiten
Selbstlernen im Fernstudium - Möglichkeiten und Grenzen
Pädagogik - Berufserziehung, Berufsbildung, Weiterbildung
Hausarbeit, 18 Seiten
Führen Frauen anders als Männer?
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Seminararbeit, 24 Seiten
Transaktionale versus Transformationale Führung
BWL - Personal und Organisation
Studienarbeit, 41 Seiten
Ethem Basata's Text Aufbau und Pflege einer kooperativen Unternehmenskultur ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Ethem Basata hat den Text Aufbau und Pflege einer kooperativen Unternehmenskultur veröffentlicht
Ethem Basata hat einen neuen Text hochgeladen
Kooperative Stadtentwicklung durch kooperative Planung
Erfahrungen aus europäischen S...
Ingrid Lübke
Praxishilfe für Schule, Jugend...
Rüdiger Gilsdorf, Günter Kistner, Katharina Becker
Eine Praxishilfe für Schule, J...
Rüdiger Gilsdorf, Günter Kistner, Katharina Becker
Konfessionell-kooperativer Religionsunterricht als Herausforderung
Eine empirische Studie zu eine...
Sabine Pemsel-Maier, Marc Weinhardt, Joachim Weinhardt
Kooperative Lehr- und Lernkultur
Ausgangspunkt für Veränderunge...
Gerhard Rabensteiner, Pia-Maria Rabensteiner
Martin Schmidt
Top Diplomarbeit. Ich habe auch ein kulturspezifisches Thema erarbeitet und diese Diplomarbeit war dabei für mich sehr hilfreich! Gruß, Martin S.
am Wednesday, June 23, 2010-
Simone Lenz
Ich schreibe zurzeit eine Diplomarbeit über die Organisationskultur eines Unternehmens. Auch ich konnte von der Diplomarbeit von Hr. Basata als unterstützende Mustervorlage gut profitieren. Simone Lenz
am Sunday, September 26, 2010-