Inhalt
Inhalt ............................................................................................... 3
Einleitung 4
1. Sprachtypologie 5
2. Die Merkmale des Englischen und Deutschen 7
2.1. Gemeinsamkeiten in Morphologie und Syntax 7
2.2. Unterschiede in Morphologie und Syntax 8
2.2.1 Unterschiede in der Morphologie 8
2.2.2 Unterschiede in der Syntax 13
3. Auseinanderklaffen von Form und Bedeutung im Englischen 16
3.1. Verschmelzung der Satzgrenzen 17
3.1.1 Anhebungskonstruktionen 18
3.1.2 Weitere Arten der Satzgrenzenverschmelzung 19
4. Zusammenfassung 20
Literaturverzeichnis 21
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Einleitung Wie der Titel bereits verrät, soll es in dieser Arbeit um eine Charakterisierung des Englischen und Deutschen gehen. Die beiden Sprachen sollen miteinander verglichen werden. Zu diesem Zweck habe ich mic h auf die Bereiche Morphologie und Syntax beschränkt. De r Bereich Phonologie kann leider nicht abgedeckt werden, da dies den Rahmen der Arbeit sprengen würde. Auch speziell in den Bereichen Morphologie und Syntax konnte nicht auf alle Einzelheiten eingegangen werden, so dass aufgrund dessen kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben wird. Es wurde der Versuch unternommen, einen Überblick zu geben. In Bezug auf die Wortarten wurde sich auf das Verb und das Substantiv konzentriert, so dass z. B. auf die zwei Arten der Steigerung des Adjektivs (synthetisch/analytisch) nicht eingegangen werden konnte.
Zur Arbeitsweise muss noch gesagt werden, dass das Englische womöglich an manchen Stellen stärker im Vordergrund steht, da davon ausgegangen wird, dass Deutsch die Muttersprache des Lesers dieser Arbeit ist und ihm die grundlegenden Strukturen des Deutschen bekannt sind.
Das Thema Auseinanderklaffen von Form und Bedeutung im Englischen habe ich als gesondertes Thema betrachtet, obwohl es sowohl den Bereich der Syntax als auch der Morphologie berührt, es aber einen speziellen Trend im heutigen Englischen darstellt.
Sätze, die grammatisch nicht korrekt oder so wie im Beispiel nicht möglich sind, oder durch die der Sinn der Aussage entstellt wird, wurden mit einem Stern (*) gekennzeichnet.
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1. Sprachtypologie
Die Sprachtypologie ist eine Vorgehensweise, Sprachen nach ihren Merkmalen einzuteilen.
Zunächst soll ein Überblick über die Sprachtypen gegeben werden. Aufgrund ihrer morphologischen Eigenschaften können Sprachen in verschiedene Sprachtypen eingeteilt werden. Dieser Ansatz geht auf die klassische morphologische Typologie des 19. Jahrhunderts zurück (Kortmann 1998: 146). Nach Kortmann ergibt sich folgende Übersicht:
Morphologische Sprachtypen
flektierend
Abb. 1: Morphologische Sprachtypen (Kortmann 1999, S. 87) Bei einer synthetischen, flektierenden Sprache werden die Partikel, die die grammatischen Informationen beinhalten und die Relationen im Satz erklären (Flexionsmorpheme), direkt am Wort „befestigt“. Ein Morphem trägt dabei mehrere Informationen in sic h, z. B. Genitiv und Plural. Daraus ergibt sich eine variable Wortstellung im Satz, da die Beziehungen der Konstituenten im Satz eindeutig sind. Dies trifft auf Sprachen mit einem noch weitgehend intakten Kasussystem zu, wie es z. B. das Deutsche ist.
In der Gruppe der synthetischen Sprachen existieren aber auch die Sprachen, die agglutinierend vorgehen. Agglutinierend bedeutet so viel wie „anleimend“, wo die Morpheme an den Wortstamm angehängt werden. Ein Morphem trägt dabei genau eine Information in sich z. B. den Numerus Singular. Steht das Wort im Genitiv Singular, so muss der entsprechende Kasus durch ein weiteres Morphem gekennzeichnet werden. Dieses wird ebenfalls an das Wort angehängt. Durch diese Vorgehensweise kann das Wort eindeutig segmentiert werden und es liegt eine 1:1–Beziehung zwischen Form und Bedeutung vor. Das Wort in seiner bestehenden Form hat also definitiv nur eine Bedeutung. Sowohl das Türkische als auch das Finnische werden als typisches Beispiel für agglutinierende Sprachen angesehen (Kortmann 1999: 86). Die eindeutige Segmentierbarkeit hingegen ist bei den flektierenden Sprachen nicht der Fall, da in einem Flexionsmorphem mehrere Informationen enthalten sind.
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Analytische Sprachen aber sind flexionsarm und basieren auf der Verwendung von freien grammatischen Morphemen (z. B. Präpositionen) und auf bestimmten Wortstellungsregeln, wie beispielsweise das Englische mit seiner Wortstellung Subjekt – Verb – Objekt. Diese Wortstellung hat sich gefestigt, da das Englische sich immer weiter in Richtung einer analytischen, isolierenden Sprache bewegt und das Kasussystem erodiert ist. Die Flexionsmorpheme fehlen demnach und die semantischen Beziehungen würden nicht klar ohne eine feste Wortstellung:
(1) The man ate the apple. – Der Mann aß den Apfel.
(2) *The apple ate the man. – Den Apfel aß der Mann.
(3) Peter gave the book to him.
(4) Peter gab ihm das Buch.
Geht man davon aus, dass ein Substantiv im Genitiv eine Wortform und im Dativ eine zweite Wortform darstellt, so ist das Deutsche reich an Wortformen, das Englische hingegen verarmt. Deutlich wird dies an folgendem Beispiel:
(1) das Buch – dem Buch
(2) the book – the book
Wie in Beispiel 6 deutlich wird, weist das Wort book im Englischen nur eine Wortform auf, im Deutschen (1) jedoch zwei.
Ein sehr geeignetes Beispiel für eine radikal analytische Sprache ist das Chinesische, das übermäßig isolierend arbeitet und weder Deklination noch Konjugation nutzt (völliger Flexionsverlust), aber auf Funktionswörter, eine bestimmte Satzstellung und die Intonation zurückgreift. Dies führt dazu, dass keine Wortformen existieren und Wörter häufig aus nur einem Morphem bestehen.
Ein wichtiger Aspekt, der aber nicht außer Acht gelassen werden sollte, ist der Fakt, dass Sprachen nicht immer genau einer Gruppe zugeordnet werden können. Die Übergänge zwischen den Sprachtypen sind fließend und es sind nicht immer alle Eigenschaften vorhanden. So befindet sich das Englische auf dem Weg von einer synthetischen zu einer analytischen Sprache.
In oben genanntem Einteilungsschema der Sprachen wurde besonders auf morphologische Faktoren geachtet. Insgesamt ergeben sich aber die
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Unterschiede zwischen den Sprachen auch daraus, in welchem Maße eine Sprache die vier Grundstrategien (Mair 1997: 29) zum Ausdruck grammatischer Beziehungen nutzt:
1. Flexion, also sowohl Deklination des Substantivs und des Adjektivs als
auch Konjugation des Verbs
2. Nutzung freier grammatischer Morpheme (Funktionswörter)
3. Ausnutzung der Wortstellung im Satz
4. Intonation
2. Die Merkmale des Englischen und Deutschen
2.1. Gemeinsamkeiten in Morphologie und Syntax
Die Gemeinsamkeiten, die das Englische und Deutsche miteinander haben, sind z. B. die Unterscheidung in starke [(1) und (2)] und schwache Verben [(3) und (4)].
(1) gehen – ging – gegangen
(2) go – went – gone
(3) hören – hörte – gehört
(4) hear – heard – heard
Des Weiteren werden die zwei Zeitformen Präteritum und Nichtpräteritum mithilfe der Flexion am Verbstamm gekennzeichnet. In einfachen Aussagesätzen weisen Deutsch und Englisch Verbzweitstellung auf, d. h., das Prädikat mit dem finiten Verb steht an zweiter Stelle.
(5) I went to school.
(6) Ich ging zur Schule.
Die Wortstellung spielt auch eine wichtige Rolle bei der Unterscheidung der wesentlichen Satztypen. So hat ein einfacher Aussagesatz das Verb an zweiter Stelle, in Entscheidungsfragen steht das Verb jedoch an erster Stelle.
(7) Ich ging zur Schule. – I went to school.
(8) Bist du krank? – Are you ill?
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Claudia Rittig, 2004, Die Charakterisierung des Englischen und Deutschen aus typologischer Sicht, Munich, GRIN Publishing GmbH
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